Steal erzählt quasi von einem umgekehrten Robin Hood-Fall: Jemand bestiehlt diejenigen, die gerade sehr auf ihre Rentengelder angewiesen sind. Klingt spannend, aber ist es die Miniserie von Prime Video auch?
Darum geht’s in Steal
Zara (Sophie Turner) ist eine ganz gewöhnliche Büroangestellte, die sich von jetzt auf gleich in Mitten eines Raubüberfalls wiederfindet. Der sonst so geregelte Arbeitstag bei der Pensionsfonds-Investmentgesellschaft Lochmill Capital wird völlig auf den Kopf gestellt, als eine Bande gewalttätiger Diebe hereinplatzt und Zara und ihren besten Freund Luke (Archie Madekwe) zwingt, ihre Forderungen zu erfüllen. Aber wer würde Milliarden Pfund an Renten von ganz normalen Menschen stehlen und vor allem, warum? DCI Rhys (Jacob Fortune-Lloyd) ist entschlossen, dies herauszufinden. Aber als frisch rückfälliger Spielsüchtiger muss Rhys seine eigenen Geldprobleme in Schach halten, während er sich mit den geheimen Absichten und konkurrierenden Interessen im Zentrum dieses weitreichenden Verbrechens auseinandersetzt.

Neues mit GoT-Star
Zwar ist schon länger bekannt, dass Sophie Turner a.k.a. Sansa Stark in die Fußstapfen von Angelina Jolie und Alicia Vikander als neue Lara Croft – ebenfalls für Amazon Prime Video – treten wird, doch noch bevor es soweit ist, können sie GoT- und X-Men-Fans endlich mal wieder hier in Steal sehen, nachdem sich die Schauspielerin doch nach dem GoT-Finale und Dark Phoenix etwas rar gemacht hatte.
Nun wird die baldige Action-Amazone aber vorerst in eine zu Beginn passive Rolle gepackt, denn Turner muss dem spannenden, stark inszenierten Geiselnahme-Horror hier sichtlich erschüttert beiwohnen und wird gar nicht erst in Versuchung gebracht, sich zur Heldin aufzuschwingen. Die Pilotfolge hat eine enorm dichte Spannung, wobei man sich aber doch auf eine ziemlich klassische Inszenierung dieses Büro-Heist verlässt. Zweifelsohne spielen sich die Höhepunkte dieser Konfliktsituation in den Gesichtern der Opfer ab, wobei vor allem Sophie Turner und Archie Madekwe hier darstellerisch äußerst überzeugend die Angst und Panik mit ihrer Mimik abzubilden schaffen.
Der Spaß beginnt in Folge 2
Der Überfall läuft erstmal glatt, die Gangster türmen und erst am Ende der ersten Folge kommt damit der eigentliche zweite Protagonist, der Cop, gespielt von Jacob Fortune-Lloyd ins Spiel. Wirklich interessant wird die Geschichte aber mit dem Beginn der zweiten Folge, wenn in der Auftaktszene klar wird, dass Zara irgendwie mehr als „nur“ eine einfache Angestellte ist, die „zufällig“ zum Zeitpunkt des Überfalls im Büro war. Fortan entspinnt sich die Ermittlung auf der einen und die wendungsreiche Story von Zara auf der anderen Seite – und natürlich laufen diese Fäden bald zusammen.
Im Großen und Ganzen ist Steal ein grundsolider Verschwörungsthriller der klassischen britischen Schule, legt ein hohes Tempo vor und schlägt immer wieder Haken, die man zwar zum Teil schon erahnt, die aber doch auch gut ausgespielt werden. Dank des schon in Bodies durch seinen Ausdruck im Gedächtnis gebliebenen Fortune-Lloyd, einem sich immer mehr als junger Charakterdarsteller etablierenden Archie Madekwe und einem als Schurke immer funktionierenden Andrew Howard ist auf Seiten der Charaktere hier auch genug Fleisch am Knochen, um für die schauspielerische Komponente interessiert zu bleiben.

Man sollte also mit nicht allzu hohen Erwartungen an diese Miniserie rangehen, aber wer die britischen Thriller der letzten Jahre mochte, die im Streaming ebenfalls für Aufsehen sorgten – man nenne hier besagte Bodies, Black Doves, Lazarus Project oder Bodyguard -, wird mit Steal eine gute Zeit haben.
© Amazon MGM Studios
Unser Fazit zu Steal
Steal ist eine sechs Folgen lange Thrillerserie, die sich auf bewährten Pfaden bewegt, aber dank eines ansprechenden Ensembles durchaus Pro-Argumente hat, um diese Formelhaftigkeit ein Stück weit zu kaschieren. Sophie Turner ist als Lead eine gute Wahl, aber der richtige Star ist wohl Jacob Fortune-Lloyd.
Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

