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    Meine Stunden mit Leo

    Leo Solledervon Leo Solleder19. Juli 2022Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Auf einem Bett sitzen Leo Grande und Nancy Stokes. Er ist in einem Hemd gekleidet, sie in einem Négligé
    Zwischen Leo Grande und Nancy Stokes entwickelt sich mehr als nur ein körperliches Treffen ©Wild Bunch Germany
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    Wie gehen ältere Menschen mit dem Thema Sexualität und Lust um? Diese Frage stellt sich Sophie Hyde in ihrem neuen Film Meine Stunden mit Leo. Kann der Film die Konventionen der klassischen Liebeskomödie brechen? Und welche Überraschungen kann der Film seinem Publikum mit auf den Weg geben? Die Antwort gibt es in dieser Kritik!

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    An einem Bett angelehnt liegen Leo Grande und Nancy Stokes
    Das Kinoplakat zu Meine Stunden mit Leo ©Wild Bunch Germany

    Die Handlung von Meine Stunden mit Leo

    Der Callboy Leo Grande (Daryl McCormack) staunt nicht schlecht, als er seine Kundin Nancy Stokes (Emma Thompson) zum ersten Mal sieht. Grande wird eher von jungen Frauen gebucht und genießt einen besonders guten Ruf bei seinen Kundinnen. Stokes, Religionslehrerin und Ende 50, hat ihn genau aus diesen Gründen gebucht, um von ihm verführt zu werden. Dennoch stehen einer Erfüllung dieses Vertrages zunächst Hemmungen verschiedenster Art im Weg. Daher ändert sich der Tonus des Treffens zwischen Leo und Nancy. Aus einem reinen Treffen sexueller Art wird ein ausuferndes Gespräch über Liebe, Sexualität und Freundschaft…

    Nancy blickt aus einem Hotelzimmer heraus. In der Tür steht Leo Grande und lächelt sie an
    Mehr als nur ein reiner Verführer: Der Callboy Leo Grande birgt einige Geheimnisse ©Wild Bunch Germany

    Ein Zeichen für Empowerment

    Mit Meine Stunden mit Leo rückt Regisseurin Sophie Hyde ein selten beleuchtetes Thema in den Vordergrund ihrer Erzählung. Denn oft wird älteren Frauen die verführerische und sexuelle Komponente entzogen. Ältere Frauen sind in ihrer Charakterisierung oft kümmernde Ehefrau, liebende Großmutter oder draufgängerische Abenteurerin im letzten Lebensabschnitt. Dass diese Frauen alle eine genauso wichtige sexuelle Begierde wie jüngere Frauen besitzen können, passt oft nicht in das von der Gesellschaft erstellte Bild. Emma Thompson gelingt es jedoch, genau diese Sehnsucht nach Liebe und Lust glaubhaft darzustellen. Thompsons Rolle der Nancy Stokes ist zwar verunsichert und zunächst voller Hemmungen, jedoch genauso interessiert. Sie ist dabei auch ein Spiegelbild für viele Frauen, die in ihrer Sexualität von ihren Ehemännern nicht gesehen und akzeptiert wurden. Dass genau diesen Diskursen der nötige Diskussionsraum gegeben wird, ist eine große Stärke des Films.

    Der Gegenpart zu Emma Thompsons Nancy ist der jüngere Callboy Leo. Dieser ist intelligent, gewitzt und in jeder Facette seiner Person verführerisch. Auch wenn der Film immer riskiert, Leo Grande nur zu einem Abziehbildchen verkommen zu lassen, so wendet er dies jedes Mal gekonnt ab. Er stellt zwar als Callboy eine idealisierte Vorstellung eines Liebhabers dar, bildet als aufgeklärter Mann jedoch ein perfektes Gegengewicht zur versteiften Nancy Stokes. Dass dieses Gegenspiel auch funktioniert, ist der Performance von Daryl McCormack zu verdanken. Der irische Darsteller, der mit Meine Stunden mit Leo seine erste Titelrolle feiert, kann auf jeden Fall als Star des Films bezeichnet werden. Durch sein mysteriöses Auftreten gelingt es ihm, dass das Publikum über das nicht immer fehlerfreie Drehbuch hinwegsehen kann, während es den Fokus auf den Schlagabtausch der beiden Hauptfiguren richtet.

    Auf einem Bett sitzen Leo Grande und Nancy Stokes. Er ist in einem Hemd gekleidet, sie in einem Négligé
    Zwischen Leo Grande und Nancy Stokes entwickelt sich mehr als nur ein körperliches Treffen ©Wild Bunch Germany

    Fast perfekte Dramaturgie

    Auffällig ist, dass Meine Stunden mit Leo veraltete Klischees aus Liebesfilmen über Bord wirft. Durch den Fakt, dass hier nicht zwei Liebende aufeinandertreffen, erzeugt der Film eine eigene Dynamik. Statt den ewig gleichen Floskeln folgt man hier einem Gespräch, welches zwar auf Augenhöhe, jedoch mit einer rationalen Distanz geführt wird. Dabei bereitet es ungeheuren Spaß, dem Katz-und-Maus-Spiel von Nancy und Leo beizuwohnen. Dadurch, dass beide wenig bis gar nichts von einander wissen, liegt ein gewisses Mysterium in der Luft. Dieses erweist sich als zentrales Element der Chemie zwischen den beiden und treibt auch deren Gespräche an. Diese sind besonders in der ersten Hälfte fantastisch geschrieben und können überraschen. Dabei schreckt der Film auch nicht zurück, Tabuthemen wie weibliche Sexualität und die Arbeit als Callboy zu thematisieren. Dass den Gesprächen zwischen Nancy und Leo so viel Wert beigemessen wird, ist dabei eine willkommene Abwechslung zu konservativer erzählten Liebesfilmen.

    Leider gelingt es Regisseurin Sophie Hyde nicht, diese Spannung über den ganzen Film aufrecht zu erhalten. Besonders das letzte Drittel des Films trifft nicht mehr ganz die Tonalität der Stunde davor. Dies liegt unter anderem daran, dass Meine Stunden mit Leo zu diesem Zeitpunkt einen Ortswechsel wagt. Dieser ist zwar für die Handlung essenziell, knüpft jedoch nicht an das intime Erlebnis der beiden Figuren an. Auch flachen zu diesem Zeitpunkt die Themen des Skripts ab, sodass es dem Film nicht gelingt, seine Geschichte abzurunden. Dennoch ist Meine Stunden mit Leo ein überraschend gutes Liebesdrama, welchem es jedoch nicht gelingt, seine Erzählung zu einem perfekten Ende zu führen.

    Unser Fazit zu Meine Stunden mit Leo

    Wer bei Meine Stunden mit Leo eine klassische Romantic Comedy erwartet, der muss hier enttäuscht werden. Regisseurin Sophie Hyde gelingt es, im Rahmen ihres Films einige Tabuthemen näher zu beleuchten. Diese reichen von der Einbindung von weiblicher Lust, dem Altern als Prozess und der Repräsentation von Sexarbeiter:innen in Filmen. Dass Meine Stunden mit Leo zum Ende hin die Körner ausgehen, trübt die finale Betrachtung. Dennoch überwiegen hier die positiven Aspekte bei weitem, sodass ein Kinobesuch allen empfohlen werden kann, die sich eine andere Perspektive auf das Thema Liebe wünschen.

    Meine Stunden mit Leo ist seit dem 14. Juli im Kino zu sehen!


    © Wild Bunch Germany

    Leo Solleder

    Léo wollte eigentlich Theaterschauspieler werden, nun ist der Medienkulturwissenschaftler freier Journalist, Social Media Manager und Redakteur. Seine Liebe für die Bretter, die die Welt bedeuten, zeigt sich allerdings immer wieder in seiner Filmvorliebe für Kammerspiele. Diese dürfen gern international, etwas cheesy und gut geschrieben sein, doch eigentlich ist Léo genretechnisch dann doch vielfältig. Immer wieder von A24-Produktionen begeistert und dennoch mit dem Gespür für deutsche Fernsehfilme der 60er-Jahre podcastet und schreibt sich Léo seit Dezember 2021 durch die Redaktion von "Filmtoast", außerdem betreibt er mit seinem Redaktionskollegen Kenan den Popkultur-Podcast "Bleibende Schäden". Immer auf der Suche nach neuen Blockbustern und kleinen Genreperlen, die vielleicht irgendwann mal den Status seiner Lieblingsfilme "Fight Club" und "Whiplash" erreichen können.

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