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    Gotteskinder

    Andreas Krasseltvon Andreas Krasselt12. Januar 2025Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    In Gotteskinder zieht uns Drehbuchautorin und Regisseurin Frauke Lodders tief in die Innenwelt einer christlich-fundamentalistischen Glaubensgemeinschaft. Ein Selbstfindungsdrama um Teenager zwischen Religiosität und Sexualität. Ob das gelungen ist, erfahrt ihr hier.

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    Das Filmplakat von Gotteskinder

    Die Handlung von Gotteskinder

    Susanne (Karoline Eichhorn)  zieht in Gotteskinder mit ihrem 17-jährigen Sohn Max (Michelangelo Fortuzzi) nach dem überraschenden Tod ihres Mannes in eine neue Umgebung. Dort gerät sie schnell unter den Einfluss einer christlich-fundamentalistischen Gemeinde. Max bleibt skeptisch ungläubig, muss aber zumindest probeweise auf eine Privatschule dieser evangelikalen Freikirche gehen. Dort lernt er Hannah (Flora Li Thiemann) kennen, die in der fast sektiererisch anmutenden Nachbarschaft mit ihrer Familie lebt. Obwohl Hannah Keuschheit gelobt hat, kommen sich die beiden näher.

    Näher kommen sich auch Hannahs Bruder Timo (Serafin Mishiev) und dessen Freund Jonas (Lennox Halm). Doch Homosexualität ist in dieser christlichen Gemeinschaft eine Sünde und Zeichen dämonischer Besessenheit. In einem Seelsorger-Camp soll Timo davon geheilt werden. Und auch Max wird dorthin zwangsverfrachtet, da er es gewagt hatte, Hannah zu küssen.

    Innenansicht einer Glaubensgemeinschaft

    Willkommen bei Jesus Christ Superstar. Zumindest so ähnlich, wie ein groß angelegtes Pop-Event wirken  die Gottesdienste der evangelikalen Freikirche. Sie sollen die Gefühle insbesondere der noch schwärmerisch veranlagten Jugendlichen ansprechen. Doch auch Susanne kann sich der vermeintlichen Freundlichkeit mit warm tröstenden Umarmungen dieser Gottesanbeter nicht entziehen. Während evangelische wie katholische Kirche zusehends an Mitgliedern verlieren, wächst der Zuspruch, den die Freikirchen bundesweit finden. Frauke Lodders Gotteskinder versucht sich an einer präzisen Innenansicht einer solchen, besonders fundamentalistisch ausgerichteten Glaubensgemeinschaft.

    Hannah, gespielt von Flora Li Thiemann, wird von ihrer Mutter, gespielt von Bettina Zimmermann, in den Arm genommen.
    Trügerisch: Hannah (Flora Li Thiemann) wird von ihrer Mutter (Bettina Zimmermann) fürsorglich behütet. © W-Film

    Dabei gelingt ihr das Kunststück, weitgehend klischeefrei einen Blick auf das Seelenleben, auf Wünsche, Konflikte und Widersprüche der Gläubigen zu werfen – ohne zu verurteilen, aber auch ohne zu beschönigen. Das ist in Teilen wegen der dichten Realitätsnähe fast unerträglich. Zumal die angewandten Psychotechniken wie freundschaftliche Gespräche im Stuhlkreis und emotionale Zuwendung aus anderen, weniger suspekten Zusammenhängen durchaus vertraut sind.

    Die Verteufelung der Homosexualität

    Insbesondere, wenn die inneren Konflikte und die Verzweiflung in Jonas wegen seiner Homosexualität, die er nicht akzeptieren will, deren Bedürfnisse ihn aber immer wieder überrollen, kulminieren, geht das tief unter die Haut. Serafin Mishiev spielt in Gotteskinder diesen Jugendlichen mit berührender Intensität. Generell muss man den jugendlichen Darstellern wie auch Michelangelo Fortuzzi als Max und Flora Li Thiemann als Hannah großes Talent bescheinigen. Wobei die Figur des Max vielleicht allzu gradlinig als positiver Charakter gezeichnet wird. Er ist der Verführer mit Teufelslocken im Haar, in Wirklichkeit natürlich eher ein Lichtbringer für die in somnambul-glückseliger Gläubigkeit dahin träumende Hannah.

    Timo, gespielt von Serafin Mishiev, und Jonas, gespielt von Lennox Halm, küssen sich in Gotteskinder.
    Sünde: Timo (Serafin Mishiev) und Jonas (Lennox Halm) lieben sich. © W-Film

    Es gibt in dieser Welt der Evangelikalen keinen Raum für Zweifel. In der Schule wird geleert, dass Dinosaurier und Menschen zusammen auf der Erde lebten, da die Chinesen ja Drachen gezeichnet hätten. Jesus wird auf Jugendpartys vehement gefeiert. Dabei gibt hinsichtlich der manipulativen, auf der Klaviatur jugendlicher Emotionalität spielender Mechanismen keinen Unterschied zwischen einem Mega-Pop-Event und einer christlichen Fete mit Liveband und Lightshow.

    Gotteskinder unter Gruppendruck

    Auch die Techniken der Seelenfänger in Gotteskinder ähneln zunächst den Methoden aus psychotherapeutischen Gruppen mit Händchenhalten und Seelentrost. Doch hinter der fürsorglich erscheinenden Freundlichkeit verbirgt sich der Gruppendruck. Wenn die Kinder nicht das machen, was die Eltern oder die Gemeinschaft erwarten, wird aus der Jesusliebe schnell alttestamentarische Strenge.

    Aufschlussreich dargestellt wird in Gotteskinder die altersbedingte Empfänglichkeit für die Glaubensbotschaft an Hannah und ihren zwei Schwestern. Die Jüngste berichtet noch ganz naiv aus dem Kindergarten, dort im Spiel geheiratet zu haben. Als sie aber erzählt, dass ihr Spielgefährte dabei ein Mädchen war, weicht das Lächeln aus den Gesichtern der Eltern tiefem Schweigen – und es setzt Ohrfeigen: „Du weißt, dass das Sünde ist“, wird der Kleinen eingebläut.

    Max, gespielt von Michelangelo Fortuzzi, begleitet Hannah, gespielt von Flora Li Thiemann, in Gotteskinder auf eine christliche Jugendparty.
    Jesus Christ Superstar: Max (Michelangelo Fortuzzi) begleitet Hannah auf eine christliche Jugendparty. © W-Film

    Das ist bei der gerade in die Pubertät kommenden zweitjüngsten Tochter nicht mehr nötig. Eifrig vom Glauben an die notwendige Reinheit von Körper und Geist beseelt, ist sie sogar bereit, ihrer älteren Schwester hinterher zu spionieren. Und Hannah schließlich ist in einer Phase, wo sie eine gewisse Offenheit gegenüber kritischen Einwänden zeigt und trotz ihres Bekenntnisses zur Keuschheit anfängt, irritierende Bedürfnisse wahrzunehmen.

    Dicht an der Realität

    Dabei bleibt die Kamera meist ganz dicht an den Figuren, als wollte sie gleichsam in ihr Innenleben eindringen. Das führt leider manches Mal auch dazu, dass das Bild allzu dunkel bleibt. Dicht an der Realität bleibt auch der Originalton der häufig nuschelnden Teenager, bei dem man sich manchmal Untertitel wünschen würde. Teenager dürften dabei weniger Verständnisprobleme haben, sie dürften allerdings auch den Film als eher langweilig empfinden. Denn mit 117 Minuten Laufzeit ist Gotteskinder ein wenig lang geraten, etwas Straffung hätte dem Film nicht geschadet.

    Timo, gespielt von Serafin Mishiev, sitzt verzweifelt in einer Ecke des christlichen Seminarhauses und soll sich seiner Sünde der Homosexualität stellen.
    Religiöse Strenge: Timo soll sich seiner Sünde stellen. © W-Film

    Trotz dieser Länge bleibt inhaltlich manches auf der Strecke. So wird die Motivation von Susanne nicht wirklich nachvollziehbar. Insbesondere ihr Einverständnis, dass die Glaubensgemeinschaft ihren Sohn Max gegen dessen Willen in das Seelsorger-Camp steckt, bleibt ein wenig fragwürdig. Man muss sich halt das ein oder andere zusammenreimen. Doch hätte es Gotteskinder gut getan, sich nicht nur auf die Kinder zu konzentrieren, sondern auch deutlicher zu zeigen, wie sich Erwachsene in den Fallstricken der Fundamentalisten verfangen können. Zumal sich derartige Strukturen leicht von Glaubensgemeinschaften auch auf andere, politischere Gruppen übertragen ließen.

    Bekannte TV-Gesichter in Gotteskinder

    Neben den hervorragenden Jungdarstellern gibt es in den Nebenrollen ein Wiedersehen mit bekannten TV-Gesichtern wie dem Berliner Tatort-Kommissar Mark Waschke und Bettina Zimmermann als Hannahs Eltern sowie Karoline Eichhorn als Mutter von Max. Wobei Letztere nur wenig Screentime hat und die Herausforderungen für Bettina Zimmermann unter ihren Möglichkeiten bleiben. Mark Waschke hingegen bringt neben der autoritären Strenge auch Momente innerer Zerrissenheit glaubwürdig zum Ausdruck.

    Unser Fazit zu Gotteskinder

    Gotteskinder bietet tiefe Einblicke in die Welt christlich-fundamentalistischer Glaubensgemeinschaften. Wobei der Film von Frauke Lodders, wie der Titel schon vermuten lässt, den Fokus auf die Jüngeren setzt. Dabei bleiben die Motivationen der Erwachsenen zwar etwas unterbelichtet, dennoch entlarvt Gotteskinder sehr präzise die Mechanismen und Psychotricks, mit denen solche Glaubensgemeinschaften missionieren und ihre eigenen Mitglieder bei der Stange halten. Trotz einiger Längen ein gut recherchierter Film, der vor allem von den jugendlichen Darstellern hervorragend gespielt wird.

    Nachdem Gotteskinder bereits erfolgreich auf mehreren Festivals gezeigt wurde, feiert er seine Deutschlandpremiere am 22. Januar 2025 in Frankfurt am Main. Offizieller Kinostart ist am 30. Januar. Gezeigt wird der Film bundesweit in einer Reihe ausgewählter Kinos – also Augen auf!

    © W-Film

    Andreas Krasselt

    Andreas lebt im Raum Hannover. Er ist Journalist und fest angestellter Redakteur bei einer Tageszeitung – und nebenbei Musiker in einer Bluesrock-Band. Bei Filmtoast schreibt er seit 2019 Rezensionen. Filmfan ist er, seit er im zarten Alten von sechs Jahren von seiner Mutter jeden Sonntag in die Kindervorstellung des Stadtteilkinos abgeschoben wurde (so was gab es damals noch). Lieblingsgenre: Western, insbesondere die italienische Variante. Daher ganz klar der Lieblingsfilm: Spiel mir das Lied vom Tod, den er mit 12 schon dreimal im Kino gesehen hatte. Aber es gibt kaum ein Genre, dem er nichts abgewinnen kann. Weitere Favorites: Der Tod in Venedig, Im Zeichen des Bösen, 2001 sowie Leichen pflastern seinen Weg. Tja, und sein Guilty-Pleasure-Favorite ist Predator 2 von dem total unterschätzen Stephen Hopkins. Filme guckt er zwar gerne im Kino, ist aus Zeitmangel aber auf das Heimkino gewechselt, weshalb seine private Filmsammlung auch mehr als 1000 Titel umfasst.

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