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Julia Roberts und Lucas Hedges in Ben is Back. © Tobis Film

Ben is Back

In Ben is Back steht die Liebe einer Mutter auf dem Prüfstand, als der drogenabhängige Sohn plötzlich wieder vor der Haustür steht und es an ihr ist, ihn von den Drogen abzubringen und somit am Leben zu halten. Erfahrt in unserer Review, inwieweit das Drama mit Lucas Hedges und Julia Roberts in den Hauptrollen überzeugt und wo seine möglichen Problemchen liegen!

TitelBen is Back
Jahr2019
LandUSA
RegiePeter Hedges
DrehbuchPeter Hedges
GenreDrama
DarstellerLucas Hedges, Julia Roberts, Kathryn Newton, Courtney B. Vance, Alexandra Park, Tim Guinee, Michael Esper, Myra Lucretia Taylor
Länge103 Minuten
FSKab 12 Jahren freigegeben
VerleihTobis Film
Das offizielle Poster von Ben is Back. © Tobis Film
Das offizielle Poster von Ben is Back. © Tobis Film

Die Story von Ben is Back

Ben Burns (Lucas Hedges) ist charmant, lustig und fürsorglich. Doch der Schein trügt, denn der junge Mann hat Probleme von so großer Tragweite, die nicht nur ihn in Mitleidenschaft ziehen, sondern auch seine Familie. Ben ist drogenabhängig. Nach einer langen Abwesenheit kehrt er an einem Weihnachtstag zu seiner Familie zurück. Seine ältere Schwester (Kathryn Newton) und sein Stiefvater (Courtney B. Vance) stehen seiner überraschenden Ankunft mehr als skeptisch gegenüber, doch seine Mutter Holly (Julia Roberts) schließt ihren Sohn direkt in die Arme. Seine Vergangenheit trügt jedoch das Wiedersehen und hängt wie eine unheilvoll schwere Wolke über der Familie.

Das Misstrauen der Familie überträgt sich auch schnell auf Holly und so findet sie heraus, dass ihr Sohn nach wie vor in Lebensgefahr schwebt. Denn seine Drogensucht hat er, entgegen der eigenen Aussage, nämlich noch nicht überstanden und ist kurz davor, wieder rückfällig zu werden, was einem Todesurteil gleich käme. Doch Holly ist gewillt, alles daran zu setzen, ihren Sohn daran zu hindern, sein Leben und das der Familie zu zerstören. Schaffen sie es gemeinsam, dieser unausweichlich scheinenden, zerstörerischen Sucht entgegenzutreten und sich ihrer zu behaupten? Hollys Liebe wird auf eine harte Probe gestellt.

Ben und Holly in Ben is Back. © Tobis Film
Julia Roberts und Lucas Hedges in Ben is Back. © Tobis Film

Roberts auf Höchstniveau

Es ist schön, Julia Roberts wieder einmal in einem Film zu sehen, in dem sie wirklich brilliert. So macht sie, wie schon in Wunder, auch in Ben is Back wieder eine sehr gute Figur und spielt die liebende Mutter Holly mit einer solchen Hingabe, dass man in einigen Momente vergisst, dass es sich hier um einen Spielfilm handelt. Man könnte sie fast mit einem guten Wein vergleichen: Je älter sie wird, desto besser wird sie. Aber auch Lucas Hedges, der Sohn von Regisseur Peter Hedges, welcher bisher schon in Filmen wie Der verlorene Sohn, Three Billboards Outside Ebbing, Missouri oder Mid90s seine schauspielerischen Qualitäten unter Beweis gestellt hat, liefert hier wieder ab.

Holly in einer Therapie-Sitzungen © Tobis Film
Holly bewundert Ben bei einer seiner Therapie-Sitzungen © Tobis Film

Die Liebe einer Mutter

Das ist demütigend!
Nein. Das ist Liebe.

Sie ist der Fels in der Brandung, erfüllt von aufopferungsvoller Hingabe und Liebe. Sie ist eine Mutter. Und sie ist bereit, alles für ihr Kind zu tun. Ganz gleich, wie schwer es fällt und was die Konsequenzen sind. So kommt es in einer der besten, eindringlichsten und gefühlvollsten Szenen in Ben is Back dazu, dass Mutter und Sohn über einen Friedhof laufen. Dort fragt Holly ihren beinahe rückfälligen Sohn ganz direkt und trocken, wo sie ihn begraben soll. Was für eine starke und vor allem aufrüttelnde Szene. Sowohl für Ben als auch für den Zuschauer.

Sie weicht nicht von der Seite. Komme, was da wolle. Ben is Back © Tobis Film
Sie weicht ihrem Sohn nicht von der Seite. Komme, was da wolle. Ben is Back © Tobis Film

Eine berührende Geschichte mit leichten Abstrichen

In Ben is Back gibt es, nicht nur was die Figuren und Darsteller angeht, viel auf der Habenseite, auch die Geschichte ist stimmig und rührend erzählt. So decken wir gemeinsam mit Julia Roberts erst im Laufe des Films nach und nach die Geschichte rundum Bens fragwürdige Vergangenheit auf, die beängstigende Züge annimmt. Emotional ist man somit so gut wie immer am Ball und wird von Situation zu Situation aufs Neue umgehauen von der Tragweite und den Nachwirkungen von Bens Sucht. Somit schwebt die Frage nach einem Rückfall wie eine düstere Wolke über dem Geschehen und lädt zum Fingernagel-Kauen ein. Doch noch darüber steht die Frage, wie weit man als Mutter bereit ist zu gehen und wie viel Vertrauensvorschuss man gewährleisten kann.

Was hier jedoch etwas an der Glaubwürdigkeit des Streifens zweifeln lässt, ist die Tatsache, dass die Geschehnisse in Ben is Back allesamt in nur 24 Stunden abgehandelt werden. Einige emotionale Umschwünge in der Familien-Dynamik wirken somit leider etwas überzogen und übermäßig konstruiert. Generell könnte sich der eine oder andere hier an der Konstruiertheit aufhängen, da sich der Streifen in einigen Szenen nicht zu fein ist, gängige und teils auch vorhersehbare Hollywood-Klischees zu bedienen.

Mein Fazit zu Ben is Back

Er hat es wieder getan. Erneut überzeugt Lucas Hedges in einem Drama mit einer glänzenden Darstellerleistung. Dieses Mal bekommt der junge Schauspieler obendrein noch eine nicht minder gut aufgelegte Julia Roberts an die Seite gestellt, welche die liebende Mutter mit großer Hingabe und beeindruckend starkem Ausdruck spielt. Schon lange war sie nicht mehr so gut. Darüber hinaus ist Ben is Back aber auch ein gefühlvolles Familien-Drama mit wirklich einprägsamen und tollen Momenten (Stichwort Friedhof) geworden, dass die Thematik Drogensucht und den Umgang damit innerhalb einer Familie eindringlich veranschaulicht. Wäre da nicht die Klischeehaftigkeit und die etwas überzogene und unglaubwürdige Tatsache, dass das alles an nur einem Tag vonstatten geht, dann wäre Ben is Back ein so gut wie vorbehaltlos zu empfehlendes Drama.

Unsere Wertung:

 

Ben is Back ist seit dem 7. Juni 2019 auf DVD und Blu-ray im Handel erhältlich!

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© Tobis Film

FilmFreund

Ein Tag ohne einen Film ist wie ein Sommer ohne Sonne. :)
Filme sind für mich mehr als nur einfacher Eskapismus oder psychedelischer Zeitvertreib; Was jetzt nicht bedeuten soll, dass ich mich mit der Möglichkeit via Filmen andere Leben zu (er)leben nicht auch gerne mitunter vordergründig hingebe.
Ich bin offen für jedes einzelne Genre und lasse mich eigentlich gerne positiv überraschen, greife aber eher zum hundertelfzigsten mal zu einem bekannten Film, statt mich sofort ins "Neuland" zu stürzen.
Mit FilmToast habe ich eine tolle Plattform gefunden, meine Gedanken ansprechend niederzuschreiben und ich freue mich stets über regen Austausch unter Gleichgesinnten, aber ebenso unter Ungleichgesinnten.
Und jedem, der so weit gelesen hat, wünsche ich noch einen tollen Tag.
(^-^)/

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