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    Candy Corn – Dr. Death’s Freakshow

    Patrick Krämervon Patrick Krämer18. Januar 2021Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Der weiß-geschminkte Dr. Death im Zirkusgewand in Candy Corn
    Der titelgebende Dr. Death © Sony Pictures
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    In Candy Corn – Dr. Death’s Freakshow lässt Regisseur Josh Hasty einen tragisch zu Tode gekommenen Außenseiter von den Toten auferstehen und auf blutige Rachetour gehen. Ob das Spaß macht, lest ihr bei uns. [su_youtube URL=“https://www.youtube.com/watch?v=q82pmaorhcI“]

    Das Blu-ray-Cover zu Candy Corn © Sony Pictures
    Das Blu-ray-Cover zu Candy Corn © Sony Pictures

    Worum geht’s in Candy Corn – Dr. Death’s Freakshow?

    In Candy Corn – Dr. Death’s Freakshow ist es Halloween in Grove Hill. Und wie jedes Jahr suchen sich die stadtbekannten Bullies ein hilfloses Opfer für ihre sadistischen Streiche. Dieses Jahr trifft es Jacob, der sich auf Dr. Death’s Jahrmarkt verdingt und nichts von seinem Pech ahnt.

    Doch dieses Mal geht die Gruppe rund um den Sheriffssohn Chet deutlich zu weit und Jacob kommt bei dem vermeintlichen Streich auf bestialische Art und Weise ums Leben. Allerdings ahnten die Bullies nicht, dass Jacobs Chef Dr. Death satanische Fähigkeiten besitzt und ihn kurzerhand zurück ins Leben holt. Als rachsüchtiges Monster jagt er seine Peiniger und macht dabei keine Gefangenen.

    Jacob steht den Bullies gegenüber und wird heftig drangsaliert in Candy Corn
    Jacob wird heftig drangsaliert © Sony Pictures

    Der Anfang weiß zu gefallen

    Auf dem Regiestuhl von Candy Corn – Dr. Death’s Freakshow nahm Josh Hasty Platz und inszenierte damit seinen ersten Langfilm. Bisher machte er sich als Hauptverantwortlicher für die Dokumentation In Hell Everybody Loves Popcorn: The Making of 31 zu Rob Zombies von Kritikern und Fans verrissenen 31 einen Namen.

    Und, um den Elefanten im Raum direkt anzusprechen, mit Candy Corn – Dr. Death’s Freakshow hat er sich keinen großen Gefallen getan. Dabei beginnt der Film recht vielversprechend. Das Intro versprüht, durchaus bewusst – aber auch kompetent umgesetzt, starke Halloween-Vibes und erinnert nicht nur wegen der Type an John Carpenters Meisterwerk von 1978. Und auch der Aufgalopp mit dem sehr schmerzhaft inszenierten Mord an Jacob weiß zu gefallen. Leider flacht der Film in der Folge von Minute zu Minute ab und bietet nur noch ganz vereinzelt kleine Lichtblicke.

    Der weiß-geschminkte Dr. Death im Zirkusgewand in Candy Corn
    Der titelgebende Dr. Death © Sony Pictures

    Was soll das ganze Gefasel?

    Bevor wir jedoch zu den positiven Aspekten schwenken, müssen wir über den Ton sprechen. Und zwar sowohl über die deutsche Synchronisation als auch über die Abmischung.

    Die deutsche Synchronisation ist mit „talentfrei“ noch wohlwollend konnotiert. So gut wie keine Stimme passt zu ihrer Figur, geschweige denn zur Situation oder Gefühlswelt, in der der jeweilige Charakter gerade steckt. Eine richtig große Rolle spielt dieser Fehlgriff jedoch nicht, da man in einer Vielzahl der Szenen eh so gut wie nichts versteht. Manchmal werden Dialoge, die eigentlich offensichtlich nah an der Kamera stattfinden, gar ganz vergessen. Ein Beispiel?

    In einer Szene sitzen die Schausteller von Dr. Death’s Freakshow am Lagerfeuer und beraten über die nächsten Schritte. Die Münder der Schauspieler bewegen sich zwar, man hört aber schlicht und ergreifend nichts. Als dann, wohlgemerkt im Hintergrund der Szene (!), Dr. Death aus seinem Trailer steigt, hört man ihn laut und deutlich einen Satz sagen, als würde er direkt neben der Kamera respektive dem Mikrofon stehen. Dass eben jener Satz dann noch „Was soll das ganze Gefasel?“ lautet, konterkariert die absurde Szenerie natürlich vollends.

    Und das ist nur ein Beispiel von vielen Verfehlungen. Später wird der Soundeffekt einer Backpfeife schlicht vergessen, auf der Straße wehendes Laub ist deutlich lauter abgemischt als ein auf der Straße fahrendes Auto und beim Gehen der Figuren erzeugen die Schritte oftmals gar keine Geräusche.

    In der Summe torpedieren Soundkulisse und Synchro leider jegliche Atmosphäre und zwischendurch zart aufkeimende Spannung. Und stehen damit komplett im Kontrast zur durchaus stimmigen Optik.

    Tony Todd, bekannt aus Candyman, hier mit Augenklappe in Candy Corn
    Candyman in Candy Corn © Sony Pictures

    Netter Splatter

    Denn optisch hat Candy Corn – Dr. Death’s Freakshow durchaus ein paar Pfeile im Köcher. Naja, zumindest solange der Schnitt die Szene nicht einfach mitten in ihrer Handlung abbricht oder nach einem bereits auserzählten Dialog dramatisch hintereinander auf die Gesichter der Protagonisten schneidet. Aber ich war ja gerade bei den positiven Aspekten.

    Die Kills, die Jacob auf dem Weg seiner Rache sammelt, sind nämlich durchaus kompetent und sehenswert inszeniert. Da wird ein Maiskolben freudig in die Kehle des Opfers gezimmert, chirurgisch fragwürdig mit der bloßen Hand die Wirbelsäule zur näheren Inspektion aus dem Körper gerissen und auch Arme und Zähne sind nach den blutigen Auftritten von Jacob oft nicht mehr an ihren angestammten Positionen.

    In diesen Kunstblut- und CGI-geschwängerten Momenten macht Candy Corn – Dr. Death’s Freakshow dann tatsächlich Spaß. Zumindest bis zur nächsten Verbalentgleisung der Figuren à la „Es tut mir leid. Komm‘ einfach her und küss‘ mich.“ oder „Hör zu, du Hurensohn deines Onkels.“.

    Zwei Leichen liegen in Blutlachen auf dem Boden in Candy Corn
    Zwischendurch wird es angenehm explizit © Sony Pictures

    Was gibt es sonst noch?

    Man sollte sich übrigens nicht von den für Horror-Aficionados klangvollen Namen wie Tony Todd (Candyman), Courtney Gains (Kinder des Zorns) und PJ Soles (Halloween, Carrie) in die Irre führen lassen.

    Denn während Mrs. Gains und Mrs. Soles sowieso nur sehr wenig Screentime bekommen, wirkt das Spiel von Horrorlegende Todd durchweg so, als frage er sich die ganze Zeit, wo er hier überhaupt hineingeraten ist. Aber dennoch freut man sich natürlich dann doch immer, wenn man den Candyman himself auf der großen Leinwand (oder zumindest dem Fernseher im Heimkino) sehen kann.

    Der Zirkus mit Dr. Death im Vordergrund in Candy Corn
    Die Optik ist nicht das Problem von Candy Corn © Sony Pictures

    Mein Fazit zu Candy Corn – Dr. Death’s Freakshow

    Im Grunde hätte Candy Corn – Dr. Death’s Freakshow ein durchaus kompetenter Genre-Beitrag werden können. Leider werden die stimmige Visualität und die saftigen Kills durch die verkorkste Soundkulisse und die schreckliche deutsche Synchronisation zunichtegemacht.

    Irgendwann stellt übrigens eine der Figuren altklug fest: „Wir wissen alle, wo das hinführen wird.“. Ja, wissen wir. In die Grabbelkiste des örtlichen Heimkinodealers.


    © Sony Pictures

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