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    David Copperfield – Einmal Reichtum und zurück

    Andreas Krasseltvon Andreas Krasselt21. September 2020Keine Kommentare7 min Lesezeit
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    David Copperfield, gespielt von Dev Patel, steht vornehm gekleidet mit dem Zylinder in den Händen auf einer belebten Londoner Straße und blickt lachend um sich.
    David Copperfield will als Erwachsener in London sein Glück machen. © Entertainment One Germany
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    Romanverfilmungen nach Charles Dickens sind fast immer eine sichere Bank. Zuletzt konnte Roman Polanski mit seiner Version von Oliver Twist überzeugen. Auch wenn die Bücher vielleicht etwas angestaubt wirken, die Themen sind es nicht. Schon gar nicht, wenn man sie in kongenialer Weise wie in David Copperfield – Einmal Reichtum und zurück auf ihren satirischen Gehalt fokussiert.

    Das Filmplakat zu David Copperfield - Einmal Reichtum und zurück zeigt David Copperfield auf einem Stuhl sitzend und ein Buch in der Hand haltend, hinter ihm stehen einige Nebenfiguren vor einer grünen Wand. Einige Seiten aus dem Buch fliegen durch das Bild.
    Das Filmplakat zu David Copperfield – Einmal Reichtum und zurück. © Entertainment One Germany

    Darum geht’s in David Copperfield – Einmal Reichtum und zurück

    Als David Copperfield (Dev Patel) zur Welt kommt, ist sein Vater bereits seit sechs Monaten tot. Mit seiner Mutter verbringt er zunächst glückliche frühe Jahre seiner Kindheit, bis sie sich entschließt, wieder zu heiraten – ausgerechnet während David bei der Familie der Haushälterin Pegotty (Daisy May Cooper) im Küstenstädtchen Yarmouth zu Besuch ist. Nach seiner Rückkehr wird der Junge in David Copperfield – Einmal Reichtum und zurück damit überrascht, nun einen Stiefvater zu haben. Murdstone (Darren Boyd) ist ein strenger Tyrann, der David nach kurzer Zeit nach London schickt, wo der Junge in einer Flaschenfabrik zu einem Hungerlohn arbeiten muss.


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    In London lebt er bei der Familie von Mr. Micawber (Peter Capaldi), einem bis über beide Ohren verschuldeten, aber gutmütigem Schlitzohr. Jahre vergehen. Als David erfährt, dass seine Mutter verstorben und bereits bestattet worden ist, rastet er aus und verlässt London, um bei seiner Tante Betsey Trotwood (Tilda Swinton) unterzukommen. Dort lernt er den verschrobenen Mr. Dick (Hugh Laurie) kennen, der glaubt, dass die Gedanken des geköpften Königs Karl in seinem Kopf herumspuken. Trotwood ermöglicht David den Besuch einer Schule, die von ihrem Geldverwalter Wickfield (Benedict Wong) geleitet wird.

    Der junge David, gespielt von Ranveer Jaiswal, flieht mit Mr. Micawber, gespielt von Peter Capaldi, vor einer Meute von Gläubigern durch eine schmale Gasse.
    Turbulent: Der junge David und Mr Micawber fliehen vor dessen Gläubigern. © Entertainment One Germany

    Hier lernt er auch den verschlagenen Uriah Heep (Ben Whishaw) kennen, der später versuchen wird, Wickfields Geschäfte zu übernehmen und dessen Tochter Agnes (Rosalind Eleazar) zu heiraten. Da Wickfield sich verspekuliert, geht das Vermögen von Davids Tante, aber nicht deren Lebensmut verloren.

    Ein dicker Wälzer virtuos verdichtet

    Charles Dickens‘ „David Copperfield“ umfasst mehr als 1100 Seiten. Um einen solchen Wälzer in nicht einmal zwei Kinostunden zu packen, sind inhaltliche Anpassungen unvermeidbar. In David Copperfield – Einmal Reichtum und zurück gelingt dies Regisseur Armando Iannucci nicht nur auf großartige Weise, in dem er verschiedene Episoden zusammenzieht und auf andere ganz verzichtet. Statt auf schwülstiges Drama setzt er dabei auf Ironie: Doras Tod aus der literarischen Vorlage etwa wird hier zu einem einfachen Statement: „Ich gehöre ja gar nicht dazu“, sagt sie – und spielt fortan auch keine Rolle mehr.

    Tilda Swinton versucht in David Copperfield - Enmal Reichtum und zurück als Betsey Trotwood immer wieder Ausflügler mit ihren Eseln von ihrer Wiese zu vertreiben.
    Running Gag: Betsey Trotwood versucht verzweifelt, die immer wieder kommenden Esel von ihrer Wiese zu vertreiben. © Entertainment One Germany

    Iannucci hatte zuvor schon mit The Death of Stalin gezeigt, dass er sich auf groteske Spielereien versteht. Auch hier gelingt es ihm scheinbar mühelos, dem etwas angestaubten Stoff virtuos ein modernes Antlitz zu verpassen – und dabei dem Geist der Dickenschen Vorlage treu zu bleiben. Denn wo sich ältere Dickens-Verfilmungen, sei es nun David Copperfield oder Oliver Twist, ausgiebig auf die sozialkritische Elendsbeschreibung stürzten, fokussiert Iannucci sich auf die satirische Seite des Klassikers, die immer wieder gerade in den skurrilen Charakteren Dickenscher Werke aufblitzt.

    Multikulti in Multicolor

    David Copperfield – Einmal Reichtum und zurück ist eine turbulente Komödie voll geistreicher Dialoge, die aber die Beschreibung sozialen Elends nicht verdrängt. Gerade der ironisch gebrochene Finger in der Wunde kann schließlich manchmal stärker ins Bewusstsein drücken als der mahnend erhobene. Iannucci entstaubt den Stoff allein schon durch die Wahl seiner Besetzung.

    David Copperfield, gespielt von Dev Patel, sitzt mitten in einem Haufen von Zetteln, die er mit Notizen zu seinem Leben beschriftet hat.
    David notiert seine Erlebnisse auf Zetteln, aus denen später ein Buch enstehen soll. © Entertainment One Germany

    Der indischstämmige Dev Patel in der Titelrolle macht deutlich: Hier geht es nicht um historische Akkuratesse. Das betrifft auch diverse Nebenrollen, etwa der von Bendict Wong gespielte Wickfield oder die von der farbigen Darstellerin Rosalind Eleazar verkörperte Agnes, Wickfields Tochter. Trotz stimmiger Kostüme und Kulissen ist der Film eine multikulturelle Version in Multicolor. Und damit auch ein Abbild der modernen Gesellschaft. Was die Frage impliziert, ob die sozialen Probleme des 19. Jahrhunderts denn tatsächlich überwunden sind.

    Tiefe Griffe in die inszenatorische Trickkiste

    David Copperfield – Einmal Reichtum und zurück durchbricht die filmische Illusion mit einer großen inszenatorischen Trickkiste. Am Anfang steht David Copperfield auf einer Bühne. Er liest einem Theaterpublikum seine Autobiografie vor – ein Verweis auf die autobiografischen Anteile des Romans. Und er beginnt mit nahezu denselben Worten, mit denen auch der Roman beginnt: „Ob ich der Held meiner eigenen Geschichte sein werde, oder ob das jemand Anderes sein wird, das wird sich nun zeigen.“ Und damit öffnet sich die Szene im wahrsten Sinne des Wortes.

    David, gespielt von Dev Patel, und Micawber, gespielt von Peter Capaldi, drücken in David Copperfield - Einmal Reichtum und zurück Mr. Dick, gespielt von Hugh Laurie, den Drachen mit seinen Gedankennotizen in die Hand, damit er ihn steigen lassen kann.
    Trio mit Drachen: David hat Mr. Dick dazu angeregt, den Drachen mit den notierten Gedanken aus seinem Kopf in die Luft steigen zu lassen. Micawber hilft. © Entertainment One Germany

    Ein Uhrenpendel erscheint, die Kamera bewegt sich mit ihm, gleich einem bildlichen Symbol der Zeit. Der ältere David tritt von der Bühne hinein in die Szene und wird so zum imaginären Besucher seiner eigenen Geburt. Ein Anfang voll brodelnder Energie, der das Tempo und den Rhythmus des ganzen Films wiedergibt, untermalt vom Stakkato der Streicher. Viele Schnitte und Bewegungen sowohl im Bild wie auch der Kamera erzeugen einen rauschartigen Sog.

    David Copperfield – Einmal Reichtum und zurück glänzt mit großer Besetzung

    Wenn Davids Tante darauf besteht, dass das Kind ein Mädchen werden soll, flackert im Gesicht der unvergleichlichen Tilda Swinton die ganze verborgene Verletzlichkeit dieser vielleicht stärksten Figur der Geschichte auf. Nicht die einzige darstellerische Glanzleistung in David Copperfield – Einmal Reichtum und zurück. Dev Patel ist wie üblich der hyperaktive Sympathieträger, eine Rolle, die er spätestens seit Best Exotic Marigold Hotel aus dem Effeff beherrscht. Der als Dr. House noch bestens in Erinnerung gebliebene Hugh Laurie brilliert als verschrobener Mr. Dick und ein anderer ehemaliger Doktor, der Dr. Who-Darsteller Peter Capaldi, ist als Schwerenöter Micawber unschlagbar charmant.

    Ben Whishaw steht als Uriah Heep mit einer leichten Verbeugung vor einer Kutsche.
    Schleimig: Ben Whishaw verkörpert den schlangengleichen Uriah Heep perfekt. © Entertainment One Germany

    Ben Whishaw gibt den schmierig-schlangenartigen Uriah Heep mit perfider Schleimigkeit. „Er steht so dicht, dass er einem näher als das eigene Hemd ist“, sagt David über ihn. Und doch lässt Whishaw auch gelegentlich die Verletzlichkeit dieses Charakters aufscheinen. Alles Böse hat schließlich eine Ursache. Ach ja, dann gibt es auch noch ein zwar kurzes, aber erfreuliches Wiedersehen mit Gwendoline Christie, bekannt als ritterliche Brienne von Tarth in Game of Thrones, hier nun als Schwester Murdstones in einer komplett anderen Rolle.

    Die Faust kommt aus der Decke

    Die inszenatorische Raffinesse steigert sich gelungen ins Groteske. Die Heirat von Davids Mutter mit Murdstone wird durch eine Verlobungsfeier bei Pegottys Familie vorweggenommen. David verbringt hier seine Ferien. Das Haus der Familie besteht aus dem umgedrehten Rumpf eines Bootes. Das wirkt in David Copperfield – Einmal Reichtum und zurück zwar wie ein skurriler Gag, ist aber ebenfalls Teil der literarischen Vorlage. Die Überleitung dagegen fällt aus dem Rahmen. Die Idylle der schlichten Fischergemeinschaft verwandelt sich in eine Zeichnung, durch die Decke des umgedrehten Bootes stößt eine Faust herab und zieht David in die nun brutale Realität seines Elternhauses.

    Mein Fazit von David Copperfield – Einmal Reichtum und zurück

    David Copperfield – Einmal Reichtum und zurück ist ein turbulenter und vergnüglicher Reigen voller Witz und Scharfsinn, der Dickenschen Tiefgang dennoch nicht vermissen lässt. Eine gelungen Modernisierung des klassischen Stoffes, durch die Bank hervorragend besetzt. Mit hohem Tempo inszeniert lässt der Film in keiner Sekunde Langeweile aufkommen.

    David Copperfield – Einmal Reichtum und zurück ist ab dem 24. September 2020 im Kino zu sehen.


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    © Entertainment One Germany

    Andreas Krasselt

    Andreas lebt im Raum Hannover. Er ist Journalist und fest angestellter Redakteur bei einer Tageszeitung – und nebenbei Musiker in einer Bluesrock-Band. Bei Filmtoast schreibt er seit 2019 Rezensionen. Filmfan ist er, seit er im zarten Alten von sechs Jahren von seiner Mutter jeden Sonntag in die Kindervorstellung des Stadtteilkinos abgeschoben wurde (so was gab es damals noch). Lieblingsgenre: Western, insbesondere die italienische Variante. Daher ganz klar der Lieblingsfilm: Spiel mir das Lied vom Tod, den er mit 12 schon dreimal im Kino gesehen hatte. Aber es gibt kaum ein Genre, dem er nichts abgewinnen kann. Weitere Favorites: Der Tod in Venedig, Im Zeichen des Bösen, 2001 sowie Leichen pflastern seinen Weg. Tja, und sein Guilty-Pleasure-Favorite ist Predator 2 von dem total unterschätzen Stephen Hopkins. Filme guckt er zwar gerne im Kino, ist aus Zeitmangel aber auf das Heimkino gewechselt, weshalb seine private Filmsammlung auch mehr als 1000 Titel umfasst.

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