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    Die Frau, die singt – Incendies

    Andreas Krasseltvon Andreas Krasselt7. September 2019Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Der Filmtoast-Platzhalter für (Kino-)Filme zeigt eine Reihe von gefüllten Popcorn-Tüten. Für den Film wurden leider keine Bilder bereit gestellt.
    Film Review
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    Die Suche nach dem Geheimnis ihrer verstorbenen Mutter führt die Zwillinge Jeanne und Simon Marwan in Denis Villeneuves Die Frau, die singt – Incendies auf die Spur einer Tragödie. Ob der Film 2011 zu Recht für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nur nominiert wurde, erfahrt Ihr in unserer Rezension.

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    Davon handelt Die Frau, die singt – Incendies

    Bevor der kanadische Star-Regisseur Denis Villeneuve (Sicario, Arrival, Blade Runner 2049) zum Hollywoodliebling avancierte, realisierte er 2010 das eindringliche Drama Die Frau die singt – Incendies. Der Stoff ähnelt so gar nicht den Sujets, mit denen uns Villeneuve in den vergangenen Jahren verwöhnt hat. Statt in die Zukunft führt uns Die Frau, die singt – Incendies in die Vergangenheit. Das Singen ist Metapher für das Weiterleben, das sich-Verweigern. Für den Mut, der Gewalt zu trotzen.

    Nawal Marwan (Lubna Azawal) hat die letzten fünf Jahre ihres Lebens nicht mehr gesungen. Sie hat geschwiegen. Als der Notar Jean Lebel (Rémy Gerard) ihren Kindern, den Zwillingen Jeanne (Mélissa Désomeaux-Poulin) und Simon Marwan (Maxim Gaudet), den letzten Willen ihrer Mutter verliest, erfahren sie, dass sie einen Bruder haben. Und sie sollen zwei Briefe aushändigen, einen an den tot geglaubten Vater, einen an den unbekannten Bruder. Erst dann soll ihre nackt und anonym bestattete Mutter einen Grabstein erhalten. „Keine Inschrift für jene, die ihre Versprechen nicht halten“, hatte die Verstorbene im Testament notiert.


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    Die Reise in die Vergangenheit beginnt in einem Schwimmbad. Jeanne, zunächst ohne ihren sich sträubenden Bruder auf der Suche, erinnert sich an den Moment, der Nawal zum Verstummen brachte. Die Kamera zeigt Jeanne im Becken. Dann sieht man ihr Gesicht in Großaufnahme zu ihrer Mutter am Beckenrand blicken. Nawal sitzt vor sich hinblickend auf ihrer Liege. Einstellung über ihre Schulter auf Jeanne, die immer wieder „Mama“ wiederholt. Schnitt auf Nawals Gesicht in Großaufnahme. Erstarrt. Schon jetzt spürt man als Zuschauer den ersten Klumpen im Hals. Doch den Grund für Nawals Erstarrung erfahren wir und die Geschwister erst gegen Ende des Filmes. Wenn aus dem Klumpen ein riesiger Felsbrocken geworden ist, der auf das Herz drückt.

    Bilder geben den Charakteren Raum

    Villeneuve hat Die Frau, die singt – Incendies in ruhigen, mitunter fast schon statisch anmutenden Bildern gedreht. Das gibt den Charakteren Raum, den die Darsteller, allen voran Lubna Azawal als Nawal, mit emotionaler Tiefe füllen. Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Während die Zwillinge der Spur ihrer Mutter folgen, folgt der Film parallel dazu auch der Geschichte Nawals.

    Doch es ist auch eine Odyssee durch ein vom Bürgerkrieg zerrissenes Land im Nahen Osten, das nicht näher bezeichnet wird. Villeneuve zeigt uns nicht die spezifische Situation eines Landes. Es ist eine Geschichte menschlicher Zerrüttungen, von Gewalt und ihren traumatischen Folgen, die überall und jederzeit Menschen in den Abgrund stürzen können. Im Zentrum der Erzählung stehen die emotionalen Verwerfungen, denen Menschen in unmenschlichen Zeiten ausgeliefert sind.

    Ein Leben im Strudel der Gewalt

    Das erste Bild zeigt eine offene Landschaft mit einer Palme, bevor sich die Kamera ins Innere eines Hauses zurückzieht. Dort scheren Soldaten Kindern die Köpfe kahl. Ein Junge hat eine Tätowierung an der Ferse, was später von Bedeutung sein wird. Während sich die Kamera seinem Gesicht nähert, blickt er starr hinein. Zornig? Anklagend?

    Der Junge ist der Sohn der Christin Nawal und eines palästinensischen Flüchtlings, der von Nawals Brüdern erschossen wird. Nawal wird in Schande aus der Familie ausgestoßen, das Kind ins Waisenhaus gesteckt. Auf der Suche nach ihrem Sohn gerät Nawal in einen Strudel der Gewalt, der auch sie zur Waffe greifen lässt. 15 Jahre lang wird sie eingesperrt, gefoltert, misshandelt und vergewaltigt. „Am Ende stand sie immer noch aufrecht“, wird einer ihrer Wächter später erzählen. „Sie hat sich nicht brechen lassen.“ Sie wird die Frau, die singt. Bis zum Tag der Erkenntnis, die sie buchstäblich erstarren lässt.

    Die Frau, die singt – Incendies basiert auf dem Theaterstück Verbrennungen des syrischen Dramatikers Wajdi Mouawad, das auch in Deutschland aufgeführt wurde. Es beruht in Teilen auf einer wahren Begebenheit. Sowohl der Film als auch das Stück verschweigen, wo die Geschichte spielt. Das reale Vorbild ist zwar erkennbar. Aber beide Kunstwerke machen deutlich, dass die Geschichte überall spielen könnte. Ein universales Drama darüber, welche Verheerungen Gewaltkonflikte in der menschlichen Seele anrichten.

    Eine bildgewaltige Erzählung von emotionaler Wucht

    Wer angesichts des theatralischen Vorbilds allerdings ein dialoglastiges Drama erwartet, irrt sich. Villeneuve inszeniert seine Geschichte als bildgewaltige Erzählung von emotionaler Wucht. Er wechselt die Perspektiven virtuos von detaillierten Großaufnahmen zu beeindruckenden Landschaftspanoramen. In einer zentralen Szene überschreitet Nawal eine Zonengrenze, von einem christlich kontrollierten Sektor in einen muslimischen. Villeneuve verfolgt dabei in einer Plansequenz, die fast schon an die berühmte Anfangsszene von Orson Welles‘ Im Zeichen des Bösen erinnert, die Schritte Nawals.

    Die Kamera haftet an ihrem Gesicht, während sie scheinbar unberührt an den dort wartenden Menschen vorübergeht. Die Bilder des Elends sind nur im Hintergrund wahrzunehmen, verdichten sich aber gerade dadurch im Kopf des Betrachters zu eigenständigen Geschichten von Flucht und Verfolgung. Und lassen eine Ahnung davon entstehen, dass der Weg, den Nawal eingeschlagen hat, ein Scheideweg ist. Und in eine Hölle führen wird.

    Mein Fazit zu Die Frau, die singt – Incendies

    Der Film steuert geradlinig auf seine erschütternde Konsequenz zu, die unwahrscheinlich erscheinen mag. Doch wirkt sie dank der unaufgeregten Inszenierung Villeneuves stimmig. So wie die klassische griechische Tragödie nur allzumenschliche Wahrheiten offenbart. Die Frau, die singt – Incendies ist ein außergewöhnlich beeindruckender Film, der emotional aufwühlt und lange nachwirkt. Trotz seiner Länge und der ruhigen Erzählweise ist er nicht einen Moment langweilig. Den Oscar 2011 als bester fremdsprachiger Film hätte Die Frau, die singt – Incendies mehr als verdient, unterlag jedoch dem ähnlich gelagerten In einer besseren Welt von Susanne Bier. Es gibt halt Jahre, in denen ein Oscar einfach nicht ausreicht.


    © Arsenal Filmverleih

    Andreas Krasselt

    Andreas lebt im Raum Hannover. Er ist Journalist und fest angestellter Redakteur bei einer Tageszeitung – und nebenbei Musiker in einer Bluesrock-Band. Bei Filmtoast schreibt er seit 2019 Rezensionen. Filmfan ist er, seit er im zarten Alten von sechs Jahren von seiner Mutter jeden Sonntag in die Kindervorstellung des Stadtteilkinos abgeschoben wurde (so was gab es damals noch). Lieblingsgenre: Western, insbesondere die italienische Variante. Daher ganz klar der Lieblingsfilm: Spiel mir das Lied vom Tod, den er mit 12 schon dreimal im Kino gesehen hatte. Aber es gibt kaum ein Genre, dem er nichts abgewinnen kann. Weitere Favorites: Der Tod in Venedig, Im Zeichen des Bösen, 2001 sowie Leichen pflastern seinen Weg. Tja, und sein Guilty-Pleasure-Favorite ist Predator 2 von dem total unterschätzen Stephen Hopkins. Filme guckt er zwar gerne im Kino, ist aus Zeitmangel aber auf das Heimkino gewechselt, weshalb seine private Filmsammlung auch mehr als 1000 Titel umfasst.

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