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    Fabian oder der Gang vor die Hunde

    Leo Solledervon Leo Solleder17. Januar 2022Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Jakob Fabian (Tom Schilling) versucht im Berlin der 30er zu überleben ©Leonine
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    90 Jahre nach der Veröffentlichung der Romanvorlage brachte Dominik Graf die Verfilmung von Fabian oder der Gang vor die Hunde in die Kinos, jetzt ist der Film auch im Heimkino verfügbar. Wie setzt der Film die literarische Figur um? Und weiß er zu überzeugen? Die Auflösung gibt es in dieser Kritik!

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    Tom Schilling, desillusioniert dreinblickend und lässig mit Zigarette im Mund, vor gelben Hintergrund auf dem Cover von Fabian oder der Gang vor die Hunde
    Das Cover von Fabian oder der Gang vor die Hunde © Leonine Distribution

    Die Handlung von Fabian oder der Gang vor die Hunde

    Berlin, 1931: In der heißen Phase der Weimarer Republik folgt der Film dem promovierten Germanisten Jakob Fabian (Tom Schilling), der meistens nur bei seinem Nachnamen genannt wird. Dieser verbringt seine Freizeit damit, mit seinem Freund Stephan Labudde (Albrecht Schuch) durch die Kneipen und Bordelle der Großstadt zu ziehen. Dabei treffen beide auf die skurrilsten Gestalten, wie die Nymphomanin Irene Moll (Meret Becker), welche ein Auge auf Fabian geworfen hat, ihn aber vor dem Geschlechtsverkehr aufgrund eines aufgesetzten Ehevertrags ihrem Mann präsentieren muss. Nächtliche Abenteuer wie diese führen dazu, dass Fabian seine Arbeit als Werbetexter in einer Zigarettenfabrik wenig ernst nimmt, der Beruf ist für ihn auch nichts mehr als die Finanzierung seiner Miete.

    Als Cornelia Battenberg (Saskia Rosendahl), eine Rechtsanwältin und Bardame, in Fabians Leben tritt, verändert dies die Sicht auf sein Leben. Beide fangen eine Beziehung an und träumen von der Erfüllung ihrer jeweiligen Lebenspläne. Bei Cornelia ist es die Schauspielerei, bei Fabian die Literatur. Gemeinsam mit Labudde erlebt das Trio die letzten Tage, bevor die Gesellschaft und auch die Weimarer Republik den im Titel genannten „Gang vor die Hunde“ antritt…

    Die neu entdeckte visuelle Kraft des deutschen Films

    Wenn man über den deutschen Film spricht, dann wird oft bemängelt, dass man sich nicht viel trauen würde. Der Look und Stil der unzählig vielen romantischen Komödien könnten ihren Beitrag dazu geleistet haben. Gegenbeispiele wie die Neuadaption von Berlin Alexanderplatz aus dem Jahr 2020 zeugen aber davon, dass ein innovativer Stil gelingen kann, wenn man junge Leute mit Visionen in die entscheidenden Positionen bringt. Kann aber ein zum Zeitpunkt der Dreharbeiten 68 Jahre alter Regisseur wie Dominik Graf diese visuellen Einfälle aufbringen? – Die Antwort ist ja!

    Fabian oder der Gang vor die Hunde arbeitet mit parallelen Montagen, die ins Bild herein- und herauszoomen, Zwischenschnitte mit Originalaufnahmen aus dem Berlin der 30er sind keine Seltenheit. Manche Einstellungen wirken aufgrund des Szenenbilds so, als wären sie von einer Theaterbühne abgefilmt, da die Räumlichkeit aufgehoben wird und die Handlungsorte nur mit einem Spotlight beleuchtet werden. Zu loben ist hier auch die Arbeit von Kameramann Hanno Lentz, der mit vielen Nahaufnahmen die Emotionen der Mitwirkenden einfängt. Nur in wenigen Szenen kann es sein, dass die Experimentierfreudigkeit dem Zusehenden zu viel werden könnte und man sich stark auf die Handlung fokussieren muss, um mitzukommen. Insgesamt zeigt der Film, unterstützt vom eher ungewöhnlichen 1,37:1-Bildformat, eine berauschende Ästhetik, die durch einen an analoge und Super-8-Filme erinnernden Look eine gewisse Zeitlosigkeit besitzt.

    Jakob Fabian ist im Portrait zu sehen und blickt nachdenklich aus dem Fenster - Fabian oder der Gang vor die Hunde
    Jakob Fabian (Tom Schilling) versucht im Berlin der 30er zu überleben © Leonine Distribution

    Über die Freiheit der Literaturverfilmungen

    Damit diese Zeitlosigkeit auch auf der inhaltlichen Ebene bestehen bleibt, hat Dominik Graf auch einiges im Gegensatz zur Romanvorlage verändert und das Werk recht frei adaptiert. Denn wenn Fans des Buchs den Film genau betrachten, dann werden diese merken, dass unter anderem einzelne Monologe von komplett anderen Personen gesprochen werden. Und wenn in der Hälfte des Films knapp 30 Minuten neue Dialoge und dadurch eine neue inhaltliche Ebene für die Dreiecksbeziehung zwischen Jakob Fabian, Cornelia Battenberg und Stefan Labudde entsteht, dann kann dies zu Beginn verwirrend und unpassend wirken. Doch überraschenderweise harmonieren diese Ergänzungen sehr gut mit dem Originaltext. Besonders die Beziehung von Fabian und Cornelia bekommt dadurch eine Tiefe, die das Buch an manchen Stellen vermissen ließ.

    Als Erich Kästner 1931 Fabian. Die Geschichte eines Moralisten veröffentlichte, muss die sehr pessimistische Sicht auf die Welt in Anbetracht der nachfolgenden Jahre fast als hellseherisch bezeichnet werden. Besonders den aufkommenden Nationalsozialismus beschreibt Kästners Werk treffend, verstärkt dadurch auch den Charakterzug Fabians als Moralist. In Dominik Grafs Adaption ist diese politische Ebene weniger präsent, für ihn zählt eher die Ausarbeitung der zwischenmenschlichen Beziehungen. Zwar werden unterschwellig viele Details gezeigt, die genau diese Ebene aufgreifen, die Kraft der literarischen Vorlage jedoch nicht ganz erreichen. Dafür überzeugt die Verfilmung auf eben anderen Ebenen.

    Jakob Fabian ist nackt und lässt Cornelia Battenbach an seiner Zigarette ziehen - Fabian oder der Gang vor die Hunde
    Fabian führt eine Liebesbeziehung mit der jungen Cornelia Battenbach © Leonine Distribution

    Was Blu-Ray und DVD zusätzlich zu bieten haben

    Die Heimkinoversion kommt ohne großen Schnickschnack daher. Neben dem Film in deutscher Sprache und mit deutschen Untertiteln ist auch ein Audiokommentar mit Regisseur Dominik Graf anwählbar. Umso spannender gestaltet sich aber das rund 20 Minuten lange Making-of des Films. In diesem wird viel über die Anpassung der Vorlage an die heutige Zeit und über die Herausforderungen der Verfilmung gesprochen. Das Bild ist einwandfrei, beim Ton wäre allerdings von Vorteil, eine Stereoanlage zu besitzen. Das liegt daran, dass das Durcheinander der Stimmen zwar im Kinosaals sehr gut funktioniert, über die Lautsprecher des  Fernsehers jedoch schnell schwer verständlich scheint.

    Das Bild zeigt Stefan Labudde im Gespräch mit einer nicht erkennbaren Frau - Fabian oder der Gang vor die Hunde
    Immer an Fabians Seite: Sein bester Freund Stefan Labudde (Albrecht Schuch) © Leonine Distribution

    Unser Fazit zu Fabian oder der Gang vor die Hunde

    Mit rund drei Stunden Laufzeit ist Fabian oder der Gang vor die Hunde sicherlich ein Film, auf den man sich einlassen muss. Wer das aber tut, der erlebt vielleicht einen der besten deutschen Filme der letzten Jahre. Der Cast rund um Tom Schilling und Saskia Rosendahl schafft es, die fast ein Jahrhundert alte Handlung auch für das heutige Publikum greifbar werden zu lassen. Die schauspielerischen Leistungen werden unterstützt von einer tollen filmischen Ästhetik und einer stilistisch sicheren Modernisierung des Texts. Als deutscher Kandidat für den Oscar konnte sich der Film nicht durchsetzen, vielleicht weil er für manche als zu nischenhaft gilt. Aber davon kann sich das geneigte Publikum jetzt selbst ein Bild vor dem heimischen Fernseher machen und sollte das auch tun!

    Fabian oder der Gang vor die Hunde ist ab dem 14. Januar auf DVD und Blu-Ray verfügbar!


    © DCM Film Distribution GmbH/Leonine Distribution

    Leo Solleder

    Léo wollte eigentlich Theaterschauspieler werden, nun ist der Medienkulturwissenschaftler freier Journalist, Social Media Manager und Redakteur. Seine Liebe für die Bretter, die die Welt bedeuten, zeigt sich allerdings immer wieder in seiner Filmvorliebe für Kammerspiele. Diese dürfen gern international, etwas cheesy und gut geschrieben sein, doch eigentlich ist Léo genretechnisch dann doch vielfältig. Immer wieder von A24-Produktionen begeistert und dennoch mit dem Gespür für deutsche Fernsehfilme der 60er-Jahre podcastet und schreibt sich Léo seit Dezember 2021 durch die Redaktion von "Filmtoast", außerdem betreibt er mit seinem Redaktionskollegen Kenan den Popkultur-Podcast "Bleibende Schäden". Immer auf der Suche nach neuen Blockbustern und kleinen Genreperlen, die vielleicht irgendwann mal den Status seiner Lieblingsfilme "Fight Club" und "Whiplash" erreichen können.

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