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The Roundup: No Way Out

Mit The Roundup: No Way Out läuft auf dem diesjährigen Fantasy Filmfest 2023 der dritte Teil der erfolgreichen Cop-Action-Reihe aus Südkorea. Ist aller guten Dinge hier drei oder hat sich die Konstellation inzwischen abgenutzt?

THE ROUNDUP: NO WAY OUT Official Trailer (2023) Don Lee

TitelThe Roundup: No Way Out
Jahr2023
LandSüdkorea
RegieLee Sang-yong
DrehbuchKim Min-Sung
GenreAction, Krimi
DarstellerDon Lee, Lee Jun-hyuk, Munetaka Aoki
Länge105 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
Verleihcapelight pictures
The Roundup: No Way Out - Das Poster zeigt den Protagonisten in weißer Jacke und mit Kratzer auf der Wange.
Das Poster zu The Roundup: No Way Out © capelight pictures

Die offiziell Inhaltsangabe von The Roundup: No Way Out

Hollywood-Star Don Lee (Eternals) steigt wieder in den Ring in seiner Paraderolle als Prügelpolizist, der zuerst zuschlägt und dann keine Fragen stellt. Diesmal legt er sich mit der japanischen Mafia an – oder besser gesagt: sie sich mit ihm.

Don Lee – längst auch außerhalb der Heimat eine Marke, die zieht

Schon Jahrzehnte zurück gab es immer wieder asiatische Schauspieler, die im Heimatmarkt so beliebt wurden, dass Hollywood sich dies zunutze machen wollte. Nachdem seit einigen Jahren nun die koreanischen Produktionen generell im Westen angekommen sind, wundert es nicht, dass auch immer mehr Südkoreaner auch für amerikanische Großprojekte gecastet werden. Vielen von ihnen gelingt exzellent der Spagat einerseits international für Furore zu sorgen und andererseits weiterhin den heimischen Fans im Mainstream treu zu bleiben. Unter den Beispielen dieser Entwicklung ist Don Lee wohl die Speerspitze. Kein Wunder! Hat der charismatische Koreaner doch alles, um weltweit Sympathien zu sammeln: Ausstrahlung, Einzigartigkeit und Spielfreude ohne Ende.

Da ist es auch kaum verwunderlich, dass man mit dieser Filmreihe nun quasi die Quintessenz seiner Persona herausgearbeitet und ihm inzwischen schon drei Teile auf den Leib geschneidert hat. Don Lee erfüllt in den Augen vieler globaler Actionfilm-Fans auf charmante Art und Weise das Erbe eines Bud Spencer. In der Trilogie, die mit The Outlaws gestartet wurde, darf er diesen Typus hemmungslos ausleben: Wenig Worte, wenn dann immer mit Witz und der Neigung stattdessen die Fäuste sprechen zu lassen.

Die Backpfeifen haben in kürzester Zeit Kultstatus erreicht. Die Reihe ist so etwas wie die koreanische Antwort auf die klassischen Buddy-Cop-Movies, die in den vergangenen Jahren eher zur Seltenheit geworden sind. Dementsprechend ist der Anspruch des Publikums an die Komplexität der Fälle auch eher zu vernachlässigen. Was hier stimmen muss sind die Sprüche, die Raufereien und vor allem der Showdown. Und das gelingt mit The Roundup: No Way Out auch ein drittes Mal!

Don Lee teilt aus, wie man es inzwischen kennt. The Roundup: No Way Out
Als Zuschauer fühlt man die Fausthiebe des Protagonisten mit © capelight pictures

Zwischen Running Gags …

Bereits der Anfang macht klar, dass man hier explizit Fans der Reihe bei der Stange halten wollte. Die fast schon ikonische Ankunftsszene von Ma Suk do leitet den neuen Fall ein, der einige Jahre nach dem zweiten Film angesiedelt ist. Vom bisherigen Team hat man sich verabschiedet, aber auch in allen neuen Konstellationen, in denen der Protagonist stets dominiert, gibt es vergleichbare Dynamiken. Überraschungen bleiben aus. Nach dem Ausflug nach Vietnam geht es diesmal gegen koreanischen und japanische Verbrecherorganisationen. Doch, wie gesagt, auch wenn die Ermittlungen erneut gut gemacht sind und über die kompakte Laufzeit spannend vorgetragen werden, sind sie doch eigentlich nur Beiwerk. Es geht um möglichst skurrile Charaktere, Einzelszenen, die im Gedächtnis bleiben – und darum, dass der irgendwie anachronistische Held den Tag rettet.

und Abnutzungserscheinungen

Die Reihe ist –  in gutem Sinne – wie ein Zeitfenster in die Vergangenheit des Action-Cop-Genre. Politisch korrekt muss hier nichts sein, die Logik darf außen vor bleiben und die Methoden der Polizei können dadurch auch jenseits jeder Glaubhaftigkeit eingeordnet werden. Bei all den guten Aspekten, die sich als Signatur der Reihe etabliert haben, bleibt dennoch ein leicht fader Beigeschmack nicht aus: Langsam nutzt sich das ohnehin monotone Konzept ab.

Hat The Roundup im Vergleich mit dem Erstling dadurch die nächste Stufe erreicht, dass man wesentlich größer und wertiger planen durfte und vor allem auch die Brutalität forcieren durfte, tritt man hier in allen Belangen auf der Stelle. Die Antagonisten sind – vor allem für Kenner asiatischer Gangsterfilme – recht austauschbar. Das größte Problem ist aber, dass sich inzwischen auch die Gags abgenutzt haben. Spaß macht zwar der dritte Teil immer noch, aber für den bereits angekündigten vierten Part muss man sich dringend frische Impulse überlegen, sonst kommen nicht mal mehr die eingeschweißten Fans auf ihre Kosten.

Unser Fazit zu The Roundup: No Way Out

Für sich genommen ist der Film kurzweilig und punktet mit Witz und einem raumeinnehmenden Protagonisten, dem man einfach gern beim Schurken-Kloppen zusieht. Innerhalb der Reihe ist aber The Roundup: No Way Out der bislang schwächste Teil, da sich kaum noch Weiterentwicklungen des Konzepts erkennen lassen und die Gags mitunter schon redundant werden. Für einen entspannten Filmabend mit den Kumpels – und das womöglich beim Festival, wo der Film die Deutschlandpremiere feiern wird – ist der dritte Part der Reihe aber immer noch eine Empfehlung. Nur Fans komplexer asiatischer Gangster-Geschichten müssen die Hoffnung darauf, dass diese Reihe in solche Sphären vordringen kann, wohl endgültig begraben.

The Roundup: No Way Out läuft im September als Teil des Fantasy Filmfest 2023 in den teilnehmenden Städten im Kino und wird im Herbst von Capelight Pictures voraussichtlich fürs Heimkino veröffentlicht.

Unsere Wertung:

 

 

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© capelight pictures

Jan Werner

Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen.

Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern.

Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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