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    Zwei Särge auf Bestellung

    Andreas Krasseltvon Andreas Krasselt1. Februar 2023Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Zwei Särge auf Bestellung ist einer der besten italienischen Mafia-Filme aus der Zeit, als es in Italien noch ein nennenswertes politisches Kino gab. Ein wichtiger Film, der noch heute aktuell ist. Wieso erfahrt Ihr in unserer Rezension.

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    Das Blu-ray-Cover von Zwei Särge auf Bestellung zeigt in der oberen Hälfte das gezeichnete Gesicht von Gian Maria Volonté als Professor Paolo Laurana. In der unteren Hälfte zieht er die teilweise entblößte Luisa Roscio, gespielt von Irene Papas, gewaltsam an sich, während im Hintergund ein Auto explodiert.
    Das Blu-ray-Cover von Zwei Särge auf Bestellung. © Explosive Media

    Die Handlung von Zwei Särge auf Bestellung

    Der Apotheker Arturo Manno (Luigi Pistilli) erhält in Zwei Särge auf Bestellung anonyme Morddrohungen. Seine Freunde in dem kleinen sizilianischen Städtchen nehmen das nicht sonderlich ernst. Sie glauben, dass irgendein gehörnter Ehemann dem unverbesserlichen Frauenheld Angst einjagen will. Doch als Manno gemeinsam mit seinem Freund Antonio Roscio (Salvo Randone) zur Jagd geht, fallen Schüsse. Beide Männer bleiben tot auf der Strecke.

    Schnell werden die vermeintlichen Täter ausgemacht: Die Polizei verhaftet den Vater und die beiden Brüder des 15-jährigen Dienstmädchens, mit dem Manno ein Verhältnis hatte. Die Sache scheint klar, doch dem Lehrer Professor Paolo Laurana (Gian Maria Volonté) kommen Zweifel. Gemeinsam mit Roscios Witwe Luisa (Irene Papas) macht er sich auf die Suche nach den wahren Tätern und deren Motiv. War gar nicht Manno das Ziel? Stück für Stück kommt Laurana einer Verschwörung auf die Spur, deren Hintermänner im Kreis der Reichen und Mächtigen Siziliens zu finden sind. Doch über allem breitet sich der Teppich des Schweigens aus.

    Ein Mafia-Film ohne Mafia

    Zwei Särge auf Bestellung ist die erste Verfilmung eines Romans von Leonardo Sciascia, der nur wenig später mit Damiano Damianis Der Tag der Eule (1967) eine weitere folgen sollte. 1976 brachte Francesco Rosi Die Macht und ihr Preis ins Kino, und auch Elio Petri nahm sich im selben Jahr mit Todo Modo noch einmal eines Stoffes dieses Chronisten der sizilianischen Mafia an. Doch Petri geht subtiler vor als seine Kollegen. Die Zahl der Morde hält sich in Grenzen, die Mafia wird überhaupt nicht erwähnt. Und doch wird die erdrückende Mauer des Schweigens, der Zynismus der Mächtigen und die letztliche Hilflosigkeit der Linken perfekt inszeniert. Wenn sich am Ende der Zuschauer offene Fragen nur selbst beantworten kann, entspricht das der Arbeitsweise der Regisseurs, der lieber Fragen stellte, als explizite Erklärungen abzugeben.

    Es ist insbesondere der virtuose Einsatz der Kamera, der Zwei Särge auf Bestellung von vielen anderen Mafia-Filmen abhebt. Das fängt schon beim Vorspann an. Während Titel und Credits laufen sieht man zuerst eine Luftaufnahme der Region. Die Kamera nähert sich dem Städtchen, kreist über dem Marktplatz und zoomt dann auf den Postboten, der mit dem anonymen Drohbrief an Manno unterwegs ist. Was hier passiert, so die visuelle Botschaft, ist nicht auf dieses Dorf beschränkt.

    Zwei Särge auf Bestellung und ein Faschistenorden

    Fast schon etwas verspielt inszeniert Petri die Beerdigung der beiden Opfer, indem er sie aus der Perspektive der das Geschehen mit einer Kamera observierenden Polizisten verfolgt. Ein starker Zoom holt die Gesichter der Beteiligten leinwandfüllend nach vorne, während aus dem Off die Beamten die Charaktere beschreiben. Nicht von ungefähr gehört zu den anwesenden Honoratioren auch ein Oberst a. D., der sehr bewusst an seiner Brust das bronzene Ehrenkreuz der Faschisten trägt. Hier bahnt sich die politische Dimension der Vorgänge an.

    Auch der Schluss setzt visuell auf eine starke Botschaft. Der Film endet mit einer Hochzeit. Die Teilnehmenden betreten die Kirche. Im Gegenlicht gefilmt sind nur ihre schattenhaften Silhouetten zu sehen. Im starken Zoom verschwimmen sie zu einer formlosen Masse. Und wie die Mauer des Schweigens verbreitet sich so die Schwärze über das Schlussbild – konterkariert durch eine Easy-Listening-Musik, die prophetisch bereits die kommenden Belanglosigkeit des berlusconischen TV-Italiens vorwegzunehmen scheint.

    Ein zu Unrecht vergessener Regisseur

    Heute leider ein wenig in Vergessenheit geraten, war Elio Petri einer der großen Intellektuellen des italienischen Politkinos. Schon 1982 mit nur 53 Jahren verstorben hinterließ er gerade mal zwölf eigenständige Filme, die alle nicht unterschiedlicher sein könnten. Mit Das zehnte Opfer inszenierte einen Science-Fiction-Stoff, mit Das verfluchte Haus gar einen künstlerischen Horror-Thriller. Eine politische Botschaft und massive Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnisses aber finden sich in allen Filmen des bekennenden Kommunisten. Viele wurden ausgezeichnet, und viele waren auch große Publikumserfolge. Der Weg der Arbeiterklasse ins Paradies gewann 1972 den Grand Prix in Cannes, und der so hervorragend wie beklemmende Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger erhielt 1971 den Oscar als bester fremdsprachiger Film. In beiden spielte übrigens Gian Maria Volonté die Hauptrolle.

    Ikone des linkspolitischen Kinos

    Zwei Särge auf Bestellung war Volontés erster Einsatz im Charakterfach, nachdem er zuvor unter anderem  unter Sergio Leone in den ersten beiden-Dollar-Filmen im Italowestern glänzen konnte. Er wurde zur Darsteller-Ikone im linkspolitischen Kino Italiens und zeigte in zahlreichen Streifen wie Sacco und Vanzetti, Christus kam nur bis Eboli oder auch als Mafia-Pate Lucky Luciano, dass er einer der besten Schauspieler des Landes war. Hier bewährte er sich neben der großartigen Irene Papas.

    Sein Professor Laurana ist ein aufrechter Kämpfer für die Gerechtigkeit, doch dabei so naiv, dass es ihm unmöglich wird, das finstere Spinnennetz der Macht vollständig zu durchdringen. Mit seiner Figur kritisiert Regisseur Petri die Unfähigkeit des Intellektuellen, wirklich etwas an den bestehenden Verhältnissen zu ändern. Zumal ihm seine Libido schließlich auch noch im Wege steht. „Wo leben Sie den eigentlich, Professor? Hinter dem Mond?“, muss er sich vorwerfen lassen. „Immer den Kopf in den Wolken. So kann man heute nicht mehr leben.“

    Zwei Särge auf Bestellung und der alltägliche Terror

    Doch auch die kommunistische Partei, der er sich noch zugehörig fühlt, ist ihm keine Hilfe. Auch sie ist bereits in den Apparat eingespannt. Revolutionäre Akte werden zur Volksbelustigung, wenn bei Lauranas Besuch in Palermo auf dem Marktplatz eine Autobombe explodiert. Das hat mit der Handlung des Films rein gar nicht zu tun. Sie zeigt aber die Alltäglichkeit terroristischer Anschläge im damaligen Italien, wie der Schluss ebenfalls mit den munteren Easy-Listening-Samba-Rhythmen unterlegt.

    Den Soundtrack zu Zwei Särge auf Bestellung lieferte Luis Enrique Bacalov, neben Ennio Morricone einer der wichtigsten Komponisten der damaligen Ära. Das melancholische Hauptthema bietet die perfekte Einstimmung auf den tragischen Grundtenor der Handlung, Spannungsmomente sind perfekt mit Percussion unterlegt. Von Bacalov stammt auch der denkwürdige Soundtrack des Original-Django von Sergio Corbucci. 1996 wurde er für den großartigen Score für Der Postmann mit dem Oscar ausgezeichnet.

    Unser Fazit zu Zwei Särge auf Bestellung

    Trotz seines reißerischen deutschen Titels liegt mit Zwei Särge auf Bestellung ein intelligenter und vielschichtiger Mafia-Thriller vor, der zu den besten seiner Art zählt. Virtuos schildert Regisseur Elio Petri das Scheitern des Intellektuellen im Kampf gegen die mafiösen Strukturen der Gesellschaft. Glänzend gespielt von einem erstklassigen Cast kann der Film auch heute noch nicht nur bestens unterhalten, sondern auch nachdenklich stimmen. Denn an den geschilderten Verhältnissen hat sich nicht viel geändert – auch wenn sich dies massenmedial zugekleistert der Wahrnehmung entziehen mag.

    Zwei Särge auf Bestellung ist seit dem 26. Januar 2023 auf DVD und Blu-ray erhältlich. Die Blu-ray enthält als Bonusmaterial leider nur ein etwa zweiminütiges Kurzinterview mit dem Romanautor Leonardo Sciascia. Sehr viel ausführlicher ist die Bonus-Disc in der Elio Petri Edition, die bereits 2012 bei Koch Media – heute Plaion Pictures – erschienen ist.


    © Explosive Media

    Andreas Krasselt

    Andreas lebt im Raum Hannover. Er ist Journalist und fest angestellter Redakteur bei einer Tageszeitung – und nebenbei Musiker in einer Bluesrock-Band. Bei Filmtoast schreibt er seit 2019 Rezensionen. Filmfan ist er, seit er im zarten Alten von sechs Jahren von seiner Mutter jeden Sonntag in die Kindervorstellung des Stadtteilkinos abgeschoben wurde (so was gab es damals noch). Lieblingsgenre: Western, insbesondere die italienische Variante. Daher ganz klar der Lieblingsfilm: Spiel mir das Lied vom Tod, den er mit 12 schon dreimal im Kino gesehen hatte. Aber es gibt kaum ein Genre, dem er nichts abgewinnen kann. Weitere Favorites: Der Tod in Venedig, Im Zeichen des Bösen, 2001 sowie Leichen pflastern seinen Weg. Tja, und sein Guilty-Pleasure-Favorite ist Predator 2 von dem total unterschätzen Stephen Hopkins. Filme guckt er zwar gerne im Kino, ist aus Zeitmangel aber auf das Heimkino gewechselt, weshalb seine private Filmsammlung auch mehr als 1000 Titel umfasst.

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