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    Lansky – Der Pate von Las Vegas

    Andreas Krasseltvon Andreas Krasselt14. Oktober 2021Keine Kommentare7 min Lesezeit
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    Meyer Lansky, gespielt von Harvey Keitel, sitzt dem Autor David Stone, gespielt von Sam Worthington, gegenüber und erzählt seine Lebensgeschichte. Seine Augen sind hinter einer Sonnebrille verborgen.
    Ein netter alter Herr: Meyer Lansky (Harvey Keitel) erzählt David Stone (Sam Worthington) seine Lebensgeschichte. © Koch Films
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    Lansky – der Pate von Las Vegas erzählt die Geschichte eines der faszinierendsten Köpfe der amerikanischen Mafia. Historisch authentisch – oder nur eine weiterer Beitrag Hollywoods zur Legendenbildung über ein kriminelles Genie? Hier erfahrt Ihr mehr!

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    Das Cover der Blu-ray von Lansky - Der Pate von Las Vegas zeigt die Gesichter von Harvey Keitel als Meyer Lansky und Sam Worthington als David Stone sowie den Oberkörper von Minka Kelly als Maureen, die Stone für das FBI ausspionieren soll. Im unteren Bild ist eine Gangsterzene aus den 30er Jahren zu sehen.
    Das Cover der Blu-ray von Lansky – Der Pate von Las Vegas. © Koch Films

    Die Handlung von Lansky – Der Pate von Las Vegas

    Der abgehalfterte Schriftsteller und Journalist David Stone (Sam Worthington) ist ziemlich am Ende. Er ist geschieden, seine Ex wartet vergeblich auf die Unterhaltszahlungen für seinen Sohn. Stone ist pleite. Da bietet sich ihm ein lukrativer Ausweg: Der alternde Mafia-Pate Meyer Lansky (Harvey Keitel) beauftragt ihn mit dem Schreiben seiner Biografie. Bei etlichen Treffen, meist in einem Diner, kommen sich die beiden Männer näher. Während gleichzeitig das FBI die Strippen im Hintergrund zieht, David mithilfe der Pool-Beauty Maureen ausspioniert und so zwingt, Informationen über Lansky weiterzugeben. Die Fahnder vermuten, dass der alte Mobster irgendwo noch 300 Millionen Dollar versteckt hat…

    In episodenhaften Rückblicken erzählt Lansky – Der Pate von Las Vegas nun von der zweifelhaften Karriere eines der berüchtigtsten Gangster der USA. Beginnend mit seiner Kindheit und der sich anbahnenden Freundschaft mit Ben „Bugsy“ Siegel (David Cade) über die Partnerschaft mit „Lucky“ Luciano (Shane McRae) zur Gründung der berüchtigten Murder Inc. In den 1930er Jahren engagiert sich der jüdische Einwanderer Lansky (in jüngeren Jahren gespielt von John Magaro) aber auch als Antifaschist und schickt seine Schlägertrupps zu Nazi-Versammlungen in den USA. Er sorgt zusammen mit Luciano auch dafür, dass deutsche Spione in den Häfen der USA enttarnt werden. Er baut ein Imperium von Spielcasinos auf, lebt zeitweise auf Kuba in enger Partnerschaft mit dem Battista-Regime und bemüht sich um die israelische Staatsbürgerschaft. Die wird ihm wegen seiner kriminellen Aktivitäten verwehrt – obwohl er den jungen Staat Israel mit größeren Geldsummen unterstützte.

    „Zu diesem Thema fragen sie den falschen Mann“

    Der Film beginnt mit einem Verhör. „Mr. Lansky, gibt es so etwas, wie das organisierte Verbrechen?“ wird der Mobster von FBI-Fahndern gefragt. „Zu diesem Thema fragen sie falschen Mann“, antwortet er unverblümt. Und in der Tat: Der 1902 im weißrussischen Grodno geborene und 1911 mit seiner Familie in die USA eingewanderte spätere Mafia-Boss konnte mangels Beweisen nie von einem Gericht verurteilt werden. Er war der Mann im Hintergrund, der Buchhalter der Mafia, ein Finanzgenie mit einem phänomenalen Gedächtnis. Während Al Capone wegen Steuerhinterziehung in den Knast wanderte, behielt Meyer Lansky all seine Geschäfte und Transaktionen im Kopf, so dass ihm nie etwas nachgewiesen werden konnte.

    Als Randfigur taucht er in zahlreichen Mafiafilmen auf, etwa in Barry Levinsons Bugsy mit Warren Beatty als Bugsy Siegel, in dem der Mafioso von Ben Kingsley gespielt wird. Auch in der teils auf historischen Begebenheiten beruhenden Erfolgsserie Boardwalk Empire ist er ein nicht unwichtiger Nebencharakter. Und sogar in Francis Ford Coppolas Mafia-Epos Der Pate fließt im zweiten Teil seine Lebensgeschichte in die Rolle des von Lee Strasberg gespielten Hyman Roth ein. Doch bis auf den TV-Film Meyer Lansky – Amerikanisches Roulette von 1999 mit Richard Dreyfuss stellte noch kein Film diesen Kopf der Kosher Nostra genannten jüdischen Mafia ins Zentrum der Geschichte. Was vielleicht daran liegt, dass Zahlen eines Buchhalters in der Logik der Filmindustrie nicht so sexy sind wie Maschinengewehre.

    Die Ambivalenz von Lansky – der Pate von Las Vegas

    Lansky – Der Pate von Las Vegas schließt diese Lücke, was durchaus seine Berechtigung hat. Denn die Figur des Meyer Lansky ist in ihrer letztlich undurchschaubaren Ambivalenz unbedingt eine nähere Betrachtung wert. „Ich bin hier, um zu erzählen, wie es wirklich war“, sagt er im Film 1981 zu David Stone. Dass sich der eher unbekannte Regisseur Eytan Rockaway diesem Thema angenommen hat, kommt nicht von ungefähr. Denn sein Vater, der auf die Geschichte amerikanischer Gangster spezialisierte Historiker Robert A. Rockaway, hatte tatsächlich Interviews mit Meyer Lansky geführt. Dessen Aussagen darin sollen in das Drehbuch eingeflossen sein.

    Ein mit einem blutigen Kittel bekleideter Folterknecht der Mafia greift in Lansky - Der Pate von Las Vegas zum Telefon, um über den Erfolg seiner Arbeit zu berichten. Im Hintergrund sind seine blutüberströmten Opfer zu sehen. Eines ist an den Händen, das andere kopfüber an den Füßen aufgehängt.
    Blutbad: Ein Folterknecht der Mafia geht seinem Handwerk nach. © Koch Films

    Entsprechend authentisch wirkt der Film auch in weiten Teilen. In einer Art Parforceritt durch das 20. Jahrhundert werden wichtige Stationen in Lanskys Leben abgebildet. Schlüsselmomente, die ein aufhellendes Licht auf dessen Gestalt werfen sollen. Kleine Häppchen, die historisch verbürgt sind. Brutale Morde werden dabei nur am Rande gestreift, das Blut fließt in Lansky – Der Pate von Las Vegas zwar gelegentlich dem Genre entsprechend drastisch, aber insgesamt eher spärlich. „Ich bin Geschäftsmann“, betont Lansky mehr als einmal. „Für mich ist das Business, wie New York Steel.“

    Wer zieht hier wen über den Tisch?

    Und während Lansky mit Stone im Diner über sein Leben philosophiert, kommt so manches Mal das Gefühl auf, dass er den Autoren dabei über den Tisch zieht. Ein Eindruck, der sich auf den Film überträgt. Will auch Rockaway uns Zuschauer über den Tisch ziehen? Denn, obwohl er die brutalen Seiten des Gangsters nicht verschweigt, überwiegt der Eindruck Meyer Lanskys als netter, alter Mann, der sich um seinen behinderten Sohn sorgt und eigentlich nur von dem Zeitumständen zum kriminellen Mobster wurde. Ein von Wut wegen antisemitischer Diskriminierung erfüllter junger Jude, der diese Wut im Glücksspiel kanalisierte. Und dem es darum ging, dieses Spiel – und damit sein Leben – zu kontrollieren. Der letztlich von seinem eigenen Volk, das ihm viel zu verdanken hatte, verraten wurde. „Ich bin der einzige Jude, dem das Recht auf die israelische Staatsbürgerschaft verweigert wird“, klagt er.

    Der jüngere Meyer Lansky, gespielt von John Magaro und ein anderer Mobster stehen in Lansky - Der Pate von Las Vegas im Wald mit dem Rücken zur Kamera. Sie wollen die Hinrichtung eines Verräters nicht mitansehen.
    Die ehrenwerte Gesellschaft: Ein Ausflug in den Wald mit der Mafia kann tödlich enden. © Koch Films

    Rockaway zeigt ihn als ehrlichen Gauner, der, was wohl der Wahrheit entspricht, seine Spielautomaten anders als seine „Kollegen“ nie manipulierte. Er selbst sagt in Lansky – Der Pate von Las Vegas über sich: „Ein Gangster? Ich bin ein Engel mit einem schmutzigen Gesicht.“ Doch der Geschäftsmann Meyer Lansky hatte nicht nur das größte Imperium an Spielcasinos aufgebaut, dass den USA noch heute jährlich Milliarden Steuergewinne beschert, er hatte seine Hände wie alle anderen Mafia-Paten auch in Prostitution und Drogenhandel. Diese Ambivalenz wird nur gelegentlich deutlich, wenn der großartige Harvey Keitel seine Mundwinkel nur leicht verzieht, und hinter dem freundlichen Lächeln die brutale Skrupellosigkeit des Verbrechers aufblitzt.

    Harvey Keitel geht voll in der Rolle auf

    Es ist ohnehin dieser herausragenden Darstellung des Alt-Stars zu verdanken, dass sich Lansky – Der Pate von Las Vegas ein wenig über das Mittelmaß hinaushebt. In seiner Rolle ist er kaum wiederzuerkennen, was nur zum Teil der guten Maske geschuldet sein dürfte. Keitel schlüpft in die Figur des Meyer Lansky und macht sie sich zu eigen. Bis in die kleinsten Gesten hinein füllt er diesen komplizierten Charakter aus. Das ist Hohe Schule der Schauspielkunst. Doch auch Sam Worthington steht dieser Ausflug ins Charakterfach mit Magnumschnauzer ganz gut zu Gesicht.

    Das Spiel kontrollieren: Meyer Lansky baute das größte Casino-Imperium der USA auf. © Koch Films

    Inszenatorisch bietet der Film wenig Aufsehen erregendes. Immerhin versteht es Rockaway, durch geschicktes und abwechslungsreiches Verweben der unterschiedlichen Erzählebenen, das Aufkommen von Langeweile zu verhindern. Die Locations und das Set-Design sind teils vom Feinsten, was den Streifen optisch deutlich aufwertet.

    Unser Fazit zu Lansky – Der Pate von Las Vegas

    Die Figur des Meyer Lansky ist eine der faszinierendsten Gestalten der Mafia-Geschichte – aber als filmische Erzählung nur schwer in den Griff zu bekommen. Den ambivalenten Zügen dieses Charakters wird auch Lansky – Der Pate von Las Vegas nur zum Teil gerecht. Auch wenn sich der Film vordergründig um eine authentische historische Darstellung der Ereignisse bemüht, bleibt am Ende doch der Eindruck, einmal mehr einer Legendenbildung aufgesessen zu sein. Als solche hat der Streifen durchaus Unterhaltungswert. Ob er einem wie versprochen erzählt, „wie es wirklich war“, darf indes angezweifelt werden. Ein dennoch interessantes Streiflicht auf eine eigentlich omnipräsente Randfigur der Mafia-Geschichte.

    Lansky – Der Pate von Las Vegas erscheint am 28. Oktober 2021 auf DVD und Blu-ray, Digital ist der Film bereits ab dem 14. Oktober erhältlich!


    © Koch Films

    Andreas Krasselt

    Andreas lebt im Raum Hannover. Er ist Journalist und fest angestellter Redakteur bei einer Tageszeitung – und nebenbei Musiker in einer Bluesrock-Band. Bei Filmtoast schreibt er seit 2019 Rezensionen. Filmfan ist er, seit er im zarten Alten von sechs Jahren von seiner Mutter jeden Sonntag in die Kindervorstellung des Stadtteilkinos abgeschoben wurde (so was gab es damals noch). Lieblingsgenre: Western, insbesondere die italienische Variante. Daher ganz klar der Lieblingsfilm: Spiel mir das Lied vom Tod, den er mit 12 schon dreimal im Kino gesehen hatte. Aber es gibt kaum ein Genre, dem er nichts abgewinnen kann. Weitere Favorites: Der Tod in Venedig, Im Zeichen des Bösen, 2001 sowie Leichen pflastern seinen Weg. Tja, und sein Guilty-Pleasure-Favorite ist Predator 2 von dem total unterschätzen Stephen Hopkins. Filme guckt er zwar gerne im Kino, ist aus Zeitmangel aber auf das Heimkino gewechselt, weshalb seine private Filmsammlung auch mehr als 1000 Titel umfasst.

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