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    Filme Horror Mystery

    Bring Her Back

    Tobias Theißvon Tobias Theiß25. August 2025Keine Kommentare7 min Lesezeit
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    © 2025 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH
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    2022 versetzten die beiden australischen Zwillinge Danny und Michael Philippou sowohl Presse und Publikum mit ihrem Debüt Talk to Me in verzückendes Entsetzen. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an ihren neuesten Film Bring Her Back. Waren die Brüder nur Eintagsfliegen – oder bestätigt der zweite Spielfilm ihre Rolle als Genre-Hoffnungsträger?

    Das offizielle deutsche Kinoposter © 2025 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

    Die Handlung von Bring Her Back

    Andy (Billy Barratt) und seine sehbehinderte Stiefschwester Piper (Sora Wong) ziehen nach einem traumatischen Erlebnis zu Laura (Sally Hawkins), einer ehemaligen Sozialarbeiterin, die als Pflegestelle fungiert. Oliver (Jonah Wren Phillips) ist bereits unter ihrer Obhut, scheint aber ein distanzierter und eingeschränkter Junge zu sein, leidet auch er unter einer schweren Vergangenheit: Seit dem Versterben Lauras Tochter vor einiger Zeit, bleibt der Junge stumm und auch Laura hat den Verlust noch lange nicht überwunden. Sie stürzt sich fast schon übermäßig fürsorglich in die Betreuung ihrer frischen Schützlinge und insbesondere Piper scheint ihr gesteigertes Interesse zu wecken…

    Unbeschwerte Jugend? © 2025 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

    Horror aus Down Under

    Dass die Philippous keine unerfahrenen Medienschaffenden sind, beweist ihr YouTube-Kanal, den sie knappe zehn Jahre lang vor ihrem Debüt Talk to Me fleißig bespielt haben. Dessen Inhalt rangiert irgendwo zwischen trashigem Selfmade-Splatter, Parodien, Versatzstücken des Horrorgenres und stets reichlich Humor, lässt aber eben auch durchblicken, dass die beiden schon immer Kreativität und Filmliebe im Blut hatten.

    Talk to Me etablierte die beiden Männer dann jedoch ziemlich schnell als ernst zu nehmende Filmschaffende, die fernab von Humor einen fesselnden und vor allem ernsthaft-düsteren Spielfilm auf die Beine stellen konnten. Nachdem Erfolg des Erstlings horchte die Horrorgemeinde natürlich auf, als schließlich der zweite Spielfilm angekündigt wurde, Produktionsschmiede A24 beteiligt ist und mittels kryptischer und minimalistischer Teaser und Trailer ködern konnte: Bring Her Back.

    Auch ich konnte mich eines kleinen, hoffnungsvollen Hypes nicht verwehren, denn selbst nach der dritten Sichtung Talk to Me, blieb meine Begeisterung ungebrochen und die Vorfreude auf den neuesten Streich der Philippous daher umso größer. Blöd nur, dass der offizielle deutsche Kinostart ziemlich stiefmütterlich behandelt wurde und wir uns hierzulande bis Mitte August gedulden mussten.

    Authentische Figuren

    Bereits Talk to Me machte deutlich, dass die Brüder – in besonderem Maß sicherlich Danny als Drehbuchautor – nicht nur an banaler Unterhaltung interessiert scheinen. Zu düster, zu fordernd und sehr auf die inneren Dämonen der Protagonistin fokussiert gebar sich der Film rund um die ominöse Hand, um als entspannte locker-leichte Sonntagnachmittagberieselung durchzugehen.

    Es ist schwer vorzustellen, aber verglichen mit Bring Her Back wirkt das Debüt der Australier fast schon wie ein unbeschwerter Spaziergang über eine farbenprächtige und duftende Blumenwiese. Ihr neuester Streich ist in allen Belangen eine konsequente Weiterentwicklung: Noch dunkler. Noch deprimierender. Noch schockierender. Noch unbequemer. Und doch: Überraschenderweise noch emotionaler.

    Denn den Screenwritern (neben Danny Philippou zeigt sich außerdem noch Bill Hinzman verantwortlich) gelingt es, gut ausgearbeitete Figuren mit nachvollziehbaren Motiven zu kreieren. Billy Barratt und Sora Wong mimen als Andy und Piper ein authentisches Geschwisterpaar, dem glaubwürdige Dialoge über die Lippen kommt. Zwar sind sie nicht perfekt – vor allem Andy kämpft mit den Auswirkungen vergangener Fehler – doch ist er enorm bemüht, seiner Stiefschwester eine Stütze zu sein und diese von schlechten Erlebnissen abzuschirmen. Er sorgt und kümmert sich aufopferungsvoll um seine Schwester. Piper kommt im Vergleich etwas kurz und erhält keine so tiefgehende Charakterisierung, wird in meinen Augen aber auch nicht ausschließlich auf ihre Behinderung reduziert und ist damit nicht nur wehrloses und leidensfähiges Opfer.

    Der absolute Showstealer ist jedoch Sally Hawkins als rastlose Pflegemutter Laura. Wer sie für ihre quirlige, empathische und warme Art als herzlich-aufopferungsvolle Ziehmutter in den ersten beiden Paddington-Filmen in sein Herz geschlossen hat, erleidet in Bring Her Back wohlmöglich einen Kulturschock.

    Laura sieht etwas in Piper… © 2025 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

    Gaslighting – The Movie

    Denn: Laura ist eine labile Persönlichkeit, die sich an einen Funken übernatürlicher Hoffnung klammert, um den Verlust ihrer Tochter zu überwinden. Bring Her Back steigt mit verrauschten Found Footage-Aufnahmen eines dubiosen Rituals ein, bei dem der erfahrene Horrorfan bereits ahnt, dass es im weiteren Handlungsverlauf noch eine Rolle spielen wird. In dieser Hinsicht ähneln sich Bring Her Back und Talk to Me sehr. Bei beiden Filmen stehen undurchsichtige Rituale, unvorstellbare Mächte und die Ahnungslosigkeit der Protagonisten im Mittelpunkt. Denn es ist das Streben nach Erlösung, was Mia und Laura antreibt und sich freiwillig dem Wahnsinn aussetzen lässt.

    Das Ziel, ihre verstorbene Tochter wiedersehen zu können, treibt Laura an, unvorstellbare Opfer zu erbringen. Sie benötigt Piper als eine Art Medium. Doch diese sehnt sich bereits nach der gemeinsamen Wohnung mit Bruder Andy und plant gar nicht dauerhaft bei Laura zu bleiben. Die Pflegemutter sieht sich somit gezwungen, einen Keil in die innige Beziehung der beiden Jugendlichen zu treiben. Dazu ist ihr jedes Mittel recht, spielt sie geschickt negative Ereignisse aus Andys Vergangenheit zu ihren Gunsten aus. Es wird schnell deutlich, dass sie Andy nur duldet, Piper zur Erfüllung ihres Ziels jedoch benötigt. Ergo nutzt sie jedes erdenkliche Mittel, um Andy in ein schlechtes Licht zu rücken.

    Laura ist, trotz nachvollziehbarem Motiv, eine abstoßende Figur, die übelstes Gaslighting betreibt, um Piper gezielt zu manipulieren und ihre, durch die Sehschwäche bereits beeinträchtigte, Wahrnehmung zu korrumpieren. Was konkret vorfällt, soll hier aus Spoilergründen nicht erwähnt werden, doch die vielen, anfangs subtilen, später offensiver werdenden Nadelstiche hinterlassen definitiv auch beim Publikum ihre Spuren.

    Der Horror

    Bring Her Back unterfüttert seinen Horror mit gängigen Versatzstücken des Genres: Er spielt mit übernatürlichen Beschwörungen, geheimnisvollen Ritualen, zeigt beunruhige und beängstigende Charaktere und Szenarien. Doch der übergeordnete Horror fußt (eine weitere Parallele zu Talk to Me) auf schockierend realistischen Begebenheiten: Kindes- und Machtmissbrauch; die schwere Last unverarbeiteter Traumata; unbändige Trauer und Verlustängsten. Es ist der berechnende Umgang von Pflegemutter Laura gegenüber den ihr anvertrauten Schützlingen, der mit fortschreitender Laufzeit immer schwerer zu ertragen ist – dagegen wirken die wenigen blutigen, aber überzeugend schmerzhaft getricksten, Schockmomente fast schon wie eine Lockerung der Daumenschrauben, liefern sie doch erwartungsgemäßen Genrestandard.

    Zwar sorgen auch Elemente wie das Videomaterial des Rituals für Gänsehaut, doch der wahre Albtraum liegt hier nicht im bluttriefenden Ekel, sondern im subtilen Ausnutzen, Intrigieren, Manipulieren und Missbrauchen. Wer sich von Bring Her Back also eher einen kurzweiligen und unterhaltsamen Schocker erhofft, wird definitiv enttäuscht. Der Film ist hart, aber mehr aufgrund der thematisierten Inhalte – tatsächlich mehr ein Drama, denn reinrassiger Horrorfilm. Er fordert emotional heraus, lässt den Zuschauer ob der erlebten Schrecken windend vor der Leinwand zurück – und haut einem im Finale mit Breaking The Circle (der übrigens frappierend an Max Richters On the Nature of Daylight erinnert) einen dermaßen unerwartet gefühlvollen Track um die Ohren, dass man sich gerne in Embryonalstellung zusammenrollen und in Tränen ausbrechen möchte.

    Mehr von diesem Duo – und zwar schnell!

    Gebt uns greifbare Figuren! Gebt uns Emotionen! Gebt uns intensive Spannungsmomente! Traut dem Publikum zu, eigene Schlüsse ziehen zu können! Scheut euch nicht vor unbequemen Themen und drastischen Szenen! All dies beherzigen die Philippou-Brüder und beweisen mit Bring Her Back, dass Talk to Me nicht nur ein einmaliger Achtungserfolg war. Ihr Werk entfacht einen Horror, der sich nicht aus standardisierten Grusel- und Schreckmomenten ergibt, sondern primär aus dem Umgang der Charaktere miteinander. Es ist ein sozialer, ein zwischenmenschlicher Horror, der Einzug hält. Es sind die Entwicklungen und die Offenbarungen der Figuren, welche uns berühren, erschauern und trauern lassen. Den Autoren Danny Philippou und Bill Hinzman ist hoch anzurechnen, welche plastischen und authentischen Charaktere sie erschaffen haben, die zusätzlich von extrem starker Performance der Darsteller getragen werden und so erst den immensen Impact erzielen können, den sie in sich tragen.

    Und dennoch gibt es Szenen zu bestaunen, die durch ihre rohe, ungeschönte Gewalt eindringlich und fast physisch schmerzhaft werden – den Philippous gelingt hier der fast perfekte Balanceakt zwischen Schock und Anteilnahme, was in Zeiten generischer, vorhersehbarer und wenig innovativer Geisterbahn-Schocker eine wahre Offenbarung darstellt.

    © Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

    Unser Fazit zu Bring Her Back

    4.5 Fast perfekt

    Bring Her Back legt eine unbequeme, fast durchgängig trostlose Atmosphäre an den Tag, wie man sie nicht allzu oft im Horrorgenre erleben kann. Wenn man denn Vergleiche ziehen möchte: Ari Asters Hereditary trifft auf Mary Lamberts Friedhof der Kuscheltiere.

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    Tobias Theiß

    Tobi ist bereits gute 7 Jahre an Bord und teilt so fast 20% seiner Lebenszeit mit Filmtoast. Wie es ursprünglich dazu kam ist so simpel wie naheliegend. Tobi hatte unregelmäßig auf Seiten wie Schnittberichte Reviews zu Filmen verfasst und kam über diverse facebooksche Filmgruppen und –diskussionen in Berührung mit dem damaligen Team von Filmtoast (die Älteren erinnern sich: noch unter dem Namen Movicfreakz) und wurde daraufhin Teil dessen.
    Thematisch ist er aufgeschlossen, seine feste Heimat hat er jedoch im Horrorfilm gefunden, da für ihn kein anderes Genre solch eine breite Variation an Themen und Spielarten zulässt. Kontroverser Ekelschocker, verstörender Psychothriller oder Elevated Horror – fast alles ist gern gesehen, auch wenn er zugeben muss, dass er einen Sweet Spot für blutrünstig erzählte Geschichten besitzt.
    Tobi geht zum Lachen jedoch nicht (nur) in den blutverschmierten Keller, sein Herz schlägt unter anderem bei Helge Schneider, dänischem schwarzen Humor oder den Disyneyfilmen seiner Kindheit höher.
    Kinogänge vollzieht er am liebsten im städtischen Programmkino, zum Leidwesen seiner filmisch weniger affinen Freunde, meidet er große Kinoketten wie der Teufel das Weihwasser. Am liebsten geht er seiner Filmleidenschaft jedoch in den eigenen vier Wänden nach, um den viel zitierten Pile of Shame seiner physischen Filmsammlung abzuarbeiten.
    Tobi lebt in Sachsen-Anhalt, ist beruflich in einer stationären außerklinischen Intensivpflege verankert und hat mit der Begeisterung zum Film und dem Schreiben darüber den für sich perfekten Ausgleich zum oftmals stressigen Arbeitsalltag gefunden.

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