Jason Statham ist schlagkräftig zurück und räumt in The Beekeeper kräftig mit den bösen Buben auf. Ob der Brite als Imker den Kinoabend versüßen kann oder Zuschauer:innen sich vor dem Bienenschwarm eher hüten sollten, erfahrt ihr hier.

Die Handlung von The Beekeeper
Als die ehemalige Lehrerin Eloise Parker (Phylicia Rashad) Opfer eines Phishing-Betrugs wird, beendet Ihr Mieter Adam Clay (Jason Statham) sein ruhiges Leben als Imker und startet einen gnadenlosen Rachefeldzug. Doch nicht nur die Strippenzieher dieses Betrugs, sondern auch die mächtige Organisation dahinter muss lernen: Wer den Bienenstock angreift, wird vom Beekeeper unschädlich gemacht.
Handlungstiefe? Fehlanzeige!
Die Handlung passt auf das Zettelchen eines Glückskeks oder auf die Beschriftung eines Glases mit Honig. Wer hier Handlungstiefe erwartet, ist absolut an der falschen Adresse. Das Drehbuch von Kurt Wimmer (Gesetz der Rache) ist ein schwacher und äußerst plumper Abklatsch eines John Wick und das Handeln bzw. das Verhalten einzelner ist nicht immer oder eher schwierig nachvollziehbar. Viele Charaktere sind dermaßen überzeichnet oder unsympathisch in ihrer Wirkung, dass einem beinahe die Lust an The Beekeeper vergehen kann.
Dazu kommen noch Dialoge, welche ebenfalls zwischen höllisch hölzern und etwas zu erzwungenen wandeln. Dies schlägt natürlich auf die Leistung der Darsteller nieder, die nicht alle mit demselben Elan zur Sache gehen. Hinzukommt noch, dass bei der deutschen Tonspur bei manchen Rollen absolut nicht auf der Höhe ist und etwas mehr als gewöhnungsbedürftig. Die Bandbreite hierbei reicht von nervtötend bis unfreiwillig komisch, was gemischte Gefühle bei The Beekeeper zur Folge hat.
Geradliniger Actionfilm
Jedoch benötigt es für einen guten Actionfilm eigentlich auch nicht eines besonders ausgeklügelten Drehbuchs oder vieler Worte. The Beekeeper versucht offenkundig auch nicht mehr zu sein und spielt geradlinig seinen Stiefel runter. Das sorgt vor allem für Unterhaltung, bei der man nicht allzu viel nachdenken muss (und sollte). Besonders für einen Abend, bei dem diese beiden Aspekte abgedeckt werden und es nicht zu anspruchsvoll sein soll, kommen geneigte Zuschauer:innen voll auf ihre Kosten. Klassische Oneliner dürfen natürlich bei einem Actioner ebenso nicht fehlen. Diese kommen insbesondere zu Tage, wenn der Beekeeper nahezu jede seiner Aktionen mit Wissenswertem aus der Welt der Bienen unterfüttert. Das Überraschende hieran ist jedoch, dass diese „Gags“ immer wieder ziehen. Der Grund hierfür liegt in Jason Statham begründet, der Adam Clay mit enormer Ernsthaftigkeit und vollem Einsatz verkörpert. Die Sprüche vor den Kills belohnen dann regelmäßig mit einem breiten Grinsen.

Statham steht drauf, Statham steckt drin
Allgemein liegt der Unterhaltungsfaktor in erster Linie am Hauptdarsteller. Während seine bekannteren Co-Stars, wie Jeremy Irons (Die Affäre der Sonny von B., Batman v Superman – Dawn of Justice) und Josh Hutcherson (Die Tribute von Panem-Filme, Brücke nach Terabithia) unter ihren Möglichkeiten bleiben und Emmy Raver-Lampman (Umbrella Academy) mit ihrer Figur gar nervig agiert, holt Statham alles aus seiner Rolle raus – und zeugt hierbei deutlich mehr Engagement als noch zuletzt bei Expendables 4. Neben gewohnt vor Coolness strotzender Ausstrahlung schlägt und tritt der Brite mit seinen bekanntes Moves und Posen die Bedrohungen für den Bienenstock nieder.
Was er nicht mit den Fäusten und Füßen regelt, macht er dann in Chuck Norris-Manier mit allem, was ihm die Umgebung gerade bietet. So verstümmelt er zum Teil seine Gegner, so dass eine Begründung für die 18er-Freigabe recht schnell gegeben ist. Im Ergebnis bekommt man einen angenehmen Action-Mix, der sich um eine gewisse Vielfalt in seinen Kills bemüht und hin und wieder ein seichtes, jedoch überraschendes „Oh!“ provoziert. Und wenn es kracht, dann sieht es auch gut gemacht aus. Regisseur David Ayer ist zwar weit weg von früheren Höhen wie End of Watch, doch The Beekeeper ist durch seine Handschrift sicherlich ein Stück aufgewertet worden.
Unser Fazit zu The Beekeeper
Mit The Beekeeper meldet sich Regisseur David Ayer zwar nicht mit einem Meilenstein zurück, aber zumindest ist ein geradliniger Actionfilm entstanden. Dieser steht und fällt mit seinem Hauptdarsteller, der wieder mal kräftig austeilt und in seiner gewohnten Manier genug überzeugt, dass geneigte Zuschauer:innen auf ihre Kosten kommen werden. So ist das Statham-Vehikel zwar kein Must-see, aber ein unterhaltsamer und über weite Strecken honigsüßer Spaß.
The Beekeeper ist seit dem 26. April 2024 als DVD, Blu-ray, 4K Ultra HD Blu-ray sowie als limitiertes 4K Ultra HD Blu-ray Steelbook und digital erhältlich!
© Leonine
Von seinem Kennenlernen mit dem Mauswanderer in einem Land vor unserer Zeit über seinen ersten Kinobesuch mit der rothaarigen Meerjungfrau, hat sich bis heute eines nie geändert: Die Film- und Fernsehwelt ist ein fester Bestandteil von Chrischi. Das steht nicht immer ganz im Einklang mit seiner hauptberuflichen Beschäftigung im öffentlichen Dienst, doch ein Blick in Chrischis „Cave“ mit inzwischen weit über 3.000 Medienträgern und einigen schicken Sondereditionen offenbart seine eigentliche Berufung. Auf der Suche nach Gleichgesinnten fand er schließlich Ende 2019 zu Filmtoast und ist seitdem fleißig am texten und quatschen im Zeichen des Toasts. So mancher Psychologe würde vermutlich beim Anblick auf Chrischis Filmauswahl mit der Stirn runzeln, doch fühlt sich Chrischi eben in nahezu jedem Genre wohl; außer vielleicht Horror. Seine Favoriten: Warrior, Kingsman, Lucky Number Slevin und Ratatouille sowie Filme von Nolan, Villeneuve, Anderson (Wes!) bzw. mit Robin Williams oder Kevin Costner (beide werten für ihn jeden Film auf). Sein Guilty Pleasure: Howard the Duck.

