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    Startseite » Marty Supreme
    Drama Filme Thriller

    Marty Supreme

    Jan Wernervon Jan Werner10. Februar 2026Keine Kommentare8 min Lesezeit
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    © Tobis
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    Noch rechtzeitig vor den Oscars gibt es nun auch in Deutschland die Chance, Marty Supreme zu sehen. Ist das Tischtennis-Drama von Josh Safdie tatsächlich so gut, wie vielerorts gelobhudelt wird?

    Darum geht’s in Marty Supreme

    In den Hinterhöfen Manhattans träumt der junge Schuhverkäufer Marty (Timothée Chalamet) von einer Zukunft, die ein paar Nummern größer ist als der kleine Schuhladen seines Onkels. Angetrieben von der Idee, Weltmeister im Tischtennis werden zu können, taucht er jede Nacht ab in die verrauchten Wettkampfhallen der Stadt, wo er sich mit viel Talent, der nötigen Chuzpe und dank der Hilfe seines besten Freundes (Tyler Okonma) ein paar Dollar dazu verdient. Zu wenig, um eine Profikarriere zu finanzieren und an den Turnieren in London, Paris oder Tokio teilnehmen zu können. Also ‚leiht‘ sich Marty kurzerhand Geld aus dem Safe seines Onkels, belügt seine Mutter (Fran Drescher) ebenso wie seine Freundin (Odessa A’zion) und schmeißt sich schamlos an eine Hollywood-Diva (Gwyneth Paltrow) ran, deren Ehemann (Kevin O’Leary) er gleichzeitig als Sponsor gewinnen will. Doch das ist erst der Anfang der Odyssey eines Mannes, der bereit ist, für Ruhm und Erfolg alles zu riskieren.

    Key-Art © Tobis

    Safdie-Trennung …

    Als die beiden Brüder Josh und Benny Safdie vor ein paar Jahren erst mit Good Time und schließlich mit Der schwarze Diamant auf der Bildfläche auftauchten und eine neue Form des Hektik-Kinos etablierten, meinte man, dass fortan ein neues Traumgespann à la der Coen-Brüder, der Wachowskys oder der Daniels (Everything, Everywhere, all at Once) das Indie-Kino über Jahre hinweg mitprägen können. Doch bereits nach wenigen gemeinsamen Projekten, gehen die Brüder (erstmal) getrennte Wege – und die verlaufen zumindest im Moment noch spannenderweise ziemliche parallel. So haben beide innerhalb von wenigen Monaten zwei ähnlich ambitionierte Projekte zu Festivals und auf die weltweiten Leinwände gebracht, beide dabei sogar im US-Verleih von A24, aber in der Rezeption doch weiter auseinander als es sich womöglich auf dem Papier vorab darstellte.

    … führt zu zwei grundverschiedenen Sportlerdramen

    Im Herbst legte demnach Benny Safdie mit der UFC-Biopic-Verfilmung The Smashing Machine vor und brachte uns Dwayne „The Rock“ Johnson in seiner mit Sicherheit schauspielerisch herausforderndsten Rolle bis dato augenscheinlich ins Oscar-Rennen. Doch obgleich die Rezeption der Johnson-Leistung als Mark Kerr gemeinhin gut wegkam, so vermissten viele in dem doch ziemlich geradlinigen Biografiefilm die dramaturgische Finesse und irgendwie auch das gewisse Etwas, was man auf Basis des bisherigen Schaffens von den Safdies erwarten konnte. Ja, das Sportdrama sah gut aus, hatte neben Johnson mit Emily Blunt noch eine zweite herausragende Schauspielleistung vorzuweisen, aber scheiterte trotz großem Aufschlag in Venedig an der Inkompatibilität mit dem Massengeschmack. Die prognostizierten Award-Chancen waren schneller dahin, wie ein Kämpfer im Oktagon vom Ringrichter ausgezählt werden kann.

    Bruder Josh hingegen scheint es nun besser hinbekommen zu haben, hat schließlich Marty Supreme neun Oscar-Nominierungen einsammeln können, dabei auch in den wichtigsten Kategorien. Und währen The Smashing Machine kolossal an den Kassen floppte, zeichnet sich schon vor dem globalen Start ab, dass das Tischtennis-Drama der bis dato erfolgreichsten A24-Film überhaupt werden kann. Was also hat Josh Benny voraus? Und: Ist es mehr als nur die Ein-Mann-Marketingarmee Timothée Chalamet?

    Eine atemlose Hatz…

    In Der schwarze Diamant hetzten die Safdies Adam Sandler durch New York in der Jetztzeit, nun hetzt einer der beiden Chalamet durch den Big Apple der 1950er. Und genau rastlos, hektisch, die Sinne überreizend und unvorhersehbar das im Duo gelungen ist, wiederholt nun Josh solo diesen Trick, wenngleich natürlich alles in allem schon ein paar mehr Unterschiede zwischen den beiden Meisterstücken der modernen Filmkunst bestehen – wenngleich auch die Parallelen für jeden Kenner des Netflix-Streifens nicht verkennbar sind.

    Da ist zum einen schon mal die Kameraarbeit, für die der gleiche Kameramann, Darius Khondji, verantwortlich zeichnet. Doch man hat sogar den Eindruck, dass dieser sich nochmal ein Stück weiterentwickelt hat. Khondji hat einen extrem guten Blick dafür, die Nahaufnahmen mit seiner eigenen Handschrift zu versehen, wodurch das von allen Darstellenden beeindruckende Mimikspiel noch besser zur Geltung kommt. Vor allem aber fängt er in den dynamischen Szenen, sei es beim Tischtennisspiel oder bei den Hasten durch die Häuserschluchten, die rauschhafte Geschwindigkeit auf eine Art und Weise ein, sodass man gar nicht anders kann, als als Zuschauer selbst in hektisches Atmen zu verfallen und Schweißperlen auf der Stirn zu entwickeln. Zurecht also schon in dieser Kategorie Oscar-nominiert.

    … mit hypnotischer Soundkulisse …

    Zum anderen kommt dann aber das meiner Meinung nach auf der handwerklichen Seite stimmungsprägendste Element hinzu, dass diesen Film audiovisuell erst zu diesem Instant-Classic macht, und zwar das virtuose akustische Gesamtbild. Angefangen beim Synthie-Score, der ähnlich treibend dem Sport nochmal zusätzlich Tempo einhaucht, wie der Reznor-Ross-Soundtrack in Guadagninos Challengers; dann mit der anachronistischen Musikauswahl, die natürlich nicht aus der Zeit stammt, in der Marty Supreme tatsächlich spielt, aber auf eine magische Weise dennoch wie geschaffen für den Flow der Geschichte zu sein scheint; und abschließend mit der Art und Weise, wie auch die Stille als Stilmittel eingesetzt wird und dann hierzu im Kontrast das Ball-auf-Platte-Geräusch vom Pingpong zum Einsatz kommt.

    Gwyneth Paltrow © Tobis

    Sind wir mal ehrlich: Als es hieß, Josh Safdie würde einen Film über Tischtennis machen, haben nicht wenige erstmal die Augen verdreht, gilt dieser Sport jetzt rein von der medialen Aufbereitung her nicht als besonders attraktiv. Dies jedoch jetzt hier so packend zu erleben – unabhängig der Affinität für den Sport als solchen -, ist ein weiteres Ausrufezeichen, um die Ausnahme-Inszenierung dieses Safdie-Bruders festzumachen.

    … und Everybody’s Darling …

    Aber ebenfalls ehrlich muss man in Bezug darauf sein, dass Marty Supreme natürlich mit seinem Hauptdarsteller steht und fällt. Ja ein Stück weit ist Chalamets fiktionalisierte Version des realen Marty Reisman schon eine ähnliche Safdie-Schachfigur wie Adam Sandler als Howard Ratner in Der Schwarze Diamant: Kein Held, mit dem man eigentlich gern mitfiebert, aber einer dessen Reise man mit einer Faszination mitverfolgt, die sich schwer beschreiben lässt, irgendwo zwischen Lust am Scheitern, voyeuristischem Abscheu und einem Restfunken an Hoffnung, dass hinter der antisozialen Fassade doch etwas verborgen ist, was die Sympathie rückwirkend rechtfertigen würde.

    … als abstoßenden Antihelden

    Tatsächlich aber ist diese Darbietung hier nochmal eine völlig neue Ebene im Schauspiel von Timothée Chalamet: In Dune lädt er seinem Charakter auch selbst durch sein Spiel alle Last und Bürde des Universums auf, in Wonka tänzelte er dafür mit einer Leichtfüßigkeit durch die schokoladentrunkene Märchen-Realität und schaffte es erneut auf einer ganz anderen Ebene seine Aura auszuspielen und in Beautiful Boy war er zwar ein junger, gebrochener, bemitleidenswerter Mann, aber die Unreife entschuldigte selbst die verabscheuungswürdigste Behandlung seines Umfelds. Nun aber ist er deutlich erwachsener, bewusster in seinen Worten und Aktionen – und damit umso abstoßender in der Rolle, für die er nun zurecht als Favorit ins Oscar-Rennen geht.

    Und damit sind wir dann nochmal beim Kontrast zwischen den beiden Safdie-Sportfilmen, beziehungsweise den jeweiligen Protagonisten: Spielt The Rock mit Mark Kerr einen Mann, der gewohnt war zu gewinnen und das Verlieren lernen musste, mit einer erhabenen, aber eben auch kalten Attitüde, sodass man die Leistung zwar bewundern musste, aber letztlich nie wirklich an den realen Charakter herankommen konnte, so spiel Chalamet nun derart köstlich Kleinganoven mit einer manischen Selbstüberhöhung im Stile einer tickenden Zeitbombe, sodass dessen Intention, allen Hass bei gleichzeitiger Faszination auf sich zu ziehen, vom ersten Moment an aufgeht.

    Tausche: Blues-Gitarre gegen Tischtennisschläger

    Man muss also gar nicht mehr unterstreichen, dass, nachdem er für die Rolle als Bob Dylan bereits ausufernd Gitarre lernte und sich die Manierismen der Songwriter-Legende abschaute, auch in Marty Supreme extreme Vorbereitungen gesteckt hat, um die Tischtennis-Szenen maximal authentisch spielen zu können. Und diese Besessenheit des Schauspielers Chalamet passt natürlich perfekt zur Besessenheit seiner Figur in diesem Film. Das kann mitunter dem ein oder anderen fast schon manisch oder penetrant vorkommen, aber im Gesamtkonstrukt dieses auf Krawall gebürsteten Projekts könnte aktuell wohl kein anderer Darsteller sich mit seiner Hingabe so einer Rolle verschreiben, dass die Grenzen zwischen Spiel und spontaner Improvisation auf der Leinwand in vielen Szenen verschmelzen.

    Odessa A’zion © Tobis

    Mehr als die Summe der Teile

    Schon in Der Schwarze Diamant war es ein Schlüssel zum Erfolg, auf echte Typen im Cast zu setzen – oder auf bekannte Gesichter in vollkommen unerwarteten Rollen. Das sind nun hier natürlich eine Gwyneth Paltrow in einer ziemlich kontraintuitiven Rolle zu dem Image, das sie inzwischen durch ihre Boulevard-Schlagzeiten selbst zementiert hat, aber eben auch der Coup einen Kevin O’Leary, der im amerikanischen Pendant zu Die Höhle der Löwen als regelrechter Antisympath vielen vor allem in den USA dann schon bekannt sein wird, hier nun auch in der Fiktion als Mr. Rockwell zu einem ekelhaften Unmenschen zu machen.

    Fran Drescher als Martys Mutter, Odessa A’zion als seine betrogene Freundin oder auch Tyler, The Creator als sein enger Freund tun einem beim Zuschauen fast leid, müssen sie doch die manipulativen Aktionen, dessen komplette Egomanie und seine rücksichtslosen Eskapaden nahezu tatenlos mitansehen, können sich aber eben schwer von ihm lossagen. Sie alle machen in ihren Rollen aber einen fantastischen Job, weil man überhaupt erstmal solche „undankbare“ Figuren mit einer derartigen Ausstrahlung in den wenigen Momenten des Ausbrechens spielen muss.

    © Tobis/A24

    Unser Fazit zu Marty Supreme

    5.0 Meisterwerk

    149 Minuten hat Marty Supreme und 149 Minuten lang kommt man hier kaum zum Durchatmen: Wendungsreicher als man es je bei einem Film mit dem Thema Tischtennis erwartet hätte, hetzt Josh Safdie einerseits seinen Protagonisten im Stil von Der schwarze Diamant durch New York und schickt ihn andererseits auf eine auf Lug und Betrug basierende Welttournee fast im Stile eines Catch me if you can.
    Timothée Chalamet legt dafür den nächsten Gang in seinem Schauspiel ein, hat einige herausragende Begleiter im Cast und darf sich freuen, dass auch audiovisuell hier alle Rädchen ineinandergreifen, um ad hoc ein Film der Kategorie zu sein, den man nach einer Sichtung am liebsten direkt nochmal schauen würde - wenn man denn nur die Ausdauer für einen weiteren atemlosen Ritt hätte.

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    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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