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    Startseite » Die, My Love
    Drama Filme Liebesfilm Thriller

    Die, My Love

    Jan Wernervon Jan Werner11. November 2025Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Jennifer Lawrence liebt Robert Pattinson, irgendwie, oder auch nicht so wirklich – zumindest in der Fiktion in Die, My Love von Lynne Ramsay. Der Film schlug schon im Vorfeld hohe Wellen – zurecht?

    Darum geht’s in Die, My Love

    Der Film folgt Grace (Lawrence) und ihrem Partner Jackson (Pattinson), die gerade in ein altes Haus auf dem Land gezogen sind. Mit dem Ziel, die Great American Novel zu schreiben, richtet sich Grace in ihrer neuen Umgebung ein. Schon bald bekommen die beiden ein Baby. Doch während Jackson verdächtig häufig abwesend ist und der Druck des Familienlebens immer stärker auf Grace lastet, beginnt sie zusehends zu zerfallen – und hinterlässt eine Spur der Verwüstung.

    Key-Art © MUBI

    Zwei einstige Jugendfilm-Stars …

    Jennifer Lawrence und Robert Pattinson sind nicht nur beide heute in der Riege der absoluten Topstars, deren Namen auf Plakaten allein Leute in die Kinos locken, sie haben auch beide einen ähnlichen Karrierestart erlebt. So war es bei Pattinson erst die Harry Potter-Nebenrolle und dann die Twilight-Hauptrolle, die ihn in jungen Jahren zu einem Teenieschwarm und weltbekannt gemacht haben, bei Lawrence war es auch eine Jugendbuch-Verfilmung, die Tribute von Panem-Reihe, die sie bereits kurz nach ihrem 20. Geburtstag in den Schauspielolymp einziehen hat lassen.

    Beiden Jugendidolen wurden in der Folge nahezu die Türen eingerannt und zig hochkarätige Projekte angeboten, wobei nicht jeder weitere Karriereschritt auch einer auf der Straße des Ruhm war. Lawrence, beide probierten sich in verschiedenen Genres und Budget-Klassen aus, beide schielten immer wieder nach künstlerischer Anerkennung abseits des Kassenerfolgs. Beim Panem-Star kamen dann experimentelle Filme wie Aronofskys Mother! oder der Netflix-Apokalypse-Thriller Don’t Look Up bei heraus ehe sie sich eine schöpferische Pause nahm, aus der sie mit dem überraschend selbstbewussten Auftritt in No Hard Feelings wiederkam.

    Der Twilight-Vampir machte mit den Safties für Good Time gemeinsame Sache, wurde zum Bond-Verschnitt in Nolans Tenet, zum Anti-Christian-Bale-Batman, zu einem verrückten Monarchen in The King und zuletzt zu einem ebenso exzentrischen Klon in Mickey 17. Demnächst wird er dann in Dune 3 ein weiteres Blockbuster-Franchise entern. Die mitunter aber für mich beeindruckendsten Performances liefert der Brite abseits des großen Publikums in The Devil All The Time bei Netflix und im Eggers-Horrorfilm The Lighthouse ab.

    … zusammen in Indiefilm

    Nun kommen diese beiden A-Stars ihrer Generation für Indie-Regisseurin Lynne Ramsay (We need to talk about Kevin) zusammen, um einmal mehr eher die Award-Sparte zu adressieren ehe es demnächst wohl wieder in die Mainstream-Richtung geht. Die, My Love ist derweil eine Buchadaption des argentinischen Booker-Price-Gewinners Mátate, amor der Schriftstellerin Ariana Harwicz – und ist auf jeden Fall harter Tobak, handelt die Geschichte doch von einer psychisch schwer gezeichneten Protagonistin, die von Mordfantasien heimgesucht wird, obwohl sie ein von außen betrachtet perfektes Leben mit Mann, Kind und Erfolg als Autorin lebt.

    Das rurale Setting ist dabei dem von Mother! gar nicht so unähnlich und hier wie da darf Lawrence die ganze Klaviatur des Wahnsinns rauf- und runterspielen: Selbstbefriedigung, ekstatischer Tanz, fragwürdiger Umgang mit dem eigenen Kind und fast schon ein in seiner Konsequenz logisches antisoziales Gebahren: Jennifer Lawrence legt in ihre Darbietung ihr ganzes Können rein, ist sich nicht zu fein, mit dem Hund auf Kniehöhe um die Wette zu bellen. Stets hat sie dabei einen manischen Glanz in ihren Augen, aber trotz der scheinbar eindeutigen Zeichnung, belässt Lynne Ramsay vieles rund um die Figur der Grace auch im Vagen – und der Deutung des gebannten Publikums.

    Lawrence ist der raumeinnehmende Star in diesem Film, ihrem Wahnsinn gebührt ein Gros der Aufmerksamkeit – und die Kamera weiß dies in hypnotisch-sinnliche Bilder zu packen. Das Psychodrama hat zweifelsohne Erotik, Nacktheit und Lust, aber der kolportierte Skandalfilm ist Die, My Love nicht. Die nicht immer ganz realistisch anmutenden Szenen erinnern derweil auch immer wieder an Charlie Kaufmans I’m Thinking of Ending Things.

    Stars im (Wind)schatten vom Jen Law

    Solche auf eine herausragend aufgelegte Hauptdarstellerin zugeschnittene Filme, können entweder ihr Ensemble in deren Schatten vergeuden – oder aber, wie es hier zum Glück der Fall ist, die namhaften Nebendarstellenden punktuell einsetzen, um wahlweise Konterparts oder Steigbügelhalter vom Star im Mittelpunkt zu sein. So hat natürlich Pattinson – immerhin hier der einzige, der noch annähernd eine Art von Hauptrolle einnehmen kann – einige kongeniale Szenen mit Lawrence, wo er eindrücklich seine impulsive Art nach außen kehren darf, die mitunter in Mickey 17 und Co. schon Meme-Potenzial hatte.

    Weitaus bodenständiger angelegt sind dann aber die Charaktere, die hier LaKeith Stanfield, Sissy Spacek oder auch Nick Nolte in wenigen Szenen spielen. Doch genau in dieser beruhigenden Attitüde liegt die Stärke dieser Auftritte. So ist beispielsweise ein ganz ehrlicher Dialog zwischen Grace und Pam (Spacek) einer der berührendsten Augenblicke. Kurz nach diesen andächtigen Gesprächen bricht sich dann aber in Die, My Love immer wieder das Animalisch-Ekstatische Bahn, wodurch man mehrfach von einem Extrem ins andere pendelt. Die Frequenz dieses tonalen Pendels nimmt gekonnt im Verlauf zu, sodass man peu à peu in Richtung der finalen Explosion arbeitet.

    Jennifer Lawrence © MUBI

    Einsamkeit, Depression, Wahnsinn

    Lynne Ramsay liebt es offenkundig, diese brüchigen Seelen in ihren Werken zu sezieren. Man denke an das dysfunktionale Mutter-Sohn-Verhältnis zwischen Ezra Miller und Tilda Swinton in We need to talk about Kevin oder den stillen, aber ziemlich kaltblütigen „Helden“, den Joaquin Phoenix in Beautiful Day spielte. Hier nun sehen wir etappenweise dabei zu, wie Jennifer Lawrence als Grace in der gefühlten Isolation mehr als nur die Contenance verliert. Ihre Ausbrüche schneiden beim Zuschauen tief ins Fleisch, die Streitszenen zwischen ihr und Pattinson sind extrem unangenehm – genau wie sie von Ramsay gedacht sind. Man muss schon ein Faible für diese Art von Abwärtsspirale haben, um von Die, My Love unterhalten zu werden. Wenn etwas noch unabhängig von einer etwaig masochistischen Ader der Zuschauenden funktioniert, dann ist es die Musikauswahl.

    Auf den Rest muss man sich schon einlassen können. Doch wer offen für diese Form von filmischer Abhandlung mit unangenehmen, von der Gesellschaft gemeinhin zum Tabu stigmatisierten Themen ist, der kann hieraus extrem viel ziehen. Es geht um die für das ganze Umfeld schwer zu begreifende psychische Ausnahmesituation einer Depression, wobei hier über das auslösende Element gezielt keine eindeutige Aussage getroffen wird.

    © MUBI

    Unser Fazit zu Die, My Love

    3.5 Sehenswert

    Die, My Love ist ein in Teilen unangenehm mit anzusehendes Psychodrama mit ekstatischen Momenten, einem hypnotischen Sog - vor allem aber einer Jennifer Lawrence, die ihren Kollegen Robert Pattinson an die Wand und sich selbst um den Verstand spielt. Auf diesen Trip, wie auch schon auf die Vorgängerfilme von Lynne Ramsay, muss man sich bewusst einlassen, sonst wird man am Ende auch eher verstört als fasziniert zurückgelassen.

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    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

    • Jan Werner
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