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    Startseite » The Moment
    Dokumentation Drama Filme Musik

    The Moment

    Kenan Hasicvon Kenan Hasic22. Februar 2026Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    © Universal Pictures Germany
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    Erinnert sich noch jemand an den Brat-Summer? Bevor die Erinnerung gar verblasst, gibt es nun eine Mockumentary. Ist The Moment in diesem Bereich mal wieder eine gelungene Idee – oder belanglos wie Fahrstuhlmusik?

    Darum geht’s in The Moment

    Was passiert, wenn man die Spitze des Erfolgs erreicht hat? Charli xcx erzählt eine Geschichte darüber, was es bedeutet, Teil eines wichtigen Ereignisses zu sein. Plötzlich alles zu haben, was man sich immer gewünscht hat. Aber auch zu erfahren, wie schwer es ist, dies zu begreifen. THE MOMENT blickt nicht zurück, sondern befasst sich mit der Orientierungslosigkeit, die entsteht, wenn man erkennt, dass sich das eigene Leben in Echtzeit verändert – und welchen Einfluss diese Erkenntnis hat, insbesondere wenn sie von den eigenen Erwartungen abweicht. Manchmal bedeutet es, dass eine Version von dir selbst sterben muss, um wiedergeboren zu werden.

    Key-Art © Universal Pictures Germany

    Relevanz um jeden Preis 

    Sobald eine Künstlermarke im Mainstream verankert ist, setzen ökonomische Reflexe ein. Merchandise, Werbedeals, Zusatzshows, begleitende Dokumentationen. Der Konzertfilm ist längst kein Liebhaberformat mehr, sondern ein fest integriertes Instrument der Wertschöpfungskette.

    Früher wirkten Konzertfilme wie Ausnahmen, etwa Stop Making Sense von Jonathan Demme über die Talking Heads. Heute kalkulieren Studios gezielt mit Kinoauswertungen von Live-Auftritten internationaler Stars wie BTS oder Taylor Swift, um schwächere Wochenenden aufzufangen und Markenpräsenz weiter auszubauen.

    Für Charli xcx bedeutet das, den Brat Summer ein letztes Mal maximal auszuschlachten. Selbst wenn sie künstlerisch längst das nächste Kapitel aufschlagen möchte. The Moment legt genau diesen Konflikt offen. Zwischen Weiterentwicklung und Verwertung, zwischen persönlichem Wachstum und der Profitlogik eines Systems, das Erfolg nicht loslassen kann, solange er sich rechnet.

    Künstlerische Visionen im Widerstreit 

    Besonders reizvoll wird der Film durch die Figur des Konzertregisseurs Johannes, verkörpert von Alexander Skarsgård (Pillion, Murderbot). Mit seiner kühlen Selbstsicherheit und einer beinahe herablassenden Gelassenheit wirbelt er das kreative Gefüge durcheinander. Er ist nicht nur der prägnanteste Darsteller im Ensemble, sondern fungiert zugleich als Projektionsfläche für den Einfluss externer Instanzen. Seine klar definierte ästhetische Handschrift gerät frontal mit dem rohen, widerspenstigen Geist von Brat aneinander. In den Auseinandersetzungen mit Kreativdirektorin Celeste, gespielt von Haley Benton Gates, und mit Charli selbst wird sichtbar, wie rasch eine ursprüngliche Idee geglättet wird, sobald sie breiter anschlussfähig sein soll. Johannes beteuert zwar seine Bewunderung, doch seine Eingriffe neutralisieren gerade jene Brüche, die das Projekt einst besonders machten.

    Dass ihm dabei kaum ernsthafter Widerstand entgegenschlägt, ist kein Zufall, sondern Teil der Aussage. Johannes steht für eine Branche, die kalkulierte Reichweite höher bewertet als künstlerisches Risiko. Das Individuelle wird normiert, das Reibungsvolle entschärft. The Moment reflektiert genau dieses Spannungsverhältnis und bewegt sich dabei selbst zwischen kritischer Distanz und unfreiwilliger Bestätigung des Systems.

    Charli xcx

    Im Zentrum steht Charli xcx. Sie verkörpert eine Variation ihrer selbst, zerrieben zwischen Selbstvermarktung und Selbstzweifel. Der Film kreist um die Frage, wie lange sich Relevanz konservieren lässt und wann ein Hype in Routine umschlägt.

    Spannend ist, wie stark sich Fiktion und reale Entwicklung überlagern. Charli gilt als bekennende Cineastin, ist auf Letterboxd aktiv und bewegt sich zunehmend in Richtung Schauspiel. Auf der Berlinale lief Pete Ohs romantisches Drama Erupcja mit ihr in der Hauptrolle. Beim Sundance Festival feierte Gregg Arakis Film I Want Your Sex Premiere, in dem sie neben Olivia Wilde und Cooper Hoffman zu sehen ist. Hinzu kommt eine Rolle in The Gallerist von Cathy Yan sowie Spekulationen um eine Beteiligung an einem Remake von Audition von Takashi Miike. Ihr künstlerischer Schwerpunkt verschiebt sich sichtbar. (Über Wuthering Heights hüllen wir uns an dieser Stelle in Schweigen…)

    © Universal Pictures Germany

    In The Moment wirkt ihre Performance engagiert und neugierig, stellenweise noch vorsichtig. Wirklich interessant dürfte ihre Entwicklung werden, sobald sie sich weiter von der eigenen Persona entfernt und Figuren annimmt, die nicht mehr als Spiegel ihrer öffentlichen Identität funktionieren.

    Bye, bye Brat Summer

    The Moment funktioniert in erster Linie als Epilog für Fans. Der Film gewährt einen letzten, bewusst inszenierten Blick auf den Brat Summer und verarbeitet Themen wie Ruhm, Erwartungsdruck und kreative Erschöpfung. Dabei blitzen immer wieder ehrliche Momente auf, in denen Unsicherheit und Müdigkeit spürbar werden. Dennoch bleibt die Auseinandersetzung mit diesen Fragen erstaunlich vorsichtig und kratzt häufig nur an der Oberfläche.

    Als Mockumentary fehlt dem Film die letzte Konsequenz. Er deutet Mechanismen der Musik und Filmindustrie an, lässt aber selten wirklich zu, dass sie sich selbst zerlegen. Dort, wo es unbequem werden könnte, entscheidet er sich für Ironie statt Radikalität. Die satirische Ebene bleibt zahm, fast harmonisch. Gerade im Vergleich zu bissigeren Genrevertretern wirkt The Moment eher wie ein kontrolliertes Ventil als wie ein mutiger Befreiungsschlag.

    Interessanterweise spiegelt der Film damit exakt das System wider, das er beobachtet. Er ist attraktiv verpackt, leicht konsumierbar und strategisch platziert. Emotional zugänglich, aber nie wirklich schmerzhaft. Man erkennt die Konflikte, ohne sie körperlich zu spüren. Das macht ihn angenehm, aber auch austauschbar.

    © Universal Pictures Germany

    Unser Fazit zu The Moment

    3.0 Okay

    Langfristig wird vermutlich weniger dieser Rückblick auf den Brat Summer im Gedächtnis bleiben als die Frage nach Charlis nächstem Schritt. Ihre Bewegung hin zum Film, ihre Suche nach neuen Ausdrucksformen und ihr offensichtlicher Wille zur Transformation sind potenziell weitaus spannender als die Verlängerung einer bereits abgeschlossenen Pop Phase. Wenn The Moment etwas deutlich macht, dann vielleicht dies: Das eigentliche Risiko beginnt erst danach. Und genau dort könnte ihre künstlerisch stärkste Zeit liegen.

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