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    Noise

    Sascha Grethmannvon Sascha Grethmann21. März 2023Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    Mathias hält aufgeregt ein Notizbuch in den Leuchtring
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    Noise ist das Langfilmdebüt des belgischen Regisseurs Steffen Geypens. Ob uns hier ein neuer Thriller-Geheimtipp aus Europa erwartet oder der Film doch nur Lärm um nichts ist, erfahrt ihr in der Rezension!

    Ward Kerremans als Mathias und Johan Leysen als Pol in Noise
    Mathias‘ Vater Pol hat ein dunkles Geheimnis © Netflix

    Die Handlung von Noise

    Nachdem Mathias‘ (Ward Kerremans) Vater aufgrund seiner Demenz in ein Altersheim verlegt wurde, zieht er zusammen mit seiner Frau Liv (Sallie Marmsen) und seinem neugeborenen Sohn Julius in sein Elternhaus zurück. Der Influencer findet dort Informationen, die ein dunkles Geheimnis um seinen Vater und dessen ehemalige Fabrik bilden. Denn dort sind vor einigen Jahren Mitarbeiter umgekommen, was zur Schließung der Fabrik führte. Damals wurde seinem Vater die Schuld in die Schuhe geschoben, doch Mathias glaubt, dass etwas anderes hinter den Todesfällen steckt. Fortan befindet sich Mathias in einer Abwärtsspirale um seinen Verstand. Er leidet an Visionen dieser toten Arbeiter und sein Sohn scheint immerzu zu weinen und zu kreischen. Kann er die Sache aufklären, bevor es ihn in den Wahnsinn treibt?

    Viel Noise um nichts

    Noise nutzt einige wiederkehrende Stilmittel, die leider die meiste Zeit nicht wirklich ins Schwarze treffen. Am auffälligsten ist dabei das periodische Kreischen des Babys, dass zumindest anfangs noch glaubhafte Ausmaße hat. Im Verlauf des Films gewinnt es allerdings immer weiter an Intensität und treibt Mathias weiter in den Wahnsinn. Die Idee kann funktionieren, ist allerdings zu inkonsequent im Film verankert, da das besagte Geschrei nie zu einem Ergebnis führt und ein reiner Effekt ist. Ebenso wie die Visionen der namenlosen Toten, die immer mal wieder für einen Jumpscare sorgen, sonst allerdings keine große Bewandtnis haben. Auch Mathias Influencer-Dasein trägt, abgesehen von ein paar wenigen Momenten, in denen er vor seinem Smartphone steht und hineinspricht, kaum etwas zur Handlung bei. Hier wurde gleich mehrfach Potenzial verschenkt.

    Auch sonst fühlt sich Mathias‘ Abstieg in den Wahnsinn ein wenig wie eine Low-Budget Version von Jack Torrance aus The Shining (1980) an. Die großen Vorbilder sind klar zu erkennen, allerdings fühlt sich alles etwas zu holprig an, um unterhaltsame Schauwerte zu bieten. Mathias‘ Figur bleibt zu flach charakterisiert, sodass man schnell das Interesse an ihm verliert.

    Ward Kerremans als Mathias Noise
    Mathias liebt seinen Sohn über alles © Netflix

    Eine Frage der Perspektive

    Als ZuschauerInnen nehmen wir immer mal wieder die Perspektive von Mathias‘ Frau Liv ein die, genau wie wir, in diese seltsame Situation geworfen wurde. Sie muss sich um ihr Kind kümmern und hat Angst um den Zustand ihres Mannes. Allein in der fremden Stadt, versucht sie, zusätzlich ihr Catering-Business mit den lokalen Läden zu verknüpfen. Dabei stößt sie allerdings vermehrt auf Ablehnung, da sie mit dem Sohn des ehemaligen Fabrikbesitzers zusammen ist. Das Ganze unterstreicht das Mysterium um die Fabrik und um Mathias‘ Vater zwar noch ein wenig, jedoch wird es nicht wirklich ausführlich aufgegriffen.

    Dennoch fühlt sich diese Nebenhandlung interessanter und besser erzählt an als die Haupthandlung. Das liegt allerdings auch an Darstellerin Sallie Harmsen, die zuletzt erst in dem niederländischen Horror-Thriller Moloch zu sehen war. Harmsen liefert eine, gerade im Vergleich zu den anderen DarstellerInnen, ziemlich gute Performance ab, die sie glaubwürdig als besorgte Mutter und Ehefrau erscheinen lässt.

    Die Haupthandlung um Mathias, seinen Vater und dessen dunkle Geheimnisse funktioniert da leider nicht so gut. Die Ermittlungsarbeiten selbst fühlen sich oberflächlich und uninteressant an und die Geschichte zieht einen nicht wirklich in den Bann.

    Katelijne Damen als Yvette und Sallie Harmsen als Liv in Noise
    Liv fragt im lokalen Biomarkt an, ob sie mit ihr zusammenarbeiten wollen © Netflix

    Unser Fazit zu Noise

    Noise fehlt es nicht nur an Spannung, sondern vor allem an einer interessanten Geschichte. Die Idee hat Potenzial und gute Ansätze, welche allerdings nicht wirklich komplett zu Ende gedacht wurden. Die Figuren bleiben größtenteils blass und uninteressant, was es schwierig macht, einen Anreiz zu finden, mit ihnen mit zu fiebern. Einzig Sallie Harmsen und ihre Performance sind ein kleiner Lichtblick. Was bleibt, ist ein nicht wirklich erinnerungswürdiger Thriller ohne Thrill. Hier werden viele Ideen in einen Topf geworfen und einfach zu inkonsistent und inkonsequent durchgeführt.  Auch wenn die Floskel etwas abgenutzt ist, hätte Noise wahrscheinlich als komprimierter Kurzfilm besser funktioniert.

    Noise ist seit dem 17.03.2023 auf Netflix verfügbar!


    © Netflix

    Sascha Grethmann

    Sascha ist seit 2020 Autor bei Filmtoast und interessiert sich für ein breites Spektrum an Pop-Kultur. Zu Hause fühlt er sich besonders irgendwo bei Horror, Action,Thrillern, Animationsfilmen und Musicals.

    • Sascha Grethmann
      https://www.filmtoast.de/author/sascha-grethmann/
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