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    Startseite » The Boroughs
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    The Boroughs

    Jan Wernervon Jan Werner21. Mai 2026Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    The Boroughs. Jena Malone as Claire Cooper in The Boroughs. Cr. Courtesy of Netflix © 2026
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    Nach Something Very Bad Is Going To Happen kommt just weniger Wochen schon das zweite Post-Stranger-Things-Projekt der Duffer-Brüder. Das erste konnte schon mal die Erwartungen erfüllen, wie sieht es also mit The Boroughs aus?

    Darum geht’s in The Boroughs

    In den sonnenverwöhnten Weiten der Wüste von New Mexico liegt „The Boroughs“, eine malerische Seniorengemeinde, die ihren Bewohner*innen die Zeit ihres Lebens verspricht. Doch schon bei seiner Ankunft fühlt sich der Ort für Neuzugang Sam Cooper (Alfred Molina) mehr wie ein Gefängnis an. Nach einer unheimlichen nächtlichen Begegnung ändert sich alles, denn es stellt sich heraus, dass etwas Monströses in der gepflegten Siedlung lauert. Von den Leitenden als einer dieser verwirrten alten Männer abgestempelt, findet Sam unerwartete Verbündete unter einer Gruppe Rebell*innen in der Gegend: eine clevere Ex-Journalistin (Alfre Woodard), ein spiritueller Suchender (Clarke Peters) , eine zynische Musikmanagerin (Geena Davis) und ein genialer Arzt (Denis O’Hare), dem die Möglichkeiten ausgehen. Diese übersehenen und unterschätzten Held*innen müssen sich zusammentun, um die dunkle Wahrheit im Herzen von The Boroughs aufzudecken, bevor es zu spät ist.

    Alfred Molina als Sam, Denis O’Hare als Wally © Netflix

    Das Senioren-Stranger Things?

    Hut ab, Netflix! The Boroughs ist wirklich mal ein kleines bis mittelgroßes Gamble, denn auch wenn die neue Serie auf der einen Seite tatsächlich von Anfang an ein ähnliches klassisches Abenteuerfilm-Feeling à la 80s-Spielberg ausstrahlt, fällt andererseits einer, wenn nicht DER Erfolgsfaktor von Stranger Things in diesem nachgelagerten Buffer-Projekt komplett weg: Denn im Riesenhit des Streamingriesen waren es nunmal die Kids, die als Protagonisten allesamt vom Typ Underdog ideale Identifikationsfiguren für die mutmaßliche wichtigste Zielgruppe der 15- bis Mitte-20-Jährigen waren.

    Hier nun sind alle Handlungsträger nun jenseits der 60 – und in dieser Alterskohorte ist einerseits der Abonnentenanteil ziemlich gering und andererseits wird sich keiner der jüngeren Zuschauer mit einem der Akteure damit identifizieren können. Das ist per se jetzt nicht direkt der Weg ins Scheitern, aber doch ein ordentlicher Malus, wird man damit wohl eher keine Hypewelle lostreten oder wie von selbst ein Meme nach dem nächsten liefern. Umso mehr kommt es dann also auf andere essentielle Elemente an, die Story ist noch wichtiger, und das Schauspiel per se muss noch mehr sitzen, wenn man den Stars nicht wegen der Nähe zu einem vermeintlichen Selbst das ein oder andere darstellerische Manko nachsieht.

    Die Rentner rocken

    Zum Glück aber hat man für die nun im fortgeschrittenen Reifestadium agierenden Akteure wirklich nur Volltreffer gecastet, die für mich zumindest der Crew aus Teenagern in Stranger Things in Sachen Liebenswürdigkeit in kaum etwas nachstehen, aber vor allem – wenn auch ganz andere – spannende Skillsets mit einbringen, die schon in den ersten beiden Folgen jedwede Zweifel ausräumen, dass eine Abenteuer nicht auch mit Seniorinnen und Senioren spannend, emotional und sogar dynamisch sein kann.

    Was The Boroughs dann von anderen Formaten der letzten Jahre abhebt, die ebenfalls ältere Menschen in den Mittelpunkt stellten, ist, dass man diese hier nämlich nicht auf diesen Aspekt reduziert oder gar nur noch auf Kosten des Rentnerdaseins und von Altersmarotten Gags macht. Filme wie Thelma mit der über 90-jährigen June Squibb funktionierten zwar wegen des sentimentalen Ankers noch ganz gut, aber das ständige Herumreiten auf der zur Schau gestellten Rüstigkeit der Rentner kann bisweilen auch, wie zuletzt beispielsweise in Undercover im Seniorenheim irgendwann ins Redundante bis Nervige umschlagen. Hier wiederum blendet man immer wieder komplett aus, dass man es hier fast ausnahmslos mit Menschen zu tun hat, die auf der Zielgeraden ihres Daseins sind.

    Natürlich gibt es aber auch hier diese leicht-melancholischen Momente, in denen auf die Vergänglichkeit des Lebens, auf die Bürden des Älterwerdens abgezielt wird. Alles andere wäre wiederum ja auch Betrug. Doch es ist organischer Teil der Geschichte, funktionell und mitunter sogar eine Stärke, weil man seitens der Duffers erneut einen USP aus einem vielfach vorher verkannten Element macht. Und dass das so gut funktioniert liegt natürlich an der Zusammenstellung des „Rüstigen-Rentner-Ensembles“.

    Alfre Woodard als Judy © Netflix

    Auf den Spuren von Super-8 und Co.

    Schon im Prolog wird in The Boroughs das/ein Monster gezeigt, sodass man in der Pilotfolge dann schon gewarnt ist, wenn unser Protagonist sich langsam erstmal in der Rentner-Enklave mitten in der Wüste einzuleben versucht. Die Dynamiken, mit denen die Sci-Fi-Mysteryserie operiert sind bisweilen die bewährten mehrheitlich von Stoffen aus den 80ern, wo eine Gruppe von von Neugier angetriebenen gemeinsam einem Mysterium auf die Schliche geht. Und dass das so reibungslos funktioniert, beweist wiederum zweierlei: zum einen eben besagte Gleichgültigkeit des Alters, wenn Protagonisten einfach gut geschrieben und gespielt sind. In Teilen fühlt sich hier die Serie an wie ein Senioren-Pendant zur fantastischen Reminiszenz-Parade von Star Wars: Skeleton Crew.

    Zum anderen ist das Netflix-Original auch schlicht der Beweis, dass es diese Form von Gruppenabenteuer zeitlos auch heute noch funktioniert – wenn nicht sogar besser denn je, gibt es anno 2026 doch merklich weniger solcher klassischer „Schatzsuche“-Kleinode wie eben noch in vergangenen Jahrzehnten. War J.J. Abrams einst der Wegbereiter für ein kleines Revival dieses Subgenres im Kino mit seiner Spielberg-Hommage Super-8, so haben die Duffers mit Stranger Things dies einmal schon im Serienbereich geschafft und schicken sich mit The Boroughs nun ein zweites Mal an, genau den Spagat zwischen Verneigung und Eigenständigkeit hinzukriegen.

    © Netflix

    Unser Fazit zu The Boroughs

    4.0 Stark

    Erneut merkt man bei einem Duffer-Brüder-Projekt die Liebe zur Filmgeschichte, weil auch The Boroughs wahnsinnig viele Versatzstücke verwendet, dabei aber alles andere als ziellos nur zusammenklaut, sondern wie schon bei Stranger Things exzellent die jeweilige Essenz einfängt. Diesmal resultiert daraus ein kurzweiliges, nur vielleicht etwas zu lang geratenes Abenteuer mit abermals unwahrscheinlichen Heldenfiguren, die sich diesmal jedoch am anderen Ende der Altersskala befinden. Die Stimmung passt, die Spannung und der Miträtselfaktor sind vorhanden und über allem schwebt ein souveräner und gleichzeitig liebenswert aufgelegter Cast, der sich in Windeseile ins Herz des Publikums spielt.

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    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

    • Jan Werner
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