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    The Cleansing – Die Säuberung

    Andreas Krasseltvon Andreas Krasselt22. Mai 2020Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Rebecca Acock als Alice wäscht in The Cleansing - Die Säuberung im Fluss die blutigen Laken ihrer Mutter.
    Alice (Rebecca Acock) wäscht im Fluss die blutigen Laken ihrer Mutter. © Tiberius Film
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    In The Cleansing – Die Säuberung wütet die Pest im mittelalterlichen Wales. Die Bewohner eines Dorfes suchen nach einem Sündenbock und werfen der 16-jährigen Alice Hexerei vor. Ist sie ein harmloses Opfer oder tatsächlich vom Teufel besessen? Ist der Film Drama oder Horror? Das erfahrt Ihr in unserer Rezension!

    Das Plakat zu The Cleansing - Die Säuberung zeigt im Hintergrund übergroß und bedrohlich den Läuterer. Im Vordergrund steht Alice (Rebecca Acock). Klein im Hintergrund der wütende Mob.
    Das Plakat zu The Cleansing – Die Säuberung. © Tiberius Film

    Davon handelt The Cleansing – Die Säuberung

    Südwales im 14. Jahrhundert: Ein kleines Dorf wird von der Pest heimgesucht. Erkrankte werden vom Läuterer (Cleanser) auch schon mal getötet, um nicht weitere Bewohner zu infizieren. Das widerfährt in The Cleansing – Die Säuberung auch der Mutter der 16-jährigen Alice (Rebecca Acock), die dieser Ermordung wehrlos zusehen muss. Der Dorfpfarrer Thomas (Rhys Meredith) hat derweil ein Auge auf das schmucke Mädchen geworfen. Das will aber nicht so wie er. Als Pfaffe stets im Kontakt mit der höheren Wahrheit, macht er Alice schnell klar: Wenn Du nicht mein Weib sein willst, kannst Du nur eine Hexe sein!

    Das hat dann natürlich eine ganze Reihe peinlicher Folgen, im wahrsten Sinne des Wortes. Doch Alice bleibt auch unter der Folter nicht nur abweisend, sondern auch schweigsam. Der Tod der Mutter hat sie verstummen lassen – für die verstockten Dorfbewohner ein weiteres Zeichen ihrer Besessenheit.

    Schließlich wird Alice ans Kreuz gefesselt. Doch Mary (Abbie Hirst), eine Freundin der Mutter, verhilft ihr zur Flucht. Im Wald entdeckt Alice eine Hütte, die einem einsamen Heiler und Kräutersammler gehört, der sich ihrer annimmt. Nach anfänglichem Zögern fasst das Mädchen Vertrauen zu dem Mann. Der macht sie mit einigen Drogen vertraut. Und mit Hilfe von Visionen erkennt Alice ihre Bestimmung, die für einige ziemlich unerfreulich sein wird.


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    Alice im Nichtwunderland

    The Cleansing – Die Säuberung ist mehr Drama als Horrorfilm. Wer echten Grusel sucht, ist hier fehl am Platz. Der Film nimmt sich Zeit für seine Geschichte, und kommt erst in der letzten halben Stunde stärker in Fahrt. Bis dahin schildert er mit einfachen aber stimmungsvollen Bildern in dichter Atmosphäre die Reise von Alice ins Nichtwunderland.

    Alice, gespielt von Rebecca Acock, steht im Kapuzenumhang vor ihrer Hütte. Sie trauert um ihre ermordete Mutter.
    Alice (Rebecca Acock) trauert um ihre ermordete Mutter. © Tiberius Film

    Düstere Bilder stimmen einen schnell darauf ein, dass diese Mittelalterversion recht finster ausfallen wird. Der idyllische Wasserfall der ersten Einstellung weicht sogleich einer mit blutigem Kopf durch den Wald taumelnden Alice, die in ihrer Hand einen Drudenfuß trägt. Hier scheint The Cleansing – Die Säuberung andeuten zu wollen, doch ein Horrorfilm zu sein. Was ein aus dem Nebel sich unheilverkündend hervor schälendes Holzkreuz noch unterstreicht, über das sich dann der Titel des Films legt. Doch ist die blutige Alice nur ein Traum, vielleicht auch eine Vision. Schon hier deutet sich die Indifferenz des Films in dieser Frage an.

    Gänzlich finster wird es, wenn wir Alice durch ihr Dorf begleiten, in dessen Mitte die Leichen übereinander gestapelt liegen. Sie geht zum Fluss, um blutige Laken zu waschen. Und die vogelschnäbelige Pestmaske des Läuterers wirkt ebenfalls recht furchteinflößend.

    Kranke sind in The Cleansing stigmatisiert

    Doch es geht nicht um übernatürliche Phänomene. Die Krankheit erzeugt Schrecken. Und The Cleansing – Die Säuberung zeigt auf durchaus nachvollziehbare Art und Weise, was dies mit einfach gestrickten Menschen anrichten kann. Kranke werden stigmatisiert, und es wird nach Schuldigen, nach Sündenböcken gesucht. Vorwiegend natürlich bei den Menschen, die sich anders verhalten als die Norm. Das weckt die niedersten Instinkte im Nachbarn. Man könnte jetzt nach Parallelen in der aktuellen, von Corona geprägten Gegenwart suchen. Aber letztlich zeigt dies nur menschliche, allzumenschliche Verhaltensweisen auf.

    Dorfpfarrer Thomas, gespielt von Rhys Meredit, steht in The Cleansing - Die Säuberung auf dem Dorfplatz mit ausgestrecktem Arm. Er verbannt Alice aus der Gemeinschaft.
    Dorfpfarrer Thomas (Rhys Meredith) verbannt Alice aus der Gemeinschaft. © Tiberius Film

    Ausstattung und Kostüme von The Cleansing – Die Säuberung unterstreichen das realistisch wirkende Ambiente. Der starke Kontrast der digital erzeugten Filmbilder tut das Übrige, auch wenn gerade diese Schärfe nicht jedem liegen wird. Zwar sind die Innenräume durch offenes Feuer meist rauchverhangen weichgezeichnet. Doch gute Ausleuchtung lässt selbst die grobe Ziegelstruktur der Wände der einfachen Hütten deutlich hervortreten, macht sie beinahe spürbar, als könne man die Risse und Poren im Gemäuer mit den Fingern nachfahren. Auch wenn ein paar Details an der historischen Genauigkeit zweifeln lassen. Ob eine 16-Jährige in einem abgelegenen Dorf im Mittelalter lesen konnte, dürfte zweifelhaft sein. Aber wir befinden uns trotz allem vorgeblichen Realismus ja nicht in einer Geschichtsstunde, sondern in einem Film.

    Schöne Bilder aus dem Wald

    Die Fotografie von The Cleansing – Die Säuberung ist trotz des offensichtlich eher niedrigen Budgets ganz ausgezeichnet. Sie fängt auch die walisische Waldlandschaft selbst in entsättigter und unterkühlter Farbgebung mit stimmungsvollen Bildern ein. Als Naturliebhaber möchte man schon seinen nächsten Wanderurlaub dort buchen.

    Der Läuterer rennt durch den Wald. Er trägt eine lange schwarze Kutte und unter seiner Kapuze eine vogelkopfartige Pestmaske.
    Bedrohlich: Der Läuterer verfolgt Alice im Wald. © Tiberius Film

    Die Darsteller sind mit einer Ausnahme durchwegs solide. Insbesondere die junge Rebecca Acock als Alice gibt in ihrer erst zweiten Spielfilmrolle Anlass zur Hoffnung. Überzeugend verkörpert sie die rehäugig Verschreckte wie die zutiefst Verletzte, aber auch die spätere Wandlung. Simon Nehan als der Kräuterfuzzi im Walde ist dagegen eher eine Enttäuschung. Er passt mit seinem gesamten stoffeligen Habitus so wenig in das mittelalterliche Setting wie Bugs Bunny nach Halloweentown. Irgendwie wirkt er auch in Kutte, als trüge er lieber Anzug und Krawatte.

    Nicht jeder Twist funktioniert

    Überraschende Wendungen sind im Horrorfilm das A und O. Sie müssen aber passen. Auch The Cleansing – Die Säuberung wartet mit zwei Twists auf, von denen der eine jedoch dermaßen absurd erscheint, dass er die filmische Suppe schon arg versalzt. Der andere, der das dann doch recht turbulente Finale einleitet, ist dagegen durchaus gelungen.

    Eine missgünstige Nachbarin steht halb verborgen hinter einem schmalen Baum und beobachtet das Geschehen um Alice mit hämischer Neugier.
    Eine missgünstige Nachbarin beobachtet das Geschehen um Alice mit hämischer Neugier. © Tiberius Film

    Die Musik klingt sehr bedeutungsschwanger und ist gelegentlich zu dick aufgetragen. Bleibt am Ende doch immer noch die Frage, ob es sich um Horror oder Drama handelt. Mag jeder nach eigenem Gusto entscheiden. Immerhin erfährt Alice über durch natürliche Drogen induzierte Visionen eine Art Läuterung, die sich der Läuterer so sicher nicht gedacht hatte. Was ihn dann auch bald die Glocken läuten hört. Aber Du sollst ja nicht spoilern, lautet das Erste Gebot. Regisseur Antony Smith, der bislang mit oft geschmähtem Fantasy- und Wikinger-Trash wie Viking – The Berserkers oder King Arthur – Excalibur Rising von sich sehen ließ, hat gezeigt, dass er es durchaus versteht, einen stimmungsvollen Film zu inszenieren. Auch wenn der Inhalt etwas flach daher kommt.

    Unser Fazit zu The Cleansing – Die Säuberung

    The Cleansing – Die Säuberung bietet überraschend gelungene Unterhaltung mit gelegentlichen Längen. Dennoch lässt die gut bebilderte Atmosphäre Spannung aufkommen. Vielleicht kein Film, den man seiner Filmsammlung einverleiben muss, doch zum Angucken durchaus empfehlenswert. Aber wie gesagt: Eingefleischte Horrorfans sollten nicht zu viel erwarten.

    The Cleansing – Die Säuberung ist ab 4. Juni 2020 auf DVD und Blu-ray erhältlich, digital bereits seit dem 21. Mai!


    © Tiberius Film

    Andreas Krasselt

    Andreas lebt im Raum Hannover. Er ist Journalist und fest angestellter Redakteur bei einer Tageszeitung – und nebenbei Musiker in einer Bluesrock-Band. Bei Filmtoast schreibt er seit 2019 Rezensionen. Filmfan ist er, seit er im zarten Alten von sechs Jahren von seiner Mutter jeden Sonntag in die Kindervorstellung des Stadtteilkinos abgeschoben wurde (so was gab es damals noch). Lieblingsgenre: Western, insbesondere die italienische Variante. Daher ganz klar der Lieblingsfilm: Spiel mir das Lied vom Tod, den er mit 12 schon dreimal im Kino gesehen hatte. Aber es gibt kaum ein Genre, dem er nichts abgewinnen kann. Weitere Favorites: Der Tod in Venedig, Im Zeichen des Bösen, 2001 sowie Leichen pflastern seinen Weg. Tja, und sein Guilty-Pleasure-Favorite ist Predator 2 von dem total unterschätzen Stephen Hopkins. Filme guckt er zwar gerne im Kino, ist aus Zeitmangel aber auf das Heimkino gewechselt, weshalb seine private Filmsammlung auch mehr als 1000 Titel umfasst.

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