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NERVE

Ein aktives online Spiel in Richtung ‘Wahrheit oder Pflicht’ wird zum viralen Hit und treibt die Teilnehmer bis an ihre Grenzen oder in den Tod…

TitelNERVE
Jahr08. September 2016
ProduktionslandUSA
RegieHenry Joost & Ariel Schulan
DrehbuchJessica Sharzer
GenreThriller
DarstellerEmma Roberts, Dave Franco, Julietta Lewis, Miles Heizer, Emily Meade, Machine Gun Kelly
Länge96 Minuten
FSKab 12 Jahren freigegeben
VerleihStudioCanal Deutschland
Nerve_BluRay_Cover aus 2016
Bluray Cover von Nerve von ©Studiocanal

Im Sommer 2016 sind uns unmengen von Kids begegnet, die via Handy versucht haben Pokémon’s zu fangen. An diversen Stationen gab es sogenannte Areas an denen man seine Pokémon’s gegeneinander antreten lassen konnte.

Vee (Emma Roberts) und Ian (Dave Franco)
Vee (Emma Roberts) und Ian (Dave Franco) in Nerve von ©Studiocanal

Was wäre, wenn man dieses Spiel auf ein neues Level heben würden? Wenn anstatt virtuelle Tiere Menschen gegeneinander antreten würden? Jedoch nicht auf einer virtuellen Plattform sondern im realen Leben. Und schon sind wir bei NERVE gelandet. Einem online Spiel bei dem man als Watcher oder Player einsteigen kann. Als Watcher bezahlt man einen Beitrag um den Playern beim Spielen zu zusehen. Als Player muss man wie bei Wahrheit oder Pflicht Aufgaben erledigen. Die Aufgaben werden von den Watchern gestellt. So viel zum Background.

Nerve-Finalist Ty (Richard Colson Baker, bekannt als US-Rapper Machine Gun Kelly)
Nerve-Finalist Ty (Richard Colson Baker, bekannt als US-Rapper Machine Gun Kelly) in Nerve von ©Studiocanal

Im Mittelpunkt dieses Thrillers stehen Vee (Emma Roberts), Syd (Emily Meade) und Tommy (Miles Heizer). Schnell wird klar, dass Vee das schüchterne Mauerblümchen ist. Syd, die beliebte Cheerleaderin und Tommy, der Nerd. Natürlich ist Syd schon eine fleißige NERVE Playerin und kann bereits 3500 Follower verbuchen. Jeder Instagram Account würde von solchen Zahlen träumen. Doch es reicht noch nicht. Syd’s Wunsch ist es in die Top 10 zu gelangen und somit insFinale, denn dann winkt das ganz große Geld.

Nach einem Schulbesuch in einem Café kommt es zu einer unschönen Szene. Syd versucht Vee klar zu machen, dass sie aus sich raus kommen soll. Die Situation spitzt sich zu als Syd einen Footballspieler anspricht, den Vee schon lange aus der Ferne anhimmelt. Natürlich gibt es eine Abfuhr die es in sich hat und Vee bloß stellt. Aus Wut nimmt sie als Playerin an NERVE teil. Während sie zu ihrer ersten Aufgabe düst, wird im Hintergrund wunderbar gezeigt, wie NERVE alle privaten Daten aus dem Internet zieht und somit für Vee ein NERVE-Profil anlegt. Hier ist der Film nicht weit von der Realität entfernt. Wie einfach ist es heute über einen Menschen persönliche Dinge in Erfahrung zu bringen ohne dessen Facebook Account zu hacken.

Unterwegs triff Vee auf Ian (Dave Franco). Die Watcher lieben beide und wollen sie nur noch zusammen sehen. Immer wieder erhalten sie Aufgaben, die sie als Paar lösen müssen. Ab hier entwickelt sich der Film zu einer Achterbahnfahrt die konstant das Tempo anzieht. Zudem bedient sich der Film des üblichen Klischees: Mauerblümchen wird zum gefeierten Medienstar. Was in der heutigen Zeit von YouTube und Twitch nicht so weit her geholt ist.

Je näher der Film dem Finale kommt, wird langsam aber stetig der mahnende Zeigefinger erhoben. Es gibt die NERVE-Fans und die NERVE-Gegner. Kurze Ausschnitte von misslungen Aufgaben zeigen wie gefährlich das Spiel ist.  Junge Menschen verletzten sich bei dem Versuch die Aufgaben zu erledigen. Manche sterben sogar. Dennoch hält die Sucht nach Nervenkitzel und die Anonymität des Internet das Spiel am Leben.

Ian (Dave Franco) und Vee (Emma Roberts)
Ian (Dave Franco) und Vee (Emma Roberts) in Nerve von ©Studiocanal

Das Finale ist leider etwas zu überzogen. Da hätte ich mir was anderes gewünscht. Hier kommt Tommy, der Nerd vollends zum Einsatz. Jedoch fand ich diesen Part ziemlich an den Haaren herbei gezogen. So tief geh mein IT Wissen nicht, aber so einfach stelle ich mir das nicht vor (wegen Spoilergefahr, gehe ich nicht tiefer darauf ein). Den Filmspaß mindert das in keinster Weise. Die Figuren Vee und Ian sind so liebenswert dargestellt, dass man einfach nur wissen möchte, was mit ihnen passiert.

Mein Fazit: 96 Minuten Action, Spaß & Abenteuer, der sich ein wenig des klassischen Teenie-Film-Klischee bedient und erschreckenderweise nicht weit von der Realität entfernt ist. Schon morgen könnte ein Spiel wie NERVE online gehen.

Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion:

Handlung/Dramaturgie
Figuren/Schauspieler
Ausstattung/Schauplätze
Form
Hintergrund
Vergleich im Genre
Durchschnitt:

Hier könnt Ihr den Film selbst bewerten:

Handlung/Dramaturgie
1
Figuren/Schauspieler
1
Ausstattung/Schauplätze
1
Form
1
Hintergrund
1
Vergleich im Genre
1
Durchschnitt:
  yasr-loader

© Studiocanal

Desiree Napret

Name: Desiree Napret
Alter: Eine Frau fragt man nicht (30 G)
Bei Movic Freakz seit: Februar 2017
Aufgabengebiete: Reviews verfassen, Werbung, Admina
Bevorzugtes Genre: Science-Fiction (gemeine Frage! Ich schaue querbeet!)
Lieblingsfilme (Die Liste spiegelt nicht ein Ranking wieder, sondern in welcher Reihenfolge ich die Filme zum ersten Mal gesehen habe)
1. Das letzte Einhorn
2. Star Wars V – Das Imperium schlägt zurück
3. E.T.
4. Star Trek IV – Zurück in die Gegenwart
5. Indianer Jones und der letzte Kreuzzug
6. The Goonies
7. Stirb Langsam I
8. Die Verurteilten
9. Herr der Ringe II – Die zwei Türme
10. Marvel’s The Avengers (2012)
Über mich:
Ich bin ein Film- und Serienjunkie, die auf Filme steht, wo Waffen selten nachgeladen werden müssen. Handlung muss auch nicht immer sein, Hauptsache es ist ein roter Faden erkennbar. Darum haben es auch nur Filme auf meine persönliche Hitliste geschafft, die meine Jungend und mich nachhaltig geprägt haben. Ebenso war mir der Wiederholungsfaktor wichtig. Diese Filme bescheren mir noch nach Jahren der X-ten Sichtung eine Gänsehaut.
Wenn ich mal nicht Filme oder Serien schaue, verbringe ich viel Zeit vor der Playstation oder am PC. Aus diesem Grund verfasse ich sporadisch Reviews über Games, wobei ich Singleplayer dem Multiplayer vorziehe. Nebenbei bin ich berufstätig, verheiratet und studiere an der Abendschule Marketingkommunikation. Als Gegengewicht zu der ganzen Sitztätigkeit gehe ich Laufen, spiele Paintball oder fahre Mountainbike. Früher sogar Downhill, aber das hat sich aufgrund des Studiums stark reduziert. Genau wie das Paintball… Leider. Manchmal wünschte ich mir, dass der Tag mehr als 24 Stunden hätte oder dass ich wie die Twilight Vampire nicht schlafen müsste, aber dies bleibt weiterhin nur Wunschdenken. Bis dahin versuche ich euch mit Reviews zu erheitern oder turne auf verschieden Conventions für euch mit rum. Gerne könnte ihr mir unter daisyenpunkt auf Instagram folgen. C u Freakz!

1 Kommentar

  • Watcher oder Player…blaue oder rote Pille??

    Dieser Film hält uns allen inhaltlich den Spiegel vors Gesicht…Sicher..sehr naiv, Simpel und nur allzu plakativ. Was aber bei dem Zielpublikum, das in jeder Sekunde des Lebens das Smartphone im Anschlag hat, als wäre es eine geladene Waffe, kein Wunder. Der Weg mag simpel erscheinen…..die Botschaft ist umso klarer….und wenn wir gerade bei der Aufmerksamkeitsspanne eines durchschnittlichen Kinobesuchers sind, können wir uns auch mit der Optik und Akustik des Film beschäftigen. Diese beiden Dinge sind meiner Meinung nach Herausragend gelungen. Es ist eine bunte Reise durch die Abgründe des Exhibitionismus und des Voyeurismus die hier in diesem Film, wie auch im echten Leben 2 Seiten der selben Medallie sind. Ohne das eine, würde das andere keinen Sinn machen. Und so wird schnell klar….ohne Watcher…keine Player.

    Wäre es nur diese Aussage die den Film ausmacht….wäre meine Note eine 5.0…doch der Film ist mehr….Er ist auch ein Beweis dafür das Filme eine optische Kunstform sein können, auch wenn die Story oder der Plot nicht besonders anspruchsvoll sind. Das Zusammenspiel von Musik und Bildersprache….von Farben, Texturen und Kontrasten. Die Stimmung die erzeugt wird. Von lustig und augenzwinkernd bis zu bedrohlich und ernst in nur einem Augenblick…..ich habe diesen Film genossen. Einfach weil man merkt, dass sich jemand Gedanken über die Wirkung von gerade eben diesem Zusammenhang von Optik und Muski gemacht hat..

    Fazit: Optisch und musikalisch ein perfekt abgestimmter Film….die Botschaft ist simpel, doch der Plot ist spannungsreich und teilweise echt lustig erzählt….es ist ein Film den man sich anschauen sollte…und man könnte sich fragen…watcher..oder player?