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    Triangle of Sadness

    Luca Mattysvon Luca Mattys27. September 2022Keine Kommentare7 min Lesezeit
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    Carl und Yaya sonnen sich auf Liegestühlen unter blauem Himmel - Triangle of Sadness
    Triangle of Sadness © Alamode Film
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    Kreuzfahrt, Kotze, Kavier – Cannes-Gewinner Triangle of Sadness hält den Reichen, Schönen und jenen, die sich dafür halten, den Spiegel vor. Ob das Ergebnis überzeugt, erfahrt ihr in unserer Kritik!

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    Carl und Yaya sonnen sich auf Liegestühlen unter blauem Himmel - Triangle of Sadness Cover
    Das Cover von Triangle of Sadness © Alamode Film

    Die Handlung von Triangle of Sadness

    Das Model-Paar Carl (Harris Dickinson) und Yaya (Charlbi Dean) tritt eine Luxusreise auf einem Kreuzfahrtschiff an. An Bord treffen sie auf diverse schrullige Gestalten, allesamt stinkreich, die Champagner schlürfen und das Personal auf Trab halten. Als der Kapitän (Woody Harrelson), der seine Kajüte kaum verlässt und nie nüchtern anzutreffen ist, zum Dinner lädt, bricht Chaos aus. Bald finden sich Carl, Yaya und ihre Mitreisenden in einer Situation wieder, in der ihr Geld keinen Wert mehr besitzt. Urplötzlich sind die an Opulenz gewöhnten Snobs völlig hilflos. Die Schiffsangestellte Abigail (Dolly De Leon) nutzt die Gelegenheit, um die Kontrolle zu übernehmen und die Machtverhältnisse auf den Kopf zu stellen …

    Aggressiv statt subtil

    Ruben Östlund ist nicht unbekannt für seine Sozialsatire; schon 2017 spottete er in The Square über prätentiöse Kunstkenner. Triangle of Sadness widmet sich nun einer Welt, in der Attraktivität ebenso sehr eine Währung sein kann wie Bargeld. So ist es kein Zufall, dass seine Hauptfiguren ihren Lebensunterhalt mit ihren Körpern verdienen. Früh wird deutlich: Das titelgebende Dreieck der Trauer bildet das Verhältnis von schmaler Ober- zu breiter Unterschicht. Östlund möchte die Absurdität sozialer Selbstdarstellung ebenso durch den Kakao ziehen wie die verschobene Eigenwahrnehmung der oberen Zehntausend. Heraus kommt ein Film, dessen Sozialkritik das Stadium des Observierens leider kaum verlässt. Weiter als reine Beobachtung traut sich Triangle of Sadness selten zu gehen. So verkommen selbst gut gedachte Momente oft zu Mario-Barth-Witzen à la „Kennste, kennste Influencer“. Das Drehbuch, für das sich Östlund gewiss Hoffnungen auf eine Oscar-Nominierung macht, ist zwar durchgehend bissig, aber zu oft zahnlos.

    Eine Passagierin des Kreuzfahrtschiffes sitzt mit einer Angestellten am Pool und unterhält sich mit ihr
    Die Angestellten sind angewiesen, auch die absurdesten Wünsche zu erfüllen. © Alamode Film

    Erst im letzten Teil dieser in Kapitel gedrittelten Geschichte abstrahiert der Film die getroffenen Beobachtungen und kommentiert das Geschehen tatsächlich. Subtil ist daran noch immer rein gar nichts; wer nicht erkennt, dass ihm eine Sozialparabel aufgetischt wird, muss eingeschlafen sein. Dies rührt insbesondere daher, dass über die gesamte Lauflänge keine Gelegenheit ausgelassen wird, mit dem Finger auf etwas zu zeigen. Einen Filter scheint Östlund nicht zu besitzen. So wird jeder Einfall verwertet, jeder Witz erzählt, kein Charakter verschont. Triangle of Sadness ist wie ein Pendel, das zwischen dem Genie von Bong Joon-hos Parasite und dem Wahnsinn von Adam McKays Don’t Look Up schwingt. Clevere Kritik und wahnwitzige Polemik geben sich minütlich die Klinke in die Hand. Am Schluss der holprigen, mindestens 30 Minuten zu langen Fahrt ist niemand schlauer, aber immerhin gut unterhalten worden.

    Eine Welt wie ein Instagram-Post

    Die visuelle Ästhetik, die für Triangle of Sadness gewählt wurde, mag zunächst uninteressant erscheinen. Die Farben sind künstlich grell gedreht, das Weiß des Kreuzfahrtschiffes blendender als die Zähne der Protagonisten. Kaum eine Figur sieht aus, als hätte ihr Darsteller weniger als zwei Stunden in der Maske verbracht. Selbst Halbglatzen sind so sorgsam gekämmt und hergerichtet, dass Fotos von ihnen im Schaufenster eines Friseursalons hängen könnten. Der glattgebügelte Stil ohne Ecken und Kanten, den man so ebenso gut in der Instagram-Story reisender YouTube-Stars vermuten könnte, ist visuell uninteressant und besitzt keinerlei Charme.

    Dies ist jedoch genau der Effekt, den Östlund bezweckt. Im Verlaufe des Films schält er die fleckenfreie optische Hülle immer weiter ab, bis die Imperfektionen sichtbar werden. Der große Bruch erfolgt schließlich in einer Szene, die ich auf gar keinen Fall vorwegnehmen möchte, welche aber so einschneidend ist, dass sich jeder Zuschauer noch lange an sie erinnern wird. Ab diesem Punkt ist nichts mehr ästhetisiert, glatt oder Social Media-tauglich. Die geschickte Gegenüberstellung verschiedener Bildeindrücke ist Östlunds größte Regieleistung in Triangle of Sadness und trägt entscheidend zu dessen Wirkung bei.

    Ein Passagier knipst an Deck des Schiffs Fotos von seiner Partnerin
    An Deck des Schiffs sind die Passagiere auf Schnappschüsse aus. © Alamode Film

    Fast hätte ich mir aber gewünscht, dass er noch etwas mehr Wagemut an den Tag legt. Es mag seltsam klingen – immerhin wirbt schon der Trailer mit schwallartigem Erbrechen -, aber man hätte hier noch weiter gehen können. So viele Bilder sind einzig und allein auf Schockwerte ausgelegt, doch nur wenige davon vermögen es tatsächlich zu schocken. Ein Werk, das derartig stolz auf seine fehlende Subtilität zu sein scheint, darf eigentlich nicht so wenig einprägsam sein. Auch hier bietet Östlund den Vergleich zu Parasite selbst quasi auf einem Silbertablett an. Doch die packende Bildgewalt des dreckigen Wassers, das in Bongs Meisterwerk Toiletten zum Übersprudeln bringt, erreicht er nur selten.

    Brillante (Selbst-)Darsteller

    Ein Ensemble-Film wie dieser steht und fällt natürlich auch mit seinen Darstellern. Die Vielfalt falscher Persönlichkeiten kann nur dann wirkungsvoll gezeigt werden, wenn es uns möglich ist, hinter die Schauspieler zu blicken. Glücklicherweise setzt der breitgefächerte Cast diese Aufgabe großartig um und legt den Fokus dorthin, wo er hingehört: auf die überlebensgroßen Egos der Figuren. Neben Amerikaner Woody Harrelson und Brite Harris Dickinson spielen unter anderem die tragischerweise bereits verstorbene Südafrikanerin Charlbi Dean und die Deutsche Iris Berben. Die bunte Mischung geht auf; die Akteure füllen ihre Figuren mit Leben und hinterlassen auch mit kürzeren Beiträgen bleibende Eindrücke. Mein Beileid allerdings an alle, die eine Nominierung für Woody Harrelson bei den Oscars vorhersagen, denn mehr als volltrunkene, sozialpolitische Monologe halten darf er nicht wirklich. Preisverdächtige Darbietungen gibt das karikaturenhafte Material generell einfach nicht her – mit einer Ausnahme.

    Der Kapitän und sein Stellvertreter erwarten ihre Gäste mit Sektgläsern in der Hand
    Kapitän Thomas Smith erwartet die Kreuzfahrtgäste zum Dinner © Alamode Film

    Dolly de Leons Abigail ist eine Offenbarung. Die Entwicklung, die Östlunds Drehbuch andeutet, erstrahlt in den Händen dieser Schauspielerin in neuem Glanz. De Leon glänzt in den komödiantischen Momenten ebenso sehr wie in den dramatischen. Ihre Figur ist die einzige mit tatsächlicher Tiefe. Auch dies ist keine Schwäche des Skripts, sondern eine bewusste Entscheidung. Die Oberflächlichkeit, die wir in den ersten zwei Dritteln ertragen mussten, weicht mit ihr zum ersten Mal tatsächlicher Menschlichkeit. Wir sehen, wie sie ihre einzigartige Position ausnutzt, um selbst von der Macht zu kosten, die ihr bislang verwehrt war. Wann immer sie das Ruder übernimmt, darf Triangle of Sadness für einen kurzen Moment wirklich eindrucksvoll sein.

    Unser Fazit zu Triangle of Sadness

    Der Sieg der Goldenen Palme in Cannes beweist: Ruben Östlund trifft einen Nerv. Dennoch stößt mir sein neuestes Werk leider deutlich zu häufig sauer auf, um seine Wirkung vollkommen zu entfalten. Oft fühlt sich Triangle of Sadness an wie eine Kritik an reichen Schnöseln für reiche Schnösel. Die Elite Hollywoods kann über die kauzigen Figuren lachen und sich anschließend am Buffet Kobe-Rind auf das Hunderttausend-Dollar-Kleid kleckern. Etwas weniger ausgestreckter Finger hätte dem Drehbuch sicherlich nicht geschadet; eventuell hätte man ihn gegen mehr Substanz eintauschen können. Dennoch kann das Gesamtprodukt als Komödie überzeugen. Die zweckgerichtete Regie und intelligenten Einfälle sind da, auch wenn sie definitiv nicht jedermanns Geschmack treffen werden. Alle Darsteller machen ihre Sache gut, Kamera und Ausstattung sind gezielt eingesetzt und überzeugend. Ein Meisterwerk wäre der Film geworden, wenn er das Versprechen gnadenloser Kritik, das er frühzeitig gibt, auch konsequent eingelöst hätte.

    Triangle of Sadness erscheint am 13. Oktober 2022 in den deutschen Kinos!


    © Alamode Film

    Luca Mattys

    Filmverrückter aus Leidenschaft, Oscar-Trivia-Lexikon auf zwei Beinen und vermutlich der Hauptgeldgeber aller Düsseldorfer Kinos. Jeden Dienstagmittag bastelt Luca sich gewissenhaft sein Wochenprogramm zusammen und gibt renommierten Klassikern dabei dieselbe Chance wie hoffnungslosem Müll. Für ihn gibt es keinen schöneren Ort auf der Erde als das Innere eines Kinosaals. Seit inzwischen zwei Jahren schreibt er Kritiken für Filmtoast und schaut auch ab und zu mal frech im Podcast vorbei, wenn niemand ihn aufhält. Wenn er nicht gerade über die diversen Gründe philosophiert, warum "Brügge sehen … und sterben?" der beste Film aller Zeiten ist, oder sich über die Sieger:innen der vergangenen Preissaison echauffiert, versucht er, seine DVD-Sammlung abzugrasen, von der noch immer ein schockierender Anteil originalverpackt ist.

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