The Fall and Rise of Reggie Dinkins ist eine neue Mockumentary bei Sky, die vor allem mit Daniel „Harry Potter“ Radcliffe in einer besonderen Rolle aufwartet. Doch die Comedy-Serie kann noch mehr!
Darum geht’s in The Fall and Rise of Reggie Dinkins
Der in Ungnade gefallene ehemalige Footballstar Reggie Dinkins (Tracy Morgan) hat es sich zur Aufgabe gemacht, sein Image mit Hilfe des preisgekrönten Filmemachers Arthur Tobin (Daniel Radcliffe) wiederherzustellen. Um die Bewunderung seiner Fans und den Respekt seiner Familie zurückzugewinnen, muss Reggie sich auch den Geistern seiner Vergangenheit stellen.

Für Fans von Dave, Entourage und Co.
„Reggie, du weißt, was Dokumentarfilm bedeutet, oder?“ Diese Frage stellt Arthur dem gefallenen Star zu Beginn der Serie. Und der Ex-Footballer scheint zumindest einmal davon eine – sagen wir mal – andere Auffassung zu haben als der Filmemacher, den er engagiert hat, um seinen Ruf wiederherzustellen. The Fall and Rise of Reggie Dinkins agiert mit den typischen Elementen von Mockumentary-Formaten: Durchbrechen der vierten Wand, kommentierenden Umschnitte, Wackelkamera, Meta-Gags – also im Prinzip überträgt man also das Konzept von The Office und Co. in ein neues Setting, vor allem aber auf eine Geschichte, die auf mehreren Ebenen allein schon auf dem Papier Leuten auf den Schlips treten will.
Entsprechend ist von vornherein klar, dass sich am Humor dieser Comedy-Show die Geister scheiden werden, aber um ehrlich zu sein: allein Tracy Morgan in der Titelrolle wird nicht wenige vom Einschalten abhalten, ist der US-Comedian doch gemeinhin für seinen speziellen Humor berüchtigt – und aus verschiedenen Kontroversen heraus auch als Person nicht unumstritten.
Blendet man aber dies einmal aus, dann bekommt man hier tatsächlich rein vom Writing her eine der originellsten, intelligentesten Comedyserien der letzten Jahre, weil man eben aus dem etablierten Konzept mit einem sensationellen Timing und einer hohen Treffsicherheit bei den Meta-Gags extrem viel Unterhaltung herausholt. Und das funktioniert für diejenigen, die mit dem Hauptdarsteller ein Problem haben genauso wie für dessen Fans, weil sich Morgan so zur Lachnummer macht, dass man guten Gewissens entweder aus Anerkennung von dessen Talent lachen kann oder weil man eine diebische Freude hat, was für einen Idioten er hier porträtiert. Damit geht die Serie dann dorthin, wo beispielsweise Dave, Entourage oder in Teilen auch The Office unterwegs waren: Dahin wo es wehtut.
Die Vielseitigkeit von Harry Potter
Wenn Daniel Radcliffe hier als neurotischer Regisseur beispielsweise Interviews mit Jazz vergleicht, dann schmeißt man sich nicht nur vor Lachen weg, sondern wird auch jeden Restzweifel abschütteln, dass der einstige Kinderstar sich von seinem Harry Potter-Image ein für alle mal abgenabelt hat. Schon mit seinen Nebenrollen in Now You See Me 2 oder The Lost City hat er sein Comedy-Gespür angedeutet, aber hier ist er als Komiker tatsächlich auf einem ganz anderen Niveau angekommen. Timing kann man nur bis zu einem gewissen Grad lernen, Radcliffe scheint ein Naturtalent zu sein, eben nicht nur als Darsteller sondern auch in puncto Witz und Präzision.

Man kann sogar sagen: Ex-Potter steckt seinen 30 Rock-erprobten Klamaukprofi-Kollegen locker in die Tasche, weil er nicht so krass überziehen muss, um zu seinen Pointen zu kommen, weil er noch nuancierter weiß, wie man mit kleinen Gesten der Andeutung schon maximalen Effekt erzielen kann.
© NBC Universal/ Sky Deutschland
Unser Fazit zu The Fall and Rise of Reggie Dinkins
The Fall and Rise of Reggie Dinkins bringt frischen Wind ins angestaubte Mockumentary-Comedy-Segment, obwohl eigentlich nicht viel neu gemacht wird. Aber die Art und Weise, wie hier auf bestimmte Realereignisse angespielt, wie mit der Popkultur Schlitten gefahren und wie man mit dem Image von Daniel Radcliffe spielt, heben diese kurzweilige Show dann doch hervor. Die Treffsicherheit der Gags ist indes auf einem Niveau, das leider heute nur noch selten erreicht wird.
Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

