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    Action Filme Komödie

    Anaconda

    Louis Kiehlvon Louis Kiehl31. Dezember 2025Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    © Columbia Pictures
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    Sind Schlangen im Kino eher Warnung als Werbung? Anaconda und seine Trittbrettfahrer lassen daran zweifeln. Nun kehrt der 90er-Kult-Trash als Reboot zurück: doch ist wieder nur gelangweilt Schlangestehen angesagt – oder ein bisschen mehr?

    Anaconda – darum gehts

    Eine Freundesgruppe direkt in der Midlife-Crisis will aus ihrem Trott ausbrechen und noch mal was anderes machen wollen – allen voran Doug (Jack Black) und Griff (Paul Rudd). So beschließen sie zusammen den wilden Plan, ein Remake ihres Lieblingsfilms aus ihrer Jugend zu drehen: „Anaconda“. Und weil es sie nach Abenteuer giert, soll das natürlich am authentischen Schauplatz mitten im Regenwald passieren. Tief im Amazonas angekommen, müssen sie aber – wie soll es auch anders sein – schnell um ihr Leben kämpfen. Denn nicht nur der Dschungel mit seinen Bewohnern selbst erweist sich als unerbittlicher Widersacher, sondern es treiben auch gefährliche Kriminelle hier ihr Unwesen. Natürlich gibt es auch die titelgebende Riesenschlange außerdem wirklich und verwandelt das kleine Abenteuer nun endgültig in ein gefährliches Spiel um Leben und Tod, bei dem es schnell nicht mehr nur um ein verrücktes Filmprojekt von Freunden geht.

    Key-Art © Columbia Pictures

    Zwischen Schlangen-Kult und Filmtumult

    1997 lieferte Regisseur Luis Llosa mit einem überraschend hochkarätigen Cast soliden Anaconda-Trash, der gerade durch sein untypisches Sammelsurium an Ideen und Einflüssen für halbwegs kurzweilige Unterhaltung sorgte. Zwischen praktischen Attrappen, schönen Sets und sichtbar schlechten Effekten kämpften sich Jennifer Lopez, Ice Cube und ein hemmungslos overactender Jon Voight durch einen Film, der spürbar bemüht war, sich selbst – und seine Schlange – am Leben zu halten. Dabei scheiterte er immer wieder an einem dünnen Drehbuch und zähen Passagen, die seine Qualitäten im Keim erstickten. Die Faszination, die sich um Anaconda entwickelte und die nun auch das Reboot durch seine Figuren aufgreift, stellte sich nie vollständig ein. Dennoch konnte sich der Tierschocker in dem unterrepräsentierten Schlangenhorror-Subgenre behaupten – und Lust auf mehr machen. 

    Das Massive Talent unter den Anacondas

    Diesen Hilferuf hat Regisseur Tom Gormican gehört. Nach seinem Meta-Erfolg The Unbearable Weight of Massive Talent, der Nicolas Cage und Pedro Pascal als herausragendes Duo etablierte und zugleich ein liebevolles wie selbstkritisches Revuepassieren von Cages Karriere bot, bekamen Fans genau das, was sie sich erhofft hatten: eine Meta-Ebene mit echtem Fortschritt. Statt sich lustlos durch austauschbare Legacy-Fahrwasser vergangener Tage zu schleppen oder auf lieblose Cameos zu verlassen, setzte Gormican auf Reflexion, Selbstironie und einen gezielten Blick auf den Star-Mythos der Filmindustrie.

    Genau an diesem Punkt setzt er nun zu Runde zwei an. Denn Anaconda ist in seinem Meta-Anspruch erneut mehreren bekannten Filmreihen deutlich voraus, die längst in völliger Stagnation verharren. Irgendwo in diesem Film steckt zwar auch ein klassisches Legacy-Sequel – oder zumindest dessen Ansatz –, vor allem aber ist Anaconda weit mehr als das. Der Film ehrt das Original auf mehreren Ebenen und denkt es zugleich weiter. Mit frischen Ideen, einer neuen Prämisse und pointierten Einfällen holt Gormican sein Publikum aus der Legacy-Midlife-Crisis heraus und liefert erneut das, was ihn auszeichnet: Meta mit Mehrwert. Statt bloßer Nostalgieverwertung entsteht ein zynischer, zugleich amüsanter Blick auf das aktuelle Kinogeschehen.

    Wer jagt eigentlich wen? © Columbia Pictures

    Vom Duo zum Trio

    Anaconda nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Wer mit diesem Starensemble bislang wenig anfangen konnte, wird auch hier schnell die Geduld verlieren. Denn mit Jack Black, der wie gewohnt 150 Prozent gibt, Paul Rudd, der mühelos mithält, und Steve Zahn, der spätestens seit Sahara immer wieder gern gesehen ist, kann aus jedem Traum auch ein Albtraum werden. Während Black und Rudd zuletzt nicht von harscher Kritik verschont geblieben sind, ergänzt Zahn den infantilen Nischenhumor um seine ganz eigene Note – und trifft damit ins Schwarze. Das Ergebnis ist herrlich absurd und im Kinosaal eine verlässliche Lachgarantie. Das schräg aufspielende Dreiergespann gibt sich den clever geschrieben und aufwändigen Gags hin; Gormican kann entsprechend aus dem Vollen schöpfen.

    Sie verkörpern alte Freunde, die seit Kindertagen davon träumen, Filmemacher zu werden. Dieses Gefühl von brüderlichem Zusammenhalt fängt Anaconda außergewöhnlich stimmig ein, denn die Chemie des Hauptcasts ist fantastisch. Schon früh lockt er mit liebevollen Filmanspielungen, Plakaten im Hintergrund, Hollywood-Sets und VHS-Kindheitsprojekten. So entsteht ein organischer und nostalgisch verklärter Aufbau, der die Figuren als eingespieltes Team etabliert und ihre gescheiterten Versuche zeigt, in die Fußstapfen großer Filmemacher zu treten – ohne sich daran zu verheben. Stattdessen führt der Film zügig nach Brasilien, wo die eigentliche Handlung einsetzt: der Dreh eines waschechten B-Movies, wie er kaum schlechter sein könnte.

    Welches Problem ist größer?

    Funktional denkt Anaconda die Idee des improvisierten Filmdrehs weiter. Das Werk zeigt die Auswirkungen von Budgetknappheit und kleiner Besetzung, gewährt einen Blick hinter die Kulissen und erzeugt daraus spürbaren Subtext. All das wird konsequent humoristisch gebrochen und nimmt sich selbst kaum ernst. Abseits eines Subplots um Daniela Melchior – der, ähnlich wie in Massive Talent, etwas generisch daherkommt und den Film stellenweise unnötig ausbremst – funktioniert dieses Konzept erstaunlich gut: Das Passionsprojekt einer Gruppe, die es im Leben zu nichts gebracht hat und einfach Spaß haben will, bietet eine dankbare Grundlage, um sich aus einer neuen Perspektive zu nähern: als Wiederbelebung des Trash-Gefühls und zugleich bewusster Bruch mit den üblichen Legacy-Regeln.

    Eine Gruppe verrückter Frau auf Schlangenjagd © Columbia Pictures

    In dieser Form bedient der Film Erwartungen an eine Riesenschlange auf Menschenjagd und liefert genügend Anspielungen für Fans des Originals – geht aber zugleich darüber hinaus. Gormican zeigt spürbar die Bereitschaft, aus dem bekannten Stoff etwas Eigenes und Unberechenbares zu formen – und geht damit all in. 

    Mid-Budget-Spoofabenteuer

    Nach Comedy-Klassikern wie Die nackte Kanone, die 2025 neu aufgelegt wurden, reiht sich Anaconda gekonnt in dieses Feld ein. Mit einem Budget von 45 Millionen Dollar liefert Gormican ein wertiges, überwiegend on location gedrehtes und bildstarkes Abenteuer, das durch dichten Dschungel und stimmungsvolle Flussaufnahmen echtes Kino-Feeling vermittelt – und selbst die CGI-Schlange beeindruckend wirken lässt. Schöne Farben, dynamische Kamerafahrten und stimmungsvolle Einstellungen helfen der Spoof-Comedy, vereinzelte Schwächen zu kaschieren. Denn Gormican versteht es nicht immer ausgewogen, Film mit gezeichneter Realität zu verbinden und lässt so manche Abenteuer-Sequenz kürzer ausfallen.

    © Columbia Pictures

    Unser Fazit zu Anaconda

    3.5 Sehenswert

    Gormicans Meta-Comedy ersetzt J-Lo, Ice Cube und Jon Voigt durch Black, Rudd und Zahn, die zusammen mit einer hervorragenden Musikauswahl und einigen frischen Ideen das Dschungelabenteuer des Jahres bestreiten, und sich einen Platz unter den lustigsten Filmen 2025 sichern. Anaconda verfolgt dabei eine klare Vision und wird zum Trash-Garanten, der mit aufwändigem Gagfeuerwerk, liebevoll gezeichneten Figuren und originellen „Behind-the-Scenes“-Ideen das ermöglicht, was 1997 nur teilweise umgesetzt werden konnte. Gormican streicht den Horroranteil fast vollständig, ersetzt ihn jedoch gezielt mit dem Filmdreh-Malheur – und setzt damit genau auf die richtige Karte.

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    Louis Kiehl

    Schon seit jungen Jahren filmverrückt: Viel zu früh Genrefilme aller Art konsumiert und mit 14 Jahren begonnen, regelmäßig Kino+ zu schauen – obwohl er zu diesem Zeitpunkt kaum einen der besprochenen Filme selbst gesehen hatte. Geprägt wurde seine Leidenschaft maßgeblich von seiner Oma bei Star Wars: The Clone Wars und dem Schauen „alter Schinken“ vor der Glotze, seinem Vater und seinem großen Bruder mit dem er alles teilte – außer eine gleiche Meinung. Film-Begeisterung wurde beim Schauen von E.T., Jurassic Park, Zurück in die Zukunft und Indiana Jones und der Tempel des Todes entfacht, die bis heute zu den Lieblingsfilmen gehören – ab diesem Moment war klar: Filme werden ihn ein Leben lang begleiten. Er versucht, wöchentlich ins Kino zu gehen, ist sich dabei aber nie zu schade, auch den trashigsten DTV-Untiefen von Action bis Horror eine Chance zu geben oder auch mal ins indische Kino abzudriften. Bekannt aber vor allem für eines: „Alle geben 4 oder 5/5 – und er gibt ’ne 1/5, du weißt genau, da is‘ er, der Louis.“

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