Einer der ersten Netflix-Starts 2026 läutet das RomCom-Jahr beim Streamingdienst ein: Wie ist die Romanverfilmung People We Meet on Vacation?
Darum geht es in People We Meet on Vacation
Poppy (Emily Bader) und Alex (Tom Blyth) sind seit ihrer Jugend die allerbesten Freunde. Auch als junge Erwachsene fühlen sie sich einander eng verbunden und verbringen in jedem Jahr einen gemeinsamen Luxus-Urlaub miteinander in einer anderen Ecke der Welt. Dabei könnten die beiden nicht unterschiedlicher sein: Während Poppy freigeistig durchs Leben treibt und oft den Ort wechselt, an dem sie lebt, ist Alex vor allem auf Beständigkeit aus. Romantische Gefühle kamen zwischen den beiden möglicherweise schon aufgrund ihrer Verschiedenheit nie auf – was sich bei ihrem neuesten Trip aber nun zu ändern scheint. Oder haben Poppy und Alex eine Wahrheit, die ihre Freunde, Familien und Bekannten schon lange auf dem Schirm hatten, bloß stets verdrängt?

„Gegensätze ziehen sich an“ – The Movie
Die Prämisse von People We Meet on Vacation könnte für eine Romanze fast nicht simpler sein: Hier der Kleinstadtjunge, der alles genau planen will, leicht zufriedenzustellen – und dann auch noch sportlich – ist, da die flippige, liebenswürdige Quasselstrippe, die hinaus in die Welt will, sich von Impulsen treiben lässt und ein Problem hat, sich festzulegen. Und nun treffen diese beide gegensätzlichen Pole aufeinander und scheinen sich gerade in ihrer Andersartigkeit perfekt zu komplettieren. Was jeder sieht, müssen die beiden also nur noch selbst erkennen – bzw. sich ein Stück weit zumindest in die Richtung des jeweils anderen entwickeln, um tatsächlich auch langfristig ein Leben gemeinsam führen zu können. Gelingt nun a) dieser Erkenntnisprozess und b) wie sehr ist diese individuelle Veränderung jeweils möglich, ohne dass die beiden Menschen sich selbst verraten müssen?
Doch statt sich von einem Klischeemoment zum nächsten zu hangeln, gelingt es hier durch die Erzählweise mit den episodischen Rückblicken zu den gemeinsamen Reisen als Freunde einerseits eine im Genre seltene Frische und Kurzweiligkeit aufzubauen und andererseits das Publikum peu á peu an einem Prozess teilhaben zu lassen, der eben nicht aus heiterem Himmel passiert, sondern glaubhaft über viele Jahre reifen muss.
Zuckersüß, aber nicht verkitscht
Hierbei ist es aber vor allem die Tatsache, dass People We Meet on Vacation im Gegensatz zu anderen ähnlichen Geschichten der letzten Jahre auf diejenigen Elemente verzichtet, die zumeist solide Ausgangslagen wahlweise ins Lächerliche ziehen oder unglaubwürdig machen. Denn hier gibt es keine nervigen Sidekicks, nur liebenswürdige Nebenfiguren in beiden Familien und Freundeskreisen, keine Slapstick-Momente, nur funktionierende Missverständnisse oder gut Running Gags und keine an den Haaren herbeigezogenen Konflikte oder Fallstricke, sondern eben nur die glaubhaften Zweifel zweier grundsätzlich verschiedener Seelen.
Selbst ein Lukas Cage, der oftmals für komödiantische Brechungen und den schnellen Gag herhalten muss, ist hier in einer charmanten kleinen Rolle überzeugend. Alan Ruck und Molly Shannon funktionieren hervorragend als leicht schrullige Eltern ohne ins Peinliche abzudriften und auch aus der Chefin von Poppy macht man keine Witzfigur, sondern eine weitere gut geschriebene Perspektive auf das Thema der modernen Arbeitswelt.
Was aber natürlich unabdingbar ist, damit dieses Konstrukt überhaupt trägt, ist, dass man den beiden Hauptfiguren ihre individuellen Rollen und vor allem ihre Anziehungskraft abkauft. Und das ist hier mal wieder richtig gut gelungen, denn Tom Blyth (Ballad of Songbird and Snake) und Emily Bader haben eine authentische Chemie, was sich schon während der ersten gemeinsamen Autofahrt zeigt und dann in mehreren Szenen und andere Aspekte noch erweitert wird.

Und wenn ein Film dann schon „Vacation“ im Titel trägt, dann erwarten man natürlich auch noch ein bisschen Urlaubsfeelings, was dem Netflix-Original durch die verschiedenen Reiseorte auch famos gelingt: Barcelona, Toskana, Karibik – es braucht nur wenige Szenen, um diese Destinationen gekonnt für Sehnsuchtsmomente zu inszenieren.
© Netflix
Unser Fazit zu People We Meet on Vacation
People We meet on Vacation ist endlich mal wieder eine moderne Romanze, die ohne viel Kitsch, ohne Klamauk und ohne unnötige Brechungen einfach nur eine schöne kleine Lovestory mit ein paar Gänsehautmomenten erzählt. Dass die Geschichte in den Zwischentönen dazu eine Menge über die abgebildete Generation zu sagen hat und einem am Ende auch noch was zum Nachdenken mit auf den Weg gibt, ist in diesem Genre auch keine Selbstverständlichkeit und umso schöner für Fans romantischer Filme.
Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

