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    Nur ein einziges Leben

    Andreas Krasseltvon Andreas Krasselt11. März 2021Keine Kommentare7 min Lesezeit
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    Benjamin, gespielt von Frederick Schmidt, und Leah, gespielt von Enola Izquierdo Cicuendez, werden nach ihrer Rückkehr von der Grenze verhaftet.
    Das Ende der Flucht: Benjamin und Lea werden nach ihrer Rückkehr von der Grenze verhaftet. © EuroVideo
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    Das Weltkriegsdrama Nur ein einziges Leben entführt uns in die abgeschiedene Welt der Hochpyrenäen. In einem kleinen Dorf formiert sich der Widerstand gegen die Nazi-Besatzer, um jüdischen Kindern die Flucht nach Spanien zu ermöglichen. Ob das auch in der filmischen Umsetzung gelingt, erfahrt Ihr hier.

    Das Cover der Blu-ray von Nur ein einziges Leben zeigt Noah Schnapp als Jo und hinter ihm Horcada, gespielt von Anjelica Huston, den Korporal, gespielt von Thomas Kretschmann, sowie Henri, gespielt von Jean Reno, vor einer Bergkulisse.
    Das Cover der Blu-ray von Nur ein einziges Leben. © EuroVideo

    Darum geht’s in Nur ein einziges Leben

    Im Sommer 1942 ist halb Frankreich von den Deutschen besetzt. In der rauen Bergregion der Hochpyrenäen im Grenzgebiet zwischen Südfrankreich und Spanien ist man in Nur ein einziges Leben vom Zweiten Weltkrieg noch weitgehend unberührt geblieben. Doch die Idylle ist trügerisch. Das wird spätestens mit dem Einmarsch der Besatzer unter dem skrupellosen Leutnant Weissmann (Tómas Lemarquis) in das kleine Dorf Lescun spürbar. Die Soldaten sollen die Flucht von Juden und anderen Verfolgten des Nazi-Regimes nach Spanien verhindern.

    Der zehnjährige Joseph (Noah Schnapp), von allen nur Jo genannt, begegnet dem zunächst geheimnisvollen Fremden Benjamin (Frederick Schmidt). Der ist Jude und versteckt sich bei seiner Schwiegermutter Horcada (Anjelica Huston). In seiner Begleitung ist die kleine Leah (Enola Izquierdo Cicuendez), zu der sich bald weitere jüdische Kinder gesellen, die Benjamin über die Grenze bringen will. Die Flucht verzögert sich, erst durch einen Unfall Benjamins, dann durch den Winter und die Patrouillen der Deutschen. Jo hilft den Versteckten, später schließt sich auch sein Großvater Henri (Jean Reno) an, am Ende das gesamte Dorf. Nach der Flucht aber kehrt Benjamin zurück, da er auf seine vermisste Tochter Anya warten will. Ihre Rückkehr, auf die sich der Originaltitel von Nur ein einziges Leben bezieht, wird erst nach Ende der Besatzung möglich.

    Ein effektvoller Anfang

    Der Film von Ben Cookson beginnt mit einer effektvollen Sequenz. Die Szenerie spielt auf einem Bahnhof. Auf dem linken Bahnsteig sammelt sich eine überschaubare Anzahl Reisender. Die Kamera fährt nach rechts über das noch leere Gleis, an einer unter Dampf stehenden Lokomotive auf dem Nebengleis vorbei, und öffnet den Blick auf die abgewandte Seite des wartenden Zugs. Dort werden Juden massenweise in Viehwaggons verladen, auf den Weg in die Konzentrationslager.

    Jo, gespielt von Noah Schnapp, seine Mutter, gespielt von Elsa Zylberstein, und seine Schwester beobachten in Nur ein einziges Leben den Einmarsch deutscher Soldaten.
    Aufregung: Die deutschen Soldaten marschieren in dem Dorf ein. © EuroVideo

    Auch Benjamin und Anya sollen deportiert werden. Sie verstecken sich unter einem Waggon. Ein Hund auf dem anderen Gleis bemerkt sie. Sein Herrchen dadurch auch. Doch er nimmt das Tier auf den Schoß, verhindert so eine Entdeckung der Versteckten. Nicht so ein Bahnbeamter, der Alarm zu schlagen versucht. Doch in diesem Moment erreicht ein kleiner Nahverkehrszug den Bahnhof, versperrt die Sicht auf Benjamin, der seine Tochter durch ein Fenster dieses Zuges zu hilfsbereiten Fremden reicht. Dass ihm selbst auch die Flucht gelingt, erfahren wir erst etwas später.

    In diese kurze Sequenz haben Cookson und sein Co-Autor Toby Telesse schon vieles hineingepackt, was Nur ein einziges Leben im Grunde ausmacht. Es geht um Kollaboration, vor allem aber um den Mut Einzelner, die sich der Willkür widersetzen. Der Film ist eine Würdigung der Tapferkeit der französischen Fluchthelfer, die, wie wir im Abspann erfahren, mehr als 7500 Leben retteten.

    Horcada, gespielt von Anjelica Huston, steht im Wald und beobachtet besorgt die Soldaten.
    Fluchthelferin: Horcada (Anjelica Huston) versteckt nicht nur ihren Schwiegersohn, sondern auch viele jüdische Kinder vor den Nazis. © EuroVideo

    Nur ein einziges Leben als Entwicklungsgeschichte

    Darüber hinaus zeigt der Film aber auch eine klassische Entwicklungsgeschichte – die des jungen Jo. Klassisch auch in der filmischen Erzählweise, da die Geschichte vom alt gewordenen Joseph als Stimme aus dem Off eingeleitet und begleitet wird. Wobei sich Nur ein einziges Leben wie die Romanvorlage von Michael Murpurgo, aus dessen Feder auch das von Steven Spielberg verfilmte Gefährten stammt, sicher nicht unbeabsichtigt auch biblischer Metaphorik bedient. Jos Großvater ist Schäfer, doch Jo schläft beim Hüten der Herde ein. Aber er entwickelt sich – „Erwachsen werden ist für jeden anders“, sagt sein älteres Ego – mausert sich zum guten Hirten. Auch der Bär, der anfangs die Herde bedroht, ist eine immer wieder kehrende Allegorie. Denn es handelt sich um ein Muttertier, das nur seinen Nachwuchs schützen wollte. So wie Benjamin, und wie zahllose andere.

    Dick aufgetragen und satt untermalt

    Das mag etwas dick aufgetragen sein. Wie vieles andere in Nur ein einziges Leben auch. Die Bilder des einzigartigen Bergpanoramas, die Kameramann Gerry Vasbenter einfängt, sind faszinierend. Die Kamera fliegt über diese großartige Landschaft, über Wiesen und Wälder, vorbei an schroffen Felskanten – und zeigt dabei eine klischeebehaftete Schäferidylle. Es geht um das Käsen und die Bärenjagd. Das Leben in der Abgeschiedenheit der Berge geht unbeeindruckt von dem Weltgeschehen seinen Gang. Es sind Postkartenmotive, satt untermalt von der romantisch-effektvollen Musik James Seymoure Bretts. Die sich gerne auch pompös aufbläht, etwa wenn einmal mehr Gewitter und Blitze die Gefahren in dramatischen Handlungsteilen unterstreichen. Das ist dann schon Theaterdonner.

    Jo, gespielt von Noah Schnapp, hütet in den Bergen die Schafe seines Großvaters. Bekleidet ist er traditionell mit Baskenmütze und grober Pellerine.
    Guter Hirte: Jo hütet in den Bergen die Schafe seines Großvaters. © EuroVideo

    Dennoch: Man kann in diesen Bildern schwelgen und die Musik genießen. Die Figurenzeichnung ist ebenfalls klischeebehaftet, was jedoch auch durchbrochen wird. Natürlich ist Tómas Lemarquis als Leutnant Weissmann der hässliche Deutsche aus dem Bilderbuch. Doch schon die Figur des von Thomas Kretschmann verkörperten Korporals wirft einen anderen Blick auf die Besatzer. Kretschmann ist hier in einer eher untypischen Rolle besetzt. Er erinnert dabei an Burghart Klaußner, was ja alles andere als negativ zu sehen ist.

    „Ich bin ein Bär, Jo“

    Mit fein nuancierter Mimik gelingt es Kretschmann in Nur ein einziges Leben, die leisen und wachsenden Zweifel des Korporals am Handeln seiner Landsleute glaubhaft zu machen. Zu Jo baut er ein relativ enges Verhältnis auf. Bis er am Ende sogar eine Art stiller Komplizenschaft mit ihm eingeht. Wobei auch hier wieder eine allegorische Komponente auftaucht. Denn der naturverbundene Korporal sagt von sich selbst: „Ich bin ein Bär, Jo.“ Und aus dem Off hören wir den Kommentar über die Deutschen, „die man immer schwerer hassen konnte.“ Was natürlich seine Grenzen findet, sobald die Gewalt der Besatzer bedrohlicher wird.

    Leutnant Weissmann, gespielt von Tómas Lemarquis, und der Korporal, gespielt von Thomas Kretschmann, stehen in Nur ein einziges Leben vor dem deutschen Hauptquartier im Dorf.
    Böser Deutscher, guter Deutscher: Leutnant Weissmann (Tómas Lemarquis) und der Korporal (Thomas Kretschmann) vor dem deutschen Hauptquartier im Dorf. © EuroVideo

    Doch nicht nur Kretschmann überzeugt. Allen voran ist der durch seine Hauptrolle in der Serie Stranger Things bekannt gewordene Noah Schnapp als junger Jo eine tolle Bereicherung. Anjelica Huston gibt die alte, abgeschieden lebende Fluchthelferin als Frau mit rauer Schale und weichem Kern, ein Charakter mit viel Herz, gespielt mit viel Herzblut. Jean Reno dagegen wirkt etwas unterfordert und hat auch relativ wenig Screentime. Dass er nun von der Heldenrolle ins Großvaterfach wechselt, mag Fans traurig stimmen, ist aber der Lauf der Dinge. Und es steht ihm nicht schlecht.

    Mein Fazit zu Nur ein einziges Leben

    Das Weltkriegsdrama zeigt uns die Tragödie der NS-Zeit aus einer ungewohnten Perspektive. Ein wenig erinnert die Standhaftigkeit der südfranzösischen Bergbauern an ein gewisses gallisches Dorf. Nur ein einziges Leben ist ein wunderbar bebildertes Panorama des Heldenmuts einfacher Menschen. Der Film zeigt glaubhaft die Entwicklung eines kleinen Jungen vom Träumer zum verantwortungsbewusst handelnden Jugendlichen. Leider trägt er sowohl in seiner Bildsprache als auch in der musikalischen Untermalung oft zu dick auf. So ist quasi ein klassisches Melodram entstanden, das auch ein tragisches Klischee zum Schluss nicht aussparen mag. Das lässt sich alles schön ansehen. Was am Ende davon haften bleibt, mag aber am jeweiligen Alter des Zuschauers liegen.

    Nur ein einziges Leben ist seit dem 25. Februar 2021 digital verfügbar und erscheint am 11. März auf DVD und Blu-ray.


    © EuroVideo Medien

    Andreas Krasselt

    Andreas lebt im Raum Hannover. Er ist Journalist und fest angestellter Redakteur bei einer Tageszeitung – und nebenbei Musiker in einer Bluesrock-Band. Bei Filmtoast schreibt er seit 2019 Rezensionen. Filmfan ist er, seit er im zarten Alten von sechs Jahren von seiner Mutter jeden Sonntag in die Kindervorstellung des Stadtteilkinos abgeschoben wurde (so was gab es damals noch). Lieblingsgenre: Western, insbesondere die italienische Variante. Daher ganz klar der Lieblingsfilm: Spiel mir das Lied vom Tod, den er mit 12 schon dreimal im Kino gesehen hatte. Aber es gibt kaum ein Genre, dem er nichts abgewinnen kann. Weitere Favorites: Der Tod in Venedig, Im Zeichen des Bösen, 2001 sowie Leichen pflastern seinen Weg. Tja, und sein Guilty-Pleasure-Favorite ist Predator 2 von dem total unterschätzen Stephen Hopkins. Filme guckt er zwar gerne im Kino, ist aus Zeitmangel aber auf das Heimkino gewechselt, weshalb seine private Filmsammlung auch mehr als 1000 Titel umfasst.

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