Abseits von Disney/Pixar haben es zuletzt immer wieder andere Animation-Schmieden zu Achtungserfolgen gebracht. So auch Die Gangster Gang. Nun kommt die Fortsetzung und wir fragen uns: Schließt sie nahtlos an den starken Erstling an?
Darum geht’s in Die Gangster Gang 2
Unsere Lieblings-Gangster sind zurück – und diesmal haben sie Gesellschaft! Im brandneuen, actiongeladenen Abenteuer der gefeierten Antihelden von DreamWorks Animation steht die chaotische, nun geläuterte Gangster Gang endlich auf der guten Seite – wirklich, sie versuchen es! Doch landen die tierischen Langfinger kopfüber im kriminellen Chaos eines weltweiten Mega-Coups, ausgeklügelt von einer höchst gerissenen Truppe von Ganovinnen, mit denen niemand gerechnet hat: den Gangster Girls.

Die freundlich-frechen Gangster aus der Nachbarschaft
Die Idee, die Gruppe rund um Wolf in der normalen, legalen Welt Fuß fassen zu lassen, wäre ein cleverer Schachzug gewesen. So hätten sich Konflikte und die bereits etablierte Welt weiterentwickeln lassen. Zwar gibt es Bewerbungsgespräche, die zweckdienlich eingebaut sind, sowie einige Hinweise auf reale gesellschaftliche Probleme; doch diese kratzen nur an der Oberfläche.
Kaum sind die Konflikte mit der neuen Umgebung angedeutet, werden sie konsequent über Bord geworfen. Stattdessen geht es zurück ins vertraute Metier: Zusammenarbeit mit der Polizei, ein weiterer Coup, bei dem die Crew ihre Stärken und Eigenheiten ausspielen darf, und schließlich die Einführung einer neuen Bedrohung. Gangster Gang 2 setzt in rasantem Tempo auf altbekannte Pfade und spielt damit das sichere Blatt.
Abwechslung bei den Setpieces
Um diese Richtung zu rechtfertigen, bietet Die Gangster Gang 2 dafür sehr temporeiche und vielfältige Actionsequenzen. Allen voran die Schauplätze sind wundervoll, detailreich eingefangen. Die größte Stärke des Vorgängers bleibt auch in der Fortsetzung der Animationsstil, indem sich das Gewerk austoben darf. In der ersten, größeren Szene reist die Gang zu den maskierten Luchadores und die Welt des Wrestlings wird visualisiert. Nicht nur wird dort die Rahmenhandlung sinnvoll ausgearbeitet, sondern wird auch das Publikum von kreativen Einschüben und Details nahezu überschüttet.

So zieht es sich durch den restlichen Film, dass man auf das nächste Setpiece wartet, um staunend die neuesten Ideen der Animationsmechanik hervorzuheben, sodass wirkliche Charakterentwicklungen eher auf der Strecke bleiben. Abseits kleiner Momente von Wolf und Diane und der neuen Antagonistinnen, bleibt die restliche Crew nur Beiwerk und kriegt, anders als im Vorgänger, keinerlei große Motivationen. Da hilft die sehr rudimentäre Lovestory von Snake auch nicht weiter.
Tonal bewegt sich Gangster Gang 2 nie auf wirklich ernsten Schienen. Stattdessen bleibt der Film konsequent auf einem ulkigen, kindgerechten Niveau. Die One-Liner schwanken zwischen aktuellen Trends und Dialogzeilen, die eher der Erwachsenen-Vorstellung davon entsprechen, wie Jugendliche sprechen. Groteske Momente, Doppeldeutigkeiten oder versteckter Erwachsenenhumor fehlen völlig.
Für Eltern und Kinder bleibt das ein unbeschwerter Kinobesuch: Die Storybeats sind harmlos, verlassen nie die gängigen Tropen und verharren sicher im Schatten des ersten Teils.
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Unser Fazit zu Die Gangster Gang 2
Gangster Gang 2 ist ein sicherer Zug von DreamWorks und Universal. Mut oder bahnbrechende Geschichten braucht es nicht, um die Zielgruppe des ersten Films erneut ins Kino zu locken. Die US-Kinokassen bestätigen das: Man trabt weitgehend im Gleichschritt mit dem Vorgänger. Für Fans des ersten Teils gibt es genug Abwechslung, doch wer mehr Originalität und Ernsthaftigkeit erwartet, so wie der Rezensent, wird eher Ernüchterung verspüren. Dem Film würde es guttun, tiefer in seine Figuren einzutauchen, ihre Motivationen zu ergründen und damit Spielraum für künftige Teile zu schaffen. Stattdessen bleibt er auf ruhigen Gewässern und denkt erst an den nächsten Schritt, wenn der Releaseplan es vorgibt.
