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Toby (Chris Pine) und Tanner (Ben Foster) blicken gemeinsam in die Ferne, befinden sich auf ihrer Farm

Hell or High Water

Nach einem Drehbuch von Sicario-Autor Taylor Sheridan hat Regisseur David Mackenzie sich mit Hell or High Water an einem knallharten Neo-Western versucht und dafür Stars wie Chris Pine und Legende Jeff Bridges mit an Bord geholt. Ob das Gesamtwerk auch so gut ist, wie die Einzelteile vermuten lassen, erfahrt ihr in unserer Kritik!

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TitelHell or High Water
Jahr2016
LandUSA
RegieDavid Mackenzie
DrehbuchTaylor Sheridan
GenreThriller, Crime, Drama
DarstellerChris Pine, Ben Foster, Jeff Bridges, Gil Birmingham, Katy Mixon
Länge102 Minuten
FSKAb 16 Jahren freigegeben
VerleihParamount Pictures
BluRay zu Hell or High Water, zeigt Chris Pine und Jeff Bridges groß im Portrait und Ben Foster mit Sturmgewehr in der Hand auf dem Cover von Hell or High Water
Offizielles Boxart zu Hell or High Water Quelle: DVD/Bluray „Hell or High Water“, © Paramount Pictures

Worum geht’s in Hell or High Water?

Nach dem Tod ihrer Mutter finden sich die beiden Brüder Toby (Chris Pine) und Tanner (Ben Foster) wieder auf der Farm der Familie zusammen. Ihren Vater verloren die beiden schon vor vielen Jahren, zudem ist Tanner gerade erst aus dem Gefängnis entlassen worden. Toby hingegen hat in der Zeit eine Familie gegründet, sich aber wenige Jahre später wieder scheiden lassen und sich völlig von seinen Kindern entfremdet. Die beiden hatten kein leichtes Leben. Komplizierter werden die Dinge dann auch noch dadurch, dass auf ihrem Grundstück Öl gefunden wurde und zwielichtige Banken sie gleichzeitig von ihrem Grundstück verdrängen und mit den Schulden ihrer verstorbenen Mutter erpressen wollen.

Die beiden Brüder, denen eine gewisse kriminelle Energie definitiv nicht abzusprechen ist, sehen keine andere Möglichkeit, als Banken zu überfallen, um das nötige Geld zusammenzubekommen. Dabei gehen sie äußerst klug und strategisch vor, doch sie haben die Rechnung ohne das Gesetz gemacht. Dieses ist ihnen nämlich in Form des vor der Pension stehenden Texas Rangers Marcus Hamilton (Jeff Brigdes) auf den Fersen. Der hat es sich zusammen mit seinem Partner Alberto Parker (Gil Birmingham) zur persönlichen Aufgabe gemacht, die beiden zu erwischen. Eine spannende „Katz und Maus“-Jagd durch den modernen wilden Westen beginnt…

Toby (Chris Pine) und Tanner (Ben Foster) blicken gemeinsam in die Ferne, befinden sich auf ihrer Farm in Hell or High Water
Toby und Tanner sehen keinen anderen Ausweg als den in die Kriminalität Quelle: DVD/Bluray „Hell or High Water“, © Paramount Pictures

Technische Glanzleistung

Hell or High Water bewegt sich technisch auf einem wahnsinnig hohen Niveau. Besonders die Kamera kann dabei glänzen und fängt teils unglaubliche Bilder ein. Im Zusammenspiel mit der Natur und deren atemberaubenden Farben zementiert sich der Film als visuelles Meisterwerk. Auch bei der Inszenierung der Charaktere weiß er zu überzeugen und liefert eine Bildsprache, die durchgehend Sinnbild ist für das Innenleben der Charaktere und die Umstände, in denen sie sich befinden. Dazu kommen wirklich auffällig lange Kamerafahrten, die dem Zuschauer hervorragend die Situation abbilden und das Geschehen eine ganze Ecke realistischer wirken lassen. Eine endlose Plansequenz bleibt zwar aus, aber das ist auch nicht das Ziel des Films. Stattdessen wird durch gnadenloses Draufhalten eine kaum zu ertragene Spannung vermittelt. So zum Beispiel, wenn Bruder Toby nach einem Überfall auf eine unerwartete Polizeikontrolle stößt und die Kamera fast ausschließlich im Inneren des Autos bleibt und seine Anspannung auf den Zuschauer überspringt.

Toby (Chris Pine) sitzt im Auto, neben ihm ein Polizist, Toby reicht ihm seine Papiere in Hell or High Water
Besonders dank der Kameraarbeit gehört diese Szene zu einer der stärksten des Films Quelle: DVD/Bluray „Hell or High Water“, © Paramount Pictures

Auch die Soundabteilung hat ganze Arbeit geleistet. Die Waffen klingen ohrenbetäubend laut und glaubwürdig und auch alle anderen Effekte können sich hören lassen. Star in dieser Kategorie ist aber der Soundtrack. Dieser mischt melancholische Melodien, gespielt auf typischen „Western-Instrumenten“, mit Countrymusik der feinsten Sorte und sorgt somit für ein wirklich glaubwürdiges Neo-Western-Feeling.

Starke Figuren …

Hell or High Water kann mit wahnsinnig glaubwürdigen und gut geschriebenen Figuren aufwarten. Besonders die Dynamik der beiden Duos untereinander hilft uns als Zuschauer dabei, die Charaktere kennen zu lernen und einschätzen zu können. Die beiden Brüder Toby und Tanner könnten unterschiedlicher nicht sein – der eine will nur ein ruhiges Leben, der andere kann nicht anders, als seine leicht psychopathische Ader auszuleben. Auch wenn die beiden wenig mit der Lebensweise des anderen anfangen können, lieben sie sich innig, was man an zahlreichen herzerwärmenden Szenen nachvollziehen kann. Die beiden Gesetzeshüter Marcus und Alberto hingegen haben eine völlig andere Beziehung. Der konservative und leicht rassistische Marcus treibt ständig seine Späße mit seinem Partner, der indianisch-mexikanischer Abstammung ist. Dieser lässt sich das jedoch selten gefallen, was zu Szenen mit herrlich schwarzem Humor führt.

… nachvollziehbar geschrieben

Beiden Parteien räumt der Film genug Platz ein, dass wir ein gutes Gefühl für ihre jeweiligen Motive bekommen. Genau dieser Sachverhalt eröffnet aber auch eine wirklich schwere moralische Frage: Mit wem sollen wir mitfiebern? Weder Jeff Bridges, noch Ben Foster und erst recht nicht Chris Pine kann man als Antagonist identifizieren. Sie stehen sich lediglich gegenseitig im Weg, haben aber auch alle gute Gründe für das, was sie tun und wie sie es tun. An solchen Betrachtungen erkennt man, wie wahnsinnig gut Hell or High Water geschrieben ist und wie sehr einem sämtliche Charaktere ans Herz wachsen können.

Sherrif Marcus sitzt auf der Veranda, Toby steht ihm mit einem Gewehr in der Hand gegenüber in Hell or High Water
Die Figuren in Hell or High Water sind wirklich zum Greifen nah Quelle: DVD/Bluray „Hell or High Water“, © Paramount Pictures

Besonders die Ambivalenz zwischen den Personengruppen ist bemerkenswert: Die beiden Gangster wollen um jeden Preis aus dieser Art des Lebens raus, können es aber durch die festgefahrenen Umstände nicht. Texas Ranger Marcus hingegen würde gern noch so lange wie möglich ein Verbrechensbekämpfer bleiben, entsprechend klammert er sich auch an die Verfolgung der beiden und will sie um jeden Preis stellen. Doch sein Alter macht ihm einen Strich durch die Rechnung, seine baldige Pensionierung und damit Zwangsentlassung aus dem Dienst warten am Horizont. Das ist nur ein Beispiel für die zahlreichen Details, die einem der Film bietet und die Figuren damit noch lebendiger macht.

Das liegt nicht zuletzt an den grandiosen Darstellern. Da der Film sich von Anfang bis Ende nur auf vier Figuren fokussiert, können diese auch wirklich glänzen. Wir bekommen sehr intime Einblicke in ihre Leben und ihr Inneres, was die Schausspieler auch hervorragend rüberbringen. Jeff Bridges hat für seine Darstellung des abgehalfterten Kleinstadt-Sherriffs sogar eine Oscar-Nominierung einsacken können.

Unser Fazit zu Hell or High Water

Hell or High Water ist ein durch und durch packender Neo-Western, der besonders mit seinen unglaublich realistischen Figuren und seinem fantastischen Drehbuch überzeugen kann. Auch auf technischer Ebene zeigt das Produktionsteam, zu was es fähig ist, und fängt teils unglaubliche Bilder ein. Lediglich im Mittelteil tritt der Film ein bisschen zu sehr auf die Bremse, übertreibt es an anderer Stelle auch ein bisschen, das tut dem grandiosen Gesamteindruck jedoch keinen Abbruch. Von uns gibt es eine unbedingte Sehempfehlung für Fans von gutem Kino.

DVD und Blu-ray sind von Paramount/Universal Pictures im Handel erhältlich!

Unsere Wertung:

 

 

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© Paramount Pictures

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