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    Germans and Jews – Eine neue Perspektive

    Andreas Krasseltvon Andreas Krasselt2. Oktober 2020Keine Kommentare7 min Lesezeit
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    Besucher spiegeln sich im Glas einer Holocaust-Gedenkstätte | Germans & Jews - Eine neue Perspektive.
    Besucher spiegeln sich im Glas einer Holocaust-Gedenkstätte. © W-Film
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    Die Dokumentation Germans & Jews – Eine neue Perspektive geht der Frage nach, wie sich die sensible Beziehung zwischen Deutschen und Juden seit dem Holocaust verändert hat. Gibt es die Möglichkeit eines neuen und verständnisvollen Zusammenlebens? Oder ist das Verhältnis durch die Erfahrung der Vernichtungslager unrettbar zerrüttet? Hier erfahrt Ihr mehr.

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    Das DVD-Cover von Germans & Jews - Eine neue Perspektive zeigt den Aufbau eines riesigen Chanukkaleuchters vor dem Brandenburger Tor durch Rabbi Yehuda Teichta, rechts im Bild, und einen Helfer
    Das DVD-Cover von Germans & Jews – Eine neue Perspektive. © W-Film

    Darum geht’s in Germans & Jews – Eine neue Perspektive

    Deutsche und Juden treffen sich gut 70 Jahre nach dem Holocaust zu einem ungewöhnlichen gemeinsamen Dinner. Sie unterhalten sich über gegenseitige Vorurteile und diskutieren über die komplizierte Beziehung zueinander. Es sind Menschen aus unterschiedlichen sozialen Zusammenhängen: ein Lehrer, ein Geschäftsmann, ein Musiker, eine Journalistin und andere. Eine spannende Idee. Und eine Art Rahmenhandlung von Germans & Jews – Eine neue Perspektive. Mittlerweile leben wieder mehr als 200.000 Juden in Deutschland. Und in Berlin gibt es die am schnellsten wachsende jüdische Gemeinde Europas. Doch gibt es auch eine gemeinsame Perspektive?


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    Einzelne Statements der Beteiligten erhellen die individuellen Ausgangslagen. Interviewschnipsel mit bekannten Persönlichkeiten wie dem 2016 verstorbenen US-Historiker Fritz Stern oder seinem deutschen Fachkollegen Thorsten Wagner vertiefen die Einblicke in die hochsensible Beziehung. Doch auch der Soziologe Harald Welzer und der Publizist Rafael Seligman kommen zu Wort. Und sogar Musiker Herbert Grönemeyer.

    Was haltet ihr wirklich von den Juden?

    In einem Prolog formuliert Germans & Jews – Eine neue Perspektive seine provozierenden Eingangsthesen. In Deutschland lebende Juden, deren Eltern und Großeltern zu den Opfern des Holocausts gehörten, geben kurze Statements. „Mein Vater sagte, es gibt nur zwei Arten von Menschen in der Welt: Juden und Nazis“ ist da zu hören. Oder: „Ich wurde großgezogen von jemandem, der einen irrationalen Hass auf Deutsche hatte.“ In Zwischenschnitten sieht man alte Fotografien jubelnder Deutscher unter Hakenkreuzfahnen, die Arme zum Hitlergruß erhoben. „Was haltet ihr wirklich von den Juden?“ ist die zentrale Frage. Die auch heute noch der jungen Generation der Deutschen gestellt wird.

    Deutsche Juden und nichtjüdische Deutsche sitzen in Germans & Jews - Eine neue Perspektive um einem Tisch herum und diskutieren.
    Ungewöhnliches Dinner: Deutsche Juden und nichtjüdische Deutsche diskutieren über Vorurteile. © W-Film

    Es gibt Misstrauen: „Ich habe eine instinktive Reaktion, wenn jemand deutsch spricht“, sagt eine der Gesprächspartnerinnen. „Es ängstigt mich.“ Weshalb die Unterhaltung und die Interviews auf englisch geführt werden. Doch kompliziert ist auch die Situation der deutschen Tischnachbarn. Auch sie haben Holocaust und Naziregime nicht selbst erlebt. Doch der Deutsche ist verunsichert. Darf er überhaupt Fragen nach Tätern und Opfern auch unter seinen Landsleuten stellen?

    Der Hass wirkt über Generationen nach

    Fritz Stern war 1938 als Zwölfjähriger mit seiner Familie vor den Nazis in die USA geflüchtet. Doch 1956 kehrte er für seine Dissertation nach Deutschland zurück. In eine Bundesrepublik, die ihre Vergangenheit zu verdrängen suchte. „Mir ist die deutsche Fähigkeit zum Selbstmitleid aufgefallen“, sagt der Historiker, eigentlich ein großer Versöhner. Er spricht aber auch über seinen damaligen Hass auf die Deutschen. Es ist der Blick der Opfer auf die Täter, der über Generationen nachwirkt.

    Der US-Historiker Fritz Stern im Interview.
    Ein großer Versöhner: der 2016 verstorbene US-Historiker Fritz Stern. © W-Film

    Germans & Jews führt chronologisch weiter. Der 1947 in Tel Aviv geborene Schriftsteller und Publizist Rafael Seligmann kam mit seiner Familie 1957 nach Deutschland. Der Grund war die wirtschaftliche Situation in Israel. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließen sich rund 27.000 Juden wieder in Deutschland nieder. Doch ihre Beziehung zu dem Land und seinen Bewohnern blieb ambivalent. Auch Seligmanns Familie war hinsichtlich der Entscheidung zerrissen, die Mutter dagegen, der Vater dafür. Rafael Seligmann berichtet von dem nach wie vor latent vorhandenen Anti-Semitismus im Nachkriegsdeutschland. Und von den Lehrern, die, in der Nazizeit erzogen, ganz unwillkürlich Vorurteile weitergaben.

    Von der inneren Zerrissenheit auch in den deutschen Familien kann Herbert Grönemeyer erzählen. Sein Vater hatte in Stalingrad einen Arm verloren. Doch später stand er als linksliberaler Demokrat der NS-Zeit kritisch gegenüber. Während Grönemeyers Mutter von allem nichts gewusst haben wollte. Ein typisches Verhalten. Warum nun gerade der Sänger Grönemeyer davon berichtet, bleibt ein wenig unklar. Hier sollte wohl die Popularität eines Künstlers für eine größere Aufmerksamkeit sorgen. Was unnötig ist.

    Sänger Herbert Grönemeyer im Interview in Germans & Jews - Eine neue Perspektive
    Typisch deutsche Verhältnisse: Der Sänger Herbert Grönemeyer. © W-Film

    Mit den NS-Prozessen beginnt die Aufarbeitung

    Erst die Prozesse gegen die NS-Kriegsverbrecher, allen voran die Verhandlung gegen Adolf Eichmann, hätten in den 1960er Jahren zu einem breiteren Interesse an einer Aufarbeitung der Vergangenheit geführt, so der Soziologe Harald Welzer. So prägte der Prozessbericht von Hannah Arendt damals den Begriff von der Banalität des Bösen. Dennoch blieb auch der Versuch einer Vergangenheitsbewältigung durch die 68er Studentenbewegung halbherzig. Denn es war in erster Linie eine Abrechnung mit der Elterngeneration. Man stellte die Frage nach dem „Warum“. Der Frage nach dem „Was“, den eigentlichen Taten, ging man aus dem Weg. Denn es hätte kompliziert werden können, meint Welzer, Eltern und Großeltern als Verbrecher sehen zu müssen.

    Ein Blick in einen Gang im Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin.
    Erinnerungskultur: Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin. © W-Film

    Dieses „Was“ rückte erst durch das Fernsehen stärker ins Bewusstsein. Denn als 1979 die US-Serie Holocaust auch über deutsche Bildschirme flimmerte, sahen 20 Millionen Westdeutsche zu. Und in den 80er Jahren setzte eine Debatte über eine neue deutsche Identität unter Anerkennung der Nazi-Gräuel ein. Für den Historiker Wagner stellt die Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker zum 40. Jahrestages des Kriegsendes einen „Meilenstein“ dar. Denn Weizsäcker sprach erstmals von der „Befreiung“ Deutschlands durch die Alliierten.

    Deutsche und Juden müssen sich neu kennenlernen

    Die zentrale Botschaft von Germans & Jews – Eine neue Perspektive ist die Notwendigkeit des Dialogs und der Begegnung. Man muss sich kennenlernen. Denn noch heute gibt es nur wenig Deutsche, die einen Juden in ihrem Bekanntenkreis haben. Der Schmelztiegel Berlin wird als leuchtendes Vorbild inszeniert. Wobei das Errichten eines riesigen Chanukkaleuchters vor dem Brandenburger Tor zum Symbol eines neuen jüdischen Lebens in der Hauptstadt wird. Und so sogar zum Covermotiv der Heimkinoveröffentlichung der Dokumentation.

    Doch viele aufgeworfene Fragen bleiben schwierig und unbeantwortet. Ob er stolz sei, Deutscher zu sein, wird der Lehrer Herbert Weber in der Tischrunde gefragt. Stolz sei ein belasteter Ausdruck, antwortet er. Denn die deutsche Identität ist befleckt. Doch vermeidet Germans & Jews es leider auch, die Sinnhaftigkeit nationaler Identitäten zu hinterfragen. Nur der aus Russland stammende deutsch-jüdische Geschäftsmann erklärt, er sehe sich nicht als Deutscher, sondern als Bürger des deutschen Staates. Der sei multikulturell. Dies ist ein kleiner, aber wesentlicher Unterschied.

    Eine Kippa mit einem Nike-Symbol wirbt für den Chabbat.
    Symbol der Freundschaft: Eine Kippa mit einem Nike-Symbol wirbt für den Chabbat. © W-Film

    Germans & Jews – Eine neue Perspektive lässt Fragen offen

    Auch andere Fragen werden in leider nur gestreift. Darf ich als Deutscher die israelische Politik kritisieren? Schnell wird man dann in die Schublade des Antisemiten gesteckt. Was einen nicht wundern sollte, wenn man auf Demonstrationen für die Palästinenser mit Antisemiten Hand in Hand geht. Doch wer heute Kritiker der Corona-Maßnahmen rügt, mit Rechtsextremen gemeinsame Sache zu machen, sollte auch über solche Bündnisse nachdenken.

    Letztlich bleibt das Verhältnis zwischen Deutschen und Juden eine Frage der Generationen. Weshalb Germans & Jews – Eine neue Perspektive hoffnungsvoll auf die Jugend blickt. Während der deutsch-jüdische Gesprächspartner am Tisch zugibt, nie ein Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft tragen zu können, haben seine Kinder damit keine Probleme. Der Sport als verbindendes Element ist dabei mehr als nur eine Metapher.

    Mein Fazit zu Germans & Jews – Eine neue Perspektive

    Der Film wirft einen versöhnlichen und hoffnungsvollen Blick auf ein neues Verhältnis zwischen Deutschen und Juden. Das ist wichtig gerade in einer Zeit, in der auch hierzulande der Antisemitismus wieder zunimmt. Vielleicht etwas zu optimistisch beschreibt die Dokumentation  Deutschland als demokratischstes Land Europas. In dem sich das Bewusstsein einer schrecklichen Vergangenheit erhalten hat – und bewusst gepflegt wird. Doch das Erstarken einer neuen rechten Bewegung findet in dem Film keine Beachtung. Bereits 2016 entstanden, fehlt hier die Aktualität. Andererseits liegt sein Fokus auf einer Botschaft der Hoffnung: Wer sich begegnet und miteinander redet, wird sich auch verstehen können. Was natürlich nicht nur für die Beziehung zwischen Deutschen und Juden gilt. Dies ist ein wichtiges Plädoyer für ein neue Perspektive.

    Die Dokumentation ist seit dem 25. September 2020 auf DVD erhältlich. Bereits seit dem 14. Mai kann er auch online über http://vod.wfilm.de ausgeliehen werden, wobei 50 % des Erlöses an teilnehmende Kinos gehen.


    © W-Film

    Andreas Krasselt

    Andreas lebt im Raum Hannover. Er ist Journalist und fest angestellter Redakteur bei einer Tageszeitung – und nebenbei Musiker in einer Bluesrock-Band. Bei Filmtoast schreibt er seit 2019 Rezensionen. Filmfan ist er, seit er im zarten Alten von sechs Jahren von seiner Mutter jeden Sonntag in die Kindervorstellung des Stadtteilkinos abgeschoben wurde (so was gab es damals noch). Lieblingsgenre: Western, insbesondere die italienische Variante. Daher ganz klar der Lieblingsfilm: Spiel mir das Lied vom Tod, den er mit 12 schon dreimal im Kino gesehen hatte. Aber es gibt kaum ein Genre, dem er nichts abgewinnen kann. Weitere Favorites: Der Tod in Venedig, Im Zeichen des Bösen, 2001 sowie Leichen pflastern seinen Weg. Tja, und sein Guilty-Pleasure-Favorite ist Predator 2 von dem total unterschätzen Stephen Hopkins. Filme guckt er zwar gerne im Kino, ist aus Zeitmangel aber auf das Heimkino gewechselt, weshalb seine private Filmsammlung auch mehr als 1000 Titel umfasst.

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