Sacha Baron Cohen und Rosamund Pike in einer Gesellschaftssatire. Netflix bringt zusammen, was zusammen gehört, könnte man meinen. Aber ist Ladies First den Erwartungen entsprechend eine Empfehlung wert?
Darum geht’s in Ladies First
Damien Sachs (Sacha Baron Cohen) scheint alles zu haben, was das Herz begehrt: Geld, Macht und eine heiße Affäre nach der nächsten. Doch als er kurz davor steht, die Rolle des CEOs für eine führende Werbeagentur zu übernehmen, wird sein Leben urplötzlich auf den Kopf gestellt und sein schlimmster Albtraum wird Wirklichkeit: Er erwacht in einer Parallelwelt, in der die Frauen das Sagen haben. Wo er einst über die Vorstandsetagen regierte, hat er sich jetzt der temperamentvollen und mutigen Alex Fox (Rosamund Pike) unterzuordnen. In einer Welt mit völlig neuen Regeln und in der Alex zur Höchstform aufläuft, tragen die beiden in dieser verspielten und satirischen Komödie über vertauschte Rollenbilder allerlei Konflikte aus.

Unsere Kurzkritik zu Ladies First:
Ladies First ist der wahrscheinlich der klischeehafteste Film aller Zeiten, wobei das weder direkt als Kritik zu verstehen ist noch als Kunststück verstanden werden kann. Aber von vorn: Im Prinzip nimmt die Regisseurin für diesen Netflix-Film die Blaupause von Danny Boyles Yesterday und ersetzt das Beatles-Thema dadurch, dass in der Welt, in der unser Protagonist nach einem „Unfall“ aufwacht, Jahrtausende von Patriarchat vergessen scheinen und stattdessen alles (!!!) ins andere Extrem verkehrt ist. Plötzlich gibt es eine Päpstin, Harriet Potter und Victorias Secret für Männer. Dazu sind Männern Karrierewege qua Geschlecht versperrt – außer sie schlafen sich bei ihren Chefinnen hoch und so weiter, und so fort.
In der Tat fühlt man sich dann immer wieder ertappt, die Gags sind zwar in Teilen plätter als platt, aber das sollen sie auch sein. Die Plumpheit hat Methode und da man bei der einfachen wie genialen Devise All-in geht, ist die Gagdichte auch hoch und die Trefferquote höher als in diesem Genre zuletzt üblich. Hier bekommt man über weite Strecken einen unterhaltsamen Film serviert, der auf satirischer Ebene sogar ein paar smarte Ansätze zeigt, letztlich aber dort ins Stocken gerät, wo es darauf ankäme, aus der eigenen Bissigkeit auch Kapital zu schlagen.

Denn, obwohl die Beobachtungen unserer Realität, die hier humoristisch verarbeitet werden, mit Sinn und Verstand aneinandergereiht und in eine konventionelle Geschichte gepackt werden, hätte man wesentlich mehr herausholen können, wenn man überdies auch auf der konkreten Handlungsebene zu einer Botschaft gekommen wäre, die auf mehr als nur die erwartbare Note hinausläuft. Denn, nachdem die Sacha Baron Cohen-Figur über ihre Erfahrung die Läuterung erfahren hat und sich am Ende gegen den einfachen Weg entscheidet, verläuft dann doch alles wieder in Eitelsonnenschein.
© Netflix
Unser Fazit zu Ladies First
Es gibt wahrlich schlechtere Satiren, aber eben auch bessere, die mehr Biss haben. Rosamund Pike ist auf Sparflamme unterwegs und Sacha Baron Cohen wirkt auch nicht in jeder Szene wie die Idealbesetzung für diese Rolle. Unterhaltsam is Ladies First schon und die Trefferquote bei den Witzen ist erstaunlich hoch. Aber am Ende bleibt ein fader Beigeschmack, dass aus dieser simplen Idee mit versierterem Personal vor und hinter der Kamera noch viel, viel mehr drin gewesen wäre.
Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

