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Anna und die Apokalypse

Es ist Weihnachtszeit und John McPhail liefert uns am 06.12. die abgefahrenste Weihnachtsbowle seit es Zombies gibt. Ein großer Würfel Coming-of-Age, zwei Flaschen Musical, eine Witzstange, eine Horde Zombies und alles schön blutig rühren, fertig ist Anna und die Apokalypse. So ungewöhnlich sich das anhören mag, so gut funktioniert das auch.

TitelAnna und die Apokalypse
Jahr2017
ProduktionslandGroßbritannien und USA
RegieJohn McPhail
DrehbuchAlan McDonald, Ryan McHenry
GenreMusical, Horror, Komödie
DarstellerElla Hunt, Malcolm Cumming, Sarah Swire, Christopher Leveaux, Ben Wiggins, Marli Siu, Mark Benton, Paul Kaye
Länge92 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihSplendid Film
Plakat zu "Anna und die Apokalypse" © Splendid Film
Kinoplakat zu “Anna und die Apokalypse” © Splendid Film

Christmas Now – Redux

Die Halbwaise Anna (Ella Hunt) plagen kurz vor Weihnachten die gleichen Probleme wie Millionen andere Teenager auch. Stress mit dem Vater, Liebesprobleme und der Wunsch, das Zuhause endlich verlassen und die Welt erkunden zu können. Um sich Letzteres zu ermöglichen, jobbt sie mit ihrem besten Freund John (Malcolm Cumming) in einem Bowling-Center. Dadurch verpassen die beiden nicht nur die weihnachtliche Schulaufführung, sondern auch den Beginn einer blutigen Zombie-Apokalypse. Am nächsten Morgen mit der Situation konfrontiert, stellen sie sich mit ihren Freunden Lisa (Marli Siu), Chris (Chris Leveaux), Steph (Sarah Wire) und Nick (Ben Wiggens) singend, tanzend und kämpfend gegen die Zombie-Horden.


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Ohne Schnee und mit Gesang in die Zombie-Apokalypse

Anna nichts von der Zombie-Apokalypse © Splendid Film
Noch ahnt Anna nichts von der Zombie-Apokalypse © Splendid Film

Das ist ganz schön mutig, was Anna und die Apokalypse hier als Weihnachtsfilm abliefert. Denn es gibt nicht viele Weihnachtsfilme, bei denen es fast keinen Schnee zu sehen gibt. Vielmehr kennzeichnen verregnete Straßenzüge das Stadtbild im kleinen schottischen Örtchen Little Haven. Gut, die singenden Teenager in Kombination mit den Zombie-Horden sind nicht unbedingt das Standardbild eines sinnlichen Weihnachtsfestes. Diese einzigartige Kombination machen Anna und die Apokalypse zu etwas Besonderen. Dabei fließen ähnlich wie im Oscar-prämierten La La Land immer wieder Gesangs- und Tanzeinlagen in die Geschichte ein und lockern so die Teenager- und Zombie-Problematiken auf. Dabei liegt der Fokus viel mehr auf den Gesang, denn die Tanzchoreographien sind wenig spektakulär, aber sympathisch. Wenn Anna und John am Morgen in bester Shaun of the Dead-Manier nichtsahnend durch die gerade begonnene Apokalypse tanzen und singen macht das einfach Spaß. Die verwendeten Songs sind dabei eingängig, besitzen aber wenig Ohrwurm-Charakter.

Das Leben ist keine Zuckerstange

Mit Zuckerstange gegen die Zombie-Horden © Splendid Film
Anna wehrt sich mit einer Zuckerstange gegen die Zombie-Horden © Splendid Film

Nur mit Tanz und Gesang kann man die Zombies aber auch nicht bekämpfen. Deshalb bewaffnen sich Anna und ihre Freunde mit Baseball-Schlägern, riesigen Zuckerstangen und sonstigen Gegenständen, um es mit den Untoten aufzunehmen. Kommen diese zum Einsatz, wird es auch ganz schnell blutig und die Köpfe fangen an zu rollen. Kreative Einfälle und der Umgang mit der Apokalypse sorgen immer wieder für Lacher. Gerade die Jungs finden das alles anfangs cool und machen ihre Späßchen, doch werden sie ziemlich schnell auf den Boden der Tatsachen geworfen. So ist die Konfrontation mit der Realität ein zentrales Thema im Film und beinhaltet die Träume und Vorstellungen der Teenager über die Liebe und das Leben. Das sind typische Coming-of-Age-Themen, welche den Figuren Tiefe verleihen und für dramatische Situationen sorgen sollen. Das gelingt nicht komplett, da die Themen zu beliebig und schon in zig Filmen durchgekaut worden sind.

Passender Rahmen für das frische Blut

Blutige Unterhaltung in Anna und die Apokalypse © Splendid Film
Blutige Unterhaltung© Splendid Film

Frisch ist nicht nur das Konzept des Films, sondern auch die Darsteller-Riege, denn diese ist dem breiten Publikum noch weitestgehend unbekannt. Die exzellent ausgebildeten Jungdarsteller überzeugen mit Charisma und Gesangstalent und empfehlen sich so für höhere Aufgaben. Genauso überzeugend ist Paul Kaye als durchtriebener Schuldirektor Savage. In dieser Rolle tobt er sich richtig aus und entwickelt sich im Laufe des Films zu einem echten Highlight. Mit einem soliden Production-Value und stimmungsvollen Bildern wird den Schauspielern ein passender Rahmen geschaffen. Die Maske und handgemachten Effekte reihen sich da ein und sorgen für blutige Unterhaltung. Nur die vereinzelten CGI-Effekte können da qualitativ nicht mithalten.

Unser Fazit zu Anna und die Apokalypse

Ja, merkwürdig schmeckt die Weihnachtsbowle anfangs schon. Doch hat man erst ein, zwei Schlucke genommen, mundet der ungewöhnliche Mix doch ganz gut und man möchte am liebsten mitsingen, auch wenn man am nächsten Morgen den Text wohl schon wieder vergessen hat. Einen neuen Weihnachtsklassiker bekommt man zwar nicht geboten, ein sympathisches Alternativprogramm aber allemal.

Unterhaltsamer und sympathischer Genre-Mix
“Anna und die Apokalypse” ist ein unterhaltsamer und sympathischer Genre-Mix © Splendid Film
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© Splendid Film

Onno

Als Kind in einen Topf aus VHS-Kassetten gefallen und kann seitdem nicht mehr wegschauen.

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