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    Nach dem Attentat

    Kenan Hasicvon Kenan Hasic7. März 2024Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Bislang konnten Adaptionen und Miniserien bei Apple TV+ überzeugen. Mit Nach dem Attentat veröffentlichen sie nun eine Historienkrimiserie, die auf einem Sachbuch über die Ermordung von Präsident Abraham Lincoln basiert. Gelingt es mit dieser prominent besetzten Produktion erneut, einen Erfolg zu landen?

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    Auf dem Poster erkennt man Edwin Stanton, wie er John Wilkes Booth jagt. Auf dem Untergrund ist die Kopfform von Präsident Abraham Lincoln zu erkennen
    Das offizielle Poster zu Nach dem Attentat – © Apple TV+

    Nach dem Attentat – Die Handlung

    Wir schreiben den 15. April 1865. Abraham Lincoln (Hamish Linklater), der 16. Präsident der Vereinigten Staaten, wird im Ford’s Theatre von hinten in den Kopf geschossen. Der Übeltäter: der in Washington bekannte Schauspieler John Wilkes Booth (Anthony Boyle). Als fanatischer Anhänger der besiegten Konföderierten nutzt er die Gelegenheit, die Person zu ermorden, die maßgeblich für die Niederlage der Südstaaten verantwortlich ist und sich für die Abschaffung der Sklaverei stark macht. Mit diesem spektakulären Coup gelingt es ihm nicht nur, den Präsidenten zu ermorden, sondern auch, mithilfe von Komplizen, zu entkommen. Aufgrund eines gebrochenen Beins muss Booth bei einem befreundeten Arzt Unterschlupf suchen und wird von Mary Simms (Lovie Simone), der Sklavin seines Arztes, behandelt.

    Auf der Regierungsseite herrschen Wut und Verzweiflung über den Verlust des beliebten Präsidenten. Für Edwin Stanton (Tobias Menzies), Lincolns Kriegsminister und engen Freund, beginnt eine Obsession mit dem Mord. Um jeden Preis muss Booth gefasst und vor Gericht gebracht werden, nicht nur, um diesen Fall zu lösen, sondern auch, um Präsident Lincolns Vermächtnis zu bewahren. Eine Aufgabe, die ihn in den Wahnsinn treibt.

    Ein herausragendes Argument für Miniserien

    Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass Miniserien in den letzten Jahren zu einem beliebten Format herangewachsen sind. Vor allem im Bereich der Adaptionen von historisch verknüpften Themen haben Miniserien ein feines Gespür bewiesen. Filmische Umsetzungen realer Ereignisse oder Persönlichkeiten neigen oft dazu, zu glatt, zu kurz und unterentwickelt zu sein, was die Komplexität der Situation und der Figuren betrifft. Das Konzept einer kurzläufigen Serienadaption hat sich bewährt, um diese Probleme zu umgehen und zu verbessern. Beispiele wie Chernobyl, Unbelievable oder The People v. O.J. Simpson zählen zu den vielen herausragend aufgenommenen Produktionen.

    Mit Nach dem Attentat reiht sich eine weitere Eventserie ein, die das volle Potenzial ausschöpft. Basierend auf dem 2007 erschienenen Bestseller Manhunt: The 12-Day Chase for Lincoln’s Killer von James L. Swanson widmet sich die Serie einem der berühmtesten Verbrechen der amerikanischen Geschichte. Über diese ereignisreiche Nacht ist viel bekannt, der Hintergrund des Attentats wurde gründlich untersucht, zahlreiche Verschwörungstheorien wurden aufgestellt, aber zum ersten Mal gibt es eine umfassende filmische Auseinandersetzung damit. Showrunnerin und Autorin Monica Beletsky konzentriert sich auf eine komplexe und vielfältige Aufarbeitung, die die Perspektiven von Booth und Stanton in den Fokus rückt – eine Hetzjagd zwischen Täter und Ermittler. Ebenso spielen andere historisch interessante Figuren eine Rolle, die bisher nicht Teil der Konversation waren, wie die Sklavinnen Mary Simms oder Elizabeth Keckley (Betty Gabriel), ehemalige Sklavin im Hause Lincoln und zukünftige Autorin.

    Nach dem Attentat ist eine spannende Mischung aus thrillerartiger Kriminalverfolgung, historischer Annäherung an einen der berühmtesten Mordfälle und der Charakterisierung historisch unbeachteter Figuren.

    Sic semper tyrannis

    Mit diesen Worten startete John Wilkes Booth seine Flucht in den Süden. Ein Mord, der durch Unaufmerksamkeit und eifrige Komplizenschaft in die Tat umgesetzt werden konnte. Ein Land, das ins pure Entsetzen verfällt, eine Möglichkeit für die Konföderation, einen verlorenen Bürgerkrieg neu zu entfachen, weil die Gegenseite ihren stärksten Kämpfer verloren hat. Gerade zu Beginn fängt Nach dem Attentat die Unruhen und die Bestürzung über den Tod Lincolns eindrucksvoll ein. Man spürt die Angst vor der Fortsetzung des Krieges in den Straßen, innerhalb der Regierung und auch auf Seiten der schwarzen Bevölkerung, weil die Befürchtung, weiterhin in die Sklaverei zu verfallen, ins Unermessliche steigt.

    Ebenso gelingt es der Serie, aus John Wilkes Booth eine komplexe Persönlichkeit zu kreieren. Er ist nicht nur der Präsidentenmörder und ein Rassist, sondern auch ein angesehener und beliebter Schauspieler. Humorvoll, freundlich und geschickt im Umgang mit den Menschen, handelt er jedoch paternalistisch, abergläubisch und ist zu sehr in ein idealistisches Weltbild verstrickt. Sein Hang zur Dramatik ist letztendlich das, was auch für sein Scheitern verantwortlich ist. Im Blute ist er zu sehr ein Schauspieler, dem die bisherige Aufmerksamkeit nicht genügt – er brauchte diesen großen, letzten Stunt, um sich für immer in die Geschichtsbücher einzuschreiben. Anthony Boyle spielt den umtriebigen Schauspieler brillant, denn er weiß gleichzeitig charmant und ekelerregend zugleich zu sein. Immer wieder, wenn man in irgendeiner Form Sympathie mit Booth empfinden könnte, schafft Boyle mit einer Aktion wieder eine Distanz zum Publikum zu aufzubauen.

    Auf dem Bild erkennt man Präsident Lincoln, wie er mit Stanton diskutiert.
    Lincoln und Stanton in Zeiten des Bürgerkrieges – © AppleTV+

    Ein guter Freund schreitet zur Tat

    Ein ähnliches, wenn nicht sogar komplexeres Porträt, erhält Tobias Menzies als Edwin Stanton. Nicht nur aufgrund seiner Regierungsposition und Ideale ist er über das Attentat wütend, sondern auch seine tiefe Verbundenheit zum Präsidenten wird in der Serie näher beleuchtet. Durch Rückblenden erzählt Beletsky von der Beziehung zwischen Lincoln und seinem Kriegsminister, einem seiner engsten Vertrauten. Dies hilft nicht nur dem Rezensenten, Stantons Motive besser nachzuvollziehen, sondern wir lernen auch Präsident Lincoln von einer anderen Seite kennen, die an Spielbergs Biopic mit Daniel Day Lewis erinnert. Die Flashbacks tragen dazu bei, den Antrieb und die Obsession von Stanton besser zu verstehen. Von Anfang an spürt man Wut und Frustration, nicht nur, weil er einen Freund verloren hat, sondern weil alle Bemühungen im Bürgerkrieg sinnlos zu sein scheinen. Die Serie hinterfragt oft das Kriegstreiben, zeigt Unverständnis gegenüber der Sklaverei und legt den Glauben an Verschwörungen offen.

    Stanton wirkt wie ein klassischer Polizeichef, der für die Gerechtigkeit einstehen will, aber selbst nicht davor zurückschreckt, gewaltvoll zu handeln, seine Leute durch das Land zu schicken, um das Land zu beruhigen und den Bürgerkrieg hinter sich zu lassen. Stanton und Booth stehen stellvertretend für die Geschichte zweier Städte: einen Streit zwischen verschiedenen Definitionen dessen, wofür die USA stehen können. Ein gesellschaftlicher Umbruch, der nie wirklich stattfinden kann, weil nie Frieden auf beiden Seiten herrscht. Stattdessen rückt der Idealismus und die Rückbesinnung auf ein altes Amerika immer wieder in den Vordergrund. Es ist eine Geschichte über Fanatismus, das Festhalten an eigenen Überzeugungen und die Angst vor Machtverlust.

    Unser Fazit zu Nach dem Attentat

    Nach dem Attentat besticht durch eine mehrdimensionale Charakterisierung dieses Mordfalls. Sie diskutiert den Konflikt innerhalb des Post-Bürgerkriegs, bringt die wichtigen Akteur:innen in Position und zeichnet die Hauptfiguren Booth und Stanton mit ihren Stärken und Schwächen, sodass das Publikum wiederholt mit ihren Sympathien zu den Figuren bewusst zu kämpfen haben. Was ebenfalls positiv in Erinnerung bleibt: Das Amerika im Jahre 1865 wirkt sehr präzise getroffen und die Macher:innen beweisen ein gutes Gespür für historische Authentizität. Die Länge von insgesamt sieben Episoden ist perfekt gewählt, zu keiner Sekunde zu lang, zu keiner Sekunde zu kurz. Für Apple TV+ landet somit erneut eine Serienperle auf der Plattform und verstärkt das ohnehin beeindruckende Portfolio. Apple TV-Anhänger und Historienfans kommen, wie auch schon in aktuellen Apple-Serien wie The New Look, erneut auf ihre Kosten.

    Nach dem Attentat startet am 15. März 2024 bei Apple TV+ mit zwei  Folgen und geht danach im Wochenrhythmus weiter!


    © Apple TV+

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