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    Startseite » Alpha
    Drama Filme Horror Thriller

    Alpha

    Jan Wernervon Jan Werner22. März 2026Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    © Plaion Pictures
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    Nach Raw und Titane kommt Alpha: Julia Ducournau legt ihren dritten Spielfilm vor – und geht damit erneut auf Konfrontationskurs. Hat es die Französin diesmal überstrapaziert?

    Darum geht’s in Alpha

    Frankreich in 1980er Jahren. Als die 13-jährige Alpha mit einem selbstgeritzten Tattoo auf dem Arm nach Hause kommt, gerät ihr Leben aus den Fugen. Ausgerechnet da taucht ihr Onkel Amin auf, der keinerlei Angst vor dem Tod zu haben scheint.

    Key-Art © Plaion Pictures

    Mutationen.

    In einem Interview zu ihrem neuen Film sagte die gefeierte Nachwuchsregisseurin Julia Ducournau, dass sich das Thema Verwandlung – oder wie sie sagt: Mutation – als roter Faden durch ihr Wirken zieht. „Verwandlung klingt, als wäre es nur eine vorübergehende Phase, die die Figuren durchlaufen, während eine Mutation etwas Dauerhaftes ist. Es ist etwas, das am Filmanfang beginnt und nach dem Ende des Films weitergeht“, erklärt die radikale Filmemacherin.

    Es lässt sich allein durch diese Einstellung der Regisseurin perfekt die Brücke schlagen zum Wesenskern des Subgenres, dass sie sich für ihren künstlerischen Ausdruck auserkoren hat. Denn Ducournau wandelt natürlich in den Spuren der großen Body-Horror-Regisseure David Cronenberg und Co., die bei all den expliziten, drastischen, teils schwer zu ertragenden Bildern immer Botschaften vermittelnden, die den Mitteleinsatz mindestens einmal rechtfertigten, oft sogar quasi erforderten. Schock, Ekel und Grauen ja, aber nicht zum reinen Selbstzweck.

    In diesem beliebten Horror-Segment müssen die Aussagen nicht subtil sein, sie dürfen einen nahezu anbrüllen in ihrer Offensichtlichkeit, wenn der wachrüttelnde, provokative Effekt dann wie bei The Substance so krass zur Ausspielung kommt. Und Ducournau war ja auch in ihren beiden bisherigen Werken nicht besonders zurückhaltend, wenn es darum ging, den angeprangerten Problemen in extrem unbequemer, aber dadurch auch unüberhörbarer Weise Ausdruck zu verleihen.

    Mutig in Bild- und Tongestaltung

    In Alpha ist einerseits nun die Handschrift – und damit einhergehend die Stärken – der Titane-Regisseurin wieder deutlich zu erkennen. Vor allem der Look hat es mir erneut angetan: leichte Entsättigung, um ein mulmiges Grundgefühl auszulösen, immer wieder detailreich-scharfe Nahaufnahmen auch und vor allem auf die Dinge, die potenziellen Ekel auslösen können, dazu die leichte Tendenz zur Wackelkamera, die eine Unmittelbarkeit, eine Nähe und gleichzeitig eine Lebendigkeit herstellt.

    Lediglich am Maskenbild bzw. den Effekten zur leicht verfremdeten Versinnbildlichung von Aids werden sich die Geister scheiden. Ich respektiere und sehe auch hier die künstlerische Vision, aber gleichzeitig haben mich die Szenen mit den porzellanartig versteinerten Kreaturen doch etwas rausgerissen.

    In Kombination mit einem angemessen traumtänzerischen, manchmal bewusst konterkarierenden Soundtrack entsteht auf der audiovisuellen Ebene ein Werk, dass sich nahtlos in die virtuose Erfahrung von Raw und Titane einfügt.

    Voll, vielleicht übervoll

    Andererseits aber hat man auf der inhaltlichen Ebene doch von Beginn an immer wieder Momente, bei denen man sich aufgrund des audiovisuellen Überforderungsansatzes dann schnell denkt, dass die Konzentration auf deutlich weniger Problemfelder und Themen diesem dritten Film Ducournaus gut getan hätte. Wir haben eben hier sehr viel Handlungsstränge in die gut zwei Stunden gepresst vor uns, deren Gewichtung leider nicht gelingt, weil viel was angerissen wird, im luftleeren Raum verhungert. Die angesprochene Aids-Allegorie ist dabei als zweiter Hauptstrang neben dem Coming-of-Age-/Mobbing-Aspekt der Titelfigur gut konzipiert, wenngleich auch hier etwas mehr der subtilen Feder Ducournaus früherer Werke wünschenswert gewesen wäre. Diesmal will die Französin den Punkt mit Biegen und Brechen machen, aber schießt dabei doch übers Ziel hinaus.

    Wenn man dann aber den „Jugendliche sind scheiße“-Aspekt bezüglich Alphas Schulleben beispielsweise mit dem ebenfalls sehr aktuellen The Plaque vergleicht, dann fällt so richtig auf, wie viel auf dieser Ebene theoretisch an Mehrdimensionalität möglich ist – und wie viel Potenzial Alpha liegen gelassen hat, weil fast zwanghaft auch noch das innerfamiliäre Drama plus die jeweils eigene Charakterentwicklung der Mutter und des Onkels der Hauptfigur viel Raum einnehmen müssen.

    Starkes Schauspiel rettet Alpha aus der Überambition

    Wären dort entsprechend nicht so herausragende Darstellende besetzt worden, hätte Alpha wohl durch seine Überambition komplett Schiffbruch erlitten. Doch Tahar Rahim (Ein Prophet) und Golshifteh Farahani (Tyler Rake: Extraction) retten der provozierenden, etwas ziellos auftretenden Regie hier in Verbindung mit der absolut überragenden Kinderdarstellerin Melissa Boros letztlich den Allerwertesten.

    Alpha und ihre Mutter © Plaion Pictures

    Alles, was sich zwischen den drei Hauptfiguren auf der familiären, zwischenmenschlichen Ebene hier abspielt, hat dann doch einen enormen Grad an Einfühlungsvermögen, geht damit tief wie eine Tattoonadel unter die Haut und brennt sich ins Gedächtnis, so permanent wie eben eine Tätowierung. Der Spagat zwischen Provokation und Intimität, zwischen Botschaft und Narration geht eindeutig weniger gut auf wie in Titane und Raw, aber während viele in Cannes den Film komplett verrissen haben, kann ich in diesen negativen Strudel nicht auch noch einstimmen. Fest steht unabhängig davon, wie man den Film denn nun bewertet: Julia Ducournau wird – egal, was sie als nächstes macht – direkt wieder im Gespräch sein.

    © Plaion Pictures

    Unser Fazit zu Alpha

    3.0 Okay

    Die Erwartungen, die einem nach dem Gewinn der Goldenen Palme beim nächsten Projekt aufgebürdet werden, sind übermenschlich. Auch Julia Ducournau musste sich dem stellen und ist letztlich auf hohem Niveau gescheitert. Nicht weil Alpha ein schlechter Film wäre, aber er ist doch merklich unter dem Druck entstanden, nach Titane direkt nochmal einen Hit landen zu müssen. Zu laut, zu plakativ, zu ambitioniert auf der einen, aber in den intimen Moment dennoch unglaublich treffsicher, stark gespielt und mutig inszeniert auf der anderen Seite, ist diese filmische Aids-Parabel in Kombination mit Coming-of-Age-Drama und dem kindlichen Lernprozess bezüglich menschlicher Verluste die Art Film geworden, die auf Festivals die Kritiker spaltet und so letztlich beim breiten Publikum mit einem äußerst schwierigen Stand aufschlagen. Ich würde dennoch empfehlen, sich selbst ein Bild zu machen, denn außergewöhnlich ist die Seherfahrung auf alle Fälle.

    Plaion Pictures bringt den Film im April 2026 in die deutschen Kinosäle.

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    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

    • Jan Werner
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