The Miniature Wife bringt einen Hunger Games-Star und einen Succession-Fanliebling in einer außergewöhnlichen Konstellation vor die Kamera. Wie spielt sich das in der Serie aus?
Darum geht’s in The Miniature Wife
Lindy und Les Littlejohn (Elizabeth Banks und Matthew Macfadyen) haben buchstäblich unterschiedliche Perspektiven auf das Problem ihrer Ehe: Bei einem schiefgelaufenen Experiment hat Wissenschaftler Les seine Frau versehentlich auf die Größe einer Lego-Figur geschrumpft – und damit auch die Machtverhältnisse in ihrer Beziehung auf den Kopf gestellt. Bisher stand Les im Schatten von Lindy, die als erfolgreiche Autorin eines teilweise autobiografischen Buchs den Pulitzerpreis gewonnen hat. Er experimentiert mit einer revolutionären Technologie, um die Ernährungsprobleme der Welt zu lösen. Doch statt Lebensmitteln hat er jetzt seine Ehefrau verkleinert – und gleich in einem Puppenhaus in Sicherheit gebracht. Sie wieder auf ihre normale Größe zu bringen, könnte ihr Leben gefährden. Und vielleicht gefällt es Les auch ein wenig, so die Kontrolle zu haben?

„Mein Ehemann hat mich kleingemacht – Nein, das ist keine Metapher“
Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft lief als ich ein Kind war (vor allem) auf Super RTL hoch und runter. Ein typischer 90er-Jahre-Familienfilm, der in Sachen Effekten zwar nicht gut gealtert ist, aber der doch noch einen gewissen Charme wegen seiner Grundidee des Schrumpfens hat. Mehrfach war das Verkleinern von Menschen auch seither noch Thema, man denke an Downsizing mit Matt Damon, an den Marvel-Helden Ant-Man oder an den erst im letzten Jahr neu verfilmten Klassiker Der Mann, der immer kleiner wurde mit Jean Dujardin – nur um die bekanntesten Vertreter dieses Subgenres im SciFi-Genre zu benennen. Mit The Miniature Wife greift man nun also einmal mehr auf diese Devise zurück und implementiert die Tücken der veränderten Größenverhältnisse in eine SciFi-Comedy mit sozialsatirischem Unterton – und vor allem mit zwei Protagonisten von höchstem Rang und Namen.
Und irgendwie ist es doch eine Metapher
Zwar sagt Lindy als Erzählerin direkt zum Auftakt, dass das Kleinmachen in ihrem Fall keine Metapher sei und tatsächlich ist sie ja auch nur noch so groß wie eine Spielfigur. Doch The Miniature Wife per se ist dann aber doch eine Dramedy, die über ihr Gimmick etwas im übertragenen Sinne zu Machtverhältnissen in einer Beziehung sagen will. Die Beobachtungen diesbezüglich, die hier verarbeitet werden, funktionieren ziemlich gut mit der satirischen Übertreibung, die eben im Schrumpf-Aspekt ihren Ausdruck findet.
Destilliert man aber die Miniatur-Spielerei heraus, wird aus der Serie inhaltlich ein weiterer Vertreter des zeitgenössischen Akademiker-Comedy-Subgenres, womit dieses Format dann in direkte Konkurrenz zu so etwas wie Rooster mit Steve Carrell tritt oder – pauschal gesagt – einfach auf der aktuellen Bill Lawrence-Welle mitreiten will. Nur in Sachen Humor ist man dann doch eher auf den Spuren von Upload oder vergleichbaren, eher derberen, weniger wohlfühligeren Comedy-Beiträgen unterwegs.

Macht zu wenig aus der Devise
Elizabeth Banks und Matthew MacFadyen holen aus dem profanen Skript – auch Dank tatkräftiger Unterstützung einiger altbekannter Comedy-Gesichter – das Maximum heraus. Doch während man bei Upload (zumindest in der ersten Staffel) deutlich mehr aus der Verrücktheit der Devise herauszuholen vermochte, spielt sich hier das Schrumpfen gefühlt nur mit der Handbremse aus. Dieser Mangel an Extravaganz macht The Miniature Wife auf inhaltlicher Ebene dann auch zu austauschbar und abgedroschen bezüglich des Beziehungsstreits der beiden Protagonisten.
Und wenn man originelle optische Spielereien mit dem Groß-Klein-Aspekt sehen will, gibt es halt leider auch schon zu viele Beiträge, die hierbei deutlich innovativer waren.
© Sky Deutschland
Unser Fazit zu The Miniature Wife
Die beiden Hauptdarsteller sind großartig, einige Gags bleiben auch hängen, aber insgesamt holt The Miniature Wife aus seinem Gimmick nicht genug raus und bleibt dann doch ein ziemlich austauschbares Ehestreit-Format. Hier wäre mit mehr Mut zur satirischen Übertreibung deutlich mehr drin gewesen.
Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

