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    Startseite » Nikita
    Filme

    Nikita

    Stefan Brüningvon Stefan Brüning24. September 2024Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Den Namen Luc Besson bringt man heutzutage entweder mit Kontroversen oder mit einem maximal mittelmäßigen Output in Verbindung. In den 90ern dagegen lag ihm die Filmwelt zu Füßen. Einer der Gründe war Nikita, der jetzt ein 4k-Upgrade bekommt. Funktioniert der Film heute noch oder legt die ultrahohe Auflösung nur die Makel frei?

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    Cover der Blu Ray © Studiocanal

    Die Inhaltsangabe von Nikita

    Bei einem Einbruch in eine Apotheke wird eine drogensüchtige Gang in eine Schießerei mit der Polizei verwickelt. Bis auf eine junge Frau werden alle Gangmitglieder getötet. Bei ihrer Festnahme erschießt sie einen Polizisten und wird zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Eine Geheimorganisation erkennt aber ihr Potenzial und stellt sie vor die Wahl für die Regierung zu morden oder im Gefängnis zu verrotten.

    Prototyp einer Killerin

    Die 90er-Jahre waren das Jahrzehnt von Luc Besson. Zwar hatte er zuvor schon filmische Erfolge feiern können, aber mit Nikita wurde sein Einfluss größer. Es gab nicht nur ein US-Remake des Films, sondern auch japanische Adaptionen. Zudem wurde der Stoff auch in die Serienwelt überführt. Viel größeren Einfluss hatte aber die Idee der weiblichen Killerin, die es bis heute in zahlreiche Filme geschafft hat. Auch Besson hat diesen Typus in seinen weiteren Filmen eingebaut. Sei es in Lucy oder als schlechte Kopie in Anna.

    Warum diese Idee so stark ist, zeigt Nikita eindrucksvoll. Es ist diese Mischung aus Kampfgeist, Verletzlichkeit und der Punk-Attitüde einer Pippi Langstrumpf, die Anne Parillaud so gut verkörpert. Als Frau in der Actionwelt ist sie zu dem Zeitpunkt nicht an die typischen Rollenklischees gebunden. Ihre männlichen Kollegen mussten hart sein und immer einen coolen Spruch auf den Lippen haben. Sie dienten eher Macho-Fantasien und weniger als Identifikationsfigur. Nikita bzw. Marie, wie sie mit richtigem Namen heißt, darf menscheln. Sie macht die gegenteilige Entwicklung einer Sarah Connor durch. Von der Badass-Braut, die bei einer Befragung eine Hand als Stifthalter missbraucht, zu einer Person, die ein bürgerliches Leben führen möchte. Eine Seltenheit im Genrekino.

    Innerhalb dieses Prozesses ändert sich auch ihr Umgang mit der Männerwelt. Wird sie anfangs noch von Männern mitgeschleppt und in eine bestimmte Rolle gedrängt, erhebt sie sich immer mehr daraus. Sie ist nicht die gewünschte Sex- und Gewaltfantasie, so sehr ihr Mentor – eventuell stellvertretend für das männliche Publikum – sich das auch wünscht. Andere Figuren dagegen bekommen kaum Charakterisierung oder sind, wenn auch mitunter rollenvertauscht, Stereotype. Genauso wenig bekommt man Hintergründe über die Organisation, für die sie arbeiten muss oder welchen Zweck ihre Dienste für das Land eigentlich haben. Das ist durchaus ein valider Kritikpunkt, aber es würde auch ablenken vom eigentlichen Thema.

    Action wird nicht zelebriert

    So wie sich die Hauptfigur typischen Mustern entzieht, macht es auch die Action. Sind die Ballereien für uns erst noch betont cool und stylish, ändert sich dies mit der Sichtweise der Hauptfigur. Hier macht es sich bezahlt, dass auf eine starke Charakterisierung gesetzt wird. Wenn die Hauptfigur im Laufe der Handlung an der Gewalt leidet, dann tun wir es auch. Plötzlich wird nichts mehr glorifiziert, denn je mehr sie ins Leben zurückfindet, umso widerwilliger möchte sie dieses bei anderen auslöschen. Diese Gegensätze kulminieren im fulminanten Schlussakt. Während Marie ihren Auftrag widerwillig ausführt und moralisch mit ihren Taten kämpft, muss sie gleichzeitig mit einem Archetyp von Killer, gespielt von Jean Reno, zurechtkommen. Trotz Kurzauftritt nimmt Reno die Leinwand so ein, dass er Marie zur Nebenfigur degradiert und die Botschaft des Films ungewollt unterwandert. Aber in diesen Momenten wird deutlich, warum er im Folgefilm von Besson wieder die Hauptrolle spielt.

    Ungewöhnliche Erzählweise

    Nikita entzieht sich bekannten Erzählmustern. Innerhalb des Genres werden gerne musikunterlegte Trainingsmontagen genutzt, um eine Entwicklung der Hauptfigur zeigen. Obwohl Marie ein Training durchlaufen muss, wird das Klischee geschickt umgangen. Nicht nur die Figur verweigert sich dem Codex, sondern auch die Inszenierung. Es wird in diesen Szenen nur ihr Status Quo gezeigt und ihre Ablehnung gegenüber dem System, aber niemals Verbesserungen oder Anpassung. Das mag ungewöhnlich sein, ist aber nur konsequent, um die Hauptfigur nicht als Actionheldin zu heroisieren. Stattdessen wird sich auf ihre gewaltfreie Entwicklung fokussiert, die optisch voranschreitet – sei es durch die Gestaltung eines Raumes oder durch den Blick auf das Wort „Fin“ in einem Fernsehfilm, welches Marie verdeutlicht, dass ihr altes Leben vorbei ist. Ein ähnlich kluger Ansatz wird auch für Zeitsprünge genutzt. Besson hat das Konzept „show, don’t tell“ verinnerlicht. Allerdings zieht sich durch das Durchbrechen bekannter Erzählmuster die erste Hälfte etwas.

    Grandiose Bilder

    Besson hat ein Auge für Bilder und kann dadurch die passende Atmosphäre erzeugen. Das wurde auch schon in seinen vorherigen Werken deutlich. Vom Gangsterfilm über Politthriller bis hin zum Liebesfilm ändert sich in Nikita die Stimmung, ohne dass es sich unausgewogen oder fehl am Platz anfühlt. Das mitunter schnelle Wechseln von einem Genre ins nächste fügt sich passend in die Geschichte ein. Hinzu kommen kreative Kamerafahrten – wie die POV einer Kugel – und ein wunderbar jazzig angehauchter Score von Eric Serra. Die Action, auch wenn sie nicht verherrlicht wird, ist wunderbar inszeniert. Durch den neuen 4k-Transfer kommen diese Bilder noch mehr zur Geltung. Ein Kauf oder ein Update auf die UHD lohnt sich auf jeden Fall.

    Amande gibt Marie Ratschläge. © 1990 Gaumont Production – Cecchi Gori Group Tiger Cinematographica. All rights reserved.

    Unser Fazit zu Nikita

    Kurz zusammengefasst geht es in Nikita um Nikita. Besson interessiert sich nur für seine Hauptfigur. Denn was hier geboten wird, ist im Prinzip eine als Actionfilm getarnte Coming-of-Age-Geschichte um eine junge Frau, die das Leben wieder schätzen lernen muss. Das ist mitunter etwas kitschig und verspielt, passt aber, um einen Gegensatz darzustellen. Wer anhand der zahlreichen Nachahmer, die vielleicht die Botschaft des Films missverstanden haben, einen Film wie Atomic Blonde erwartet, wird enttäuscht werden. Wer dagegen einen ungewöhnlichen Blick auf das Genre werfen möchte und sich von einer mitunter ruhigen Erzählweise nicht abschrecken lässt, bekommt mit Nikita einen immer noch sehr sehenswerten Vertreter des französischen Actionkinos.

    Nikita ist in der neuen 4k-Variante ab dem 26. September 24 im Heimkino erhältlich.

    © 1990 Gaumont Production – Cecchi Gori Group Tiger Cinematographica. All rights reserved.

    Stefan Brüning

    Stefan ist in der Nähe von Wolfenbüttel beheimatet, von Beruf Lehrer und arbeitet seit Mai 2024 bei Filmtoast mit. Seit seiner Kindheit ist er in Filme vernarrt. Seine Eltern haben ihn dankenswerterweise an Comics und Disneyfilme herangeführt. Bis zu seinem 8. Lebensjahr war es für ihn nicht nachvollziehbar, wie man Realfilme schauen kann. Aber nach der Sichtung des Films Police Academy und natürlich der Star Wars- Filme hat sich das geändert. Natürlich waren in seiner Kindheit auch die Supernasen, die Otto- und Didifilme Pflichtprogramm, denn worüber sollte man sonst mit den Anderen reden? Deswegen mag er einige dieser Filme bis heute und schämt sich nicht dafür.

    Stefan setzt sich für die Erhaltung der Filmwirtschaft ein. Sei es durch Kinobesuche, DVD/ Blu- Ray/ UHD oder Streaming, je nach dem welches Medium ihm geeignet erscheint. Sein filmisches Spektrum und seine Filmsammlung hat sich dadurch in den letzten 30 Jahren deutlich erweitert, weswegen er sich nicht auf ein Lieblingsgenre festlegen kann.

    • Stefan Brüning
      Silent Night, Deadly Night
    • Stefan Brüning
      Playdate
    • Stefan Brüning
      No Hit Wonder
    • Stefan Brüning
      Springsteen: Deliver Me from Nowhere
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