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    Let’s Go Karaoke!

    Stefan Brüningvon Stefan Brüning28. Mai 2024Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Wer liebt es nicht, einen Lieblingssong laut mitzusingen und dabei ungesehen vor dem Spiegel zu tanzen? Aber jede geborene Rampensau möchte ihr Talent früher oder später der Welt zeigen oder zumindest ein paar angetrunkenen Leuten in einer Bar. Dann heißt es allen Mut zusammennehmen und Let’s Go Karaoke!.

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    Die Inhaltsangabe von Let’s Go Karaoke!

    Der Chorknabe Satomi Oka (Jun Saito) trifft nach einem Gesangswettbewerb auf den Yakuza Kyoji Narita (Go Ayano). Dieser möchte, dass Satomi mit ihm in eine Karaoke Bar geht, um ihm das Singen beizubringen, denn er hat viel zu verlieren. Wenn er beim alljährigen Karaoke Wettbewerb seines Bosses auf dem letzten Platz landet, bekommt er ein mieses Tattoo verpasst.

    Schrei, bis du du selbst bist

    Aufgrund des Karaoke-Themas hat sich die Verfilmung der gleichnamigen Manga-Vorlage angeboten: Ein Film kann als akustisches Medium die Musik besser darstellen und emotionaler einbinden. Ähnlich wie ein eingängiger Popsong, nutzt der Film Musik, um die Zuschauer zum einen in gute Stimmung zu bringen und zum anderen um die Erzählung zu unterstützen. Let’s go Karaoke! ist leichtfüßig und locker wie guter Popsong, mit schöner Bildsprache und dem Hang zu kreativen Kameraspielereien. Dabei werden auch typische Themen von Popsongs in der Geschichte aufgegriffen, ohne dass diese zu sehr in die Tiefe gehen. So tiefgreifend uns manche Probleme mit zwölf auch vorkommen, mit dem Alter kommen sie uns immer banaler vor.

    Die Sichtweise der Charaktere auf Musik wird genutzt, um diese zu beschreiben. Satomi ist an der Grenze zur Pubertät und damit an der Grenze zum Stimmbruch. Er kann bald nicht mehr Sopran im Chor singen.  Er muss lernen, dass technische Perfektion nicht alles ist. So wie sich sein Körper verändert, verändert sich auch sein Musikgeschmack.

    Wie bei vielen Menschen fängt die Liebe zur Pop/Rockmusik bei ihm im pubertären Alter an. Musik ist auf einmal mehr als eine Abfolge von Tönen, sie wird zum Verstärker von Gefühlen. Sie ist ein Zeichen der Rebellion und der Abgrenzung von seinem vorherigen Leben. Den Gegensatz von der Perfektion bis zum Gefühl – oder vom Chor hin zum Rock/Pop, wird sehr unterhaltsam erzählt und endet in einem passenden Finale. Es gibt doch nichts Besseres als seine Gefühle mit einem Song der Außenwelt mitzuteilen, unabhängig von gesanglicher Perfektion. Emotion schlägt Technik! Anders bei Kyoji, für den als Erwachsener Musik keine weltbewegende Bedeutung mehr hat. Er kann Gefühle besser einordnen, sie kontrollieren und alles nüchterner betrachten. Es muss nicht mehr alles zwangsläufig eine persönliche Bedeutung haben.  Deswegen agiert sein Charakter abgeklärter und entspannter.

    Gegensätze ziehen sich an

    Film und Musik spielen schon immer mit Gegensätzen. Jedes Duo im Film funktioniert dadurch. Auch Let’s go Karaoke! lebt davon. Das fängt bei den beiden Hauptdarstellern an. Umgangssprachlich ist ein Chorknabe genau das Gegenteil eines Gangsters. Dadurch entstehen im besten Falle Dynamik und Chemie zwischen den Charakteren. Das schaffen die beiden Schauspieler Jun Saito und Go Ayano mühelos. Während zweiterer den coolen, aber sympathisch-charismatischen Gangster gibt, ist der von Jun Saitos gespielte Charakter derjenige, der mit persönlichen Veränderungen umgehen muss.  Man glaubt den beiden ihre ungewöhnliche Verbindung und die Abhängigkeit voneinander und hat mit ihnen eine gute Zeit, auch wenn keine Oscar-Momente verlangt werden.

    Man kann daher zu den Leistungen der Nebendarsteller:innen wenig sagen, da sie alle den Hauptfiguren untergeordnet werden. Schlecht sind sie aber nicht besetzt. Thematisch stehen ebenfalls Gegensätze im Mittelpunkt. Auf den ersten Blick ist der Chorknabe der Lehrer und wird auch so betitelt, allerdings hat er am Ende mehr gelernt als sein Yakuza Schüler, was in diesem Genre auch nicht ungewöhnlich ist. Gleiches gilt für den Soundtrack: Überwiegt am Anfang die wunderschön gesungene und technisch perfekte Chormusik, so endet man mit emotional geschrienen, nahezu erpresste Texten.

    Spiel mit Klischees

    Pop lebt im positiven Sinne von Klischees – und von deren bewussten Brüchen. Daraus ergibt sich der Humor. Wenn z.B. bedrohliche aussehende Gestalten aus vollem Halse Lieder schräg singen, dann ist das witzig. Der Humor ist dabei nicht aufgesetzt, sondern bettet sich organisch in die Story ein. Man hat die ganze Zeit ein Lächeln im Gesicht und erwischt sich bei dem einen oder anderen herzhaften Lacher, wenn Szenen anders als gedacht aufgelöst werden. Im Umkehrschluss heißt das, man hätte dem Film mehr Tiefe geben können, indem man auf die Schattenseiten der Gangster-Thematik eingeht, damit der Zuschauer diese besser einordnen kann. Die Yakuza bleibt aber cool und charismatisch.

    Umgang mit Medien

    Auch eine kritische Auseinandersetzung mit Medien kann man in Let’s go Karaoke! finden: Alles muss eingeordnet und bewertet werden, wie ich es ironischerweise mit dem Film auch mache. Ein dritter Platz bei einem Wettbewerb ist nicht genug, obwohl man zu den Landesbesten gehört. Als die Lehrerin nach dem Grund gefragt wird, kann sie keinen Grund nennen. Ein Dilemma in der Kritik. Auf der anderen Seite ist Kritik oft nicht mehr wertschätzend gegenüber dem Künstler. Die der Kritik nicht standhalten, werden mit Häme überschüttet. Im Film ist es ein Tattoo als sichtbares Zeichen für das Versagen – zumindest aus Sicht des Kritikers in Form des Yakuza-Bosses. Man muss seine Gunst gewinnen und seine Kunst ihm anpassen.

    Der Chorknabe Satomi muss hingegen in einer kurzen Szene eine andere Lektion lernen: Je mehr seine kritischen Anmerkungen geschätzt werden, umso respektloser wird er. Er muss lernen, dass Kritik konstruktiv sein muss. Die Szene ist nicht wichtig für den Handlungsverlauf und sie wird auch nicht wieder aufgegriffen, aber sie ist vielleicht eine kleine Erinnerung an Rezensenten wie mich.

    Der Regisseur greift auch das heutige Sehverhalten auf: Filme sollen ohne Handys und ohne Störung konsumiert werden. Verpasste Szenen und ein damit verbundenes Zurückspulen reißen aus der Immersion. Auch diese Dialogfetzen sind nicht wichtig für die Handlung. Der Film hat ein gutes Erzähl-Tempo und einen -Fluss, sodass je Störung den Sehgenuss schmälert.

    Unser Fazit zu Let’s Go Karaoke!

    Auf den ersten Blick ist Let’s Go Karaoke! eine weitere, gut gemachte und sympathische Coming-of-Age-Komödie, die fluffig und leicht wie ein Popsong im Radio ist: Man hört ihn gerne, er bringt einen in eine gute Stimmung, ohne zu tiefsinnig zu sein. Auf den zweiten Blick stecken, wie in jedem guten Song noch andere Themen drin, die zur mehrfache Sichtung einladen und eine Verbindung zum Gesehenen aufbauen.

    Let´s Go Karaoke! läuft in diesem Jahr auf dem Nippon Connection Festival.


    Stefan Brüning

    Stefan ist in der Nähe von Wolfenbüttel beheimatet, von Beruf Lehrer und arbeitet seit Mai 2024 bei Filmtoast mit. Seit seiner Kindheit ist er in Filme vernarrt. Seine Eltern haben ihn dankenswerterweise an Comics und Disneyfilme herangeführt. Bis zu seinem 8. Lebensjahr war es für ihn nicht nachvollziehbar, wie man Realfilme schauen kann. Aber nach der Sichtung des Films Police Academy und natürlich der Star Wars- Filme hat sich das geändert. Natürlich waren in seiner Kindheit auch die Supernasen, die Otto- und Didifilme Pflichtprogramm, denn worüber sollte man sonst mit den Anderen reden? Deswegen mag er einige dieser Filme bis heute und schämt sich nicht dafür.

    Stefan setzt sich für die Erhaltung der Filmwirtschaft ein. Sei es durch Kinobesuche, DVD/ Blu- Ray/ UHD oder Streaming, je nach dem welches Medium ihm geeignet erscheint. Sein filmisches Spektrum und seine Filmsammlung hat sich dadurch in den letzten 30 Jahren deutlich erweitert, weswegen er sich nicht auf ein Lieblingsgenre festlegen kann.

    • Stefan Brüning
      https://www.filmtoast.de/author/stefan-bruning/
      Silent Night, Deadly Night
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