Filmtoast.de

Mulholland Drive – Straße der Finsternis

“Mulholland Drive” ist David Lynch‘s meisterhaft inszeniertes Verwirrspiel über das hochkomplexe Leben seiner Charaktere in der amerikanischen Traumfabrik.

TitelMulholland Drive
Jahr2001
ProduktionslandUSA/Frankreich
RegieDavid Lynch
DrehbuchDavid Lynch
GenreMystery Drama-Thriller
DarstellerNaomi Watts, Laura Harring, Ann Miller, Robert Forster
Länge141 Minuten
FSKAb 16 Jahren freigegeben
VerleihConcorde Filmverleih
DVD-Cover zu Mulholland Drive von 2001
DVD-Cover zu Mulholland Drive von 2001. ©Concorde Film Home Entertainment

Story:

Naomi Watts in Mulholland Drive von 2001
Naomi Watts in Mulholland Drive von 2001. ©Concorde Film Home Entertainment

Die hübsche Blondine Betty (Naomi Watts) verwirklicht ihren Traum. Sie zieht von Kanada nach Los Angeles um Hollywoodstar zu werden. Das luxuriöse Apartment ihrer Tante, einem alternden Filmstar kommt da wie gerufen. Bei der Einrichtung ihrer neuen Bleibe, stößt Betty auf die Fremde Schönheit Rita (Laura Harring). Rita verlor bei einem kürzlich stattgefunden Autounfall unter mysteriösen Umständen ihr Gedächtnis. Nur leicht verletzt und als einzige Überlebende des Unglücks, verschaffte sie sich Zugang zum Apartment. Doch statt den seltsamen Fall der Polizei zu überlassen, freundet sich Betty mit Rita an und versucht gemeinsam mit ihr dessen Identität aufzuklären.

Justin Theroux in Mulholland Drive von 2001
Justin Theroux in Mulholland Drive von 2001. ©Concorde Film Home Entertainment

Parallel dazu bekommt es der junge stolze Regisseur Adam Kesher (Justin Theroux) mit ein paar seltsamen aber sehr bedrohlichen Geldgebern aus Mafiakreisen zu tun. Adam möchte sich grundsätzlich nicht vorschreiben lassen, wer in seinen Filmen mitzuspielen hat. Doch gewisse Einschüchterungsversuche bewegen ihn letztlich dazu über seinen Schatten zu springen.

 

Dann gibt es da noch den tollpatschig wirkenden Auftragskiller Joe, der bereit war drei Menschen zu töten wegen des mysteriösen Inhalts eines Buches.

Kritik:

Das alles klingt verwirrend und zusammenhanglos? Welcome to the World of David Lynch!

Laura Harring in Mulholland Drive von 2001
Laura Harring in Mulholland Drive von 2001. ©Concorde Film Home Entertainment

Liebe, Neid, Eifersucht und Mord. Vier Worte die lediglich ein Fundament für den Mystery-Thriller „Mulholland Drive“ bilden. Wer hier glaubt eine geradlinige und nachvollziehbare Geschichte serviert zu bekommen, der sollte sich besser auf das genaue Gegenteil gefasst machen. Kaum ein anderer Filmemacher beherrscht die Regeln des besonderen & surrealistischen Films so gekonnt wie David Lynch. Der „Twin Peaks“ und „Lost Highway“ Schöpfer ist bekannt für seine Abkehr von gängigen Erzählstrukturen und bemächtigt sich bewusst dem Stilmittel des unzuverlässigen Erzählens. Dabei ist letztlich nichts so, wie es zunächst scheint. Schauplätze, Charaktere und Leitmotive sowie zunächst augenscheinlich bedeutungslose Nebensächlichkeiten wechseln pfeilschnell und völlig unerwartet ihre Bedeutung und geben Spielraum für wage Interpretationen. Was sich hier aber anhört wie das Werk eines Indie-Filmkunst Studenten ist dann letztlich doch nicht so ausgelegt. „Mulholland Drive“ ist wohl durchdachte aber komplexe Lynch-Filmkost,
die sich problemlos in die Riege seiner vergangenen Werke einreiht und gibt zumindest eine grob orientierte Rahmenhandlung vor. Diese lässt sich wiederum in Teile gliedern und geschieht in einer mehrsträngigen Phase. Immer wieder werden Charaktere eingeführt, die genauso schnell wieder verschwinden wie sie gekommen sind. So zum Beispiel ein völlig verängstigter Mann in einem Coffee-Shop, der am helllichten Tag in einer Seitenstraße von einer düsteren Gestalt quasi zu Tode erschreckt wird. Wo liegen zwischen all den Ereignissen die Zusammenhänge? Gibt es diese überhaupt? Soviel sei vorhergesagt… wer sich am Ende des Geschehens Antworten erhofft muss entweder auf sehr bestimmte Details achten (unter anderem spielt hier der Vorspann sowie die Farbe „rot“ keine unbedeutende Rolle) oder wird auf eine böse Enttäuschung treffen. Doch selbst wenn es gelingt genannte und weitere Hinweise zu entdecken will sich das Puzzle nur bedingt zusammenfügen. Letztlich wird es für die meisten Betrachter so sein, dass „Mulholland Drive“ mehr Fragen aufwirft als er beantworten kann. Der Film funktioniert wie ein ausgeklügeltes Schachspiel, bei dem kein Zug dem anderen gleicht. Die Figuren bewegen sich zunächst auf ein bestimmtes Ziel zu, was Lynch dann aber ebenso überraschend wie unerwartet immer wieder durch raffinierte Gegenzüge blockiert und letztlich zunichte macht. Eine von vielen möglichen Interpretationen wäre dabei Lynch’s ganz persönliche „Hölle von Hollywood“. Einem Zerrbild hinter der pseudoglücklichen Fassade der Traumfabrik, die nicht zwangsläufig mit Anbeginn der berühmt-berüchtigten „Film Noir“ der 40er und 50er Jahre Einzug fand.

Fazit:

Der geheimnissvollste Mann aus Mulholland Drive..von David Lynch
Der geheimnissvollste Mann aus Mulholland Drive..©Concorde Film Home Entertainment

Diverse Internetseiten sind voll mit unterschiedlichsten Erklärungsversuchen zu Lynch‘s meisterhaft inszeniertem Puzzlespiel. Es stellt sich nur die Frage nach der Notwendigkeit. Lynch war sich seines Handelns in „Mulholland Drive“ mehr als bewusst und die Zielgruppe des Films dürfte hier ganz sicher nicht jedermann sein. In erster Linie ist der Film an ein experimentierfreudiges Publikum gerichtet mit Spaß am Interpretieren. Aufgeschlossenheit sowie eine guten Beobachtungsgabe sind ebenfalls zwingend erforderlich. Wem das gelingt, der bekommt mit „ Mulholland Drive“ einen ebenso ausgeklügelten wie alptraumhaften Neo-Noir Mystery-Thriller geboten, bei dem Traum und Wirklichkeit weder einen klaren Zusammenhang haben, noch gänzlich unlogisch erscheinen.

Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion:

Handlung/Dramaturgie
Figuren/Schauspieler
Ausstattung/Schauplätze
Form
Hintergrund
Vergleich im Genre
Durchschnitt:

Hier könnt Ihr den Film selbst bewerten:

Handlung/Dramaturgie
0
Figuren/Schauspieler
0
Ausstattung/Schauplätze
0
Form
0
Hintergrund
0
Vergleich im Genre
0
Durchschnitt:
 yasr-loader

© Concorde Filmverleih GmbH

1 Kommentar