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    Mars Express

    Timo Asmussenvon Timo Asmussen25. Juni 2024Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Vor einem Sonnenaufgang sieht man eine Frau mit blonden Haaren. Die Skyline zeigt einige Wolkenkratzer. Ein Szenenbild aus dem Film Mars Express.
    Aline ermittelt auf der Erde und dem Mars, ohne Rücksicht auf Verluste. © Capelight
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    Einer der Geheimtipps vom letztjährigen Fantasy Film-Fest erscheint für den heimischen Fernseher. Wir konnten uns einen Eindruck vom 4K-UHD Mediabook vom Independent Capelight machen und verraten euch, ob Mars Express seinem guten Ruf gerecht wird.

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    Auf dem so genannten Packshot zum 4K-UHD-Mediabook des Films Mars Express ist im Bildhintergrund ein in orange-gelben Tönen gehaltener, gespaltener Kopf einer blonden Androiden-Frau zu sehen. Im Vordergrund eine Frau mit blonder Ponyhaarschnitt. Flankiert wird sie von zahlreichen Figuren aus dem Film.
    Das 4K-Mediabook von Mars Express. Ein Unboxing findet ihr auf unserem YouTube-Kanal. © Capelight

    Die Story von Mars Express

    Wir schreiben das Jahr 2200: Der Mars ist mittlerweile besiedelt, während Androiden zum menschlichen Alltag dazugehören. Als die humanoide Privatdetektivin Aline Ruby gemeinsam mit ihrem androiden Partner Carlos Rivera den Auftrag erhält, in der Mars-Metropole Noctis nach einer verschwundenen Studentin Jun Chow zu suchen. Diese hatte zuvor als Forscherin auf dem Gebiet der Robotik gearbeitet und auf einen Code gestoßen, der Androiden vom strikten Kodex und den damit verbundenen Zwängen befreit. Mit Hilfe des Kodex sind nicht nur die Menschen vor Angriffen der Androiden geschützt, sondern sie kontrollieren sie praktisch. Doch  je weiter Aline und Carlos ermitteln, desto tiefer verstricken sie sich in eine Verschwörung, die das Verhältnis zwischen Androiden und Menschen auf ewig zerstören würde…

    Das in rosa und rot gehaltene Bild zeigt eine Straße mit futuristischen Fahrzeugen. Ein Szenenbild aus dem Sci-Fi-Animationsfilm Mars Express.
    Auf der Mars-Oberfläche siehts aus wie in Blade Runner 2049. ©Capelight

    Starker Mix mit spannendem Krimi-Plot

    Wie soll die Menschheit mit künstlicher Intelligenz und all ihren Begleiterscheinungen umgehen? Schon vor Jahrzehnten lieferten Autoren wie Philip K. Dick oder Isaac Asimov zu den Themen KI, Robotik und dem zukünftigen Zusammenleben zwischen Androiden und Menschen interessante, Weg weisende Werke. Als Hollywood anfing, über die technischen Umsetzungsmöglichkeiten zu verfügen, folgten filmische Adaptionen. Dabei entstanden Referenzwerke wie etwa Ridley Scotts Der Blade Runner . Dessen späterer Kultstatus inspirierte wiederrum andere Filmemacher:innen. Dass Mars Express-Regisseur und Drehbuchautor Jérémie Périn zu diesen zählt, ist allzu offensichtlich. Doch sein visuell vom japanischen Anime inspirierter Animationsfilm verweist daneben auf zahlreiche weitere Genre-Vertreter wie I, Robot oder Terminator 2,

    Inhaltlich bedient sich Périn dazu beim klassischen Film noir. Seine Hauptfigur Aline kämpft mit Alkoholproblemen und ermittelt abseits der gesetzlichen Ordnung. Dabei ist sie ein Hybrid aus Figuren wie Ellen Ripley, Sarah Connor oder Rick Deckard, wirkt allerdings einen wenig verletzlicher. Ihr zur Seite steht Android Carlos, dessen Hintergrundgeschichte ebenso spannende Ansätze enthält. Zwar sind nicht alle Figuren so sorgsam ausgearbeitet wie die beiden Ermittler:innen, doch dies ist angesichts des spannenden Krimi-Plots zu verschmerzen. Dazu schafft es Périn, trotz der bekannten Versatzstücke und Inspirationen seinem Werk eine eigene Identität zu geben. Zu dieser gehört eine bewundernswert effektive Erschaffung seines Mars-Settings. Wie es ihm gelingt, in unter 90 Minuten eine Welt zu kreieren und ihre Eigenarten zu zeigen, ist beeindruckend. Zudem macht er in kurzen Szenen deutlich, wie die Machtverhältnisse sind. Da werden Androiden von den menschlichen Ordnungshütern niedergeknüppelt und mit Waffengewalt zum Schweigen gebracht werden.

    Vor einem Sonnenaufgang sieht man eine Frau mit blonden Haaren. Die Skyline zeigt einige Wolkenkratzer. Ein Szenenbild aus dem Film Mars Express.
    Aline ermittelt auf der Erde und dem Mars, ohne Rücksicht auf Verluste. © Capelight

    Die technische Umsetzung der 4K-Disc sowie der Blu-ray

    Für unseren Test lag das 4K-Mediabook inklusive Blu-ray vor. Die etwas traurige Nachricht zuerst: Weder auf der Blu-ray noch auf der 4K-UHD befindet sich Bonusmaterial. Lediglich Trailer zum Film sowie zu weiteren Capelight-Titeln haben es auf die Scheiben geschafft. Gerade bei einem Projekt wie Mars Express hätten wir gern ein wenig mehr über den Produktionsprozess erfahren und hinter die Kulissen geblickt. Doch da die Produktion auf vielen Schultern getragen wurde, steckt offensichtlich jeder einzelne der geschätzt neun Millionen Euro Budget auf der Leinwand und die Macher:innen konnten (oder wollten?) kein Making-of-Material produzieren. Daher fokussieren wir uns auf die technische Umsetzung in audio-visueller Hinsicht. So fallen bei der Blu-ray die in blassen Farben gehaltenen Bilder in Innenräumen auf, während die Oberfläche der Mars-Metropole deutlich farbenprächtiger erscheint. Wer allerdings einen visuellen Overkill a la Spider-Man: Across The Spider-Verse erwartet, könnte etwas enttäuscht sein.

    Legt man die 4K-UHD in den Player, zeigt sich ein leicht verbesserter Kontrast sowie ein etwas schärferes Bild, während durch den Einsatz von DolbyVision die Farbvielfalt trotz der grundsätzlich blasseren Farbgebung noch etwas mehr heraussticht. Der Ton ist auf Blu-ray wie 4K-UHD identisch. Wie bei Capelight üblich, können audiophile Sammler:innen HD-Sound in DTS-HD 5.1. genießen. Vor allem die musikalische Untermalung kommt sehr schön zur Geltung. Einige direktionale Effekte erfreuen Surround-Enthusiasten ebenfalls. Da Mars Express allerdings kein Action-Feuerwerk, sondern eher Sci-Fi-Film noir ist, bleibt der Subwoofer ein wenig unterfordert und die Surround-Speaker sind nicht permanent in Aktion. Insgesamt muss man als Sucker für Bonusmaterial wie wir die Enttäuschung verkraften, wird aber mit einer tollen Bild- und Tonumsetzung entschädigt.

    Unser Fazit zu Mars Express

    Jérémie Périns Mars Express ist eine große Verneigung vor Klassikern wie Blade Runner, Total Recall, I, Robot, Matrix und Terminator 2. Solch ein Patchwork-Film kann auch misslingen, wie Netflix unlängst mit Atlas bewies. Doch Perin gelingt ein Neo-Noir-Film im Gewand eines Animationsfilms, der definitiv nichts für Kinder ist. Trotz der zahlreichen Verweise auf die genannten Filme besitzt er genug eigene Ideen und Identität, um eine uneingeschränkte Empfehlung auszusprechen. Der im Vergleich zu Lord/Millers Spider-Verse-Filmen deutlich reduziertere Animationsstil setzt weniger auf visuellen Overkill als auf Zweckmäßigkeit. Und wer die Gelegenheit hat, sollte aufgrund der optisch schönen Verpackung und der etwas größeren Bildschärfe bei der 4K-UHD zuschlagen. Einzig das nicht vorhandene Bonusmaterial ist ein kleiner Wermutstropfen, der allerdings vom sehr chicen Design des Mediabooks kompensiert wird. Denn dieses gehört nach unserer Meinung in jede gut sortierte Sammlung von physischen Datenträger-Anhängerinnen.

    Mars Express ist seit dem 06. Juni 2024 als 4K-UHD-Mediabook, Blu-ray und DVD erhältlich. Einen ersten Eindruck vom 4K-UHD Mediabook könnt ihr hier in unserem Unboxing-Video erhalten.


    © Capelight
    Timo Asmussen

    Als Timo vor grauer Vorzeit wieder mal "Ducktales - Jäger der verlorenen Lampe" im Videorekorder vermutete, lag dort allerdings "Terminator 2". Und so schaute er, heimlich, allein und ohne es damals zu erahnen, einen der besten Filme aller Zeiten. Vermutlich war da seine Liebe für das Medium Film entfacht. In seiner Heimatstadt war Mitte der 90er bereits ein Kinosessel zu finden, der leichte Abdrücke seines Gesäßes aufwies, denn zu jener Zeit war die Frage, nicht ob, sondern was am Mittwoch für sieben Mark am Kinotag geguckt wird. Sobald Timo ein eigenes Zimmer besaß, wurde dieses mit einem Fernseher bestückt. Und das wohl größte Geschenk machte er sich dann zum 18. Geburtstag selbst - eine Mitgliedschaft in einer Videothek. Aus dieser Zeit stammt vermutlich auch sein Alias "dervideothekar", welches seine Social-Media-Kanäle ziert. Doch dass Timo neben dem Regal "Actionfilme" geboren wurde, muss ins Reich der "urban legends" verbannt werden. Seit mehr als drei Jahren ist er vor den Mikrofonen von Filmtoast und Tele-Stammtisch. Dazu textet und spricht er über eigentlich jedes Genre, mit leichten Abstrichen beim deutschen Heimatfilm. Aber das er seine (recht lange) Nase auch mal bei Kino+ in die Kameras halten würde, war so nie geplant. Aber da einer seiner Lieblingsfilme "Besser geht´s nicht" ist, passt's ja. Wenn ihr ihn demnach mal trefft, sprecht ihn einfach an, er freut sich!

    • Timo Asmussen
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