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Der Exorzist – Bekenntnis

Mit Der Exorzist – Bekenntnis geht Regisseur David Gordon Green den Weg, den er bereits mit seiner Halloween-Trilogie beschritt: Er knüpft direkt an einen legendären ersten Teil eines Horror-Franchises an und ignoriert alle bisherigen Sequels. Wie gut das funktioniert, lest ihr in unserer Rezension.

DER EXORCIST: BEKENNTNIS Trailer 2 German Deutsch (2023) @FilmtoastDE

TitelDer Exorzist – Bekenntnis (OT: The Exorcist: Believer)
Jahr2023
LandUSA
RegieDavid Gordon Green
DrehbuchDavid Gordon Green, Peter Sattler, Scott Teems, Danny McBride
GenreHorror
DarstellerJennifer Nettles, Ellen Burstyn, Ann Dowd, Leslie Odom Jr., Raphael Sbarge, Lidya Jewett, Antoni Corone, Olivia O’Neill, E.J. Bonilla, Chandu Kanuri, Emily Rachel Gordon, Norah Murphy, Linda Boston, Nick Benas, Okwui Okpokwasili, Malena Cunningham Anderson, Richard Carr III
Länge111 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihUniversal Pictures International Germany GmbH
Zu sehen ist das Innere einer Kirche mit dem Altar im Hintergrund und ein offenbar besessenes Mädchen geht auf die Kamera zu. Unten ist Der Exorzist - Bekenntnis zu lesen.
Das Poster zum Film © 2023 Universal Studios. All Rights Reserved.

Worum geht’s in Der Exorzist – Bekenntnis?

Seitdem seine Frau vor dreizehn Jahren tragisch ums Leben gekommen ist, zieht Victor (Leslie Odom Jr, bekannt aus One Night in Miami und Hamilton) die gemeinsame Tochter Angela (Lidya Jewett) allein groß. Eines Tages verschwinden Angela und ihre Freundin Katherine (Olivia O’Neill) im Wald und werden erst nach drei Tagen in einer Scheune aufgefunden. Die beiden Mädchen können sich an nichts erinnern und glauben, nur einige Stunden weg gewesen zu sein. Doch bald zeigt sich, dass etwas abgrundtief Böses von den beiden Teenagern Besitz ergriffen hat.

Angela (Lidya Jewett) und Katherine (Olivia O'Neill) sitzen auf dem Boden einer Scheune und schauen verängstigt in die Kamera in Der Exorzist - Bekenntnis.
Angela und Katherine werden verängstigt aufgefunden © 2023 Universal Studios. All Rights Reserved.

Die Causa David Gordon Green

Der US-Amerikaner David Gordon Green ist Genre-Begeisterten vor allem durch seine Inszenierung der aktuellen Halloween-Trilogie ein Begriff. Ein Blick in seine Vita zeigt aber, dass er vor seinem Ausflug ins Horror-Genre für eine Vielzahl teils sehr erfolgreicher Filme verantwortlich zeichnete. So wurde ihm 2003 für seine Drama All the Real Girls der Spezialpreis der Jury in Sundance verliehen und 2013 wurde er in Berlin für das Road-Movie Prince Avalanche (mit Paul Rudd und Emile Hirsch in den Hauptrollen) mit dem Silbernen Bären für die Beste Regie ausgezeichnet.

Fünf Jahre später, im Jahr 2018, stieß Gordon Green dann die nächste Tür seiner Karriere auf und widmete sich dem Reboot des Halloween-Franchises. Als Trilogie angelegt, konnte der erste Eintrag Halloween (2018) Kritiker und Fans weitestgehend überzeugen und war ein Hit an den Kinokassen (260 Millionen US-Dollar Einspiel, bei nur 10 Millionen US-Dollar Budget). Die zwei Sequels Halloween Kills (2021) und Halloween Ends (2022) wurden deutlich kritischer rezipiert und waren auch monetär erheblich weniger erfolgreich.

Da war nur folgerichtig, dass die Nachricht, Gordon Green würde sich als nächstes dem Exorzisten-Franchise annehmen, mit einer gehörigen Portion Skepsis aufgenommen wurde. Nun liegt mit Der Exorzist – Bekenntnis der erste Teil der geplanten Trilogie vor. Kann der Film ähnlich überzeugen wie Halloween im Jahr 2018? Oder hält die Abwärtsspirale in Sachen Qualität an?

Katherine schaut geistig abwesend auf eine Wand und ihre Mutter steht in der Tür und redet mit ihr in Der Exorzist - Bekenntnis.
Katherine beginnt sich merkwürdig zu verhalten © 2023 Universal Studios. All Rights Reserved.

Der Einstieg gefällt

Im Jahr 1974 schuf der legendäre Filmemacher William Friedkin mit Der Exorzist einen der zeitlosen Klassiker des Horror-Genres. Die Voraussetzungen sind hier also ähnlich gelagert wie bei David Gordon Greens Reboot des Halloween-Franchises. Und zumindest für seine erste Hälfte kann attestiert werden, dass der während seiner Produktion von Blumhouse Productions akquirierter Film überzeugt. Die von Green gemeinsam mit Peter Sattler, Scott Teems und Danny McBride erdachte Geschichte nimmt sich angenehm viel Zeit für ihre Figuren, den Schicksalsschlag, den Victor und die damals noch nicht geborene Angela erleiden mussten, sowie die Beziehung zwischen den beiden Teenagern. Auch das langsame Anpirschen der Gefahr, die ersten Anzeichen für die Besessenheit und die stetige Eskalation sind überzeugend inszeniert und sorgen für ein paar der besten Gruselszenen des nicht mehr ganz so jungen Horrorjahres.

Zudem fällt positiv auf, dass längst nicht jede Spannungsszene mit einem Jump-Scare aufgelöst wird. Oft enden die Sequenzen, während der geneigte Genre-Aficionado noch auf das große Buh! wartet. Eine erfrischende Abkehr vom Duktus aktueller Genre-Produktionen.

Angela ist von Besessenheit gezeichnet und wird von ihren Elter während einer Messe zurückgehalten in Der Exorzist - Bekenntnis.
Während einer Messe eskaliert die Lage © 2023 Universal Studios. All Rights Reserved.

Was zum großen Wurf fehlt

Doch leider kann Der Exorzist – Bekenntnis das hohe Niveau seiner ersten Hälfte nicht ins Ziel retten. Als sich der namensgebende Exorzismus anbahnt, verzettelt sich das Skript mit einer Vielzahl neuer Figuren, die allerdings allesamt nicht ansatzweise so nachvollziehbar eingeführt werden, wie die Hauptfiguren in der ersten Hälfte des Films. Die Antriebe und die Absichten der Charaktere werden dabei lediglich behauptet, nicht aber nachvollziehbar gezeigt. Dadurch entsteht so gut wie keine emotionale Bindung und ebenfalls wenig Fallhöhe.

Auch das Editing, welches anfangs noch ein paar schöne Ideen aufzeigt und vor allem auf einen ruhigen Erzählfluss einzahlt, wird mit fortlaufender Spielzeit immer hektischer und weniger klar. Im Zusammenhang mit der erwähnten Masse an Figuren, kann der Zuschauende schnell den Überblick verlieren und es will keine echte Spannung aufkommen.

Zudem offenbart vor allem das letzte Drittel die Fragmentierung des Drehbuchs und lässt das Finale enttäuschend inkonsequent daherkommen. Da wäre mit etwas mehr Feinschliff deutlich mehr drin gewesen.
Und noch ein letztes Detail: Ob und wenn ja welche Cameos Der Exorzist – Bekenntnis bereithält, möchten wir an dieser Stelle nicht verraten.

Angela schaut mit verzerrtem Gesicht grinsend in die Kamera in Der Exorzist - Bekenntnis.
Angela zeigt ebenfalls Anzeichen von Besessenheit © 2023 Universal Studios. All Rights Reserved.

Unser Fazit zu Der Exorzist – Bekenntnis

Der Exorzist – Bekenntnis ist ein weitestgehend kompetent inszenierter Genre-Film, der vor allem in seiner ersten Hälfte überzeugen kann. Hintenraus verzettelt sich das Skript mit seiner Vielzahl an uninteressanten und wenig ausgearbeiteten Figuren leider und auch das effektgeladene Finale hinterlässt einen etwas faden Beigeschmack. Es bleibt zu hoffen, dass David Gordon Green mit den zwei weiteren geplanten Filmen der Trilogie ein etwas glücklicheres Händchen beweisen wird.

Der Exorzist – Bekenntnis ist ab dem 5. Oktober 2023 im Kino zu sehen!

Unsere Wertung:

 

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© Universal Pictures International Germany GmbH

Patrick Krämer

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