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Sarah Fier in einer Höhle mit einer Fackel in der Hand in Fear Street - Teil 3

Fear Street – Teil 3: 1666 und Fazit zur Trilogie

Ob das Horror-Event auf Basis der Fear Street Buchreihe als Trilogie funktioniert, hängt ganz von der Auflösung im finalen Teil ab. Erfahrt in der Kritik zu Fear Street – Teil 3: 1666, ob die kurze Reihe zufriedenstellend zu einem Abschluss gebracht wird.

FEAR STREET PART 3: 1666 | Official Trailer | Netflix

TitelFear Street – Teil 3: 1666
Jahr2021
LandUSA
Regie
Drehbuch
Leigh Janiak, Phil Graziadei, Kate Trefry
GenreHorror
Darsteller
Sadie Sink, Emily Rudd, Elizabeth Scopel, McCabe Slye, Gillian Jacobs, Kiana Madeira, Benjamin Flores Jr., Olivia Scott Welch, Matthew Zuk, Ashley Zukerman
Länge112 Minuten
FSKab 18 Jahren freigegeben
VerleihNetflix
Das Poster zum Dreiteiler zeigt alle Hauptfiguren in Neonfarben und den Titel der Reihe : Fear Street
Das Poster für das ganze Horror-Event © Netflix

Fear Street – Teil 3: 1666

Der Hintergrund von Sarah Fiers Fluch kommt endlich ans Licht, als die Geschichte in einer Nacht, die das Leben aller in Shadyside für immer verändert, an ihren Ursprung zurückkehrt.
***Spoilerwarnung für Teil 1 und 2 der Reihe***
Der dritte Teil der Horror-Trilogie setzt nahtlos da an, wo in der Vorwoche Fear Street Teil 2: 1978 geendet ist. Um die Fortsetzung einordnen zu können, werden sich Spoiler zu den beiden vorherigen Teilen nicht gänzlich vermeiden lassen. Seit daher an dieser Stelle gewarnt, dass ihr den ersten und zweiten Teil auf jeden Fall gesehen haben solltet, bevor ihr diese Kritik lest. Der dritte Teil wird in dieser Kritik natürlich nicht gespoilert werden.

Der Ursprung kommt ans Licht

Am Ende von Teil 2 wähnten sich Deena (Kiana Madeira) und Josh  (Benjamin Flores Jr.) der Lösung nahe, ihre Freundin Samantha (Olivia Scott Welch) vom Fluch der Hexe zu befreien. Doch als Deena die abgetrennte Hand der Hexe mit den restlichen Gebeinen verbunden hat, versetzte sie eine Vision zurück ins Jahr 1666. Hier beginnt nun Fear Street Teil 3 direkt, und sowohl Deena als auch wir als Zuschauer sind Zeugen der Ereignisse, an deren Ende sowohl die Wahrheit hinter der Hexengeschichte rund um Sarah Fier ans Licht kommt, als auch klar werden wird, warum Shadyside seit Jahrhunderten verflucht ist, während der Nachbarort Sunnyvale vom Glück verfolgt zu sein scheint.

Eine schöne Idee bei der Umsetzung der Vorgeschichte ist, dass nahezu alle Figuren von den selben Schauspielern gespielt werden, die in den anderen Teilen bereits deren Nachfahren im 20. Jahrhundert verkörpern durften. Dadurch werden einerseits die Verbindungen zwischen den Charakteren deutlich und andererseits wird so unterstrichen, dass man nur eine Vision von damals serviert bekommt, und keine Zeitreise.

Henry (Benjamin Flores Jr. ) und Sarah Fier (Kiana Madeira) stehen vor einer Scheune und schauen nach innen. Er trägt eine Axt. Beide haben altertümliche Outfits an.
Im Jahr 1666 spielen die Hauptdarsteller die Ahnen ihrer Figuren © Netflix

Eine zeitüberspannende Liebestragödie

Der dritte Teil fördert einige Wahrheiten zu Tage, die so womöglich die meisten Zuschauer nicht erwartet hätten. Diese Enthüllungen werden natürlich nicht verraten. Was jedoch besprochen werden kann, ist, dass sich durch den Blick ins 17. Jahrhundert offenbart, dass die tragische Liebesgeschichte zwischen Deena und Samantha, die sich im Jahr 1994 abspielt, in der Vergangenheit ein ebenso unheilbergendes Pendant hatte. Das Thema einer Liebe, die so von der Gemeinschaft von Union (dem Vorgängerort von Shadyside) im Jahr 1666 nicht akzeptiert wurde, zieht sich als roter Faden durch das ganze Horror-Event. Und obwohl es sich bei dem Dreiteiler um eine klassische Gruselgeschichte handelt, packt einen die emotional vorgetragene Geschichte der verfluchten Liebe.

Das liegt insbesondere an den Jungschauspielern, die durch die Bank weg in allen drei Teilen und jeweils in mehreren Rollen zu überzeugen wissen. Angenehmerweise distanziert man sich doch recht deutlich vom Hang zum Overacting, der in den Horrorfilmen der 70er-90er, die hier reichlich referenziert werden, noch zum guten Ton gehörte. Tonal erinnert in dieser Reihe vieles eher an den modernen Retro-Charme von Stranger Things. Auch hier bekommen die jugendlichen Darsteller wesentlich anspruchsvollere Rollenprofile auf den Leib geschrieben, als man unerfahrenen Schauspielern in der jeweiligen Dekade zugemutet hätte.

Der Twist von Fear Street Teil 3 funktioniert exzellent

Der Einblick in die Vergangenheit stellt klar, was es mit der Hexe Sarah Fier und deren vermeintlichen Fluch auf sich hat, in dem sich die Teenager aus Shadyside in den beiden vorherigen Teilen wähnten. Was tatsächlich hinter der Pechsträhne des Ortes steckt, stellt alles bis dahin gesehene auf den Kopf. Der Twist in Fear Street Teil 3 ist ein richtig gut getimter Aha-Moment. Und vieles, was in der Geschichte vorher nicht ganz stimmig gewirkt hat, ergibt plötzlich viel mehr Sinn.

Höchsten Respekt für das Konzept der Trilogie

Den Machern hinter der Trilogie muss man wirklich ein Kompliment dafür machen, dass sie einige Risiken eingegangen sind, durch die womöglich Zuschauer bereits abgesprungen sind, bevor sie den finalen Film sehen konnten. Im Auftaktteil wurde beispielsweise die Rivalität der beiden gegensätzlichen Städte angelegt und dann erstmal stiefmütterlich behandelt. Wen der Ursprung hiervon interessiert hat, der kam sich dann womöglich lange Zeit veräppelt vor und hat das ganze als unnötige Fährte in Leere abgetan. In der dritten Episode wird durch die Enthüllungen (fast) alles aufgeklärt und alle lose wirkenden Teile ergeben mit einem Schlag ein stimmiges Gesamtbild.

Alles in allem ist auch dieser Twist nun nicht die Neuerfindung des Überraschungsmoments, aber durch das spezielle Erzählformat, das man sich für dieses Horror-Event überlegt hat, wirkt er viel stärker, als wenn man die gesamte Geschichte in einen Film gepackt hätte. Diese Trilogie hat zwar eindeutig Miniserien-Charakter, aber letztendlich war es doch ein geschickter Schachzug, es nicht als solche zu vermarkten. Für eine Serie unterscheiden sich vor allem die ersten beiden Teile in ihren Settings zu stark.

Hannah, Lizzie und Sarah im Dunkeln. Nur eine Laterne erhellt ihre Gesichter.
Eine Reise ins Jahr 1666 © Netflix

Unser Fazit zu Fear Street – Teil 3: 1666

Für sich genommen ist Fear Street Teil 3 über einen Großteil der Laufzeit nochmal etwas vollkommen anderes, als in den anderen Dritteln der Reihe. Die Reise ins Jahr 1666 ist packend inszeniert und wiederum liebevoll mit Referenzen zum Hexen-Horror-Subgenre veredelt. Doch dann kommt die Wahrheit ans Licht, und beim Publikum fügen sich die Puzzleteile zusammen. Natürlich funktioniert der Twist nur, wenn man die gesamte Trilogie verfolgt hat. Das Finale des Films würde ohne den Kontext des Dreiteilers ebenso an Wirkung einbüßen und nur wie eine weitere Hommage an einen Genreklassiker wirken.

Abschlussfazit zur Fear Street – Trilogie:

Bei diesem kleinen, erzählerischen Experiment von Netflix ist eindeutig das Ganze mehr als die Summe der Teile. Jeder Part hat sich einer anderen Epoche des Horrorfilms gewidmet und wirkte dadurch teils etwas altbacken beziehungsweise wenig innovativ. Im Zusammenspiel ergeben viele der kleinen Stolpersteine und Ungereimtheiten dann mehr Sinn und offenbaren, dass Leigh Janiak hier doch etwas Neues gelungen ist. Die Fear Street Trilogie ist einerseits ein Best-Of verschiedener Horrorklassiker, immer gespickt mit zeitgemäßem Score und fantastischem Nostalgie-Soundtrack. Andererseits ist das Event eine Einstiegsdroge ins Genre, nach der man vor allem als junger Zuschauer wissen möchte, auf welche Filme hier alles angespielt wurde.

Fear Street – Teil 3: 1666 ist ab dem 16. Juli 2021 bei Netflix abrufbar!

Unsere Wertung:

 

 

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