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    Vergiftete Wahrheit

    Christian Willach (Chrischi)von Christian Willach (Chrischi)11. Februar 2021Keine Kommentare7 min Lesezeit
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    In dieser Szenen von "Vergiftete Wahrheit" ist Mark Ruffalo als Rob Bilott zu sehen, der an einem Tisch vor Gericht sitzt. Er redet in ein Mikrofon und gestikuliert mich geöffneten Armen und Handflächen. Vor ihm liegen gelbe Blätter und links davon eine Aktentasche.
    Rob Bilott kämpft vor Gericht gegen korrupte Unternehmen © Leonine Distribution
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    Vergiftete Wahrheit kam bedingt durch Corona erst spät zu uns in die Kinos und erscheint nun fürs Heimkino. Obwohl der Justizthriller von Regisseur Todd Haynes mit einem namenhaften Ensemble um Mark Ruffalo daherkommt und den Ruf genießt, ein sehr guter und wichtiger Film zu sein, fristet der Film um seine wichtige Thematik eher ein Schattendasein. Ob er seine Lorbeeren verdient oder im Film viel Wind um nichts gemacht wird, lest ihr hier.

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    Das deutsche Cover von "Vergiftete Wahrheit" zeigt Hauptdarsteller Mark Ruffalo. Dieser ist nur von der linken Seite zu sehen, während er aus einem Auto heraus etwas mit erschrockenen Blick betrachtet. Im Frontspiegel spiegeln sich schemenhaft Personen in Anzügen.
    Das deutsche Cover von „Vergiftete Wahrheit“ © Leonine Distribution

    Worum geht es in Vergiftete Wahrheit?

    Wirtschaftsanwalt Rob Bilott (Mark Ruffalo) ist in seiner Kanzlei in Cincinnati gerade zum Partner ernannt worden, als ihn der Farmer Wilbur Tennant (Bill Camp) aus Parkersburg, West Virginia aufsucht und ihn darum bittet, ihn zu vertreten. Eine große Anzahl seiner Kühe verhielt sich merkwürdig und verendete auf rätselhafte Weise. Der Farmer vermutet, dass die Kühe durch die an seinem Grundstück grenzende Fabrik des Chemiekonzerns DuPont vergiftet wurden. Bilott selbst vertritt für gewöhnlich solche Unternehmen, besucht aber dennoch die Farm. Trotz des aufkommenden Interessenskonflikts nimmt sich der Anwalt dem Fall mit zunehmendem Interesse an und befördert so manche Wahrheit ans Tageslicht, die der Konzern gerne verborgen gehalten hätte.

    Auf den Spuren von Erin Brockovich und Spotlight

    Nicht selten erzählt ein Film von wahren Begebenheiten, welche kaum bekannt sind oder speziell hierzulande nicht bewusst wahrgenommen wurden. Als Beispiel sei da Captain Phillips genannt, dessen Thematik der Piraterie zwar wohl den meisten bewusst gewesen ist, die dort gezeigten konkreten Ereignisse aber eher nur einem kleineren Teil. Auch die Gegebenheiten in Vergiftete Wahrheit werden für viele Zuschauer in dieser Form neu sein. Klar, Filme über die Vertuschung eines Großkonzerns, der kleine Mann gegen den Industriegiganten bzw. eine Institution sowie die in der Folge aufgedeckten Skandale gab es schon in anderen Varianten zu sehen.

    Erin Brockovich oder Spotlight sind nur zwei, die einem nach der Inhaltsangabe in den Kopf kommen. Bei beiden liegt der Fokus auf dem aufopferungsvollen Kampf um die Aufdeckung der Wahrheit bzw. eines Skandals, bei dem sehr lange weggeschaut wurde. Während man allerdings am Ende von den beiden genannten Filmen irgendwo positiv gestimmt bleibt, da sich etwas zu bewegen scheint, kommt ein ähnliches Gefühl bei Vergiftete Wahrheit kaum bis gar nicht auf.

    In dieser Szene von "Vergiftete Wahrheit" stehen der Farmer Wilbur Tennant (Bill Camp) und der Anwalt Rob Bilott (Mark Ruffalo) seitlich vor dem Truck des Farmer. Beide blicken erschrocken auf etwas außerhalb des Bildes.
    Wilbur Tennant (Bill Camp) und Rob Bilott (Mark Ruffalo) auf der Suche nach der Wahrheit © Leonine Distribution

    Nicht nur ein Schlag in die Magengrube

    Filme, die auf wahren Ereignissen beruhen, können packend und augenöffnend inszeniert sein, aber auch häufig sehr Dröge und wenig interessant. Vergiftete Wahrheit gehört indessen ganz klar zur ersten Gattung und ist darüber hinaus schockierend. Basierend auf dem New-York-Times-Artikel „The Lawyer Who Became DuPont’s Worst Nightmare” von Nathaniel Rich, zeigt der Film die Handlungen und Vertuschungen des Chemiekonzerns DuPont (welchen man sicherlich gegen viele andere Unternehmen austauschen könnte). Das auf dem Zeitungsartikel beruhende Drehbuch von Mario Correa und Matthew Michael Carnahan (Von Löwen und Lämmern) erzeugte ein Unbehagen, welches ich selten bei einem Film verspürt habe. Nahezu jede neue zutage geförderte Wahrheit ist ein Schlag in die Magengrube.

    Über die gesamte Laufzeit herrscht eine zermürbende Anspannung, sodass man sich selbst bei Handlungslängen kaum die Muße zum Entspannen gönnt. Das liegt vor allem an der trostlosen Stimmung, die Regisseur Todd Haynes (Carol) geschaffen hat. Visuell erinnert der Film an so manche Werke von David Fincher (Gone Girl) oder Denis Villeneuve (Prisoners). Die Inszenierung selbst mag bisweilen schleppend wirken, jedoch deckt der Film einen enormen Zeitraum ab und löst dies durch Zeitsprünge sehr gut und hält hierdurch überwiegend ein hohes Spannungslevel. Vielleicht mag die Geschichte nicht jedermann über zwei Stunden hinweg fesseln, aber dieses ungeheuer wichtige Thema wird sicherlich keinen kalt lassen.

    In dieser Szene von "Vergiftete Wahrheit" kämpft sich Rob Bilott (Mark Ruffalo) durch mehrere Kisten mit Akten. Diese Kisten sind um ihn herum aufgestapelt. Die Akten, die er bereits aus diesen geholt hat, türmt er vor sich, so dass er kaum Platz zum Bewegen hat.
    Rob Bilott kämpft sich durch Berge von Akten © Leonine Distribution

    Ein wichtiges und aktuelles Thema

    Wenn das Thema so wichtig ist, warum hört man dann so wenig über den Film? Einen Grund liefert Vergiftete Wahrheit vermutlich selbst zwischen den Zeilen, wenn der mächtige Konzern jeglichen Einfluss nutzt, um die Sache unter Verschluss zu halten. Es sind Dinge, die gerne als Verschwörungstheorien abgetan werden, aber die gezeigte Korruption ist offenkundig real. Jetzt könnte hierzulande der Gedanke aufkommen, dass dies einmal mehr ein Ding der USA ist. Aber der offengelegte Umweltskandal betrifft nicht nur die Menschen in Übersee, sondern weltweit, und verdient daher viel mehr Aufmerksamkeit.

    Die Korruption und Ignoranz, das sprichwörtliche hohe Ross, lösten nicht selten Hass gegenüber den Verantwortlichen aus. Ebenso macht sich eine gewisse Hilflosigkeit breit, denn selbst wenn es scheint, dass schon sämtliche schmutzigen Details bekannt wären, folgt ein weiterer Hieb in den Unterleib. Und wie man später erfährt, ist das Thema aktueller denn je. Wo andere vermutlich längst resigniert hätten, nimmt Hauptfigur Rob Bilott den Kampf an und riskiert bei der langwierigen Auseinandersetzung seinen Ruf, seine Ehe und seine Gesundheit.

    Mark Ruffalo als David gegen Goliath

    Dargestellt wird dieser von Mark Ruffalo, welcher auch schon bei dem bereits erwähnten Spotlight einen unnachgiebigen Kämpfer gegen Unrecht mimte. Er macht es einem leicht, mit ihm mitzufiebern, obwohl er im Vergleich zu seiner Rolle in Spotlight oder einer Julia Roberts in Erin Brockovich eher wenig Leidenschaft versprüht. Doch trotz der ruhigen und wenig extrovertierten Art zeigt sein Charakter in Vergiftete Wahrheit ein gewisses Feuer. Dies zeigt sich in vielen ruhigen Momenten, in denen er scheinbar in sich gekehrt aufgibt, um dann doch wieder aufzustehen und weiterzumachen. Eine Darstellung, die der Schauspieler derart erstklassig macht, dass er mit jeder einzelnen Mimik den Zuschauer in seinen Bann zieht und für sich vereinnahmt.

    Unterstützt wird er von einem starken und namenhaften Ensemble, von dem nahezu jeder mit mindestens einem starken Moment zum Zuge kommt. Anne Hathaway spielt als Bilotts Ehefrau Sarah zunächst eine sehr untergeordnete Rolle. Jedoch erhält sie im Verlauf der Geschichte viel Gelegenheit, um sich mit starken Szenen emporzutun. Während Ruffalo den ruhigeren Part übernimmt, stellt sie den emotionalen Gegenpol dar und ergreift immer zur richtigen Zeit das Wort, um nicht nur Bilott, sondern auch den Zuschauer wachzurütteln. Nicht ganz so einnehmend, dennoch durchaus ansehnlich, schaffen es Tim Robbins als geschäftsführender Partner Tom Terp und Bill Pullman als Rechtsanwalt Harry Dietzler, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Ebenso wie Victor Garber als arrogantes Gesicht des korrupten Unternehmens oder Bill Camp als Farmer Wilbur Tennant. Am Ende ragt dann Hauptdarsteller Mark Ruffalo am meisten heraus, wenn er in Vergiftete Wahrheit eine seiner besten Leistungen, vermutlich sogar seine beste, darbietet.

    Anne Hathaway spielt in "Vergiftete Wahrheit" die Ehefrau Sarah Bilott, die hier ihren Mann fest in den Arm nimmt und mit ihrer rechten Hand am Hinterkopf stützt, um ihm Trost zu spenden.
    Anne Hathaway in „Vergiftete Wahrheit“ © Leonine Distribution

    Unser Fazit zu Vergiftete Wahrheit

    Je weniger man im Vorfeld über diese Geschichte weiß, desto mehr wird einen dieser Film vermutlich packen. Während des Films war ich sauer, fassungslos, hasserfüllt und fühlte mich auch hilflos. Jede Wahrheit, die zutage kommt, stellt gewissermaßen eine Herausforderung für den Magen dar. Ich kann mich ehrlich nicht erinnern, wann mich ein Film dieser Art über zwei Stunden so gefesselt und bis ins Mark erschüttert hat.

    Die Prämisse lädt nicht zu guter Laune ein und am Ende wird man auch nicht mit einem guten Gefühl, sondern sehr viel Stoff zum Grübeln entlassen. Das verdeutlicht schon die triste Atmosphäre, die Regisseur Todd Haynes in Vergiftete Wahrheit erschaffen hat. Dadurch entsteht ein spannender wie mitreißender Film, dessen Begebenheiten so unglaublich wichtig sind, dass sie so viele Menschen wie möglich gesehen haben und darüber Bescheid wissen sollten.

    Wer Erin Brockovich gut fand, dem wird die Thematik von Vergiftete Wahrheit vermutlich ebenso zusagen. Allerdings kommen hier keine wohligen Vibes wie bei dem Film mit Julia Roberts hoch. Stattdessen sehen wir, wie in Spotlight, einen Mark Ruffalo als Kämpfer gegen Ungerechtigkeit, der mit seinem zurückhaltenden Spiel dennoch mit jeder kleinen Veränderung der Mimik zu packen weiß. Ein Film der das „Prädikat besonders wertvoll“ mehr als nur verdient hat.

    Vergiftete Wahrheit ist bereits digital und ab dem 12. Februar 2021 auf DVD und Blu-ray erhältlich!


    © Leonine Distribution

    Christian Willach (Chrischi)

    Von seinem Kennenlernen mit dem Mauswanderer in einem Land vor unserer Zeit über seinen ersten Kinobesuch mit der rothaarigen Meerjungfrau, hat sich bis heute eines nie geändert: Die Film- und Fernsehwelt ist ein fester Bestandteil von Chrischi. Das steht nicht immer ganz im Einklang mit seiner hauptberuflichen Beschäftigung im öffentlichen Dienst, doch ein Blick in Chrischis „Cave“ mit inzwischen weit über 3.000 Medienträgern und einigen schicken Sondereditionen offenbart seine eigentliche Berufung. Auf der Suche nach Gleichgesinnten fand er schließlich Ende 2019 zu Filmtoast und ist seitdem fleißig am texten und quatschen im Zeichen des Toasts. So mancher Psychologe würde vermutlich beim Anblick auf Chrischis Filmauswahl mit der Stirn runzeln, doch fühlt sich Chrischi eben in nahezu jedem Genre wohl; außer vielleicht Horror. Seine Favoriten: Warrior, Kingsman, Lucky Number Slevin und Ratatouille sowie Filme von Nolan, Villeneuve, Anderson (Wes!) bzw. mit Robin Williams oder Kevin Costner (beide werten für ihn jeden Film auf). Sein Guilty Pleasure: Howard the Duck.

    • Christian Willach (Chrischi)
      https://www.filmtoast.de/author/christian-willach/
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