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    Startseite » The Testament of Ann Lee
    Drama Filme Historienfilm Thriller

    The Testament of Ann Lee

    Jan Wernervon Jan Werner10. März 2026Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    © Searchlight Pictures. All Rights Reserved.
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    The Testament of Ann Lee erzählt von einer Sektengründerin im 18. Jahrhundert – und das inszeniert von Mona Fastvold, der Autorin und Frau des Regisseurs von The Brutalist. Wie gut ist das Historiendrama?

    Darum geht’s in The Testament of Ann Lee

    Im 18. Jahrhundert in England: Ann Lee ist die Gründerin der Shaker-Bewegung und versucht, eine utopische Gesellschaft aufzubauen. Sie wird von ihren Anhängern als „weiblicher Christus“ bezeichnet.

    Key-Art © 2025 Searchlight Pictures All Rights Reserved.
    Infos zu Ann Lee 

    Sie wurde 1736 in der nordenglischen Stadt Manchester geboren und war die charismatische Anführerin einer religiösen Bewegung, die aufgrund ihres ekstatischen Gesangs und Tanzes, bei dem auch Schütteln zum Einsatz kam, als „Shaker“ bekannt wurde. In England wurde sie wegen ihrer lauten Art des Gottesdienstes und ihrer Infragestellung der Lehren der etablierten Kirche verfolgt und ging 1774 mit einer kleinen Gruppe von Anhängern nach Amerika, wo sie ihre Mission fortsetzte, Menschen zur Shaker-Bewegung zu bekehren.

    Verstörend, rauschhaft und unglaublich immersiv

    Die neue Regiearbeit der Norwegerin Mona Fastvold ist weder leicht zu verorten noch leicht zu „verkaufen“. Nach Vox Lux und The World to Come bleibt sich die Autorin, die im vergangenen Jahr zusammen mit ihrem Gatten Brady Corbet mit The Brutalist bei den Oscars bemerkt wurde, als eine der lautesten und gleichzeitig mutigsten feministischen Stimmen ihrer Generation auch mit The Testament of Ann Lee treu. Nach eigener Aussage will sie Geschichten von Frauen erzählen, die etwas erreicht haben. Und unabhängig jedweder Bewertung: erreicht hat die historische Figur Ann Lee auf jeden Fall etwas.

    Doch es ist nicht die reine Geschichte über eine Gläubige, die neuen, vorher unterrepräsentierten Stimmen mit ihrem Engagement ein Gehör verschaffte, sondern die Art und Weise, wie Fastvold diese historische Begebenheit nun variiert und aufbereitet, um die symbolische Bedeutung noch deutlicher herauszuschärfen. Denn tatsächlich könnte man diesen Film durchaus als Musical bezeichnen, was in Anbetracht der düsteren Szenerien, dem zeitlichen Kontext und vor allem den in Teilen extrem belastenden Themen mehr als nur experimentell ist: Dieser Film will und soll bewegen und polarisieren und tut es auch, weil man sich dem Sog, der schon nach wenigen Minuten aufgebaut wird, schwerlich entziehen kann.

    The Testament of Ann Lee erinnert ob seines fantastischen Kostümbilds und den lebendigen Szenen an den derzeit ebenfalls gefeierten Oscar-Kandidaten Hamnet. Gleichzeitig weckt der historische Glaubenskontext – wenn auch nicht gar so grausam und nihilistisch in seiner Rohheit – Erinnerungen an den österreichischen Des Teufels Bad und auf der anderen Seite durch seine Rauschhaftigkeit und Sinnlichkeit an Das Parfüm. Als Musical hingegen wird der ein oder andere dann sicherlich auch an Tom Hoopers Les Misérables denken – oder vielleicht sogar an Emilia Pérez. Kurzum: Dieser Film ist ein wilder Ritt, wie spätestens hiermit geklärt sein sollte.

    Ein kleiner Oscar-Affront

    Während Jessie Buckley für ihre Performance in Hamnet aber nun zur Oscar-Favoritin erklärt wurde (Stand der Erstellung des Beitrags war die Verleihung noch nicht über die Bühne gegangen), ist Amanda Seyfried nicht mal nominiert worden, was kein Mensch, der diesen Film nun gesehen hat, verstehen wird. Denn The Testament of Ann Lee ist eine ziemliche One Woman Show, analog zum Chloé Zhao-Drama, bei dem Seyfried so intensiv ihr Publikum an ihrem Martyrium, ihrer Passion, ihrer Manie teilhaben lässt, dass sie eigentlich mit Preisen ebenso überhäuft werden müsste.

    Besonders intensiv sind die Szenen, in denen die zweifelsohne selbst fanatische Ann Lee Anfeindungen, Verachtung und immer wieder auch körperliche Gewalt erfährt. Gleichzeitig wirken dadurch aber die Szenen, in denen ekstatisch getanzt wird, noch befreiender und durch die Inszenierung Fastvolds in Verbindung mit der starken Kameraarbeit von William Rexer immer wieder traumwandlerisch. Das führt zu einem besonderen Seherlebnis, auf das man sich schon auch einlassen wollen und können muss. Manch einem wird dieses Musical zu expressiv oder effekthascherisch daherkommen, weil man schlicht diese Kombination mit einem religiös-historischen Stoff nicht gewohnt ist. Doch nur durch den Mut, mit dieser Darbietung auch anzuecken, konnte nunmal – ähnlich wie auch bei Fastvolds vorheriger Mitarbeit an The Brutalist – etwas entstehen, was sich dem aktuellen Mainstream so bewusst entzieht.

    Amanda Seyfried © 2025 Searchlight Pictures All Rights Reserved.

    Minimale Redundanz und Länge

    Will man etwas an diesem besonderen Werk kritisieren, dann wäre es, dass doch manch eine Szene sich fast zu wiederholen scheint, weil auf der Reise, die Ann Lee durchmacht, die ein oder andere Windmühle mehrfach bekämpft werden muss. Daraus folgen ein paar Redundanzen, die zwar nicht erheblich ins Gewicht fallen, aber dennoch für die Laufzeit sorgen, die doch eine sportliche Herausforderung in Anbetracht der Reizüberflutung von The Testament of Ann Lee sein kann. Meckern auf hohem Level, aber mit 15 bis 20 Minuten weniger wäre dieser Film vermutlich sogar noch packender gewesen.

    Makellos ist hingegen die Leistung im ganzen Cast, und das trotz der Tatsache, dass Amanda Seyfried hier natürlich ein Gros der Aufmerksamkeit auf sich zieht. Auch die Performances (inklusive Gesangsauftritten) von Lewis Pullman oder Christopher Abbott unterstreichen deren Ausnahmetalent, das sie nun schon einige Male zumeist in ebenfalls kleineren Projekten abseits des Blockbuster-Geschehens abliefern konnten. Und ein kleines Sonderlob muss auch Thomasin McKenzie für ihre Doppelfunktion als Anhängerin Lees und Erzählstimme bekommen.

    Und dann ist da noch die hypnotisch bis fieberhafte Musik von Daniel Blumberg, wobei vor allem das Hauptthema ein richtiger Ohrwurm ist, der ebenfalls hätte von den Oscars bedacht werden müssen. Aber immerhin hat er im Gegensatz zu Seyfried ja schon für seinen Score zu The Brutalist den begehrten Goldjungen bekommen.

    © Searchlight Pictures. All Rights Reserved.

    Unser Fazit zu The Testament of Ann Lee

    4.0 Stark

    The Testament of Ann Lee ist ein Musical-Biopic mit einer überragenden Amanda Seyfried, das sich vielen Konventionen entzieht und bewusst auf Brüche baut, um einem nicht allzu bekannten religiösen Phänomen zu Aufmerksamkeit zu verhelfen. Das ist intensiv, in Teilen aber auch anstrengend und fordernd und kann in seinem Fortgang auch niederschmetternd sein. Egal, ob man aber nun damit etwas anfangen kann oder nicht, "egal" wird keinem Zuschauer dieser experimentelle Film sein.

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    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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