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    Vladimir

    Jan Wernervon Jan Werner5. März 2026Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    VLADIMIR. Rachel Weisz as M in Episode 102 of Vladimir. Cr. Courtesy of Netflix © 2026
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    Rachel Weisz, Leo Woodall, John Slattery, Ellen Robertson, Jessica Henwick – ein kinoreifer Cast, aber ist die Netflix-Serie Vladimir auch qualitativ Leinwand-tauglich?

    Darum geht’s in Vladimir

    Als die Welt einer leidenschaftlichen, aber waghalsigen Professorin (Rachel Weisz) aus den Fugen gerät, kann sie sich der magnetischen Ausstrahlung ihres neuen Kollegen (Leo Woodall) nicht widersetzen. Als Grenzen verschwimmen und Geheimnisse sich verdichten, ist sie bereit, alles zu riskieren, um ihre verruchtesten Fantasien in die Tat umzusetzen.

    Leo Woodall als Vladimir © Netflix

    Verruchtes Akademikerleben

    Nach dem gepriesenen Roman von Julia May Jonas. Die Miniserie wird aus der Sicht der Rachel Weisz-Figur erzählt, die auch immer wieder die vierte Wand durchbricht, um das Publikum an ihren lustvollen Gedanken teilhaben zu lassen. Das und die Dialoge per se ist von Beginn an schon etwas gewöhnungsbedürftig, weil man erstmal herausfinden muss, ob das Gesagte – und Gezeigte – hier ernst genommen werden soll oder hier eine lupenreine Satire erzählt wird. Diese nicht ganz leichte Einordnung geht auch auf den eigenwilligen Stil von Vladimir zurück: irgendwo zwischen Fleabag, Desperate Housewives und Deadpool – aber allein, um herauszufinden, was die Serie eigentlich von einem Will, bleibt man erstmal neugierig.

    Bringen wir es auf den Punkt: diese Buchadaption ist irgendwo zwischen Groschenroman-Persiflage und originärer Bahnhofslektüren-Adaption, spricht damit erstmal die 50-Shades-Zielgruppe durch ihre offensive Verruchtheit an, aber im nächsten Moment wirkt es doch nur wie ein Spiel mit den Klischees dieser speziellen Literaturform in Bewegtbild. Schon in Die Professorin hat ein Netflix-Original einen ganz speziellen Blick auf das Leben im Milieu der College-Dozentinnen und -Dozenten geworfen und auch die zweite Staffel von Man on the Inside spielte mit den Vorurteilen gegenüber den akademischen Kreisen. Hier treibt man das ganze jetzt auf die Spitze – und in eine doch eher unerwartete Richtung, wenn klar wird, dass es sich bei der Protagonistin um eine einerseits sehr lustvolle Frau handelt, die andererseits aber offenkundig extreme Probleme mit ihrer aktuellen Lebensphase hat.

    Schräger Humor, doch die Pointen sitzen

    Während Bill Lawrence in seiner ebenfalls in einem College-Setting platzierten neuen Show Rooster seinen Wurzeln fast zu treu bleibt und letztlich der Witz als solches immer wieder in seiner Erwartbarkeit verpufft, ist Vladimir auf jeden Fall humoristisch anders unterwegs: Provokant, bewusst überzeichnet, aber irgendwie auch demaskierend bezüglich der Ich-Erzählerin. Die Beobachtungen sind zwar schon in Teilen absurd, aber man kann sich nicht erwehren, dass auch in den spitzesten Aussagen immer ein Körnchen Wahrheit steckt, ein Denkanstoß. Und da man diesen Mut zur Unkonventionalität erstmal begrüßen sollte, sollte man auch erstmal unvoreingenommen an diese Serie herangehen.

    Doch wenn einen in den ersten zwei bis drei Folgen die eigenwilligen Pointen nicht abholen, dann lohnt auch das Dranbleiben nicht, dann ist diese Comedyserie wohl mutmaßlich doch zu speziell für einen. Bei Comedy ist eine Wertung daher auch immer besonders schwierig – oder besser subjektiv. Für mich gesprochen, treffen die meisten Pointen doch ins Schwarze, wenngleich mir manche überzeichnete Figur doch etwas zu plump geschrieben daherkommt.

    Nicht zu ernst nehmen!

    Eine Mittfünziger-Autorin begehrt den Anfangdreißiger-Mann ihrer Nachbarin und fasziniert sich ziemlich schnell in explizite Situationen mit dem Objekt der Begierde. Dieser Gedanke mag inzwischen abgedroschen klingen, aber man stelle sich mal den Entrüstungssturm vor, wenn hier die Geschlechter vertauscht wären. Entsprechend ist es bei Vladimir schon sehr wichtig, hier den sarkastischen und mitunter sogar gut herausgearbeitet kritischen Unterton zu erkennen, denn nimmt man das Ganze bierernst, wäre es doch eine ziemlich verwerfliche Geschichte.

    Rachel Weisz als M und John Slattery als John © Netflix

    Rein darstellerisch trägt Rachel Weisz diese Serie nahezu im Alleingang, aber tatsächlich kann man auch ein gewisses Knistern zwischen ihr und Leo Woodall nicht von der Hand weisen, was dem Format genau die Menge an Glaubhaftigkeit einimpft, die es braucht, um nicht als lächerlich abgestempelt zu werden. Ebenfalls ist es schön, Mad Men-Liebling John Slattery mal wieder in einer etwas größeren Rolle zu sehen, wenngleich diese hier doch wieder ziemlich an dem Klischee dran ist, das er schon sehr oft bemühte.

    © Netflix

    Unser Fazit zu Vladimir

    3.0 Okay

    Die verruchte Comedy-Series Vladimir mit Rachel Weisz als mittelalter, frustrierter Autorin hat einige gelungene Einfälle, gutes Schauspiel und eine mutige Gangart in Zeiten vom Streaming-Einheitsbrei. Doch die Kehrseite ist, dass das Reinkommen in die Miniserie schon eine kleine Hürde sein kann.

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    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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