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Jang und Jung jagen mit voller Unterstützung in The Gangster, The Cop, The Devil den Killer

The Gangster, The Cop, The Devil

Wenn sich ein Gangster, ein Cop und ein Serienkiller ein verzwicktes Katz-und-Maus-Spiel liefern, es auf einer wahren Begebenheit beruht und Sylvester Stallone sich die Rechte für eine Hollywood-Verfilmung gesichert hat, klingt das reichlich vielversprechend. Wird The Gangster, The Cop, The Devil von Lee Won-Tae dem gerecht? 

TitelThe Gangster, The Cop, The Devil (OT: Ak-in-jeon)
Jahr2019
LandSüdkorea
RegieWon-Tae Lee
DrehbuchWon-Tae Lee
GenreAction, Thriller
DarstellerDong-Seok Ma, Moo Yul Kim, Sung-Kyu Kim, Seung-Mok Yoo, Choi Min-Cheol, Dong-Won Heo, On Hee-Joon
Länge109 Minuten
FSK ab 18 Jahren freigegeben
VerleihSplendid Film
Heimkino-Cover zu The Gangster, The Cop, The Devil
Blu-ray-Cover zu The Gangster, The Cop, The Devil © splendid film

Der Feind meines Feindes 

Der rebellische und unbestechliche Kommissar Jung Tae-seok (Kim Mu-yeol) hat weder bei seinen Kollegen noch den hiesigen Kriminellen einen guten Stand. Als sich willkürliche Morde in der Stadt mehren, meint er ein Muster und damit einen Serienkiller dahinter zu erkennen. Eines Tages wird zufälligerweise auch der ruppige Gangsterboss Jang Dong-su (Ma Dong-Seok) von dem Serienkiller attackiert und kann schwer verletzt überleben. Damit ist er der einzige, der ihn gesehen hat und identifizieren kann. Dieses Wissen möchte sich Jung bei seinen Untersuchungen zunutze machen und geht mit Jang einen Handel ein. Doch dieser möchte den Killer nicht hinter Gittern, sondern im Sarg sehen. 



Markantes Trio 

Willkürlich verursacht ein namenloser Killer (Kim Sung-kyu) Auffahrunfälle mit dem Auto, um die Geschädigten dann kompromisslos zu erstechen. Blöd nur, wenn man dabei an den Falschen gerät. Und der Gangster-Boss Jang ist da ganz sicher der Falsche. Hier bekommt man mit der Darstellung von Ma Dong-Seok (Train To Busan) auch gleich eines der Highlights des Films geboten. Denn der korpulente Schauspieler überzeugt in seiner Rolle sowohl mit kompromissloser Physis als auch ganz viel Gefühl in den passenden Momenten.

Man hat noch nie jemanden so schnell das Herausbrechen von Zähnen verziehen wie ihm. Das schafft er mit ganz viel Charme hinter der knallharten Gangster-Fassade. Doch alleine tut er sich bei der Jagd nach dem Killer schwer, weshalb er sich mit dem extrovertierten Cop Jung zusammentut. Die beiden sind sich eigentlich spinnefeind und bilden daher ein denkbar ungleiches Paar. Aufgrund der unterschiedlichen Zielsetzungen gewinnt die Zwangspartnerschaft noch an zusätzlicher Würze.

Jung bedroht in The Gangster, The Cop, The Devil Jang mit einer Pistole
Jang und Jung sind nicht die besten Freunde © splendid film

Dabei kann auch Kim Mu-yeol als rebellischer Cop überzeugen und spielt seine Rolle frech, lässig und sympathisch zugleich. Letzteres trifft ganz klar nicht auf den Killer zu, der von Kim Sung-kyu herrlich mysteriös und skrupellos dargestellt wird und klar aufzeigt, dass es für ihn keine moralischen Grenzen gibt. Die unterschiedlichen moralischen Schattierungen werden wunderbar durch dieses Trio dargestellt und sind Gegenstand sowohl witziger als auch dramatischer Momente. The Gangster, The Cop, The Devil konzentriert sich ganz klar auf diese drei Figuren und lässt dabei kaum Raum für deren persönlichen Belange, Probleme oder sonstige Hintergrundgeschichten. Die Handlung und das mal eindeutige mal subtile Verhalten der Figuren stehen also im Vordergrund.  

Feinster Thriller-Kost aus Fernost 

The Gangster, The Cop, The Devil hat eine sehr interessante und verzwickte Ausgangssituation, welche realen Geschehnissen aus dem Jahr 2005 nachempfunden ist. Diese Vorlage wird zu einem stimmigen und hochwertig inszenierten Action-Thriller ausgeschmückt und reiht sich damit wunderbar in die hochklassige Thriller-Tradition aus Südkorea ein. Doch trotz der verrückten Prämisse schafft man es nicht, in die oberste Liga aufzusteigen und nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Dafür fehlt dann doch das Besondere und Herausragende, was den Film von der Thriller-Konkurrenz abgrenzt. Da sind heimische Konkurrenten wie Parasite, Burning oder auch der Überklassiker Oldboy mindestens einen Schritt voraus. Zusätzlich leidet der Spannungsaufbau unter Wiederholungen, wodurch dieser immer wieder einen Hänger bekommt. Die Gruppe jagt den Killer, er entkommt und dann wieder von vorn.

Leider bekommt der Antagonist auch keinerlei Motivation zugesprochen, wodurch er als kompromissloser Psychopath reichlich eindimensional bleibt. Das alles ist aber Meckern auf hohem Niveau, denn mit The Gangster, The Cop, The Devil beweist das südkoreanische Kino einmal mehr, wie gut es knallharte und kompromisslose Action-Thriller inszenieren kann.

Der namenlose Killer aus The Gangster, The Cop, The Devil mit einem Messer in der Hand
Der namenlose Killer © splendid film

Mein Fazit zu The Gangster, The Cop, The Devil 

Der Feind meines Feindes ist mein Freund. So auch zwangsweise für Gangsterboss Jang und Cop Jung, welche sich zusammentun, um einen skrupellosen Killer dingfest zu machen. Zwischen dem ungleichen Duo entspinnen sich herrliche Dialoge und Situationen, welche dem hervorragend inszenierten Action-Thriller die nötige Würze geben. Zwar spielt man nicht in der obersten Liga mit, reiht sich aber standesgemäß in die Tradition herausragender Thriller aus Südkorea ein. Besonders Ma Dong-Seok drückt dem Film als Gangsterboss seinen Stempel auf und macht ihn allein dadurch sehenswert. Kernige Action und ein spannendes Finale runden den gelungenen Action-Thriller trotz seiner Schwächen ab.

The Gangster, The Cop, The Devil lief im Rahmen des Fantasy Filmfests und erscheint am 22. November 2019 auf DVD und Blu-ray.

Unsere Wertung:

 

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© splendid film

Onno

Als Kind in einen Topf aus VHS-Kassetten gefallen und kann seitdem nicht mehr wegschauen.

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