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Teen Spirit

Die talentierte und schüchterne Violet, gespielt von Elle Fanning (The Neon Demon, Maleficent – Mächte der Finsternis), träumt schon sehr lange davon, auf der großen Bühne zu singen. Erfahrt in unserer Review zu Teen Spirit, ob es Regisseur Max Minghella in seinem Erstlingswerk gelungen ist, diesen Werdegang ansprechend zu inszenieren.

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TitelTeen Spirit
Jahr2018
LandUSA
RegieMax Minghella
DrehbuchMax Minghella
GenreDrama
DarstellerElle Fanning, Rebecca Hall, Millie Brady, Zlatko Buric, Clara RugaardArchie Madekwe, Ruairi O’Connor, Elizabeth Berrington, Jordan Stephens, Olivia Grant, John Locke, Noof McEwan, Agnieszka Grochowska, Mark Stobbart
Länge92 Minuten
FSKab 6 Jahren freigegeben
VerleihEuroVideo
Das offizielle DVD Cover von Teen Spirit.
Das offizielle DVD Cover von Teen Spirit. © EuroVideo

Darum geht’s in Teen Spirit

Violet (Elle Fanning) ist eine äußerst zurückgezogene und schüchterne Teenagerin, die auf der Isle of Wight an der Südküste Englands aufwächst. Sie lebt gemeinsam mit ihrer Mutter in einem Landhaus. Diese wartet immer noch auf die Rückkehr ihres Ehemanns, Violets Vater, der plötzlich verschwand, aber bislang nie wieder auftauchte. Während sie sich also ihrer falschen Hoffnung hingibt und ihre Tochter überbehütet, träumt Violet indes davon, ein Popstar zu werden. Sei es auch nur, um der elenden Tristesse der Kleinstadt und ihrem kaputten Familienleben zu entkommen. Heimlich tritt sie immer wieder in der heimischen Dorfkneipe vor kleinem Publikum auf. Doch keiner unter den Trunkenbolden weiß ihr Talent zu schätzen. Bis auf einen.

So kommt es, dass Violet eines Tages von dem älteren, gescheiterten Opernsänger Vladimir Brajkovic (Zlatko Buric) angesprochen wird. Zunächst zeigt sie sich noch etwas abweisend und ist ungläubig, dass der alte Säufer ihr in irgendeiner Form behilflich sein könnte. Doch dann entwickelt sich schnell eine Freundschaft zwischen ihr und ihrem ungewöhnlichen Mentor. Unter seinen Fittichen nimmt Violet nun also an Teen Spirit teil. Dem großen internationalen Gesangswettbewerb, der nicht nur ihre Integrität, sondern auch ihr Talent und ihren Ehrgeiz auf die Probe stellen wird.

Violet (Elle Fanning) singt in der kleinen Kneipe ihres Ortes auf einer Bühne.
Violet (Elle Fanning) singt in der kleinen Kneipe ihres Ortes in Teen Spirit. © EuroVideo

Der Traum einer jeden Teenagerin

Einmal auf der großen Bühne singen, berühmt sein und das eigene Talent zum Besten geben – Der süße Traum der wohl meisten jungen Mädchen. Für Violet wurde dieser Traum wahr, wenn ihr Weg währenddessen auch nicht ganz von Schwierigkeiten befreit war. Wie es meistens ist, wird der Kommerz der Kunst vorgezogen und so hat auch Violet zu Beginn einige Startschwierigkeiten, in der Branche Fuß zu fassen. Wäre sie nicht durch Zufall auf ihren späteren Manager getroffen, wäre sie wohl nie soweit gekommen. Zumal ihre streng gläubige und alleinstehende Mutter ihr immer und immer wieder einen Riegel vorschiebt.

Ein recht interessanter, wenn auch nicht unbedingt innovativer Ansatz, bei dem die entstehende Dreiecksbeziehung zwischen Violet, ihrem erfolglosen Manager und ihrer strengen Mutter jedoch noch weitaus mehr herausgearbeitet werden dürfte. Weder auf den Verlust ihres Vaters noch auf die Alkoholabhängigkeit von Vladimir wird hier wirklich eingegangen. So wirkt Teen Spirit in den meisten seiner Momente ziemlich glatt, etwas oberflächlich und zu sehr auf Nummer sicher bedacht. Hätte man sich hier noch etwas von dem braven Erscheinungsbild trennen können, so wäre die Geschichte gewiss um einiges einnehmender gewesen. Aber so lagen hier wohl nicht die Ambitionen und Teen Spirit möchte eigentlich auch nicht mehr, als einfach eine schöne Geschichte zu erzählen. Und das gelingt ihm auch weitestgehend.

Violet (Elle Fanning) steht auf der großen Bühne und gibt alles.
Elle Fanning steht in Teen Spirit auf der großen Bühne und gibt alles. © EuroVideo

Teen Spirit auf Identitätssuche – Coming of Age halt?

Teen Spirit erzählt keine neue Geschichte. Und Teen Spirit ähnelt in vielen Aspekten vielen anderen Genre-Größen. So erinnert er neben Filmen wie Vox Lux oder A Star is Born vor allem auf visueller Ebene und zu Beginn während Violets Bewerbungen ziemlich stark an Nicolas Winding Refns The Neon Demon. Und das nicht zuletzt wegen derselben Hauptdarstellerin und den überwiegend neonbehafteten Bildern. Wieder haben wir eine junge, schüchterne Frau, die ihre Konkurrenz aussticht. Ebenfalls hier nicht ganz ohne dabei Neider auf sich zu ziehen.

 

Es wirkt also mitunter schon fast so, als würde man eine Popstar-Variante von The Neon Demon schauen. Natürlich gänzlich ohne die morbide, psychedelische Atmosphäre. Das mag im ersten Moment vielleicht nach billiger Kopiererei klingen, ist es in Ansätzen vielleicht auch, entpuppt sich letztlich aber als überraschend ansehnliches Musik-Drama. Zumal diese Art der Identitätssuche ja auch irgendwo wieder zu einem solchen Coming-of-Age-Film passt. Aber vielleicht rechtfertige ich hier auch einfach zu viel, weil ich zugegebener Maßen Elle Fanning ziemlich verfallen bin? Wer weiß. Das brächte uns jedenfalls zum nächsten Punkt: Der Hauptdarstellerin.

Violet (Elle Fanning) singt auf einer passend violett beleuchteter Bühne.
Elle Fanning singt in Teen Spirit auf einer passend violett beleuchteter Bühne. © EuroVideo

Elle Fanning verzaubert

Vernarrte Fans von Elle Fanning kommen hier komplett auf ihre Kosten. Sie verzaubert sowohl ihre Fans im Film, als auch die im echten Leben. Auch wenn die US-amerikanische Schauspielerin zumeist in sehr ähnlichen Rollen vorzufinden ist, macht sie ihre Sache immer ziemlich solide bis sehr gut und hier ist wieder Letzteres der Fall. Wieder verzaubert sie eher durch Zurückhaltung, als durch Extrovertiertheit. Wenn es dann während den Shows und Gesangseinlagen doch einmal zu Gefühlsausbrüchen kommt, dann sind diese nur umso kraftvoller. Gleichermaßen erstaunlich wie löblich ist auch, dass sie die Cover-Songs allesamt selbst eingesungen und performt hat. Und sie klingen sogar auch noch ganz gut! Hut ab davor. Generell verlässt sich Teen Spirit sehr stark auf seine Hauptdarstellerin und sie ist hier ganz klar das Hauptverkaufsargument. Und das absolut zurecht.

Mein Fazit zu Teen Spirit

Teen Spirit erzählt eine Geschichte, die man so oder in einer leicht abgeänderten Form schon hunderte Male gesehen hat. Das sollte eigentlich eher abschrecken und gegen ihn sprechen, tut es aber nicht. Dafür ist der Film als solcher einfach zu rund, wenn auch etwas zu brav und oberflächlich. Die zu Grunde liegende Geschichte und die Charaktere, allen voran durch Elle Fanning und Zlatko Burić gut bis sehr stark verkörpert, sind nahbar und der Streifen funktioniert sowohl als leichtfüßiges Drama als auch als bunte und peppige Popsong-Show ziemlich gut.

Auch, wenn einige Vorbilder wie zum Beispiel The Neon Demon immer über dem Geschehen schweben, tut das dem launigen Erlebnis, das man mit Teen Spirit haben kann, kaum einen Abbruch. Im Gegenteil – Die Anleihen und Ähnlichkeiten sorgen hier eher für Freude, denn für Frust. Wer aber stets auf der Suche nach etwas Neuem ist, der sollte hiervon vielleicht eher die Finger lassen und einen Bogen darum machen. Alle anderen, primär natürlich eingeschworene Fans von Elle Fanning, greifen gerne unbedarft zu.

Unsere Wertung:

 

Teen Spirit erscheint am 12.03.2020 als Blu-ray, DVD und VoD.

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