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Stan Laurel und Oliver Hardy am Set eines ihrer Filme, Stan & Ollie

Stan & Ollie

Stan & Ollie ist der dritte Film von Regisseur Jon S. Baird. Zusammen mit Philomena-Drehbuchautor Jeff Pope erzählen die beiden die Geschichte des erfolgreichsten Comedy-Duos Hollywoods: Stan Laurel und Oliver Hardy. Ob sich das Monument zweier Legenden lohnt, erfahrt ihr im Folgenden!

TitelStan & Ollie
Jahr2018
LandGroßbritannien
RegieJon S. Baird
DrehbuchJeff Pope
GenreBiografie
DarstellerSteve Coogan, John C. Reilly, Shirley Henderson, Nina Arianda, Danny Huston, Rufus Jones, John Henshaw, Joseph Balderrama, Keith MacPherson, Richard Cant, Susy Kane
Länge99 Minuten
FSKab 0 Jahren freigegeben
VerleihCapelight
Blu-Ray-Cover, Stan & Ollie
Das Blu-Ray-Cover zu “Stan & Ollie” © Capelight Pictures

Für immer und ewig – Die Handlung von Stan & Ollie

1937: Stan Laurel (Steve Coogan) und Oliver Hardy (John C. Reilly) sind das erfolgreichste Comedy-Duo Hollywoods. Doch trotz des weltweiten Ruhms bekommen die beiden Schauspieler nicht die Anerkennung des Studios, die sie gerne hätten. Deshalb wollen sie den Studioboss Hal Roach (Danny Huston) zur Rede stellen. Als dieser nicht einlenkt, beschließen sie, das Filmstudio zu verlassen.


1953: Nach 16 Jahren des Erfolgs begeben sich Laurel und Hardy nach Großbritannien, um dort für ihren neuen Film zu werben. Der Film- und Theaterproduzent Bernard Delfont (Rufus Jones) ist der Meinung, dass eine PR-Kampagne helfen könnte. So gehen die in die Jahre gekommenen Stan und Ollie abermals auf Tour. Dabei müssen sie nicht nur ihr altes Können erneut abrufen, sondern auch vergangene Zwistigkeiten überkommen. Von vielen bereits im Ruhestand geglaubt, wollen Stan Laurel und Oliver Hardy erneut der Welt beweisen, dass sie das größte Komiker-Duo aller Zeiten sind…

Steve Coogan als Stand Laurel und John C. Reilly als Oliver Hardy im Maskenraum in Hollywood, Stan & Ollie
Stan Laurel (Steve Coogan, links) und Oliver Hardy (John C. Reilley, rechts) in Hollywood © Capelight Pictures

Eine Hommage an zwei Legenden

Stan & Ollie ist ein Biopic: Als solches beleuchtet es einen Abschnitt aus dem Leben der beiden Komiker. Doch der Film erzählt weitaus mehr als die Geschichte zweier Schauspieler, er erzählt die Geschichte zweier Freunde. Es ist bemerkenswert, mit welcher Hingabe zu den beiden Hollywood-Legenden sich Jon S. Baird, Schaffer von Cass – Legend of a Hooligan (2008) und Drecksau (2013), genähert hat. Die Slap-Stick-Momente des Lebens wirken wie eine Bühnenshow im realen Leben. Auch die absichtlichen Comedy-Einlagen aus PR-Gründen wirken so natürlich wie es nur Laurel und Hardy hätten machen können.

Hinzu kommen Szenen aus Filmen und Sketchen der beiden, allen voran die Sequenz aus Zwei ritten nach Texas. Diese sind harmonisch in den Film integriert und detailliert nachgespielt. Es ist herzerwärmend, mit anzusehen, wie diese Momente ein Teil des Lebens des Duos waren. Insofern ist Stan & Ollie eine Hommage an diese: Keine normale Biografie, sondern eine Liebesbeweis an das Werk zweier Legenden.

Stan Laurel, Oliver Hardy und ihre Frauen auf einem Schiff, Stan & Ollie
Stan Laurel (2.v.r.), Oliver Hardy (r.), Laucille Hardy (l.) und Ida Kitaeva Laurel (2.v.l.) werden in Irland willkommen geheißen © Capelight Pictures

Es ist nicht alles gold, was lacht

Doch Stan & Ollie präsentiert nicht nur die positiven Seiten des Lebens als Komiker. Er zeichnet auch ein Bild der Situation Hollywoods in der Mitte des 20. Jahrhunderts nach. Laurel und Hardy waren Zeit ihres Lebens bekannt und begeisterten Unmengen an Menschen. Doch erhielten sie kaum Geld für ihre Leistungen. Bezahlung war nicht selbstverständlich und der Ruhm musste sich immer wieder aufs Neue hart erarbeitet werden. Diese kräftezehrende Arbeit hat fast die Freundschaft der beiden Schauspieler zugrunde gerichtet. Auch die Versuchung, alleine weiterzumachen und mehr Geld zu verdienen, war stets präsent. Doch Stan & Ollie zeigt auch, dass es um weit mehr als nur Geld geht. Es geht um die Liebe zu dem, was man tut und letztendlich um die Liebe zueinander. Freundschaft ist das Wichtigste. Die gespielten Stücke von Laurel und Hardy waren nicht nur Scharade, sie waren ihr Leben.

Stan Laurel und Oliver Hardy auf einer Gala in einem Hotel
Die Freundschaft zwischen Stan (links) und Oliver (rechts) ist nicht immer einfach und wird auf eine Probe gestellt © Capelight Pictures

Stan & Ollie: Ein Feel-Good-Biopic

Stan & Ollie ist nicht nur ein Biopic, sondern auch ein Feel-Good-Movie. Es ist ein wahres Vergnügen zu sehen, wie die beiden ihre letzten Bühnenjahre Hand in Hand verbringen. Die Emotionalität des Films ist greifbar und die traurigen Momente lassen den Zuschauer hoffen. Es ist ein gerührtes Lächeln, das dem hallenden Gelächter zu Beginn des Films folgt. Denn es ist wundervoll, wie Laurel und Hardy allem trotzen, um zusammen das zu Ende zu bringen, was sie begonnen haben: rührend und witzig zu gleich. Die letzte Szene ist ein Moment, in dem man zu jener Zeit hätte dabei sein wollen, um den beiden den gerechtfertigten Tribut zu zollen. Nun erhalten sie diesen nicht in Form von stehenden Ovationen, sondern in Form eines Films. Dieser wird vermutlich nicht so berühmt werden wie seine Protagonisten, aber dennoch stellt er die Ehrung dar, die Laurel und Hardy im 21. Jahrhundert verdienen.

Schauspielerisch unsterblich

Die Besetzung von Stan & Ollie ist erstklassig und bestens gewählt. Steve Coogan und John C. Reilly brillieren als Stan Laurel und Oliver Hardy. Die beiden Darsteller sind optisch den Hauptrollen angepasst  und geben geniale Double ab. Doch noch weitaus besser als das Aussehen ist ihr Spiel. Denn die Oscar-Nominierten Coogan und Reilly haben die Eigenarten von Laurel und Hardy studiert. Ihre Imitationen wirken so, als wenn der Zuschauer einen Film von Stan und Ollie gucken würde. Die Bewegungen, die Mimik, die Gestik und die Chemie – Es stimmt jede Kleinigkeit in der Bühnen- und Filmdarstellung. Das Spiel, das hinter den Kulissen geschieht und das einzig aufgrund von mündlichen Überlieferungen nachvollzogen werden kann, haben sich Coogan und Reilly ebenso erstklassig angeeignet. Sie hauchen den beiden Hollywood-Ikonen Leben ein, zeigen ihre witzige, aber auch ihre verletzliche und emotionale Seite.

Lucille Hardy und Ida Kitaeva Laurel in einem Hotel
Shirley Henderson als Lucille Hardy (links) und Nina Arianda als Ida Kitaeva Laurel (rechts) © Capelight Pictures

Die Nebendarsteller tragen ihr Übriges dazu bei und lassen die private Welt von Laurel und Hardy zum Leben erwachen. Allen voran Nina Arianda und Shirley Henderson als Mrs. Ida Kitaeva Laurel und Mrs. Lucille Hardy. Aber auch Danny Huston und Rufus Jones spielen ihre historischen Alter-Egos überzeugend und lebensnah. Ein Freund der Filme von Stan und Ollie wird sich vor allem über einen „Gastauftritt“ von James Finlayson freuen, gespielt von Keith MacPherson.

Einziges Manko: zu kurz

Stan & Ollie ist ein rundum gelungener Film, der jedoch ein einziges, wenn auch kleines Manko hat: Er ist relativ kurz, die 99 Minuten vergehen schnell. Biopics haben die Angewohnheit, verhältnismäßig lang zu dauern. Natürlich muss das nicht immer der Fall sein, doch Stan & Ollie hätte es gut getan und der Zuschauer hätte sich daran erfreut. Der Film behandelt hauptsächlich die letzten Jahren von Laurel und Hardy und erzählt vieles, was zwischen den beiden vorgefallen ist, in Rückblenden. Auch die Vorgeschichte wird recht kurz gehalten. Bekanntlich liegt ja die Würze in der Kürze, aber ein bisschen mehr Laufzeit wäre interessant und mit Sicherheit auch unterhaltsam gewesen. Aber letztendlich bleibt immer noch der Griff zu den Filmen und Sketchen von Laurel und Hardy. Stan & Ollie motiviert einen, eben dies zu tun: Die Filme einlegen und sich an unsterblichem Humor erfreuen.

Stan und Ollie auf der Bühne
Stan (links) und Ollie (rechts) stehen ein letztes Mal zusammen auf der Bühne © Capelight Pictures

Ein verdientes Andenken – Mein Fazit zu Stan & Ollie

Stan & Ollie ist mehr als nur ein Biopic, es ist ein Feel Good-Movie und vor allem ist es ein Andenken. Das Vermächtnis von Laurel und Hardy lebt in den Köpfen vieler Generationen und in den Analen der Filmgeschichte weiter. Diejenigen, die mit dem Werk der beiden Hollywood-Legenden nicht vertraut sind, werden eine solide und gute Filmbiografie zu sehen bekommen. Diejenigen aber, die mit der Geschichte von Laurel und Hardy vertraut ist, die werden ihre Freude mit Stan & Ollie weit über die 99 Minuten hinaus haben. Viele Menschen sind mit dem Humor von Laurel und Hardy aufgewachsen und manch einer mag sie als Helden feiern: Dieser Film ist das verdiente Andenken an zwei Große des Humors.

Stan & Ollie wirkt stimmig. Die schauspielerische Leistung von Steve Coogan und John C. Reilly ist grandios, die musikalische Begleitung harmonisch und die Kamera geschickt geführt. Die gezeigten Bilder sind bewegend und voller Emotionen. Viele Szenenbilder und Momentaufnahmen vermitteln mehr als nur oberflächliches Spiel. Es stecken Ideen dahinter: Eine Idee von einer Geschichte Hollywoods, eine Idee von Humor und eine Idee von Freundschaft. Stan & Ollie ist ein Film für Kenner! Es ist eine große Freude, zu sehen, wie Dick und Doof durch dick und dünn gehen…

Der Film ist seit dem 20. September 2019 auf DVD und Blu-Ray erhältlich!

Unsere Wertung:

 

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© Capelight Pictures

Christopher Hanek

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