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    (Pri)Sons

    Tobias Theißvon Tobias Theiß28. November 2024Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    | © Busch Media Group
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    Der finnische Regisseur Esa Jussila liefert mit (Pri)Sons den aktuell ruppigsten Film seines Landes ab und lässt diesbezüglich sogar den kaum minder rabiaten Sisu alt aussehen. Doch hat der Actionfilm noch mehr auf dem Kerbholz?

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    Das Cover des deutschen Mediabooks. | © Busch Media Group

    Die Handlung von (Pri)Sons

    Juha (Jere Saarela) hat seine Zeit im Knast abgesessen und wird von seinen alten Weggefährten direkt wieder in die finnische Unterwelt vermittelt, um im Club der Gebrüder Nico (Jarmo Pukkila) und Mikael (Ari Savonen) als Security an der Tür zu stehen. Das Etablissement bietet seinen Gästen Zerstreuung in Form von Prostitution, Alkohol und Drogen. Darüberhinaus werden zahlungskräftigen Kunden noch ganz andere Dienste angeboten. Doch eh Juha hinter die Geheimnisse seiner neuen Arbeitgeber kommt, überfällt ein wahres Killerkommando um Barrett (Gareth Lawrence) den Schuppen und richtet ein Blutbad unter Gästen und Angestellten an. So hatte sich Juha seinen ersten Arbeitstag nicht vorgestellt…

    Digitaler Look …

    (Pri)Sons beginnt nicht unbedingt vorteilhaft: Ein auffälliger Digitallook, der ob seines düsteren Settings viel zu glattgebügelt aussieht; profillose Figuren, deren Charakterisierung nicht über kernige Sprüche und bullige Körper hinausgeht; der Ort des Geschehens, der sich nie wirklich organisch oder wie eine Anlaufstelle der organisierten Kriminalität anfühlt. Stattdessen steht und sitzt eine überschaubare Anzahl an Kunden und Angestellten statisch im Lokal und wirkt wenig dynamisch. Der teils alles überstrahlende Bloomeffekte raubt einem die Sehkraft und sorgt für ein unangenehm grelles Bild. Selbst als nach knapp 30 Minuten die Hölle losbricht, lösen die Gewalteskapaden kaum etwas aus. Zwar wird blutig und mittels praktischer Effekte geschlitzt, gestochen und geschossen, aber dennoch wirkt das Geschehen wenig inspiriert, sondern eher wie der Aufguss von bereits im Dutzend gesehenen Actionszenen.

    … und flache Figuren

    Größter Kritikpunkt sind jedoch die ungeheuer blassen Figuren. Vor allem auf Seite der guten (oder weniger bösen) Protagonisten sucht man sympathische Charakterzüge vergebens. Held Juha zeigt keine wirklich erkennbare Motivation für irgendetwas und wird dann eben je nach Bedarf mit dieser und jener Eigenschaft ausgestattet. Schauspielerisch agiert er leider auch sehr limitiert und schaut die meiste Zeit wie ein bedröppelter Matthias Schweighöfer drein. Gleiches gilt für seine spätere Verbündete Jessica (Katriina Rajaniemi), die mal hier, mal da auftaucht und der je nach Sachlage vom Drehbuch ein entsprechender Charakterzug angedichtet wird.

    Die Antagonisten werden zwar auch nicht sonderlich exklusiv gezeichnet, wirken in ihrem eiskalten Vorgehen, aber ausreichend diabolisch. Insbesondere Gareth Lawrence mimt als Barrett zwar einen Bösewicht aus dem Lehrbuch, verkörpert diesen aber mit inniger Spielfreude. Generell zeigt sich vieles hinsichtlich der Charakterzeichnungen exorbitant überspitzt und voller Klischees, beispielsweise beim vorherrschenden Bruderzwist. Letztlich sind die Figuren nur Mittel zum Zweck, um ein Zielobjekt für Schlagwaffen, Klingen und Projektile abzugeben.

    …doch zur Waffe ist hier alles dienlich! | © Busch Media Group

    Grelle Inszenierung

    Dass es Regisseur Esa Jussila auch geerdeter und ernster kann, zeigt er in seinem Kurzfilm Homecoming (der dem Mediabook als Bonus beiliegt oder auch auf seinem YouTube-Kanal nebst anderen sehenswerten Kurzfilmen geschaut werden kann). In diesem 27-minütigen Rachethriller herrscht durchgängig eine kompromisslose und beinharte Atmosphäre, die sich mit ausgesprochen saftigen und gut getricksten Effekten entlädt.

    (Pri)Sons hingegen setzt auf eine grelle Inszenierung. Der Film ist in sämtlichen Belangen völlig „drüber“: Beleuchtung, Farben, Kontraste, Gewalt. Die grimmige und enorm pessimistische Atmosphäre wurde gegen offensive Exploitation getauscht, deren Ziel es ist, blutige Actionunterhaltung zu liefern. Ursprünglich sollte der Film inhaltlich die Marschrichtung eines Torture-Porn einschlagen, standen doch Filme wie Martyrs oder Hostel Pate. Teile davon finden sich vereinzelt noch in wenigen Momenten wieder, der Fokus im finalen Produkt liegt aber überdeutlich auf knalligem Geballer. Leider stellen sich aber gerade die Scharmützel im Mittelteil als eher steif und ungelenk dar.

    Doch (Pri)Sons gelingt mit fortschreitender Laufzeit das Kunststück, immer besser zu werden. Es werden nicht nur die Auseinandersetzungen hinsichtlich ihrer Choreographie besser, sondern auch die kruden Einfälle brachialer Gewaltanwendung. Sobald der Figurenpool reduzierter ist, leidet man trotz mangelnder Charakterisierung auch deutlicher mit den Protagonisten mit. Insbesondere Mikael zieht als gebeutelter Familienvater die Sympathien auf sich. Besonders auffällig ist auch, wie ruppig (Pri)Sons mit den Protagonisten umspringt – was diese hier teilweise über sich ergehen lassen müssen, ist in dieser Radikalität selten gesehen.

    Reiner Selbstzweck?

    Die FSK verweigerte ihre Freigabe, was in den heutigen, liberaleren Zeiten hinsichtlich Altersfreigaben doch etwas überraschte. Daraufhin klopfte Rechteinhaber Busch Media Group bei der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft an, welche für die ungekürzte Fassung ihr leichtes Siegel „keine schwere Jugendfreigabe“ vergab. Schaut man sich das Endprodukt an, kann man einerseits die Bedenken der FSK nachvollziehen, andererseits sind ähnlich überstilisierte Eskapaden in der Vergangenheit bereits mit einer Freigabe geadelt wurden. Man kann nur mutmaßen, aber aller Wahrscheinlichkeit nach, hat sich die Freigabebehörde an der selbstzweckhaften Inszenierung gestört. Denn die Gewaltakte werden regelrecht zelebriert: Zeitlupen, literweise spritzendes Blut und kreative Tötungsmethoden schlachten den menschlichen Körper hier regelrecht aus. Dennoch schwingt hier stets der Hang zur Übertreibung mit.

    Und dann gibt es reichlich Gekröse zu bestaunen! | © Busch Media Group

    Ein paar Referenzen

    Ein The Raid 2 beispielsweise ist in jedem Schlag, Tritt und Knochenbruch ungleich schmerzhafter anzusehen, da ihm die comic-hafte Stilisierung fehlt, die wiederum (Pri)Sons ausmacht. Er findet sich damit in guter Gesellschaft mit seinem Landsmann Sisu, überbietet diesen in puncto Blutzoll jedoch um ein Vielfaches. Während die Handlung in Sisu ebenso banal ausfiel, konnte er dieses Problem mittels eines charismatischen Helden kaschieren. Letzterer fehlt Regisseur Jussila jedoch, was die Handlung noch beliebiger erscheinen lässt. Es gibt für die Laufzeit des Films schlichtweg zu wenig zu erzählen.

    Musikalisch setzt (Pri)Sons hingegen auf das richtige Pferd und fährt einen treibenden und düsteren Klangteppich aus dröhnen Synthie-Beats auf, der sich punktuell auch etwas zurücknehmen kann, insgesamt aber wunderbar zur fetzigen Inszenierung passt.

    Unser Fazit zu (Pri)Sons

    (Pri)Sons gibt im Auftakt mächtig Gas, verschleppt sein Tempo im Mittelteil leider etwas zu sehr mit uninteressanten Figuren und mangelnder Handlung, macht dieses Manko im ausgespielten Finale aber wieder wett. Hier belohnen ausgefeilte Choreographien, krachende Schießereien und wunderbar anzusehende Effekte für das Durchhaltevermögen. Ebenfalls lohnend und selten gesehen: Beide Parteien müssen ordentlich einstecken und reichlich Federn lassen. Der für das thematisierte Sujet anfangs zu saubere Look nimmt im Laufe des Films ebenfalls ab, sodass (Pri)Sons im letzten Drittel auftrumpfen kann, ein höllisch blutiges Spektakel abbrennt und für die eher zähe erste Hälfte einen lohnenden Payoff liefert.

    © Busch Media Group

    Tobias Theiß

    Tobi ist bereits gute 7 Jahre an Bord und teilt so fast 20% seiner Lebenszeit mit Filmtoast. Wie es ursprünglich dazu kam ist so simpel wie naheliegend. Tobi hatte unregelmäßig auf Seiten wie Schnittberichte Reviews zu Filmen verfasst und kam über diverse facebooksche Filmgruppen und –diskussionen in Berührung mit dem damaligen Team von Filmtoast (die Älteren erinnern sich: noch unter dem Namen Movicfreakz) und wurde daraufhin Teil dessen.
    Thematisch ist er aufgeschlossen, seine feste Heimat hat er jedoch im Horrorfilm gefunden, da für ihn kein anderes Genre solch eine breite Variation an Themen und Spielarten zulässt. Kontroverser Ekelschocker, verstörender Psychothriller oder Elevated Horror – fast alles ist gern gesehen, auch wenn er zugeben muss, dass er einen Sweet Spot für blutrünstig erzählte Geschichten besitzt.
    Tobi geht zum Lachen jedoch nicht (nur) in den blutverschmierten Keller, sein Herz schlägt unter anderem bei Helge Schneider, dänischem schwarzen Humor oder den Disyneyfilmen seiner Kindheit höher.
    Kinogänge vollzieht er am liebsten im städtischen Programmkino, zum Leidwesen seiner filmisch weniger affinen Freunde, meidet er große Kinoketten wie der Teufel das Weihwasser. Am liebsten geht er seiner Filmleidenschaft jedoch in den eigenen vier Wänden nach, um den viel zitierten Pile of Shame seiner physischen Filmsammlung abzuarbeiten.
    Tobi lebt in Sachsen-Anhalt, ist beruflich in einer stationären außerklinischen Intensivpflege verankert und hat mit der Begeisterung zum Film und dem Schreiben darüber den für sich perfekten Ausgleich zum oftmals stressigen Arbeitsalltag gefunden.

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