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Grey und Asha lieben sich © Universal Pictures

Upgrade

In dem SciFi-Thriller Upgrade kann der querschnittsgelähmte Grey Trace dank eines Computerchips wieder laufen und vor allem eins tun: die Mörder seiner Frau aufspüren.

TitelUpgrade
Jahr2018
ProduktionslandAustralien, USA
RegieLeigh Whannell
DrehbuchLeigh Whannell
GenreAction, Thriller, Sci-Fi/Fantasy
DarstellerLogan Marshall-Green, Betty Gabriel, Harrison Gilbertson, Melanie Vallejo, Benedict Hardie, Linda Cropper, Simon Maiden
Länge100 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihUniversal Pictures

Darum geht’s in Upgrade

In einer nicht allzu fernen Zukunft lebt Grey Trace (Logan Marshall-Green) glücklich mit seiner Frau Asha (Melanie Vallejo) in einem eigenen Haus. Während sie erfolgreich als Managerin arbeitet und die moderne digitale Technik nutzt, um sich beispielsweise von einem selbstfahrenden Auto kutschieren zu lassen, lebt er noch in der analogen Welt. So schraubt er an alten amerikanischen Muscle Cars herum, die er anschließend gewinnbringend verkauft. Sein mittlerweile einziger Kunde ist das superreiche Computergenie Eron Keen (Harrison Gilbertson).

Als Grey eines Tages zusammen mit seiner Frau ein weiteres Auto an Keen ausliefert, lassen sich die beiden anschließend von Ashas Auto durch die Stadt nach Hause fahren. Unter mysteriösen Umständen kommt es mitten auf der Strecke zu einem Überfall, bei dem Asha stirbt und Grey Verletzungen erfährt, die ihn vom Kopf ab querschnittsgelähmt machen. Wer waren die Täter und warum kam es zu diesem Verbrechen? Die einzige Chance, dies herauszufinden, erhält Grey durch Eron Keen. Dieser bietet ihm an, einen Computerchip namens Stem zu implantieren, mit dem er wieder laufen und sich auf die Suche nach den Mördern seiner Frau machen kann. Doch die Nebenwirkungen bleiben nicht aus…

Grey und Asha lieben sich in Upgrade © Universal Pictures
Die Hauptfigur Grey und seine Frau Asha © Universal Pictures

Eine dystopische Zukunft erwacht zum Leben

Upgrade ist die zweite Regiearbeit von Leigh Whannell, den viele Horrorfans als Schauspieler aus James-Wan-Filmen wie Saw und der Insidious-Reihe kennen dürften. Der Australier hat zudem bereits an einigen der genannten Streifen als Autor mitgeschrieben. So ist Upgrade jetzt voll und ganz sein Baby, für das er finanzielle Hilfe von Blumhouse Productions (The Purge, Halloween) erhielt.

Mit einem extrem schmalen Budget von nur 3 Millionen entwirft Whannell eine dystopische Zukunftswelt, die gar nicht so weit entfernt scheint. Ein paar selbstfahrende Autos von reichen Leuten bevölkern die Straßen, sprachgesteuerte Wohnungen erfüllen automatisch jeden Wunsch und Drohnen filmen in luftiger Höhe das Geschehen. Dass das alles andere als eine verheißungsvolle Zukunft ist, macht uns Upgrade sehr deutlich klar. Denn bei dem Verbrechen an Grey und seiner Frau nehmen zwar Drohnen alles auf. Allerdings kann die Polizei das Bildmaterial nicht auswerten. Dass es überhaupt zu diesem tödlichen Zwischenfall kommen konnte, liegt zudem daran, dass das selbstfahrende Auto gehackt wurde und sich nicht durch die Insassen selbst steuern ließ.

Grey sitzt nach dem Angriff auf ihn im Rollstuhl in Upgrade © Universal Pictures
Grey ist nach dem Angriff auf ihn und seine Frau querschnittsgelähmt © Universal Pictures

Diese simple Technikkritik allein wäre aber noch nicht das Salz in der Suppe. Der Film thematisiert vor allem auch, wie Mensch und Maschine miteinander verschmelzen. Der Mensch erhält wortwörtlich ein transhumanistisches Upgrade. So überbrückt der Computerchip Stem die fehlende Verbindung zwischen Rückenmark und Gehirn in Greys Körper und lässt ihn wieder laufen. Die beiden können sogar miteinander kommunizieren, da der Chip ein eigenes Bewusstsein hat und Grey für bestimmte Aktionen um Freigabe bitten muss. Später trifft der Protagonist auch auf einige finstere Typen, die sich durch den Einbau von technischen Geräten zu regelrechten Tötungsmaschinen hochgerüstet haben. Stichwort: Der tödlichste Nießer der Filmgeschichte. Upgrade bietet somit gleichermaßen faszinierende wie schockierende Ideen, wie der Mensch sich in Zukunft weiterentwickeln könnte.

Geradliniger B-Movie-Actioner

Im Gegensatz zur komplexen Technik, die beispielsweise im Computerchip Stem zum Einsatz kommt, ist die Story ziemlich simpel und altbekannt. Letztlich erzählt der Film eine klassische Rachegeschichte. Der unbescholtene Protagonist stürzt schlagartig durch die Ermordung seiner Frau ins Unglück. Er möchte die Täter notfalls selbst zur Verantwortung ziehen. Die Polizei in Form von Detective Cortez (Betty Gabriel) tappt natürlich im Dunkeln und ist mehr oder minder nur darauf bedacht, Grey an der Selbstjustiz zu hindern. Die genauen Umstände, warum es zu dem Gewaltverbrechen kam, sind für Genrefans schnell durchschaut. Dass Upgrade bei der Auflösung noch einen Ticken drauf setzt, um einen besonders kritischen Kommentar zu Künstlicher Intelligenz abzugeben, passt aber gut in die aufgebaute Dystopie.

Nichtsdestotrotz gefällt der Film in seiner Inszenierung vor allem in den Actionszenen. Diese sind nicht zahlreich, kommen aber stets knackig und vor allem gewaltsam daher. Dass Stem Greys Körper nach dessen Erlaubnis selbstständig steuern kann, führt zu einigen gut choreographierten Kampfsequenzen. Das titelgebende Upgrade macht ihn im Grunde zum Supersoldaten, der schneller, stärker und einfallsreicher als seine Gegner vorgeht. Grey ist dabei allerdings wie wir vor dem Bildschirm nur Zuschauer. Wenn sein Körper plötzlich vom Boden wie von unsichtbaren Fäden auf die Füße gehievt wird, dann mutet das sehr roboterhaft an. Dass die Kamera Greys mechanische Bewegungen oftmals nachahmt, sorgt für besonders stylische Bilder, die positiv im Kopf bleiben.

Eron Keen, jung, superreich und genial | Upgrade © Universal Pictures
Keen ist der geniale Erfinder des Computerchips © Universal Pictures

Es entstehen sogar einige lustige Momente. Wenn der Körper beispielsweise einen Gegner mit Küchengeschirr malträtiert, während sich in Greys Gesicht das blanke Entsetzen abspielt. Die ständigen Gespräche zwischen Stem und ihm sorgen generell für einige unterhaltsame Momente, die in ihrer Dynamik an Eddie Brock und den parasitären Außerirdischen in Venom erinnern. Dazu trägt auch Logan Marshall-Green bei, der nicht erst seit Upgrade als Tom-Hardy-Doppelgänger wahrgenommen wird.

Das Fazit zu Upgrade

Mit Upgrade beweist Leigh Whannell als Regisseur und Drehbuchautor, dass er mehr kann, als nur bestehende Horrorfilm-Reihen weiterführen. Sein SciFi-Thriller punktet in vielen Bereichen. Die Action ist unterhaltsam in Szene gesetzt, die entwickelte Zukunftswelt faszinierend und die Figuren sind glaubhaft. Lediglich der ziemlich geradlinige und vorhersehbare Plot nagt an der Punkteausbeute und dürfte gerade Genrekenner doch etwas enttäuschen.

Upgrade ist am 11.04.2019 auf DVD, Blu-ray und VOD über Universal Pictures erschienen.

Unsere Wertung:

 

 

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© Universal Pictures

Simon Eultgen

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