Traqués – Gejagt ist ein weiteres Apple TV-Original aus Frankreich. Bisher wussten die Projekte aus unserem Nachbarland durchwegs zu überzeugen. Hält nun dieser Trend an?
Darum geht’s in Traqués – Gejagt
Franck (Benoît Magimel) und seine langjährigen Freunde verbringen ihre Wochenenden gerne gemeinsam auf der Jagd. Doch eines Sonntags stoßen sie auf eine andere Jagdgruppe, die es ohne Erklärung auf sie abgesehen hat. Als einer von ihnen angeschossen wird, schlägt Francks Gruppe zurück und bringt einen Angreifer zu Boden. Den vier Freunden gelingt nur knapp die Flucht, und sie beschließen, den Vorfall geheim zu halten. Franck versucht, an der Seite seiner Frau Krystel (Mélanie Laurent) zu seinem gewohnten Leben zurückzukehren, aber in den folgenden Tagen hat er das Gefühl, dass er und seine Freunde beobachtet oder gar verfolgt werden von der Jagdgruppe, die nun auf Rache aus ist.

Outdoor-Thriller mit beängstigender Atmosphäre
Es dauert keine fünf Minuten bis es hier zur Sache geht: kaum macht sich die kleine Jagdgemeinschaft auf die Pirsch, fallen aus dem Nichts Schüsse und zwingen die Freunde zur Flucht aus der idyllischen Mittelgebirgslandschaft. Wer hat es auf die abgesehen? Warum gerieten sie ins Fadenkreuz? Und vor allem, wie reagieren die Fremden darauf, dass sich die Gruppe vermeintlich erfolgreich zur Wehr gesetzt hat? Binnen weniger Szenen ist man als Zuschauer am Haken dieser Thrillerserie, denn der Einstieg treibt den Puls sofort in die Höhe, sodass man gar nicht anders kann, als den offenen Fragen auf den Grund gehen zu wollen.

Nach dem effektiven Abstecher in die naturnahen Jagdgefilde wird die Handlung jedoch dann größtenteils ins Urbane verlegt, die angespannte Atmosphäre bleibt dabei aber erhalten, weil die Jagd quasi mit in die Stadt kommt. Es entwickelt sich in Traqués – Gejagt eine Art psychologischer Belagerungsterror, bei dem man lediglich lange Zeit der Eskalationsspirale voyeuristisch beiwohnt, ohne überhaupt Gründe und Motive einer der beiden Parteien zu kennen. Das hat vor allem durch das Gefühl des Ausgeliefertseins in den endlosen Bergwäldern einen enormen Spannungsgrad. Irgendwo zwischen Backwood-Horror, Psychothriller und dem Hopkins Klassiker Aufs Messers Schneide angesiedelt fesselt die Miniserie ihr Publikum – auch Dank eines überzeugend die Panik und Paranoia vermittelnden Casts.
Wer sollte sich Traqués – Gejagt nicht entgehen lassen?
Mit dieser spannungsgeladenen Miniserie adressiert Apple TV+ ein Thriller- und Krimi-Publikum mit Faible für atemberaubende Naturbilder. Wer beispielsweise den Netflix-Survival-Thriller Bis zum Untergang, die französische Serien Black Spot und Banden von Marseille oder Krimis wie In der Nacht des 12. mit Begeisterung verfolgte, wird hier voll auf seine Kosten kommen.
© Apple TV
Unser Fazit zu Traqués – Gejagt
Traqués – Gejagt ist kein absolut herausragender Thriller. Dafür sind die Versatzstücke zu altgedient und die Handlung zu geradlinig. Doch als reine spannungsgeladene Miniserie für zwischendurch ist das Format mehr als geeignet, vor allem auch weil man hier exzellent eingefangene Landschaftsbilder bekommt, die dann am Ende doch ein Stück weit einzigartig sind.
Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

