Stand-Up Comedian Ross Noble zeigt sein filmisches Debut als zynischer Killerclown Stitches in dieser splatstickhaften Horrorkomödie von Conor McMahon.
[su_youtube URL=“https://www.youtube.com/watch?v=-bW7ZODiAvc“]

Clowns stehen oft im Verruf unheimlich zu sein.
Filmisch gesehen bestätigen sie das auch nur allzu gern: Haus der 1000 Leichen, Mad Circus (um bei moderneren Vertretern zu bleiben) oder (das gleichermaßen wohl klassischste wie absolut überschätzte) ES seien da jetzt nur exemplarisch genannt.
Und auch Stitches tut rein gar nichts dafür, das Clownsimage etwas aufzupolieren.
Also wird gesoffen, geraucht und gevögelt. Auftritte auf Geburtstagsfeten sind ein notwendiges Übel um Geld zu verdienen, aber eigentlich nerven diese ganzen neunmalklugen und frechen Kinder nur.
Da ist es nur allzu verständlich, dass der durch kindlichen Leichtsinn und mangelnden Respekt verursachte Unfalltod gerächt werden muss…
Bis Stitches wieder aus dem Grab steigt, vergehen erst einmal sechs Jährchen und wir erleben, in welche Richtung sich die ehemaligen Gören zum Positiven oder gern auch Schlechten entwickelt haben. Da wimmelt es dann nur so vor Stereotypen und auch so manchem zotigen, ergo gewöhnunsgbedürftigen, Highschool-Komödien Humor.
Stitches badet in brutalem Blödsinn
Sobald Stitches wieder Präsenz zeigt, bleiben die Lacher aber aus. Zumindest hinter der Mattscheibe – für alle Freunde kompromissloser und blutiger Slasherkunst beginnt das Fest erst.
Stitches schnetzelt sich durch die Reihen derer, die vor sechs Jahren seinen Tod verschuldeten und geht dabei alles andere als zimperlich vor. Vor allem bestechen die Morde neben super Effektarbeit (tolle Kombination aus handgemachten SFX und ein paar wenigen CGI) durch ihre Kreativität.

Dosenöffner, Regenschirm oder auch eine Luftpumpe; Hauptsache Gliedmaßen entfernen sich von ihren gewohnten Stellen und der Lebenssaft sprudelt. Auch vor Katzen wird nicht Halt gemacht, also aufgepasst Tierfreunde.
Natürlich ist sich Stitches auch zu keiner Zeit eines galligen Spruches verlegen, sodass der große Aderlass deutlich im humoristischen Bereich angelegt ist. Letzteres wird auch der Grund dafür sein, dass Stitches sich völlig ungestraft auf den heimischen Medienträgern austoben darf.

Einblicke in das Mysterium „Clown“
Neben der kompromisslosen Beseitigung quälgeistiger Kids bekommt man noch etwas Einblick rund um den Mythos Clown, der meiner Meinung nach sogar noch ausführlicher hätte eingebaut werden können. Jedenfalls bietet dieser Anflug von Sekten(horror) eine nette Abwechslung und versucht sich sich in einer Erklärung des „Wie?“ und „Warum?“.
Der Humor ist mit Sicherheit Geschmackssache und kann zusammen mit der teils halbgaren Synchronisation das ansonsten unterhaltsame Niveau senken – was in letzter Instanz aber von persönlichen Vorlieben abhängig ist.
Alles in allem bleibt festzuhalten: kurzweiliger und prima überzogener Splatterspaß und somit eine deutliche Empfehlung für alle Genrefreunde.

©Universal Pictures
Tobi ist bereits gute 7 Jahre an Bord und teilt so fast 20% seiner Lebenszeit mit Filmtoast. Wie es ursprünglich dazu kam ist so simpel wie naheliegend. Tobi hatte unregelmäßig auf Seiten wie Schnittberichte Reviews zu Filmen verfasst und kam über diverse facebooksche Filmgruppen und –diskussionen in Berührung mit dem damaligen Team von Filmtoast (die Älteren erinnern sich: noch unter dem Namen Movicfreakz) und wurde daraufhin Teil dessen.
Thematisch ist er aufgeschlossen, seine feste Heimat hat er jedoch im Horrorfilm gefunden, da für ihn kein anderes Genre solch eine breite Variation an Themen und Spielarten zulässt. Kontroverser Ekelschocker, verstörender Psychothriller oder Elevated Horror – fast alles ist gern gesehen, auch wenn er zugeben muss, dass er einen Sweet Spot für blutrünstig erzählte Geschichten besitzt.
Tobi geht zum Lachen jedoch nicht (nur) in den blutverschmierten Keller, sein Herz schlägt unter anderem bei Helge Schneider, dänischem schwarzen Humor oder den Disyneyfilmen seiner Kindheit höher.
Kinogänge vollzieht er am liebsten im städtischen Programmkino, zum Leidwesen seiner filmisch weniger affinen Freunde, meidet er große Kinoketten wie der Teufel das Weihwasser. Am liebsten geht er seiner Filmleidenschaft jedoch in den eigenen vier Wänden nach, um den viel zitierten Pile of Shame seiner physischen Filmsammlung abzuarbeiten.
Tobi lebt in Sachsen-Anhalt, ist beruflich in einer stationären außerklinischen Intensivpflege verankert und hat mit der Begeisterung zum Film und dem Schreiben darüber den für sich perfekten Ausgleich zum oftmals stressigen Arbeitsalltag gefunden.

