Close Menu
    Facebook Instagram YouTube
    Facebook Instagram
    Filmtoast.de – Filmkritiken mit Biss
    • Startseite
    • Kritiken
      • Filme
      • Serien
    • Features
    • News
    • Über uns
      • Wer sind wir?
      • Unsere Autor*innen
      • Filmtoast auf Social Media
      • Werde Teil des Teams
      • Finanzielle Unterstützung
    Filmtoast.de – Filmkritiken mit Biss
    Startseite » Ink
    Drama Filme Komödie

    Ink

    Kenan Hasicvon Kenan Hasic26. September 2026Keine Kommentare7 min Lesezeit
    Facebook WhatsApp Twitter Pinterest Email Reddit LinkedIn Copy Link
    © Studiocanal
    Share
    Facebook WhatsApp Twitter Pinterest Email Telegram Copy Link

    Danny Boyle kann Zombies, kann Musikfilm, kann Kultfilme – aber kann er auch einem der berüchtigtsten Medienmenschen des letzten Jahrhunderts einen Film widmen, der mehr als nur ein Biopic ist? Ink soll genau das sein. Ist es gelungen?

    Darum geht’s in Ink

    Ink erzählt die Geschichte des kometenhaften Aufstiegs der Zeitung The Sun, die durch die Übernahme unter Rupert Murdoch und Chefredakteur Larry Lamb von einer traditionellen Tageszeitung in Großbritanniens umstrittenste Boulevardzeitung umgewandelt wurde. Eine filmische Achterbahnfahrt über eine radikale Neuausrichtung, die zugunsten von Skandalen und Unterhaltung sämtliche journalistische Grenzen überschreitet und damit den öffentlichen Blick auf die Welt, in der wir heute leben, veränderte. 

    Guy Pearce als Rupert Murdoch und Jack OConnell als Larry Lamb © Studiocanal SAS

    The Lamb of Fleet Street

    Nur wenige Augenblicke nach dem ersten öffentlichen Screening auf den Filmfestspielen in Venedig wurden in den sozialen Netzwerken bereits erste Vergleiche mit Scorseses modernem Klassiker The Wolf of Wall Street gezogen. Darin geht es ebenfalls um den rasanten Aufstieg eines von Erfolg getriebenen Egomanen, der nicht nur das Spiel, sondern auch das dahinterliegende System verstanden hat. Ähnlich wie Jordan Belfort schafft auch Larry Lamb (Jack O’Connell) den entscheidenden Schritt von ganz unten nach ganz oben, weil er die Mechanismen des Journalismus versteht, sie zu seinem Vorteil zu verbiegen und für immer zu verändern weiß. Wie DiCaprios profitorientierter Protagonist holt auch er sich Personal an seine Seite, das in der Branche bereits als verbrannte Erde gilt, und nutzt dessen Stärken und Ruchlosigkeit, um „The Sun“ als einen der großen Player im Zeitungswesen zu etablieren.

    In klassischer Biopic-Manier verhält sich Boyles Ink zunächst auch inhaltlich konventionell, wenn es darum geht, Lambs ersten Höhenflug und den Aufstieg seiner Klatschpresse zu etablieren. Mit Montagen und schnell geschnittenen Dialogen formiert er seine Gruppe von Kontrahenten, um den Grundstein für eine neue Ära des Pressewesens zu legen.

    Der Teufel auf der Schulter

    Anders als Belfort muss Lamb jedoch nicht den Aktienkurs beobachten und diesen bei Laune halten. Vielmehr ist die Quelle seiner Existenz ein zukünftiger Medienmogul, der zu Beginn seiner Karriere noch Entscheidungen treffen muss, um zu dem Mann zu werden, den wir heute kennen. Es handelt sich dabei um keinen Geringeren als Rupert Murdoch (Guy Pearce). Seine Figur tritt im Film nur sporadisch auf, erhält durch vereinzelte Besuche im Stützpunkt jedoch immer wieder einen Außenseiterblick auf die Entwicklungen, die er kommentiert, verteufelt oder zum Anlass für Konflikte mit Larry Lamb nimmt. Guy Pearce spielt einen Murdoch, der bei Weitem noch nicht die Skrupellosigkeit der realen Person besitzt, dessen Entwicklung jedoch schrittweise in diese Richtung führt.

    Murdoch, der seinerzeit noch längst nicht über die Erfahrung im Geschäft verfügte, lernt von Lamb die wertvolle Lektion, dass Grenzen überschritten werden müssen, um tatsächlich an die Spitze zu gelangen. Genau diese Entwicklung verstärkt die Gesamtgeschichte und hebt sie entscheidend von anderen Unternehmensbiopics ab, weil Boyle die Moralität seiner Figuren nicht nur auf die Probe stellt, sondern auch untersucht, wie sehr sie ihr eigenes Verhalten als notwendig betrachten und dieses sogar zelebrieren – ganz gleich, welchen Schaden ihre Manöver für die Welt anrichten.

    Ein charismatischer Manipulator

    Und wie in vielen großen Geschichten, die den Aufstieg eines Antagonisten dokumentieren, existieren Figuren, die wie ein Teufel auf der Schulter das moralische Fundament und die Überzeugungen einer wichtigen Figur herausfordern und schließlich korrumpieren. Jack O’Connell, der sich mit Sir Jimmy Crystal (28 Years Later: The Bone Temple) und Remmick (Sinners) einen Namen als Bösewicht machen konnte, bringt abermals sein manipulatives Charisma zum Einsatz und zeigt dabei, dass er einen gesamten Film damit tragen kann.

    Es sind Momente, in denen er den Menschen um sich herum zu erklären versucht, welch revolutionärer Gedanke hinter „The Sun“ steckt und dass er den Menschen genau das geben möchte, wonach sie sich sehnen. Er versteht Nachrichten als Entertainment, als Vehikel, um Emotionen aus den Menschen hervorzuholen und das tief im Körper sitzende Begehren freizulegen. Mit seinem Blatt möchte er genau diese Gefühle erzeugen.

    Natürlich verlässt sich Boyle auch auf klassische dramaturgische Kniffe, sodass Lamb jedes Mittel recht ist, um seine Gegner auszuschalten, und einzelne Momente schließlich seinen Aufstieg markieren. Es sind jedoch gerade die kleinen Momente in Lambs Büro zwischen ihm und Murdoch, die den Film als etwas Besonderes erscheinen lassen. Die subtilen Blicke, in denen über das Schicksal eines Unternehmens und letztlich auch über das der Welt entschieden wird.

    Jack O’Connell © Studiocanal SAS

    Eine berauschende Inszenierung

    Während Boyles Drehbuchautor James Graham, der auch das zugrunde liegende Theaterstück verfasst hat, die richtigen dramatischen Ansätze liefert, um seinen beiden Protagonisten die notwendigen Schichten zu verleihen und sie nicht wie eindimensionale Abziehfiguren erscheinen zu lassen, liefert Boyle erneut eine explosive Inszenierung, um sich nicht nur auf dem Papier abzuheben, sondern auch visuell in die Vollen zu gehen. Schon im Eröffnungsgespräch zwischen Lamb und Murdoch zeigt sich die eigenwillige und spektakuläre Inszenierung Boyles und etabliert zugleich die Tonalität seines Films. Seien es die Dutch Angles, das Spiel mit dem Licht oder ein beeindruckender 360-Grad-Shot, mit dem er erneut seinen bereits aus 28 Years Later bekannten iPhone-Stil demonstriert.

    Die temporeiche Inszenierung bleibt dabei konstant, sodass sich beim Publikum ein regelrechter Rauschzustand breitmacht und nur wenige Momente zum Durchatmen geboten werden. Boyle und sein Team bieten in nahezu jeder Einstellung entweder faszinierende visuelle Tiefe oder versehen die Dialoge mit Humor. Seien es die Montagen, in denen Lamb sein Team zusammenstellt, ein Augenblick, in dem die Tinte an Lambs Händen wie Blut dargestellt wird, oder eine Kamerafahrt, die von unter der Erde bis hinauf auf die Straße führt, um den Aufstieg von „The Sun“ früh anzudeuten. Boyle findet für jeden dieser Momente neue Ideen, um Ink abwechslungsreich, gehaltvoll und unterhaltsam zu erzählen.

    Der KI-Elefant im Raum 

    Wenige Tage nach dem ersten Screening wurde in den sozialen Medien ein Video von Danny Boyle veröffentlicht, in dem er davon berichtet, dass er unter anderem auf generative KI gesetzt hat, um historische Fotografien zu animieren oder Mäuse zu generieren, da er in der Vergangenheit Schwierigkeiten mit Tierschutzorganisationen hatte. Dabei handelt es sich um wenige Sekunden, die teilweise kaum als solche erkennbar sind und in einem ansonsten herausragend inszenierten Film kaum ins Gewicht fallen. Der Einsatz selbst wird die Bewertung nicht sonderlich beeinflussen, reißt jedoch erneut die Debatte über die Nutzung generativer KI auf und darüber, wie sie tatsächlich im Film eingesetzt wurde.

    Vor allem im Bereich der Postproduktion wird generative KI bereits zunehmend eingesetzt, und täglich verschwimmen dabei die Grenzen dessen, welche Produktionen heutzutage überhaupt noch ohne den Einsatz von KI auskommen. Gleichzeitig gilt für Boyle wie auch für viele andere Filmschaffende, dass ein bewusster Umgang mit der Technologie notwendig ist. Ihre Nutzung sollte letztlich nicht dazu dienen, komplette Arbeitsplätze zu ersetzen, sondern vielmehr als Werkzeug zur Optimierung und Unterstützung kreativer Prozesse verstanden werden.

    Die Macht der vierten Gewalt auf den Punkt gebracht

    Nichtsdestotrotz bleibt Danny Boyle seiner visuellen Strahlkraft treu und zaubert ein unterhaltsames, visuell verspieltes und fantastisch dargebotenes Biopic über die Anfänge einer der einflussreichsten Tageszeitungen der Welt. Ebenso inszeniert er hier keinen Aufstieg und Fall, sondern konzentriert sich auf den kometenhaften Aufstieg, der lediglich aufzeigt, welche Opfer gebracht und welche kritischen Entscheidungen sowie moralischen Bankrotterklärungen dafür in Kauf genommen werden mussten.

    Kurz vor dem Abspann akzentuiert Boyle dies mit einer phänomenalen letzten Kamerafahrt, die die weltlichen Auswirkungen des Schaffens von Murdoch und Lamb aufzeigt, welche Entwicklungen daraus folgen mussten und wie diese beiden Personen die Welt auf eine bestimmte Bahn rückten, die wir nun so zerklüftet und angespannt vor uns finden. Es ist ein tiefsitzender Moment, der die Macht der sogenannten vierten Gewalt noch einmal auf den Punkt bringt.

    © Studiocanal SAS

    Unser Fazit zu Ink

    4.0 Stark

    Es ist ein tiefsitzender Moment, der die Macht der sogenannten vierten Gewalt noch einmal auf den Punkt bringt. Ein Augenblick des Unbehagens in einem Film, der sich ansonsten durch seine Leichtigkeit und Eigenheiten definiert. Und das macht Ink so besonders: Es ist nicht nur der unterhaltsame Blick hinter die Kulissen, sondern demonstriert die Entwicklung eines Vulkans, dessen Eruption durch wenige, kleine, subtile Momente irgendwann nicht mehr aufzuhalten war.

    • User Ratings (0 Votes) 0
    Vorheriger BeitragWild Horse Nine
    Nächster Beitrag Unabomber

    Weitere Beiträge

    2.0

    Unabomber

    von Jan Werner
    5.0

    Wild Horse Nine

    von Luca Mattys
    3.5

    Eiserne Wildnis – Heart of the Beast

    von Stefan Brüning
    4.0

    Love of Your Life

    von Jan Werner
    2.5

    Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe

    von Jan Werner
    3.0

    Jimmy and Stiggs

    von Louis Kiehl
    Kommentar hinzufügen
    Hinterlasse einen Kommentar Cancel Reply

    Neueste Beiträge

    Unabomber

    26. September 2026

    Ink

    26. September 2026

    Wild Horse Nine

    26. September 2026

    Eiserne Wildnis – Heart of the Beast

    26. September 2026
    We are social
    • Facebook
    • Instagram
    Über uns
    Über uns

    Filmkritiken, Serien-Reviews und Streaming-Tipps. Wir bieten Einblicke, aktuelle Besprechungen und ehrliche Meinungen zu allem, was auf Leinwand oder Bildschirm läuft. Einfach, direkt und ohne Hype.

    Links
    • Über uns
    • Filme
    • Serien
    • Features
    • News
    Facebook Instagram
    • Datenschutzerklärung
    • Impressum
    © 2026 Filmtoast.de

    Suchbegriff eingeben, um zu starten. Tippe X, um die Suche zu schließen.